Dahlenburg in alten Ansichten

Dahlenburg in alten Ansichten

Autor
:   Claus Dietrich
Gemeinde
:   Dahlenburg
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4775-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Dahlenburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

In der heutigen Zeit verändert sich die Umwelt immer schneller. Gebäude und Einrichtungen, die einst für Generationen errichtet wurden, verschwinden nach wenigen Jahrzehnten.

In diesem Bilderbuch möchte ich den Dahlenburgern, den Alten und den Jungen, den Zugereisten und denen, die nach dem Krieg hier ihre Heimat gefunden haben, aber auch denen, die Dahlenburg verlassen haben, das 'alte' Dahlenburg zeigen.

Bei den Älteren werden sicher Erinnerungen wach, und die Jüngeren werden einige Motive, wie zum Beispiel die Mühle, nicht mehr kennen. Das Ortsbild von Dahlenburg hat der modernen Zeit viele Opfer gebracht. Man kann es nur begrüßen, daß Politiker und Verwaltungen umdenken, und eine neue Begrünung örtlicher Anlagen vornehmen. Der Rotdorn, einst ein 'Dahlenburger Baum', kommt im Ort nur noch sehr selten vor. Die Bahnhofs- und die GartenstraBe mit ihren Rotdornbäumen bleiben jedem, der sie einmal blühend gesehen hat, in Erinnerung.

Bei der Abfassung des Textes habe ich mit dem Buch 'Dahlenburg, Streifzüge durch die Geschichte' von Frau Charlotte Wodaege gearbeitet. 'Die Geschichte der Bleekeder Kreisbahn' von Ulrich Schade, sowie Festschriften von Vereinen und Privatleuten gaben mir weitere Informationen. Zeitungen aus den zwanziger und dreißiger Jahren, sowie Akten aus dem Heimatmuseum Dahlenburg vervollständigten die Unterlagen. Soweit ich Maße genannt habe, Z.B. bei der Kirche und der Mühle, habe ich die Bauzeichnungen eingesehen. Den größten Teil der Informationen erhielt ich, dankens-

werter Weise, in persönlichen Gesprächen von alteingesessenen Dahlenburgern. Bei der Bestimmung des Alters der abgebildeten Fotos und Karten, habe ich, soweit nicht anders zu erfahren war, das Datum des Poststempels angegeben. Man muß aber davon ausgehen, daß die Postkarten älter sind als angegeben.

Recht herzlich bedanken möchte ich mich bei den vielen interessierten Mitbürgern, die mir Karten, Fotos und Informationen zur Verfügung gestellt haben. Aus Barskamp, Radenbeek und Neetze sind mir nach Presseaufrufen Dahlenburger Motive zur Verfügung gestellt worden, die mir nicht bekannt waren. Aus der Menge der Bilder habe ich, wie ich hoffe, seltene und informative ausgewählt. Viele Motive, besonders Markt und Kirche, wiederholen sich, teils zeitversetzt; aber auch der Standort des Betrachters wechselt. Sehr viele Aufnahmen von Vereinen und Gruppen hätten es verdient, in diesem Buch aufgenommen zu werden. Bewußt habe ich sie nicht alle aufgeführt, denn es würde den Rahmen dieses Bildbandes sprengen.

Trotz langer, intensiver Suche ist es mir leider nicht gelungen, eine frühe Aufnahme der Feuerwehr zu bekommen. Zwar soll es eine Aufnahme von der Feuerwehr vor der Post, Mitte der zwanziger Jahre, gegeben haben, aber zu bekommen war diese leider nicht. So muß diese Ausgabe ohne ein Bild der verdienstvollen Männer der Feuerwehr erscheinen.

Bedanken möchte ich mich bei all denen, die mich mit Rat und Tat unterstütz haben.

Dahlenburg, Februar 1989

Claus Dietrich

1. Lassen Sie uns unsere Reise durch das 'alte' Dahlenburg mit dem ältesten Gebäude beginnen. Vor Dahlenburg, auf einer kleinen Anhöhe gelegen, grüßt die Efeu umrankte St.-LaurentiusKapelle, die 'olle Kerk', den Besucher. Sie wurde Mitte des 13. Jahrhunderts (1248) als Burgkapelle der damaligen sächsischen Burg erbaut. Neben der Kapelle befand sich das 1921 aus Findlingen errichtete Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Es wurde 1959 abgerissen und durch eine neue Anlage ersetzt. Der 'Alte Friedhof, auf dem 1971 die letzte Beerdigung stattfand, bekommt heute mehr und mehr parkähnlichen Charakter und entwiekelt sich zu einem Schmuckstück.

2. Die St.-Laurentius-Kapelle diente bis zur Reformationszeit der Landbevölkerung als Kirche. Noch heute befindet sich unter dem Dach ein Glockenstuhl. In den Befreiungskriegen war die Kapelle Wachlokal und Pferdestall der französischen Besatzungsmacht, danach war Abstellraum das weitere Schicksal der Kapelle. Der Museumsverein unter Lehrer Baumgarten war es, der die halbverfallene Kapelle instandsetzte, und am 12. November 1928 hier ein Heimatmuseum eröffnete. Unser Foto zeigt das Museum 1928. Die Kapelle wurde 1953 und 1976 gründlich renoviert und hat jetzt eine angemessene Aufgabe gefunden.

3. Wir verlassen die St.-Laurentius-Kapelle und befinden uns auf der 'Post-Straße' wie die Lüneburger Landstraße damals hieß. Kopfsteinpflaster und Sommerweg geben Zeugnis von einer vergangenen Zeit. Alte Birken stehen Spalier, wo heute die Gemeindehäuser auf der rechten Seite und das Gebäude des Saatbaus und der Spar- und Darlehnskasse auf der linken Seite die B216 säumen. Nur die Kirche läßt erkennen, daß wir in Dahlenburg sind: Dahlenburg, im Urstromtal der Neetze gelegen, einst der Grenzort zwischen Sachsen und Wenden. 1162 wurde der Name in einer Urkunde Heinrich des Löwen zum ersten Mal erwähnt. 1289 erhielt der Ort Stadtrechte. Im Laufe der Jahrhunderte ging dieses Recht verloren, allerdings blieb das Marktrecht dem Flecken erhalten.

4. Im Jahre 1859 gründete der Landwirt Carl Meyer den Männergesangsverein 'Concordia'. Die 50. Jahresfeier war Anlaß, um dieses Foto zu erstellen. Der stattliche Herr in der Mitte des Bildes ist wahrscheinlich der damalige erste Vorsitzende Auktionator Heinrich Behrens. Der Verein hat seit seinem Bestehen nur fünf Vorsitzende gehabt. Er machte damit seinem Namen 'Concordia', 'Eintracht', alle Ehre. Der Verein hat heute über fünfzig aktive Sänger, die bei vielen öffentlichen Auftritten ihr Können unter Beweis stellen.

Dahlenburg

e Dampfwalze nimmt Kohlen ein bei Behrens KohlendePlI} ti",.;;

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5. Vor Behrens Kohlenschuppen zeigt sich hier die moderne Technik. 1913 nimmt diese Darnpfwalze Kohlen auf. Anlaß genug für den Fotografen Carl Müller aus Barskamp, seine Kamera aufzubauen. Die Kleinbahngleise, links im Bild und die Dampfwalze sind Zeichen der modernen Zeit. Der Kohlenschuppen wird heute noch als Lagerschuppen benutzt. Die älteren Dahlenburger erinnern sich daran, daß nach dem Krieg Behrens Kohlenschuppen eine wichtige Einrichtung für Dahlenburg war.

Gruß aus Dahlenburg

H. Päppers Sägewerk

6. Im Jahre 1909 gründete Heinrich Päpper vor den Toren Dahlenburgs, zwischen Hornerweg und Bahnhofstraße, ein Sägewerk mit Zimmereibetrieb. Diese Karte, die 1921 von Lüneburg nach Barskamp geschickt wurde, zeigt den gerade zwölf Jahre alten Betrieb. Die Strommasten beweisen, daß hier schon die Elektrizität genutzt wurde. Leider war nicht festzustellen, welche Funktion der interessante Fachwerkturm hatte. Der Betrieb, der zeitweise zwanzig Zimmergesellen beschäftigte, besteht noch heute und wird als Pachtbetrieb von Ingo Schulz weitergeführt.

7. Der Männergesangsverein 'Eiche' wurde 1888 gegründet, Um 1920 stellten sich folgende Sänger auf den Hof des Gasthauses 'Kehrwieder' dem Fotografen: obere Reihe, von links:?, 'l , E. Thiede, ?, H. Pauch, ?, H. Heine, ? und S. Theiding. Mittlere Reihe: t, F. König, ?, W. Bethge, i, ?, K. Ladewig, S. Heyden, Fr. Röhrs, K. Euler und A. Heyden. Untere Reihe: F. Ulrich, Grote, V. Euler, H. Kampf, ?, Euler, ?, P. Röhr und H. Schröder. Sitzend: A. Heyden und H. Konau. Der Männergesangsverein 'Eiche', der 1962 nach 35 Aktive hatte, stellte 1969 das Singen ein.

8. Das Schild 'Flecken Dahlenburg, Kreis Bleckede', zeigte 1910 den Ortsbeginn von Dahlenburg an. Maurermeister Ehrhorn stellte sich stolz mit seiner Familie dem Fotografen. Heute liegt dieses Haus mitten im Ort, es ist das Niebuhrsche Haus, Ecke Gartenstraße, Lüneburger Straße. Über zwanzig Jahre befanden sich in diesem Haus die Kassenräume der Spar- und Darlehnkasse und des Saatbaus. 1956 wurde dann das 'Haus der Genossenschaften', an der Lüneburger Landstraße errichtet.

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