Amorbach in alten Ansichten

Amorbach in alten Ansichten

Auteur
:   Elfriede Kurz
Gemeente
:   Amorbach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6403-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Amorbach in alten Ansichten'

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Einleitung

Amorbachs Erscheinungsbild ist geprägt von seiner Lage und einer facettenreichen Geschichte: Gründung als Klosterort, Ackerbfuger- und Handwerkerstadt, Behördensitz, Fürstliche Residenzstadt, versehen mit Pfarreien der beiden großen christlichen Konfessionen von sehr verschiedenem Alter, Schulstadt, Fremdenverkehrsort, Karnevalshochburg und schließlich seit über 100 [ahren auch Industriestandort.

Die Altstadt liegt auf einern Bergausläufer im Bayerischen Odenwald. Hier treffen zwei Bachsysteme zusammen, die teils bis in die Römerzeit zurückreichende Verkehrswege begleiten. Ein geschlossener Höhenzug im Norden desTalkessels sorgt für ein mildes Klima.

Das ehemals ganz ummauerte Areal des im 8. Iahrhundert gegründeten Benediktinerklosters verbindet bis heute der Frethof genannte alte Kirchenvorplatz mit der Bürgersiedlung. Diese wurde 1253 von den Klostervögten zur Stadt erhoben und besteht aus der früher allein ummauerten Oberstadt und der nur mit Wall und Graben geschützten 'Unteren Vorstadt' bis zur Mud. Seit 1272 gehörte Amorbach zum Erzstift Mainz, das hier Zentverwaltung und Amtskellerei unterhielt und nach der Zerstörung der Burg Wildenberg im Bauernkrieg auch den Sitz der adeligen Amtmänner in die Stadt verlegte.

Das Wasser der Mud trieb in der Amorbacher Gemarkung zu

verschiedenen Zeiten neun Mühlen an. Zur Abtei gehörte der von diesem Gewässer versorgte Seegarten für die Fischzucht, heute eine Parkanlage im englischen Stil.

Die Abtei blieb bis zu ihrer Aufhebung im Iahre 18 0 3 die bestimmende Kraft in der Stadt und ihrem Umland, wenn auch die Bürger dem Kloster im Laufe der Zeit manches Recht abgerungen haben. Universalerbe von Kurmainz undAbtei wurde der in seinen linksrheinischen Stammlanden enteignete Fûrst Karl Friedrich Wilhelm zu Leiningen. 1803 bis 1806 bestand das neue Fürstentum Leiningen, bis 181 6 übernahmen nacheinander Baden, Hessen-Darmstadt und Bayern die Landesherrschaft.

Schon der erste Fûrst zu Leiningen nahm der Stadt durch Einlegen des Mauerringes ihre mittelalterliche Enge und öffnete den bisher geschlossenen Klosterhoffür den Durchgangsverkehr. Eine nennenswerte Ausdehnung der Stadt errfolgte aber erst am Ende des 19. [ahrhunderts in mehreren Villenvierteln. Beamte der Standesherrschaft und der staatlichen Behörden Finanzamt, Amtsgericht und Forstamt - waren hier ebenso Bauherren wie Neubfuger, die der landschaftliche Reiz und das milde Klima angelockt haben.

Die alteingesessenen Familien lebten zumeist von einem Handwerk und einer kleinen Landwirtschaft. Viele Bürger waren ganz

auf diesen Erwerbszweig angewiesen. Bis nach der Mitte des

19. [ahrhunderts gab es auch ausgedehnten Weinbau, an den bis heute die vielen Terrassenmauern an den umliegenden Berghängen erinnern.

Der vielschichtigen Bevölkerung verdankte ein ebenso vielfältiges Vereinsleben seine Existenz. Am frühesten entstand 1839 der Schützenverein, 1846 der Liederkranz, der in der Chorvereinlgung fortlebt, und 1863 derTurnverein, heute mit dem Sportverein zusammengeschlossen. Um 1860 bestand auch schon eine Musikkapelle. Bereits 1884 wurde eine Sektion des 1882 gegründeten Odenwaki-Clubs ins Leben gerufen, die sich neben dem örtlichen Verschönerungsverein der Pflege Amorbachs und seiner Umgebung widmete, Die seit dem 15. [ahrhundert nachweisbare 'Paschelnaacht' spielte spätestens seit der Iahrhundertwende, damals von den Vereinen, heute vom CCA getragen, eine überörtlich ausstrahlende Rolle im Leben der Stadt.

Mit demAnschluß an die BahnlinieAschaffenburg-MiltenbergWertheim irn [ahre 1880 und deren Weiterführung bis nach Seckach 1899 erlebte der Fremdenverkehr in Amorbach einen sriirrnischen Aufirieb, Dazu trug auch die Neubewertung des Barockstils bei, der mit der ehemaligenAbteikirche und der katholischen Pfarrkirche, Beispielen dieser Kunstrichtung von weit überregionaler Bedeutung, anziehend wirkte.

Eine leistungsfähige Gastronomie versorgte nicht nur die anreisenden Kunstfreunde und Ausflügler. Sie bot auch dem erholungssuchenden Bürgertum, nicht nur aus den Großstädten des Rhein-Main-Gebietes, angenehmenAufenthalt zur Sornmerfrische.

Fûr die Bedürfnisse des Fremdenverkehrs wie der Einwohnerschaft arbeitete seit 1876 das Atelier Fahs am Ort, aber auch das renommierte Atelier Samhaber in Aschaffenburg wurde herangezogen. Bald haben sich hier auch schon Amateure der Fotografie gewidmet. Das Ehepaar Hermann und Elfriede Kurz hat in den letzten [ahrzehnten die umfangreichste Sammlung von Amorbacher Fotografien und Postkarten zusammengetragen, aus der bis auf die Nummern 29, 53 und 61 alle hier gezeigten Bilder stammen.Motive aus einer breiten fotografischen Überlieferung im Anschluß an ältere Gemälde und Druckgraphik sind seit der Frühzeit der Fotografie reichlich vorhanden. Es war gar nicht möglich, alle Seiten dieses geschichtsgesättigten und dabei stets lebendigen Gemeinwesens in einer Auswahl von Bildern gleichmäßig vorzustellen. So wurde die 'Residenzstadt' im weiteren Sinne ausgespart, weil das einschlägige Material den Rahmen dieses Bandes gesprengt hätte.

Friednch OSl'vald

1 Gruß aus Amorbach (1895).

Diese für die damalige Zeit typische Ansichtskarte wurde vor ûber I 00 Iahren geschrieben. Sie zeigt außer der 'Totalansicht' (vom Beuchener Berg aus mit den Feldern im Vordergrund) auch die architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt: Außen- und Innenansicht der Abteikirche, den weitläufigen Marktplatz mit Fußgängern und pferdefuhrwerken sowie die Kapelle Amorsbrunn und die Gotthardruine.

2 Romantische Karte.

Diese Karte stammt auch noch aus dem vorigen [ahrhundert und zeichnet sich besonders durch das 'romantisch-ironische' Gedicht in sehr akkurater Handschrift aus. Es lautet:

'Sieh mich nicht an mit Deinen Jammeraugen/

Sag mir nicht, dass Du maßlos elend bist,!-

Dass tausend Qualen Dir am Herzen saugen,!

Dass Er, der treulos war, Dein Unglück ist.!

Wenn neu im Frühling Rose blühn und Flieder,!

Da komm' und sprich zu mir von Deinem Harm,!

Ich wette was, es hängt Dir längst schon wieder/

Ein anderes solches 'Unglück' dann am Arm!'

Die Absenderin schickte damit 'Freundl. Grüße vom Oden- und wildschweinernen Spessartwalde' einem Buchhalter Iosef Kuhn in Schweinfurt.

3 Erste Gesamtansicht.

Zu Beginn unseres Iahrhunderts kamen diese beliebten 'Totalansichten' auf. Die Karte stammt aus dem Verlag Anton Fahs. In unserem Städtchen bestand das Fotogeschäft Fahs genau 100 jahre (1876-

1 976) und brachte eine große Anzahl hervorragender Aufnahmen auf den Markt. Über dem Dächergewirr spitzgiebeliger Häuser und Häuschen erheben sich die Türme der beiden Kirchen: links die ehemaligeAbteikirche, rechts die katholische Pfarrkirche St. Gangolf. In der linken Bildhälfte erkennt man unterhalb der Schüttstraße zahlreiche Gärten, die überwiegend von den Ordens-

schwestern des ehemaligen Krankenhauses bestellt wurden. Forstamt und Finanzamt sind noch nicht erbaut. Am linken Bildrand hebt sich über den Gärten deutlich das Haus von Altbürgermeister

Pfeiffer ab. Vor dem Bahnhofsgebäude stehen einige Eisenbahnwagen.

4 Amorbach vom Beuchener Berg aus.

Die Beuchener 'Straße' rechts war damals noch ein unbefestigter Feldweg. Gemüse- und Kornfelder prägen die untere Bildhälfte. Nördlich der Innenstadt verläuft die Weilbacher Straße arn Fuße des Sommerberges bzw. Gotthardberges. Das einzige Wohngebäude unterhalb des Gotthards ist der in den sechziger [ahren des 19. Iahrhunderts von Karl Brenner erbaute 'Prinzenbau' . Wengertsmauern geben dem Südhang des Sommerberges ein völlig anderes Gesicht, als wir es heute gewohnt sind. Zu Klosters Zeiten spielte der Weinbau in Amorbach eine

bedeutende Rolle. Um 1800 umfaßte die Rebfläche von Amorbach 1 71 Morgen. Dies entspricht einer Fläche von 43,5 ha. Links hinten liegt an der Boxbrunner Straße die 'Kesslers-Fabnk'. Im [ahre

1851 hatten die Brüder Kessler die Spinnerei und Tuchfabrik gegründet. ImAugust 1902 begannen sie auch mit der Erzeugung von elektrisehern Stram. Am 4. Februar 1903 wurde ein Vertrag mit

der Stadt Amorbach geschlossen, und von da ab versorgte das kleine Werk die ganze Stadt mit Strom. Noch bis zum [ahr 1994 wurde Strom zur Deckung des Eigenbedarfs des Anwesens gewonnen.

5 Bliek zum Beuchener Berg.

Ungewohnt weiträumig wirkt der Talkessel um die Stadt Amorbach auf dieser Aufnahme. Sowohl im Süden wie im Norden breiten sich unbebaute Flächen aus: Felder und Wiesen. Das besiedelte Gebiet endet am Beuchener Berg mit der Richterstraße. Das mit dem Kreuz gekennzeichnete Gebäude ganz hinten ist das "I'öchterheim Fiichtbauer'. Dieses feine 'Instirut für junge Mädchen' war ursprünglich von den Damen Sommer gegründet worden und erfreute sich in 'besseren Kretsen' großer Beliebtheit. Später entstand daraus die heute von der Diözese Würz-

burg getragene Mädchenmittelschule der 'Armen Schulschwesterri'. Seit 1994 ist sie als Realschule nun auch für Buben geöffnet. An der Miltenberger Straße steht vor dem Bahnübergang - völlig

frei - noch das Bahnwärterhäuschen, Heute

besteht hier ein Gewerbegebiet. Im Vordergrund umrahmen rechts die Bahnstrecke nach Miltenberg und links vorne die Straße nach

Weilbach über die Billbachbrücke die sogenarlllten Krummwiesen.

6 Bliek vom Sommerberg.

Aus dem Jahre 1911 stammen die beiden folgenden Postkarten, die sich sehr gut ergänzen. Vom Sommerberg bot sich dem Betrachter diese Ansicht des Städtchens: in der Bildmitte die Oberstadt mit den beherrschenden Kirchen undAbteigebäuden, davor das 1830 erbaute Krankenhaus. Rechts dehnt sich bis an den Fuß des Wolkrnanns die Unterstadt aus. In der oberen Bildmitte verlaufen die Straßen nach Kirchzell und nach Beuchen. 1907 wurde das Fachwerkhaus in der unteren Bildmitte, das 'Gasthaus Gotthard' , erbaut. Bis in die sechziger Iahre war es ein

beliebtes Lokal. Rechts von der Weilbacher Straße steht das Anwesen Tretter - bis heute fast unverändert. Die Schneidmühle bestand seit 1841. Der Holzbildhauer Konrad Tretter war der letzte

Inhaber der Schneidmühle. Er starb 1 962 im Alter VOll 98 Jahren!

Amorbach

7 Villen am Sommerberg.

Seit der [ahrhunderrwende entstand am Sommerberg ein ganzes 'Villenviertel' . Van links sehen wir das Gasthaus Gotthard, erbaut van Familie Meyer. Es war lange ein beliebtes Gasthaus. Halb verdeckt daneben steht eine von einem Amerikanet erbaute Villa. Das am höchsten gelegene kleine Haus ist das erste Gebäude des Hotels 'Sonnenhügel'. In der Mitte befindet sich die von dem Frankfurter Kaufmann Beyer erbaute Villa. Er hatte auch den Beyersee mit eigener Fischzucht angelegt. Weiter rechts stehen die Villa 'Derflinger' und daneben die von Prof. Heimberger erbaute Villa, die sich jetzt in

Besitz der Familie Bethäuser befindet. Das 'BillwasenWehr' im Vordergrund war Eigentum der Familie Tretter und lieferte bis in die zwanziger Jahre die Wasserkraft für das Sägewerk. Einige Iahre

wurde die Schneidmühle dann dampfbetrieben, bis sie in den dreißiger [ahren auf elektrischen Betrieb umgestellt wurde. Der Billbach verlief zur Zeit dieser Aufnahme etwa unter dem heutigen

Rot-Kreuz-Heim und unter der Straße hindurch, wo einst ein schönes Sandsteinbrückchen stand. Neben dem Wehr befand sich derWaschund Bleichplatz.

AMORBACH

Blick auf die Villen

8 Bliek vom Wolkmann.

Diese Aufnahme von 192 7 vom Wolkmann aus zeigt zum einen das dichte Häuser- und Dachgewirr der Innerstadt, zum anderen die Straße nach Neudorf und die beginnende Bebauung des Sommerbergs. Den Verlauf des Billbachs durch das Wiesental markiert natürlicher Busch- und Baumbestand. Bis zum

Beginn des 19. Iahrhunderts war derWeinanbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Amorbach. Nach mehreren Mißernten und Rebenkrankheiten machte sich ein Rûckgang des Weinbaus bemerkbar. Man ging dazu über, zahlreiche Weinberge mit Obstbäumen und Gemüse zu

bepflanzen, wie es auf diesem Bild sehr deutlich zu erkennen ist. Am Hang in der Bildmitte befindet sich die Villa der Familie Schreiner, von dem lehrer Hörnig erbaut. Weiter links steht die 193 1

erbaute Bürgermeister-Villa, die später 'Haus am Somnierberg' genannt wurde.

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