Aachen in alten Ansichten

Aachen in alten Ansichten

Auteur
:   Sammlung Krieger
Gemeente
:   Aachen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6449-8
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Aachen in alten Ansichten'

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Einleitung

Aachen, oder besser gesagt Bad Aachen, hat heute rund 250000 Einwohner und liegt an den Ausläufern des Hohen Venn in einem Talkessel am westlichsten Zipfel unserer Republik. Die Stadt grenzt als Teil des Dreiländerecks an die Königreiche Belgiens und der Niederlande.

Nicht erst seit dem Schengener Abkommen istAachen mit seinen westlichen Nachbarn eine Stadt im Herzen Europas. Aufgrund vielfältiger Verbindungen wurde bereits 1976 die Regio Aachen als Urzelle der heutigen Euregio gegründet.

Ziel ist es, den Bürgern der Grenzregion wirtschaftlich und kulturell ein problemfreies Zusammenleben trotz unterschiedlicher Sprachen und Verwaltungssysteme zu ermöglichen.

Aachen war und ist noch heute eine liebenswerte und charmante Stadt mit einer 2000jährigen bewegten Geschichte. Von der Aachener Altstadt geht ein besonderer, im Sommer südländischer Flair aus. Hier laden auf vielen Plätzen Straßencafés zum Verweilen ein. Oder man setzt sich einfach an eines der vielen Brunnendenkmäler, lauscht den Straßenmusikanten und beobachtet die Gaukler.

Angefangen hatAachensVergangenheit mit den hier entspringenden heißen Quellen. Ausgrabungen, bei denen frühzeitliche Werkzeuge gefunden wurden, lassen eine Rückdatierung bis in die Steinzeit zu. Hügelgräber im Aachener Wald belegen eine Besiedlung in der Bronzezeit. Vielleicht wurden die wandern-

den Volksstämme bereits damals von den bis über 70°C heißen Quellen angezogen. Die erste dauerhafte Besiedlung kann wohl den Kelten zugeordnet werden. In Anlehnung an ihren Wasserund Heilgort nannten sie den Ort ihres Aufenthaltes Aquae Grani, später Aquisgranum, heute noch bei unseren westlichen Nachbarn Aken bzw. Aix la Chapelle.

Mit Beginn der Römerzeit im ersten Jahrhundert nach Christus begann dann der Aufstieg des späteren Aachen. Auslöser waren auch hier die heißen Quellen, die die Römer zu Militärbädern ausbauten.

Die Völkerwanderung verschlug dann letztendlich zur Zeit der einsetzenden Christianisierung die Franken in den Aachener Raum. Der Sohn des Frankenkönigs Pipin, Karl der Große (742814), legte durch den Bau seiner Kaiserpfalz im [ahre 789 auf dem heutigen Markt (hügel) die Keimzelle zur weiteren Besiedlung und Bedeutung Aachens. Gleichzeitig wurde durch ihn eine der schönsten abendländischen Kirchenbauten, die pfalzkapelle, in Auftrag gegeben. Diese beiden Bauwerke bilden noch heute in veränderter Form den Kern der Aachener Altstadt. Die Pfalzkapelle erhielt im Laufe der Zeit entsprechend ihrer Bedeutung auch die Bezeichnung Münster bzw. Dom.

Nach dem Tode Karls des Großen wurden seit OUo I im [ahre 936 dreißig deutsche Könige bis 1 53 1 in Aachen gekrönt. Die Krönungszeremonie wurde in der Pfalzkapelle Karls des Großen

abgehalten. Anschließend wurde in seiner Kaiserpfalz, später in dem dazu umgebauten Aachener Rathaus, gefeiert.

Im [ahre 1166 verlieh König Friedrich I BarbarossaAachen die Stadtrechte und veranlaßte die Aachener ihre Stadt mit einer Stadtmauer - der sogenannten Barbarossamauer, die in Resten erhalten ist - zu umgeben. Die wachsende Bevölkerungszahl und das mittelalterliche Streben nach Schutz führten dann zum Bau der zweiten Stadtmauer.

Der große Stadtbrand aus demjahre 1656 vernichtete beinahe die gesamte Stadt und ist der erste massive Einschnitt, der das Bild Aachens veränderte. In der Folgezeit wurden bis in das 19. [ahrhundert hinein imposante Bauten wie zum BeispielTheater,Technische Hochschule und Elisenbrunnen geschaffen bzw. das Aachener Münster erweitert, die Aachens Ruf als Heilbad, Pilgerstadt, Hochschulstadt aber auch aufstrebender Industriestadt (unter anderem Schokolade,Tuche, Nadeln, Printen ... ) um die Welt trugen. 1925 wurde in der Aachener Soers das erste Reit-, Spring- und Fahrturnier durchgeführt. Noch heute blickt die Sportwelt auf das jährliche Internationale Reitturnier CHIO. Den zweiten großen Einschnitt den Aachen über sich ergehen lassen mußte, waren die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges. Die von den alliierten Streitkräften zwischen 1941 und 1944 zu Tausenden abgeworfenen Brand- und Sprengbomben zerstörten Aachen nahezu zu 60 Prozent. Viele alte Bauten waren unwider-

ruflich verloren, aber das, was der Krieg nicht gänzlich vernichtete, wurde wiederaufgebaut und erstrahlt in neuem Glanz. Neben dem bereits erwähnten Reitturnier CHIO und den traditionsreichen Kurbädern ist Aachen überdies bekannt durch den seit 1950 im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehenen Internationalen Karlspreis für Verdienste um die Einigung Europas sowie den in der fünften Jahreszeit (Karneval) verliehenen Orden Wider dem tierischen Ernst.

An dieser Stelle sei noch auf die Rheinisch Westfälisch Technische Hochschule mit dem 1984 gebauten und weltweit anerkannten Neuen Klinikum hingewiesen. Seit der Grundsteinlegung 1865 expandierte die RWTH Aachen mit ihrer unmittelbaren Altstadtnähe zu einer der anerkanntesten Universitäten. Heute studieren hier über 30 000 Studenten und sorgen dafür, daß Aachen eine alte Stadt mit jungem Herz ist.

Dieser Rückblick kann bei der Vielfalt der Aachener Geschichte nur unvollständig sein, würde aber ansonsten den Rahmen und die Intention des vorliegenden Buches sprengen. Ich lege großen Wert darauf, daß dieses Buch keinen wissenschaftlichen Anspruch erhebt und insofern bewußt auf Quellenangaben verzichtet wird.

Ich hoffe dem Leser die Schönheiten des' alten Aachen' mit den folgenden Ansichten näherzubringen und wünsche viel Spaß.

1 Beginnen möchte ich mit einer am 31. Dezember 1894 abgestempelten Winterlithographie, die vom Absender als 'Cruß aus Aachen' zum

N euen [ahr verschickt wurde. Diese Silhouette Aachens kann man noch heute vom Lousberg bzw. Salvatorberg aus genießen. Der Sage nach verdanken beide Hügel ihre Entstehung dem Teufel, von dem sich die Aachener beim Bau des Münsters Geld geliehen haben und ihm als Gegenleistung die Seele des ersten Lebewesens versprechen mußten, das das Portal durchschreitet. Selbstredend war es nicht der Kaiser sondern ein Wolf, so daß derTeufel wütend über den Betrug, das Portal hinter sich zuschmiß

und dabei einen Finger in der Bronzetür verlor, der dort noch heute erfühlt werden kann. Auf dem kleinen Bildausschnitt links unten befinden sich die Bronzetüren am Fuß des um 1880 errichteten

neugotischen Turms. Das kleine Bild oben links zeigt die auf dem Rehmplatz befindliche Mariensäule.

2 Seine Entstehung verdankt (Bad) Aachen seinen warmen Heilquellen. Schon lange bevor die römischen Legionen hier zwei Militärbäder zum Wohle ihrer strapazierten Soldaten anlegten, ist eine Besiedlung bis in die Steinzeit nachgewiesen. So blieb es nicht aus, daß Pipins Sohn Karl der Große - seine Vorliebe für diesen Ort dadurch bewies, indem er in unmittelbarer Nähe seine Kaiserpfalz errichtete, in der er später bis zu seinem Tode residierte. Nach ihm ist unter anderem der Internationale Karlspreis benannt, der für Verdienste um die Einigung Europas im Krönungssaal des Aachener

Rathauses seit 1950 verliehen wird. Die vorliegende Ansichtskarte ist seinem 1100. Todestag im [ahre 1914 gewidmet.

1100jährige Gedächtnisfeier des Todestages KARLS DES GROSSEN zu AACHEN. 814-1914.

3 Auf diesem Stadtplan von Aachen fallen die beiden 'Ringstraßen' auf, die die Aachener Innenstadt umgeben. Es handelt sich bei dem circa 2,5 km langen Innenring, dessen Straßen heute überwiegend die Endung 'Crabeu' führen, in etwa um den Verlauf der ersten Stadtmauer, der sogenannten Barbarossamauer, aus dem 12. Jahrhundert mit ehemals jeweils zehn Stadttoren und zehn Befestigungstürmen. Der Außenring mit einer Länge von circa 5 km verläuft ungefähr längs der zweiten Stadtmauer mit deren Bau Ende des 13. Iahrhunderts begonnen wurde, deren Fertigstellung aber aus Geldmangel etliche [ahrzehnte in

Anspruch genommen hat. Diese zweite Stadtmauer verfügte nach ihrer Fertigstellung über elf Stadttore und 22 Befestigungstürme.

4 Auf den verbliebenen Grundmauern der alten Pfalz Karls des Großen, der hier den Mittelpunkt seines karolingischen Reichs wählte, entstand um 1340 die Urform des Aachener Rathauses, die bis heute noch Bestand hat. Zeitgenössischem Geschmack unterworfen waren insbesondere die beiden Türme des Rathauses, da anfällig für die Katastrophen der Vergangenheit. Auf dieser am 1 1 . August 1899 abgestempelten Ansicht sind noch die beim großen Brand am 29. Juni 1883 zerstörten Barocktürme zu sehen. Wie man an der Straßenszene sieht, macht der vor dem Rathaus liegende Marktplatz seinem Namen alle Ehre und natürlich darf

an einem solchen Ort die berühmte Litfaßsäule nicht fehlen.

5 Betrachtet man die vor 1883 aufgenommene Südseite des Rathauses mit den barocken Rathaustürmen, fállt im Vordergrund die damals doch enge Bebauung des Katschhofs auf. Im rechten Turm, dem Granusturm, soll Karl der Große Teile seiner Privatgemächer gehabt haben. Der Katschhof, zentral zwischen Rathaus und Dom gelegen, war in karolingischer Zeit der Innenhof zwischen Kaiserpfalz und Pfalzkapelle. Seinen Namen erhielt der Katschhof wohl in späterer Zeit in Anlehnung an das hier im Bereich gebräuchliche Wort 'Kax' für den dort im

14. Jahrhundert aufgestellten

Pranger. Hier wurden verurteilte Übeltäter öffentlich der Schande ausgesetzt.

6 Auf dieser im]ahre 1899 abgestempelten Lithographie sind bedeutende Szenen aus dem Leben Karls des Großen durch den bekannten Maler Alfred Rethel und seines Schülers ]osef Kehren dargestellt. Insgesamt wurden um 1850 acht Wandgemälde im Krönungssaal des Aachener Rathauses gefertigt. Auf der Lithographie erkennt man neben der Abbildung des Krönungssaals den Sieg Karls über die Sarazenen bei Cordowa, den Einzug Karls des Großen in Pavia sowie die Zerstörung der sogenannten Irminsul, eines sächsischen Götterheiligtums, mit welcher der Sieg des Christentums über die germanischen Götter versinnbildlicht wird.

7 Dieses im [ahre 1841 fertiggestellte und leider gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörte Wandfresko der Maler Rethel und Kehren zeigt den Bau der Pfalzkapelle zu Aachen. Die erforderlichen Marmorsäulen wurden eigens aus Ravenna geliefert. Das Fresko zeigt Karl den Großen gegen Ende des 8. [ahrhunderts, der hier an seiner an den Heilquellen gelegenen Kaiserpfalz, den im Endstadium befindlichen Bau seiner Pfalzkapelle besichtigt. Es wird gemutmaßt, daß Odo von Metz für den Bau verantwortlich sein soll.

8 Hier nun das Rathaus mit den neuen zwischen 1899 und 1902 fertiggestellten sogenannten wilhelmini schen Türmen. Es dauerte fast fünfzehn [ahre um den für diesen historischen Platz unhaltbaren Zustand eines Dachtorsos zu beseitigen. Links das 1903 fertiggestellte neue Verwaltungsgebäude mit dem mächtigen Bergfried, an dessen Stelle um 1960 ein nüchterner dreistöckiger Flachbau trat. Der Katschhof übernimmt heute wieder, nachdem er vor [ahren endlich seinen Titel als schönster Parkplatz Europas verlor, seine ursprüngliche historische Bedeutung als Begegnungsstätte für Bürger und natürlich Besucher. Neben dem

Wochenmarkt wird er unter anderem als Flohmarkt, Handwerkermarkt, Weihnachtsmarkt oder im Rahmen des Aachener Kultursommers rege benutzt.

Aachcn. Rathau8.

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