Dahlenburg in alten Ansichten

Dahlenburg in alten Ansichten

Autor
:   Claus Dietrich
Gemeinde
:   Dahlenburg
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4775-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Dahlenburg in alten Ansichten'

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19. Der Markt mit der Kirche war der zentrale Punkt des Ortes. Diese Aufnahme von 1899 zeigt einen Bliek in die Mühlenstraße, die damals 'Nach der Mühle' genannt wurde. Bäume säumten den Markt, etwas verloren links eine Pumpe, geradeaus in Richtung Lüneburger Straße sieht man die Schmiede von Schmied Kampf, unmittelbar dahinter das Wohnhaus von Schlachter Krüger. Ein Jahr später, im September 1900, brannte es nieder.

20. Der 22. August 1875 muß für Dahlenburg ein großer Tag gewesen sein. Das Kriegerdenkmal zu Ehren der gefallenen Soldaten im Krieg 1870/71 wurde eingeweiht. Das Denkmal, hier noch mit Siegesgöttin, erhielt später ein Schutzgitter. Nach dem Abriß des Organistenhauses wurde das Denkmal vor die Kirche gesetzt. Die Siegesgöttin soll Anfang der dreißiger Jahre von Metalldieben gestohlen worden sein. Sie wurde durch einen Adler ersetzt. Der Kriegerverein, der das Denkmal errichtete, löste sich 1983 auf. Die Fahne des Vereins wird im Heimatmuseum aufbewahrt.

21. Die Aufnahme entstand 1925 anläßlich des ersten Königsfrühstücks zu dem SM Carl Ramm geladen hatte. Das Jäger-Corps trug noch die alte Uniform der Goslarer Jäger. Erste Reihe, sitzend, von links nach rechts: H. Krüger, R. Dietrich, Hufnagel, C. Ramm, K. Päpper, W. Jonas, Hoyer und Luhmann. Erste Reihe, stehend: Brüggemann, E. Harms, E. Euler, L. Burmeister, G. Koch, F. Meyer, H. Heyden und V. Euler. Zweite Reihe, stehend: P. Malchow, H. Meyer, K. Hoyer, H. Kaiser, Schröder, A. Wilke und K. Moser. Schwarze Corps: W. Bethge, K. Metting. H. Kaiser und O. Euler.

22. Dieses Bild, um 1920 aufgenommen, zeigt einen Bliek in die Gartenstraße. Sehr schön erkennt man die Kleinbahngleise. Vor dem Haus von Schuster Thiede steht die Weiche, um den Zug auf das Nebengleis zu leiten. Früher hielt die Kleinbahn auch schon einmal vor der Haustür um größere Warenmengen abzuladen. In der 'guten alten Zeit' war das alles möglich. Die Häuser an der rechten Seite sind auf einem alten Ortsplan von 1867 noch nicht vorhanden, so daß die 'Burgwiesen' unmittelbar an die' Alte Burg' stießen.

Daltlenburg

23. Um 1910 war die Blütezeit der Kleinbahn. Der Gasthof 'Zur Kleinbahn', Inhaber Ludwig Kurlbaum, ist Anlaufspunkt und Wartesaal für die Bahnbenutzer gewesen. Die linke Tür war der Eingang der 'Herberge zur Heimat', hier übernachteten für wenig Geld Tippelbrüder und fremd geschriebene Handwerksgesellen. Heute, nach mehrmaligen Um- und Anbau, ist das 1907 erbaute Haus ein Hotel und Restaurant, das weit über Dahlenburgs Grenzen bekannt ist.

DAA"LENBURG

Beim Bahnhof

24. Ein besonderes Kapitel für Dahlenburg ist die Bahn. 1874 wurde die Bahnlinie LüneburgWitten berg eröffnet. Geplant war ein Bahnhof auf dem Theidingschen Grundstück, dort wo sich heute das Feuerwehrgerätehaus befindet. Auf Betreiben des Fuhrunternehmers Buhlert wurde der Bahnhof nach Lemgrabe verlegt. Der damalige Kreis Bleekede entschloß sich, Anfang 1892 eine Kleinbahnverbindung zwischen dem Staatsbahnhof Dahlenburg und Echem an der Linie Lüneburg-Lübeck zu schaffen. Nach nur halbjähriger Bauzeit wurde die Bahnlinie am 17. Dezember 1895 eingeweiht. Der Bahnhof 'Dahlenburg Flecken' auf unserem Bild von 1910, bestand lediglich aus einem schlichten Schuppen vor der Molkerei. Ein Diorama des Bahnhofs befindet sich im Dahlenburger Heimatmuseum.

25. Die Einweihungsfahrt am 17. Dezember 1895 verlief recht unglücklich. Zweimal entgleiste der Zug mit den Ehrengästen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Allerdings geschahen solche Unglücke in den nächsten Jahren noch oft. Die hier abgebildete entgleiste Lokomotive Maffei NI. 3745 wurde 1912 von der Betriebsgesellschaft gekauft. Die Kleinbahn hatte eine Spurweite von 0,75 m. Die Länge der Bahn von Echem über Bleekede bis zum Staatsbahnhof Dahlenburg betrug 47,25 km. HaItestationen zwischen Dahlenburg und Bleekede gab es in Horndorf, Tosterglope, Schiering, Barskamp, Göddingen und Nindorf.

26. Wer eine Fahrt nach Bleekede vorhatte, mußte für die Karte der 11. Klasse 1,05 Mark bezahlen, die dritte Klasse kostete 0,70 Pfennig. Hunde und Gepäckstücke wurden für 0,20 Pfennig befördert (Tarif vom 1. September 1910). Auf den 22,55 km zwischen Dahlenburg und Bleekede kostete ein Stück lebendes Vieh 3,10 Mark (Pferd). Die zu einer 'Leiche gehörenden Gegenstände' wurden bis zu einem Höchstgewicht von 500 kg unentgeldlich befördert. Das Problem war nur, ob man in der, vom Fahrplan vorgegebenen Zeit von 1 Stunde und 2 Minuten sein Ziel erreichte. Diese Aufnahme von 1912 zeigt eine in den ersten Jahren oft vorkommende Verspätung.





Dahlenburg

Neetzebrücke

27. Das Personal der Bahn war aber gewitzt, ein aus den Schienen gesprungener Triebwagen wurde mit Bordmitteln wieder auf die Schienen gesetzt, und die Fahrt konnte weiter gehen. Dieser Dampftriebwagen von dem Typ Esslingen Nr. 3560 wurde 1909 verkauft. Er verläßt gerade Dahlenburg und überquert die Neetze dort, wo heute auf dem Molkereigelände die neue Brücke die Neetze kreuzt. Im Hintergrund die Ratsmühle. Das Interesse an der Bahn war in den ersten Jahren sehr groß, flaute aber immer mehr ab. 1921 verkehrte täglich nur ein Zug. Es wurden nur noch 17 Personen und 100 Tonnen Güter befördert. Am 8. Mai 1922 begann man mit dem Abriß der Bahn.

Gruss aus Dchlenburg

28. Schulsport Anno 1913. Die Linden auf dem Schulhof sind noch jung. Links der Schuppen ist der Bahnhof 'Dahlenburg Flecken', Das Steinbecksche Haus, heute Verwaltungsgebäude der Molkerei, hat sich nicht verändert. Bildbeherrschend das Molkereigebäude. 1892 auf dem Gelände des ehemaligen Gutes Dahlenburg erbaut, spielte damals wie heute für die heimische Landwirtschaft eine große Rolle. 26 Landwirte erkannten die Vorteile einer örtlichen Molkerei. Am 23. März 1892 wurde die Genossenschaft in Ohlmeyers Gasthaus gegründet und bereits am 25. Oktober 1892 der Betrieb eröffnet. Heute sind hier über 400 Mitarbeiter beschäftigt.

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