Aindling in alten Ansichten

Aindling in alten Ansichten

Auteur
:   Irene Kolatenko
Gemeente
:   Aindling
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6627-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Aindling in alten Ansichten'

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Einleitung

Eingebettet zwischen den Hügelketten Erlberg und Schleifer liegt der Markt Aindling im LandkreisAichach-Friedberg.

Er kennt und pflegt seine Traditionen und seine Geschichte als eine lebendige Kraft, die das Vergangene in die Gegenwart und in die Zukunft weiterwirken läßt.

Die Zeiten wie Eltern und Großeltern gelebt haben, liegen heute auch bei vielen jüngeren Leuten im Trend. Eine Zeit, die noch bei vielen im Gedächtnis vorhanden ist und in Familienalben nachzuempfinden ist.

Als 'Zuagroaste' war ich dabei aufmündliche Berichte Aindlinger Bürger und diesbezügliches Schriftmaterial angewiesen. Dadurch konnte ich so manches in Erfahrung bringen, was es wert war, notiert zu werden. Ich muß gestehen, dass es nicht immer ganz leicht war und doch habe ich diese Aufgabe gern übernommen. Eventuelle Fehlerquellen möge man mir verzeihen.

Dieser Bildband soll allen interessierten Bürgern in Wort und Bild die Entwicklung ihresWohnortes ein wenig näherbringen. Den Alt-Aindlingern als ein Stück Erinnerung an vergangene Zeiten - den Neubürgern zur Information ihres Wahlheimatortes. Die Fotos geben Einblicke in die Epoche seit Beginn des vorigen Jahrhunderts bis in die fünfziger Iahre hinein.

Es ist nur eine begrenzte Darstellung, doch ich hoffe, dass der Inhalt die Leser zufriedenstellt und die Abbildungen die Betrachter erfreuen. Zu manchen besonderen Geschehnissen waren jedoch keine historischen Aufnahmen ausfindig zu machen und konnten deshalb nicht erwähnt werden.

Ein herzliches 'Vergelt's Gott' sage ich all denen, die durch zur Verfügungstellung von Bildern, Beiträgen verschiedener Art, Informationen und inhaltlicher Durchsicht - zum Gelingen beigetragen haben.

Irene Kolatenko

1 Straßenverhältnisse früher

Weil Aindling zwischen den Hügelketten Erlberg und Schleifer liegt, wurden die Straßen wenn es länger regnete, jedesmal regelrecht überschwemmt. Ganz besonders vom Erlberg her, der ja bekanntlich sehr quellenreich ist. Es war einmal soviel Wasser bis zum Marktplatz geflossen, dass die Kinder mit einem Sautrog darin Seemann spielen konnten. Es gab um 1900 und auch Jahrzehnte danach keine Kanalisation und die Wassermassen konnten ungehemmt weiterfließen. Die Straßenverhältnisse waren nicht nur als schlecht sondern katastrophal zu bezeichnen. Auch die Seitenwege wurden in Mitleidenschaft gezogen. Da war es schon schwierig als Fußgänger voranzukommen, geschweige denn mit einem Cefährt samt Zugtieren. Mit Zweigen und Faschinen wurden die Straßen immer wieder neu belegt und mit Kies eingeebnet. Dadurch kam es, dass etliche Häuser mit Garten und Hof tiefer zu liegen kamen als der Straßenkörper.

Über den Litzelbach führten Durchlässe für die Fuhrwerke. Sie waren mit Schwartlingen ausgelegt und mit Querhölzern befestigt. Daneben waren Stege für die Fußleute angebracht, wie rechts auf dem Foto um 1900 herum zu erkennen ist. Man konnte auch mit einem Schubkarren darüberfahren. Die Durchlässe waren in Höhe des Moosbräu, an der Ecke Haupt- und Kirchstraße, am Marktplatz

beim Unterbräu und bei der heutigen Färberstraße.

An solch einem Steg standen am Vormittag des öfteren zwei Männer und machten sich gern über andere Leute lustig. Das hatte jemanden so sehr geärgert, dass er eines Tages einen Holzpfosten ansägte und einer der beiden beimAnlehnen daran in den Bach gefallen war. Die Schadenfreude war nicht gering als sich das im Ort wie ein Lauffeuer herumsprach.

Wenn die Wege verschlammt waren, wurde vom Aichacher Bezirk ein Straßenwärter geschickt, der dann mit einem breiten Schieber den Schmutz beseitigte. Als der Bach reguliert, tiefergelegt und zum Teil zubetoniert wurde, hatte die Wassernot ein Ende.

2 Einkaufen im Kramerladen

Das nebenstehende Foto zeigt das Anwesen der Familie Greiner am Marktplatz und Ecke der Wagnerstraße wie es 1914 vom Fotografen abgelichtet wurde.

Auf dem Transparent über dem Eingang stand zu Beginn folgendes: 'Greiner & Sausgruber.' Es war ein Kolonialwarenladen und eines der ersten Geschäftshäuser in Aindling. Hier konnte der Kunde beinahe alles erstehen, was im täglichen Leben benötigt wurde. Essig und Öl wurden aus großen Behältern die an der Wand befestigt waren, in mitgebrachte Flaschen abgefüllt. Erbsen, Bohnenkerne, Zucker und Salz und noch viele andere Lebensmittel wurden offen gelagert und beim Kaufin brauneTüten verpackt. Es gab sogar Heringe vom Fass, Spiritus und Petroleum für die Lampen in Haus und Stall.

All diese verschiedenen Sachen strömten einen Geruch aus, den es eben nur in einem solchen Laden gab. Außerdem gab es sogar noch etwas ganzTolles - was nicht nur den älteren Bürgern unter uns ein Lächeln entlocken wird - die ach so schönen und praktischen 'Stehbrunzhoseri' zu kaufen. Das waren offene Unterhosen für die Weiberleute.

Man trafhier die Nachbarin oder eine Freundin beim Einkauf, kam ins Gespräch und erfuhr ganz nebenbei auch manche Neuigkeiten aus Aindling oder über andere Leute.

Im Laufe der Iahre wurde das Angebot vergrößert bis hin zu Damen- und Herrenbekleidung. In den achtziger Iahren wurde das Geschäft geschlossen.

Auf dem Bild links neben derTür handelt es sich um die verwitwete Maria Greiner, die in zweiter Ehe mit dem Lehrer und Bezirksschulrat Friedrich Fraundorfer verheiratet war.

Als die Einwohner noch das Wasser aus Brunnen holten, lösten Bakterien öfter eine Krankheit aus. Auf Anregung von Fraundorfer wurde der Bau eines Trinkwassernetzes eingeleitet und 1912 fertiggestellt. Er wurde später zum 'Ehrenbürger' ernannt und eine Straße führt seinen Namenszug.

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3 Bewegung aufzwei Rädern

Noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg war das Fahrrad auch in Deutschland das zahlenmäßig am weitesten verbreitete Verkehrsmittel gewesen. Aus Geldmangel konnte sich aber noch lange nicht gleich jede Familie eines anschaffen. Es diente nicht nur zur schnelleren und leichteren Verbindung von einem Ort zum anderen, sondern galt auch als ein gewisses Statussymbol.

Weil so ein Rad zu den technischen Konstruktionen ohne Motor gehört, brauchte es schon wie heute noch, einige Übung um darauf seine Balance halten zu können. Denn auch gute Fahrräder hatten damals noch keine Gangschaltung und mussten wegen der schlechten Straßenverhältnisse des öfteren ein Stück des Weges geschoben werden. Doch jeder war stolz, wenn er so ein Vehikel sein Eigen nennen durfte.

Auf Anregung von Otto Dauber (Schreinermeister) aus der Wagnergasse 86 (heute Wagnerstraße 2), wurde im Iahre 1900 der Radfahrverein 'Concordia' gegründet. Von Beginn an mit dabei waren: Martin Stollreiter, Karl Schneider und Josef Gebhard. Es wurden erfolgreiche Rennen gegen andere Vereine gefahren, Kunststücke damit vorgeführt und natürlich Ausflüge damit unternommen. Der Fotograf drückte am Tag des 25 jährigen Bestehens bei einer Rundfahrt über den Marktplatz auf die Linse. Für die

Vorführung wurden zwei Räder durch ein stabiles Holzbrett miteinander verbunden, worauf ein kleines Mädchen, festlich gekleidet, mit umgebundener Schärpe und einem Krönchen auf dem Kopf, zu sehen ist. Bei diesem Mädchen handelte es sich um Therese Dauber, Tochter des Vereinsgründers. Sie wurde inzwischen 88 Iahre alt und lebt bei ihrem Sohn Michael Wagner in Todtenweis.

Sie erzählte mir, wie stolz sie da gewesen sei und auch, dass sie vor lauter Lampenfieber beinahe heruntergefallen wäre. Fünf Iahre später wurde der Verein aufgelöst.

4 Das ehemalige Kreiskrankenhaus

Eine der ältesten Aufnahmen vom Distriktkrankenhaus, wie es zu Anfang hieß, zeigt dieses Bild von 1910. Im Mittelpunkt sieht man auf den schönen Rundturm im Eingangsbereich auf der Nordseite. Das Haus wurde später mehrmals imAussehen verändert. Nach langwierigen Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern und dem Einfluss des Arztes Dr. Georg Schöttl, konnte im Iahre 19 0 0 mit dem Bau begonnen werden.

Am 1 9. November 19 0 1 war dann die Einweihung. Das Krankenhaus war ursprünglich für die Pflege von erkrankten Dienstboten gedacht. Im Parterre waren die Frauen untergebracht und im ersten Stockwerk wurden die Männer betreut. Damals standen ungefähr neunzig Betten zur Verfügung. Ordensschwestern der Elisabethinerinnen aus Neuburg/Donau übernahmen von diesem Tag an bis Ende März 1972 die Betreuung der Patienten. Danach wurden sie abberufen und durch weltliches Personal ersetzt. Die Bauausführung lag in den Händen des Aichacher Baumeisters Gottlieb Schmid. Die Gesamtkosten über 39 000 Mark wurden auch anteilig von einigen umliegenden Nachbarorten mitgetragen.

Dieser Doktor Schöttl konnte sich damals nicht einfach in ein Auto setzen um bei seinen Patienten Hausbesuche zu machen. Im Ort ging er zu Fuß und nach auswärts musste

sein Kutscher zwei pferde vor seine Kutsche spannen. Sein treuer Begleiter über zwanzig Iahre war Sebastian Manhard gewesen. Alle nannten ihn nur noch den 'DokterWastl' und hatten eine Menge Respekt vor ihm. Bei Wind und jedem Wetter fuhr er seinen Chefüberall hin, wo er gebraucht wurde. Manchmal mussten die beiden auch nachts heraus, die Wege und Straßen waren schlecht, besonders nach einem Regen oder im Winter bei Schnee und Glatteis. Da musste er schon sehr gut lenken können um in der richtigen Fahrspur zu bleiben. Und Straßenlaternen gab es im freien Gelände nicht.

Nach Georg Schöttl kamen die Doktores Löffler, Fuhrholzer, Melzer, Alexander Glaser und Ludwig Gleixner. Am 31. Dezember 1991 wurde das Krankenhaus als solches geschlossen. Im Gebäude waren dann noch eine Ambulanz und eine Altenpflegestation eingerichtet. Es wurde 1999 zum Abbruch freigegeben.

S Die Kirche: Baugeschichte

Die Aufnahme zeigt einen Blick auf die Südostseite unserer Martinskirche aus dem Iahre 1918. Der 54 Meter hohe Glockenturm stammt von der Vorgängerkirche mit deren Abriss am 20. Oktober 1896 begonnen wurde.Am 27. Juli 1897 legte der damalige pfarrherr Adalbert Mrutzkowski den Grundstein zu dem jetzigen Gotteshaus. Dekan Iohann Baptist Strauß aus Hollenbach hielt dazu die Weiherede. Als Architekt konnte Carl Bauer (18681914), der spätere Baumeister vom Ulmer Münster, gewonnen werden.

Er war ein Schüler des bekannten Georg Joseph Ritter von Hauberrisser (1841-1922), dem Erbauer von der Paulskirche und dem Rathaus in München.

Unter pfarrer Joseph Müller, ab 1898 in Aindling, wurde die Kirche unter der Bauleitung von Gottlieb Schmid aus Aichach 190 1 vollendet. Weil die Ausstattung noch nicht sofort ganz bezahlbar war, verzögerte sich derTag der Einweihung.

Zugunsten des Kirchenbaues wurden Konzerte gegeben und eine Tombola durchgeführt. Auch die Schulkinder trugen das ihrige dazu bei, indem sie die Dachplatten fürs Kirchendach nach oben trugen. Dafür bekamen sie extra schulfrei. Viele Aindlinger und auch Bürger aus den Nachbarorten gaben Geld- und Sachspenden für diesen guten

Zweck. Eine reiche Iüdin aus Augsburg spendete sogar 2 000 Goldmark.

Die Allmeringer Bürger gehörten früher zur Aindlinger Pfarrei, wollten aber lieber zu Rehling gehören. Mit einer Lieferung von 15 000 Mauersteinen zum Bau unserer schönen Kirche konnten sie sich schließlich freikaufen. Von den Landwirten wurden fürTransporte kostenlos ihre Gespanne ausgeliehen.

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