Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 1

Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Ingrid Espert
Localité
:   Groß-Hansdorf
Province
:   Schleswig-Holstein
Pays
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3358-6
Pages
:   80
Prix
:   EUR 16.95 TVA comprise *

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Extraits du livre 'Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Seit meiner Jugend lebe ich in Großhansdorf. In den letzten zwanzig Jahren hat sich das Bild der Gemeinde so stark verändert, daß ich anfing, Bilder vom alten Groß-Hansdorf zu sammeln. Erst nur für meine Kinder, um ihnen zu zeigen, wie ihr Heimatort früher aussah. Später ermunterten mich viele Mitbürger, die mir auch ihre alten Karten und Fotografien zur Verfügung stellten, meine Sammlung zu veröffentlichen. Hiermit möchte ich ihnen, und besonders dem Leiter des Gemeindearchivs, Herrn Philipp, danken.

Aus alten Urkunden und Aufzeichnungen:

Auf der Flur der jetzigen Gemeinde lagen einst die Bauerndörfer Johannesdorpe und Smalenbek; sie verdanken ihre Entstehung der großen Kolonisation im 13. Jahrhundert.

Groß-Hansdorf, damals noch Johannesdorpe, wurde 1274 von Leo von Ernteneborg, Bürgermeister von Hamburg, gegründet. Das Dorf Smalenbek ist älter als Groß-Hansdorf, vermutlich ist es um 1150 angelegt worden. Die erste Erwähnung seines Namens erfolgte in einer Urkunde von 1314.

Smalenbek ist 1344 durch den lauenburgischen Ritter Mar-

quard Wulf und seinem Sohn Detlev vollständig zerstört worden; danach hat es 200 Jahre wüst gelegen.

Um 1400 waren die Grundherren von Groß-Hansdorf und Schmalenbeck die Ritterfamilie Heest. Arnd und Henning von Heest haben Groß-Hansdorf, wahrscheinlich aus Geldnöten, für 600 Mark Courant an den Hamburger Bürgermeister Hinrich Hoyer und seinen Bruder Albert verpfändet. Das zerstörte Schmalenbeck blieb in ihrem Besitz. 1435 verkauften die Brüder ihr Pfandrecht an den Rat zu Hamburg. Schmalenbeck kam zwei Jahre später, 1437, auch durch Pfandverschreibung, in hamburgischen Besitz. Das Pfand ist nie wieder eingelöst worden, und somit sind Schmalenbeck und Groß- Hansdorf hamburgisch geblieben.

Fünfhundert Jahre waren die Ortsteile Groß-Hansdorf und Schmalenbeck eine ländliche Enklave der Stadt Hamburg in Schleswig-Holstein. Von 1583 bis 1806 ist die Zahl der angesiedelten Höfe in Groß-Hansdorf gleichgeblieben. Fünf Vollhufen, nach 1806 durch Landzuweisung sieben Vollhufen.

Die Namen Paape, Witte, Sanmann und Steenbock finden wir über die Jahrhunderte bis heute noch in unserem Ort.

In Schmalenbeck legte nach 1564 Hans von Minden auf den Ländereien des damals unbewohnten Schmalenbeck einen Meierhof an. Seit 1583 wird Martin Meyer als Besitzer genannt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war der 'Schmalenbecker Hof' mit Abstand der größte Bauernhof des hamburgischen Landgebietes; bis 1911 ist die Familie Meyer in ununterbrochener Folge Besitzerin vom 'Schmalenbecker Hof'.

In früheren Jahrhunderten spielten in Groß- Hansdorf und Schmalenbeck die umfangreichen Waldgebiete eine große Rolle. Groß-Hansdorf war für Hamburg ein wichtiger Holzlieferant für Bauholz und Holzkohle, Die Waldungen des Groß-Hansdorfer Gebietes waren die ausgedehntesten des Hamburger Staatswaldbesitzes mit 80 bis 100 Jahre alten Buchenbeständen; noch heure zieht sich der Wald als breiter Streifen von Ahrensburg bis zum Nachbarort Hoisdorf durch die Gemeinde.

Der 'Waldreiter' , Inhalt des jetzigen Gemeindewappens, unterstand als Holzvogt dem Waldherrn und hatte unter anderem für die öffentliche Ordnung und den Waldschutz zu sorgen. Bis 1872 waren Groß-Hansdorf und Schmalenbeek selbständige Hamburger Vogteien und wurden in

diesem Jahr mit der Hamburger Gemeindeverordnung zu einer Doppelgemeinde mit dem Namen 'Groß-Hansdorf und Schmalenbeck' zusammengefaßt. Später wurde Schmalenbeck ein Ortsteil von GroB-Hansdorf und jetzt gilt der Name 'Großhansdorf' für die ganze Gemeinde. Nachdem bekannt wurde, daß Hamburg eine Walddörferbahn bis Groß-Hansdorf bauen wollte, begann ein lebhafter Grundstückhandel, und bereits 1910 war mehr als die Hälfte des bäuerlichen Grundbesitzes in fremde Hände übergegangen. Als dann 1921 die ersten Züge der neuen Bahn von Hamburg bis nach Groß-Hansdorf fuhren, verlor das Walddorf zunehmend seinen ländlichen Charakter und wurde nach und nach Vorstadtgemeinde. 1906 hatte Groß-Hansdorf 498 Dorfbewohner, heute sind es 8671 Einwohner.

Quellen:

Der Schmalenbeker Hof, ein kulturgeschichtliche Skizze von Dr. J.F. Voigt, Hamburg 1891.

Die Hamburgische Landgemeinde Groß-HansdorfSchmalenbek von Dr. J.F. Voigt, Hamburg 1906. Südstormam, Dr. Heinriek Sahrhage.

1. Zum Groß-Hansdorfer Ortsbild gehörte seit Jahrhunderten der Schäfer mit seinem Wachhund und der blökenden Schafherde. Im Jahre 1860 besaß allein der Schmalenbecker Hof 150 Schafe und 70 Lämmer. Um die Jahrhundertwende war der Schafbestand schon ziemlich reduziert. Vordem großen Waldgebiet , dem Mühlendammskamp, sehen wir auf den Wiesen am Waldreiterweg den alten Brede mit seinen Schafen.

2. Bis zum Jahre 1930 versah der letzte Nachwächter der Gemeinde, Martin Maas, seinen Dienst. Er bewohnte mit seiner Mutter die Schäferkate in der Hoisdorfer Landstraße. Es gehörte zu seinen Pflichten, nachts zweimal um das Dorf zu gehen, um eventuelle Brände zu melden. Hatte er einen Feuerschein entdeckt, blies er aus Leibeskräften in sein Horn, um die schlafenden Bewohnerzu wecken. Er war etwas einfältig und ein OrginaI. Fand ein Fest in Groß-Hansdorf statt, machte es ihm großen Spaß, seinen mitternächtlichen Rundgang zu unterbrechen, plötzlich im Festsaal zu erscheinen, und zur Belustigung aller Anwesenden kräftig in sein Kuhhorn zu blasen. Schon mancher späte Heimkehrer ist erschrocken zusammengefahren, wenn er Martins dumpfe Hornsignale hörte, die er an bestimmten Plätzen abgeben mußte.

3. Nachdem 'Mutter Grûnwald"1913 bei der Familie Froede ihre Ware feilgeboten hat, verläßt sie die breite Auffahrt am Wöhrendamm, um an der 'Goldenen Wiege' ihren langen, beschwerlichen Weg fortzusetzen. Sie zog täglich bei Wind und Wetter im Auftrag des Bäckers Priegnitz von Ahrensburg nach Groß-Hansdorf, um die Bewohner des Ortes mit frischen Backwaren zu versorgen, Mit ihren großen Körben ging sie von Haus zu Haus und bot braune Kuchen, Brötchen und zur Weihnachtszeit die beliebten Stuten an.

4. An der mit tiefen Wagenfurchen durchzogenen Landstraße 'De Dörpstraat' liegt um 1900 das Haus des Tischlers August Sanmann. 'De Dörpstraat' mit ihren Katen, Höfen, Handwerksbetrieben, der Schule, dem Fuchs- und Dorfteich, bildeten den Kern des alten Groß-Hansdorf, Erst in diesem Jahrhundert erhielt die Dorfstraße von Amtsseite den Namen Hoisdorfer Landstraße. Der Sanmannsche Betrieb blieb bis 1955 in Familienbesitz.

5. Bauer Steenbock hatte ein großes Gelände an der Hoisdorfer Landstraße in Erbpacht abgegeben, auf welchem mehrere kleine Katen gebaut wurden. Die erste Kate befand sich ungefähr zwischen der heutigen Hochbahnüberführung und der Auffahrt zur Seniorenwohnanlage Rosenhof 1. In dem Fachwerkhaus lebte um 1910 die Familie Bieh!. Wir sehen Berta Gerken geborene Biehl, an der Hand ihre kleine Tochter Gertrud, später Frau Paape, Das Haus mußte um 1914, bei Beginn der Aufschüttung des Hochbahndammes, weichen.

6. Ein weiteres Haus dieser Reihe bewohnte um 1900 die Familie Oldenburg; es wurde im Jahre 1847 erbaut und zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Vor der noch mit Hochzeitsgirlanden geschmückten Eingangstür steht stolz, im Mai 1910, die frischvermählte junge Frau Maria Paape geborene Oldenburg. 1963 wurde die Erbpacht abgelöst und das Haus 1970 abgerissen.

7. Um 1910 wurde die kleine Strohdachkate an der Hoisdorfer Landstraße vorn Maler Tönsfeldt bewohnt; auch sie stand auf Steenbockschem Erbpachtgelände. Eine eigene Werkstatt besaß Tönsfeldt damals noch nicht. In den Wirtschaftsräumen des 'Hotel Vierlinden' hatte er sich einen Raum gepachtet, um darin arbeiten zu können. Später wurde rechts hinter der Kate eine Werkstart errichtet. Im März 1973 mußte auch dieses Haus einem größeren Neubau weichen.

8. Friedrich Möller machte sich am 5. Mai 1903 als Tischler in Groß-Hansdorf selbständig. Auf dem Bild von 1909 sehen wir ihn mit seiner Frau Emma, den vier Söhnen und der Großmutter Möller vor seinem Häuschen an der Hoisdorfer Landstraße. Die Tischlerei bestand bis 1914. Friedrich Möller war einer der frühesten Mitglieder des Groß-Hansdorfer Männergesangvereins 'Hammonia' und, besonders nach dem Ersten Weltkrieg, bemüht, den Verein zu erhalten.

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