Altenholz in alten Ansichten Band 2

Altenholz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Britta Gaude
Gemeente
:   Altenholz
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6494-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Altenholz in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Im Dezember 1979 kam der erste Band 'Altenholz in alten Ansichten' heraus. Er war schnell vergriffen. Daher bat mich der Verlag schon seit vielen [ahren, einen zweiten Band zu erstellen. Der liegt nun vor. Nachdem der erste Band einen grünen Einband hatte, schlug ich für den zweiten Band einen gelben vor. Damit versuche ich die Wappenfarben der Gemeinde Altenholz zu berücksichtigen, die einen grünen Eichenbaum im gelben Feld zeigen.

Zwanzig Altenholzer Bürger und auch auswärtig lebende, ehemalige Altenholzer haben mich beim Sammeln der alten Bilder tatkräftig unterstützt, so daß ich gar nicht alle Bilder vorstellen kann; ich mußte eine Auswahl treffen. Das fiel mir recht schwer! Allen Helfern möchte ich sehr herzlich danken. Das zeitaufwendige Bildersammeln zog sich von Februar bis September 1997 hin. Dank gilt auch Bürgermeister Horst Striebich, der meine Arbeit hilfreich unterstützte.

Die Fotoqualität der alten Bilder ist nicht mit der unserer heutigen Bilder zu vergleichen. Das sollte der Leser beim kritischen Durchsehen berücksichtigen.

Der Zeitrahmen der Bilder überdeckt etwa fünfzig [ahre, von etwa 1880 bis 1930. Viele Menschen auf den Fotos sind längst verstorben. Wir kennen sie aber aus Erzählungen.

Die Gebäude sind auch größtenteils abgerissen oder umgebaut. Ganz wenige kann man heute noch erkennen. Um die einzelnen Bilder für die vielen zugezogenen Bürger auffindbarer zu machen, habe ich jeweils hinter die Nummer des Bildes die heutige Adresse gesetzt, da ein Übersichtsplan in dieser Buchreihe nicht vorgesehen ist.

Das Gemeindeareal umfaßt ein Gebiet von etwa 20 km 2. Die Einwohnerzahl darin hat sich von 1880 bis 1933 von 66S auf 80S Einwohner erhöht. Durch die immense Bautätigkeit in den sechziger [ahren und den folgenden Bauperioden ist die Einwohnerzahl auf über 10 000 gestiegen. Die Folge davon sind starke Veränderungen und Eingriffe in die Landschaft, die irreparabel sind. Aus der ehemals ländlich strukturierten Bauerngemeinde ist nach stürmischer Bauentwicklung eine beliebte Stadtrandsiedlung von Kiel geworden, die hoffentlich in baulichen Grenzen gehalten wird.

Die 0 berf1ächenform der Gemeinde Altenholz ist durch die letzte Eiszeit geprägt, die Geschiebematerial von den skandinavischen Gletschern hinterließ. Auf dieser fruchtbaren Jungmoränenlandschaft siedelten seit dem Mittelalter erneut Menschen. Auf dem Gemeindeareal sind verschiedene Siedlungszellen erkennbar. Hauptanteil an der Siedlungsentwicklung aber

haben drei Güter. Es sind dies Knoop, Projensdorf und Seekamp/Stift.

Keimzelle der mittelalterlichen Siedlungsentwicklung war der ehemalige Adelssitz Knoop, der 1322 erstmalig erwähnt wurde. Eng verbunden mit dem Gut war das Dorf - bei uns ist es das Dorf Klausdorf, das 1440 erstmalig genannt wurde. Es war eine planmäßige Anlage und als Straßendorf konzipiert, in dessen Mittelpunkt der Dorfteich lag. Zu beiden Seiten der Nord-SüdStraße lagen je sechs Bauernstellen, so daß das Dorf von ehemals zwölf Höfen besetzt war. Nach Aufhebung der Leibeigenschaft 1805 wurden nach und nach vier Höfe in die Gemarkung ausgesiedelt, so daß im Dorf acht Vollhufenstellen verblieben. Von allen acht Höfen liegen in diesem Band Bilder vor. Sechs Höfe lagen auf der östlichen Straßenseite und zwei Höfe auf der westlichen. Die vier Aussiedlerhöfe sind Flur, Postkamp, Kubitzberg und Langenfelde.

Geschäftsleute, Handwerker und Landarbeiter besiedelten die frei gewordenen Flächen der ehemaligen Hufenstellen an der westlichen Straßenseite. Auch vom Gut Knoop wurde der Meierhof Friedrichshof abgelegt, da die Hoffelder vom Haupthof zu weit entfernt lagen. Landarbeiterkaten des Meierhofes Friedrichshof und kleinere Handwerksbetriebe siedelten in dem Ortsteil Altenholz. Das war die südliche Verlängerungsachse des Straßendorfes Klausdorf. Nach diesem Ortsteil erhielt unsere Gemeinde 1933 ihren Namen. Der Name Altenholz deutet auf ein großes Waldgebiet. Dieser Wald wurde durch eine dort liegende Ziegelbrennerei verheizt und ist damit verschwunden.

Das Gut Projensdorf mit seiner Ersterwähnung 1378 hat einen ziemlich geringen Flächenanteil am Gesamtgemeindeareal, da die große Dorfgemarkung beim Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals durchschnitten wurde und damit zum Kieler Stadtgebiet kam. Das Gut Stift ist erst 1791 gebildet und an den heutigen Platz verlegt worden. Der Grund für die Verlegung war die Auflösung des Gutes Seekamp. Die Gutsflächen wurden parzelliert und an die Bauern von Holtenau, Pries und Schilksee unter bestimmten Auflagen verteilt. Ein Resthof verblieb und wurde der Stammhof der Grafen Schack zu Sc hacken burg. Das war die Geburtsstunde des Gutes Stift.

Dieser Bildband folgt in seinem Aufbau dem chronologischen Siedlungsgeschehen, das mit dem Gut Knoop und den sich daraus entwickelnden Siedlungsstrukturen wie Dorf, Meierhof, Einzelhöfe undAusbauten ergab. Es schließt sich das Gut Projensdorf mit seiner Schule und das Gut Stift mit seinen verschiedenen Funktionshäusern sowie seiner Aufsiedlung an. Der Bildband endet mit Fotos von den beiden Kanälen, dem Bahnbau und dem Fort Herwarth.

Britta Gaude

1 Gut Knoop.

Aus den zwanziger [ahren stammt dieses Foto mit der Hofansicht vom Herrenhaus des Gutes Knoop. Den Entwurf für diesen gelungenen, klassizistischen Bau zeichnete der junge, dänische Architekt Axel Bundsen im Iahre 1792. Auftraggeber war der Reichsgraf Heinrich Friedrich von Baudissin, der mit der Tochter Caroline des Reichsgrafen Heinrich Carl von Schimmelmann verheiratet war. Das Gesamtareal des Gutes Knoop betrug etwa 1 382 ha. Die alte Wasserburg, die links vom neuen Herrenhaus in der Niederung zur Levensau lag, wurde abgebrochen. Hier stand auch der mittelalterliche Kleinadelssitz des Ritters Lupe de Knope, der 1322 erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Im 16. Jahrhundert erbauten die Rantzaus hierauf eine

größere Inselburg mit zwei vollausgebauten Geschossen. 1707 entstand dort ein Neubau an gleicher Stelle, der heute eingeebnet ist. Auf dem zugeschütteten Graben liegt der linke Teil des neuen Her-

renhauses, der als Bild vor uns liegt.

2 Gut Knoop, Kavalierhäuser .

Diese beiden spätbarocken Kavalierhäuser, die den westlichen Abschluß des Hofareals des Gutes Knoop bilden, baute Carl Gottlob Horn

1783 für die Baudissins. Er stand seit 17 S6 in Diensten des Schatzmeisters Graf Heinrich Carl Schimmelmann, dessen Baumeister er wurde. Er baute unter anderem das Wandsbeker Schloß mit Grabkapelle für die Schimmelmanns sowie das Gutshaus von Emkendorf für die Reventlows. Die zwei eingeschossigen Backsteinbauten tragen ein Walmdach. Eine besondere Betonung liegt auf dem zweigeschassigen Mittelrisalit mit rustikaartiger Wandgliederung. Sie dienten damals zur Unterbringung der vielen Gäste der Baudissins. Danach wohnte dort

Gutspersonal wie zum Beispiel Verwalter und Inspektor. Heute sind die Häuser zu Wohnungen umgebaut und werden vermietet. Das Foto stammt aus den zwanziger [ahren.

3 Gut Knoop, Kutschhaus.

Das Foto aus dem Ende des 19. Jahrhunderts zeigt das Kutschhaus des Gutes Knoop, das dem Herrenhaus genau gegenüberliegt. Ingward Martin Clausen erbaute es 1888, wie es die Initialen am Mitteltrakt zeigen. Der Pferdekopf deutet die Funktion des neuen Bauwerks an, das zusätzlich mit Uhr und einer Glocke im Turm ausgestattet ist. Im vorderen Teil des Pferdestalles standen die Kutschpferde für die Ausfahrten der Herrschaft, im hinteren Teil die Ackerpferde. Unter dem Dach lag der Kornspeicher, auf dem die Knooper Schulkinder nach dem Vogelschießen im Iuni tanzten. Links neben dem Kutschbau befand sich das riesige Kuhhaus, ein Neubau aus dem [ahre 1887. Ein vierspänniger Wagen mit Kutscher und drei

jungen Damen darin steht kurz vor der Ausfahrt. Vermut lich sind es die Töchter von 1. M. Clausen. Seit 1869 war er der neue Besitzer des Gutes. Er hatte in Mexiko und im amerikanischen Bürgerkrieg

viel Geld verdient, so daß er den Kauf des Gutes Knoop und die Umbauten leicht bezahlen konnte. Er war dreimal verheiratet und hatte siebzehn Kinder. Das Kutschhaus steht nicht mehr. Es

wurde 1944 durch eine Luftmine zerstört.

4 Gut Knoop.

Das Foto von 1903 zeigt den mit Fahnen und Girlanden geschmückten Eingangsbereich des Gutes Knoop. Auf der Brücke heißt ein Schild die neuen Besitzer Hirschfeld herzlich willkommen. Sie sind die Nachfolger von Ingward Martin Clausen, der hochbetagt 1902 gestorben war. Der Bremer Tabakkaufmann Richard Hirschfeld hatte den Haupthof Knoop mit 415 ha und den Meierhof Friedrichshofmit 447 ha,

also ein Gesamtareal von 862 ha für 1 725 000 Mark gekauft. Er starb schon 191 6, so daß seine Frau Magdalene den Betrieb weiterführen mußte. Der Hoferbe Richard fiel im Ersten Weltkrieg, der nachfolgende Bruder Otto im Zweiten Weltkrieg. Heute bewirtschaftet Gerhard Hirschfeld, der Sohn von

Otto, das Gut in der dritten Generation. Das Foto zeigt die Einfahrt zum Gut über die Brücke, auf dessen Weg man direkt auf die beiden Kavalierhäuser zufährt. Eines liegt auf der Sichtachse. Auf der rech-

ten Seite reihen sich die Wirtschaftsgebäude, die von links den Kuhstall, das Kutschhaus, den Speicher und die Scheune zeigen.

5 Knooper Dorfstraße.

Der Schmiedegeselle Georg Struck vom Gut Knoop diente um 1908 im Garde du Corps in Potsdam. Das war eine berittene Gardetruppe zur persönlichen Bewachung des Kaisers. Zum Gardekorps zählte auch das 1. KürassierRegiment in Potsdam, zu dem Georg Struck gehörte, der sich nun hier in Paradeuniform präsentiert. Der Küraß ist der rote Brustharnisch, der zum Schutz des Oberleibes aus Brust-und Rückenschild besteht. Auf dem Brustschild sitzt der schwarze Adlerorden mit achteckigem Stern und schwarzem Adler, der vom Wahlspruch des preußischen Königs Friedrich 1. - suum cuique = jedem das Seine eingefaßt ist. Das Bandelier hängt als breiter Schulterriemen über dem Oberkörper. Der schwere Degen ist der

Pallasch. Er ist die 1 m lange Hieb- und Stichwaffe der Kürassiere. Zum Schutz des Trägers dient der Paradehelm, der rechts auf dem Tisch steht. Ihn ziert vorn der schwarze Adlerorden. Als Helmzier fungiert hier der Adler als Symbol der weltlichen Herrschaft. Reitstiefel mit Sporen, weiße Stulpenhandschuhe und Umhang vervollständigen die Uniform. Georg Struck verstarb 191 6, so daß er die Knooper Schmiede nicht übernehmen konnte.

6 Klausdorfer Straße, Dorfteich.

Eine Postkarte von 1930 zeigt den Mittelpunkt des Dorfes, den Dorfteich. Bei der planmäßigenAnlage des Straßendorfes war seine zentrale Lage bestimmend für die Lage der einzelnen Bauernstellen. In früherer Zeit diente derTeich als Tränke für die Tiere und auch als Wasserreservoir für die Feuerwehr. Auch zum Reinigen der Räder größerer Bauernwagen wurde er benutzt, wie das Foto zeigt. An diesem zentralen Platz hatten sich auch Kaufleute, Handwerker und eine Gastwirtschaft niedergelassen. Das große Haus mit dem weißen Zickzackband zwischen den Geschossen war das Kolonialwarengeschäft von ]ulius Schröder. Rechts daneben befand sich seine Schmiede. In dem großen Haus links,

das durch den Baum verdeckt ist, hatte Robert Kruse sein Geschäft und seine Kohlenhandlung. Ganz links ist die Giebelfront des Altenteilerhauses vom ehemals Kahl' -

sc hen Hof sichtbar. Dort lebte die Witwe Anna Loeck.

7 Klausdorfer Straße 94.

Dieser Meyer I Thoms'schc Hof zeigt schon seit etwa 1890 die moderne Aufteilung in ein Wohnhaus, das der Straße zugewandt ist, und in ein Wirtschaftsgebäude, das sich im hinteren Teil der Bauernstelle befindet. Der Besitzer [ohann Meyer dieses 34 ha großen Hofes fiel im Ersten Weltkrieg. Seine Witwe Helene geborene Ströh heiratete in zweiter Ehe Hugo Thoms, der den Betrieb stellvertretend für die Tochter aus erster Ehe, Hermine Meyer, sehr erfolgreich weiterführte. Indenjahren 1941-19S7Ieitete HugoThoms die nebenamtliche, dörfliche Genossenschaft als Rendant. Das Fenster seines Büros ist an der Schmalseite des Hauses links zu finden. Er führte den Hof bis zu seiner Auflösung, weil die Ländereien Bauland wur-

den. Auch die Hofgebäude wurden abgerissen. Auf dem Fundament des alten Wohnhauses ließ die Erbin der ehemaligen Hofstelle, Hermine Meyer verheiratete Jens, ein rotes Backsteinhaus errichten.

Dort wohnte sie mit ihrem Mann, dem Landwirt Jens aus Scharnhagen, bis zu ihrem Tode 1988. Heute lebt eine Enkelin von ihr darin.

8 Lindenallee.

Am 1. März 1 91 3 gab es ein Großfeuer in Klausdorf Das Bauernhaus van Peter Dohrn brannte vollständig nieder. Da halfen auch die Löschversuche der Feuerwehrleute nicht mehr. Das mächtige Reetdach brannte wie Zunder. Erkennbar sind die Ausmaße des Daches an der Höhe des Schornsteins in der Bildmitte. Noch im gleichen [ahr baute Peter Dohrn ein neues Haus und pflanzte an die Auffahrt zum Hof Linden. Von diesen sind noch einige erhalten. Sie gaben der um 1970 neu gebauten Straße den Namen Lindenallee. 1917 übernahm der Schlachtermeister Hermann Kahlert aus Pries den etwa 36 ha großen Hof Er nutzte nur die Ländereien als Viehweiden, den Hof baute er zu Wohnungen um, die er vermietete. Mit der Neu-

bautätigkeit in den siebziger [ahren gab es Pläne, aus dem Bauernhaus ein Jugend- oder Seniorenheim zu machen. Es verfiel aber zusehends und wurde abgebrochen, um neuen Bauparzellen zu weichen.

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