Ahlen in alten Ansichten

Ahlen in alten Ansichten

Auteur
:   Josef Hesse und Frau Dr. Ute Ewering
Gemeente
:   Ahlen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6576-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ahlen in alten Ansichten'

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Einleitung

Zu den ältesten Taufkirchen des Münsterlandes gehört die katholische pfarrkirche St. Bartholomäus in Ahlen. Der Legende nach soll hier der heilige Liudger, erster Bischof von Münster, eine Blindenheilung bewirkt haben. In seiner Lebensbeschreibung, die um 850 entstanden ist, wird die Ortschaft mit ' Alna' bezeichnet. Im Zuge der Christianisierung wird die Siedlung ausgebaut. Unter der Regierungszeit des Bischofs Hermann Il. von Münster (1173-1203) wird Ahlen mit Befestigungsanlagen versehen, die im Verlauf der Zeit stetig erweitert wurden. Die Stadtmauer besaß fünf Tore. Schriftlich erwähnt wird Ahlen als Stadt zum ersten Mal im Iahre 1 224 in einer Urkunde des Klosters Marienfeld. Die Ernennung einer Ortschaft zur Stadt war für die Bewohner von großer Bedeutung und mit wichtigen Privilegien verbunden: eigene Verfassung, Gerichtsbarkeit, Marktfreiheit, Siegelführung, Zollfreiheit und Münzprägerecht erbrachten finanzielle Vorteile. Die wirtschaftliche Stellung der erblühenden Stadt läßt sich an der Beitrittserklärung zum Rheinischen Bund in einer Kölner Urkunde von 1255 ablesen. Der Urkunde angehängt ist das älteste bekannte Siegel der Stadt. Denn das politisch gespaltene, durch Plünderungen in chaotische Zustände versetzte Land drohte wirtschaftlich abzusinken. Deshalb schlossen sich mehrere Städte im Bewußtsein

ihrer wirtschaftlichen Macht zu einem Friedensbund zusammen, um gemeinsam das Land zu sichern, Handel und Verkehr aufrechtzuerhalten und ihre Rechte zu verteidigen.

Das Wachstum der Stadt bekundet auch die 1283 errichtete zweite pfarre St. Marien. Eine eigene Lateinschule kam 1363 hinzu. In der Stadt gründete sich auch ein Kloster, das sich auf der heutigen Klostergasse befand. Das Kloster Maria Rosa, das 1466 von Augustinerinnen gegründet wurde, bestand bis 1814.

Im Dreißigjährigen Krieg und durch Seuchen und Brände wird die Stadt so in Leidenschaft gezogen, daß sie zur Bedeutungslosigkeit herabsank. Dann, mit dem Anschluß an der Köln-Mindener Eisenbahnlinie im Iahre 1847, erhält Ahlen die Voraussetzungen für die spätere industrielle Entwicklung.

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Ackerbau und Viehzucht von wirtschaftlicher Bedeutung: Ahlen war eine sogenannte Ackerbürgerstadt. Auch die Leinenweberei war seit jeher verbreitet. Das Statutenbuch der Leinenweberzunft von 1649 nennt hundert Weber und unterstreicht die Bedeutung dieses Handwerkzweiges. Später entwickelte sich daraus die Plüschweberei, die nur kurze Zeit erblühte.

Die Emailleproduktion war lange Zeit ein wichtigerWirtschaftsfaktor und mit ihr begann Ahlens Industrialisierung. Die erste Emaillefirma wurde von Johannes und Heinrich Kerkmann 1877 gegründet. Mit der emaillierten Stahlbadewanne' Adler' wurde das Kerkmann- Werk international berühmt. Da emailliertes Haushaltsgeschirr den Markt beherrschte, hatten sich in Ahlen weitere Firmen gegründet, in denen Tausende von Arbeitskräften Arbeit fanden. Längst sind alle Firmen bis auf eine geschlossen.

Heute ist die Ahlener Kaldewei GmbH & Co Europas Nr. 1 in Badewannen.

Auch die Schuhfabrikation war zeitweilig in Ahlen vorherrschend. Die ältesten und am längsten bestehenden Fabriken waren die von Tovar (1884-1976) und Steinhoff (1898-1985). Insgesamt gab es achtzehn Betriebe, die in Ahlen ansässig waren.

Große Hoffnungen machte auch ein Bodenschatzfund:

Strontianit. Das gelbweiße Mineral, das für die Zuckerverarbeitung eine große Rolle spielte, lockte nicht nur viele Menschen nach Ahlen, sondern ließ auch viele Schächte und Gruben um Ahlen entstehen. Zwischen 1880 und 1891 wurde hier der 'Strunz' oder auch 'Silberstein' genannt, abgebaut, dann, durch das Aufkommen des kostengünstig zu verarbeitenden Coelestin, ging der Abbau im Verlauf dieser kurzen Zeit stetig zurück.

Von wichtigster Bedeutung aber für die Stadtentwicklung war der Steinkohlebergbau. Im Iahre 1900 erfolgten die ersten Probebohrungen nach Steinkohlevorkommen, und

seit 1913 wurde dann Kohle gefördert. Die aus halb Europa kommenden Arbeiter bildeten den Grundstock einer neuen Ahlener Einwohnerschaft. Ein eigener neuer Stadtteil, die Kolonie, entstand. Lag die Einwohnerzahl von Ahlen im Iahre 1900 bei etwa 6 500, so stieg sie bis 1914 auf etwa 16 000 Einwohner.

'Pütt-Pott-Ploug' waren nun die Wirtschaftssäulen von Ahlen. 'Pûtt' steht für die Zeche, 'Pott' steht für die Emailleindustrie und 'Ploug' für die Landwirtschaft.

In Deutschland bekannt geworden istAhlen durch Hermann von Mallinckrodt, der zusammen mit politischen Bekannten 1870 die Deutsche Zentrumspartei gegründet hat. Bekannt istAhlen auch durch einen eiszeitlichen Fund. 1910 wurde das Skelett eines Mammuts gefunden, das zu den wenigen, fast vollständig erhaltenen Fundstücken dieser Art in Europa zählt.

Eine freiwillige Neuordnung und Neugliederung hatte 1969 das Amt Ahlen, das dörfliche Dolberg, sowie die Bauernschaften Alt-und Neuahlen zusammengeschlossen. Durch die kommunale Gebietsreform kam 1975 noch das bäuerliche Vorhelm hinzu. Ahlen zählt heute 53 000 Einwohner. Im Iahre 2000 wird die Zeche in Ahlen geschlossen.

1 Ältestes Foto der Stadt Ahlen aus dem Iahre 1 875 von der Uhlandstraße aus gesehen. Idyllisch gelegen breitet sich das noch verschlafene 'Städtchen' vor uns aus. Die Silhouette der

Stadt ist gekennzeichnet durch die Bartholomäuskirche in der Mitte des Fotos und der Marienkirche auf der rechten Seite. Am linken Rand ist die Münstermann-Mühle aus-

zumachen. Aufgrund der landwirtschaftlich geprägten Struktur kann Ahlen bis zur Mitte des 19. Iahrhunderts als typische münsterländische Ackerbürgerstadt bezeichnet werden.

2 Das Foto zeigt die Bahnschranke am Übergang Oststraße zur Beckumer Straße um 1989. In der Mitte des Bildes ist das Bahnwärterhaus zu sehen. Der Bahnhofbefand sich damals noch stadtseitig. Der Güterbahnhoflag direkt neben dem Bahnhof.

Mit der Bahn wandelte sich auch langsam das Gesicht der verträumten kleinen Stadt. Auf dem Foto ist im Hintergrund links die Kerkmannsche Fabrik gelegen, die einen eigenen Bahnanschluß erhalten hatte. Schon 1 9 10 begann man mit dem viergleisigen kreuzungsfreien Ausbau der Bahnstrecke. Im Verlauf wurde der alte Personen-

bahnhof abgerissen. Die Höherlegung derTrasse beseitigte auch den ebenerdigen schrankengesicherten Bahnübergang.

3 Alter Personenbahnhof um 1895. Für die Entwick1ung der Stadt Ahlen war der Bau der Eisenbahn von Wichtigkeit. Neben der Bedeutung für die Modernisierung des Transportwesens allgemein war sie die Voraussetzung für die Industrialisierung. Im August 1844 schlossen die Stadt Ahlen und die Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft einen Vertrag, in dem die Stadt der Gesellschaft kostenlos ein Gebiet für den Bau eines Bahnhofs zusicherte. Obwohl schon am 15. Oktober 1847 der erste Zug auf der Strecke zwischen Hamm und Bielefeld über Ahlen fuhr, war das Bahnhofsgebäude zu der Zeit noch ein Provisorium.

4 Auf der Grußkarte der Bahnhofstraße ist auf der rechten Seite die alte Marienkirche zu sehen. Dieser Kirchbau bestand bis

1902. An gleicher Stelle wurde 1902 ein größerer Bau errichtet. Die Marienkirche wurde in den Urkunden auch neue Kirche genannt, während St. Bartholomäus als alte Kirche bezeichnet wurde. Im 13. Jahrhundert wird die Marienkirche urkundlich erwähnt. Grabungsfunde deuten daraufhin, daß schon um 1250 dort der Vorgängerbau gestanden hat. Beim großen Stadtbrand 1668 war auch die Marienkirche zerstört worden, die dann in ihrer alten Form wiedererrichtet wurde.

Gruss aus Ahlen i. W.

5 Blick von derWeststraße-Oststraße auf die 1902 wiedererrichtete und vergrößerte Marienkirche. Die Pfarrgemeinde St. Marien selbst besteht schon seit dem 13. Jahrhundert. Die im neugotischen Stil errichtete Kirche wurde von der Firma Krämer und der Leitung des Münsteraner Architekten Sunder-Plasmann erbaut. Aus der alten Kirche stammen noch das imposante Hauptportal mit der Madonnendarstellung, das Taufbecken und der Hochaltar. Im 74 Meter hohen Turm befindet sich unter den vier Glocken eineausdemJahre 1685.

Ar en

6 In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs befanden sich die bedeutenden Hotels, Kaiserhofund Gretenkort, die auf dem Foto links zu sehen sind. Die Hotels standen auf der ehemaligen Bahnhofstraße, der heutigen Oststraße. 1912/13 wurde das Hotel Gretenkort neu errichtet und später umgebaut. Der großzügige Neubau bot allen Komfort. Auch heute noch ist am Platz des alten Hotels Gretenkort ein Hotel. Im Hintergrund des Bildes ist der ehemalige Bahnübergang zu sehen.

Ahlen i. WflStf.

Bahnhotstr-asse.

7 In der Nähe des Bahnhofs, direkt neben dem Hotel Gretenkort, befand sich ein zweites Hotel, der Kaiserhof, auf der Oststraße. Die Aufschrift auf der Häuserwand 'Hauderei' zeigt an, daß in diesem Hotel und der Gastwirtschaft nicht nur den menschlichen Bedürfnissen Rechnung getragen wurde, sondern daß auch die Fuhrbetriebe und andere Kutscher ihre pferde dort verpflegen konnten.

8 Ansicht des Hotels Gretenkort. Das ursprüngliche Haus war 1912/13 errichtet worden. Im Iahre 1918 wurde es erweitert und erhielt eine Aufstockung. Das Familienunternehmen konnte auf eine lange Tradition zurückblicken. Johann Otto Gretenkort hatte bereits im Iahre 1855 die Konzession für eine Gastwirtschaft mit Hotelbetrieb erhalten. Neben dieser Wirtschaft wurde auch eine Kolonialwarenhandlung betrieben. Im Erdgeschoß war der Schankraum, der gleichzeitig als Verkaufsraum für die Waren diente. Das heute nicht mehr existierende Verkehrsschild mit den

fünf Punkten auf dem Foto wies übrigens diesen Bereich als Droschkenparkplatz aus.

9 Ecke Gerichtsstraßel Oststraße um 1900. Besonders häufig veränderte sich diese Ecke in der Innenstadt von Ahlen, wenn man sich die verschiedenen älteren Ansichten vor Augen führt. Dort, wo sich auf dem Foto noch die alte Scheune an der Ecke befindet, steht heute das Haus, in dem der Herrenausstatter Lieftüchter sein Geschäft hat. Früher war dort das Schuhgeschäft Salamander untergebracht, bevor es auf die gegenüberliegende Seite zog.

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