Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Günther Hagen
Gemeente
:   Amt Neuhaus
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6670-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Am Laaver Weg wurde ich geboren, als Carrenzien noch ein selbständiges Dorfwar. Hier verbrachte ich meine Kinderjahre. Da war der Sandberg am Waldrand. An den warmen Sommertagen gab es keinen schöneren Spielplatz, wenn der feine Müllersand durch die Hand glitt und wir Burgen bauten. Wintertags, wenn Schnee lag, verbrachten wir die Stunden, bis es zu dämmern begann, auf den Rodelbahnen, die alle besondere Namen hatten. Und oft spielten wir in den Kleinen Tannen - die eigentlich junge Kiefern waren Räuber und Gendarm. Dann war da noch der See, in dem wir badeten und schwimmen lernten. Wenn der Herbst begann, versammelte sich eine große Schar Kinder und zog mit den bunten Laternen durch die Umgebung.

Später wohnten wir in Neuhaus. Im Rosengarten blühten unzählige Buschwindröschen, bevor die Buchen ihre Blätter öffneten. Dort feierten wir im Juni das Schützenfest. Wir wanderten auf den Deichen der Krainke von der Gülze bis zur Mühle, streiften durch den Rad zum Sumter See, fuhren an die Elbe, auch im Winter, wenn die Eisbrecher kamen. Das ist lange her. Als ich nach Jahrzehnten wieder nach Hause fahren durfte, freilich streng und feindselig beäugt von mißtrauischen Wächtern an einer unmenschlichen Grenze, ging ich an den Sandberg am Laaver Weg; er war noch da, aber er war nicht mehr der alte Spielplatz.

Wo unsere Rodelbahnen verliefen, war aufgeforstet. Und die Kleinen Tannen fand ich nicht wieder; sie waren zu großen Bäumen herangewachsen. Aber im Rosengarten blühten die Anemonen wie einst, bevor das lichte Buchengrün die Sonne für sich in Anspruch nahm. Vom Deich blickte man nun auf eine heruntergekommene Domäne Giilze. Im See was das Baden nicht mehr erlaubt. Und gleich hinter dem See, wo der Deich abgetragen war, begann das Sperrgebiet.

Als man nicht mehr zu Hause wohnte und dasAmt Neuhaus unerreichbar weit entfernt schien, beschäftigte ich mich mit der Geschichte meiner Heimat und holte nach, was der heimatkundliche Unterricht einst vollkommen vernachlässigt hatte. Und oft fuhr ich mit meiner Frau an die Elbe und blickte hinüber.

Nach der Wende konnte ich einen Band mit alten Ansichten zusammenstellen. Nun folgt ein zweiter auf Anregung der Europäischen Bibliothek. Hermann Sack in Neuhaus stellte mir seine umfangreiche Sammlung an Bildern zur Verfügung; und Gustav Riecken in Lüdershausen zeigte ein ebenso freundliches Entgegenkommen, als ich ihn um Unterstützung bat. Mit ihrer Hilfe, für die ich an dieser Stelle herzlich danke, konnte ich diesen zweiten Band zustande bringen.

Sa mank Elw un Mäke1borg Ligt uns Heimatland. Dannenholt waBt in de Mitt, Wischen sömt de Kant.

So beginnt ein Gedicht des Tripkauer Schlachtermeisters Brandmann, das in den unseligen Jahren der Spaltung oft von Hand zu Hand weitergereicht wurde.

Seit der Wende treffen sich fünfFreunde, alte Schulkameraden, immer wieder einmal in Neuhaus.Wir sehen uns um, sprechen mit Einwohnern, freuen uns über neue Straßen, bessere Deiche, erneuerte Kirchen, renovierte Häuser, auch über neue Gebäude und sind glücklich, daß solche Treffen wieder selbstverständlich geworden sind. Ihnen widme ich dieses Buch: Walter Cabanis, Karl Greve, Heinrich von Hörsten und Siegfried von Hörsten.

Winsen (Luhe), im Sommer 2 00 1 Günther Hagen

1 Um 1840, als Philipp Wilhelm Jochmus Auditor in Neuhaus war, malte sein Sohn Rudolf das Amtshaus. [ohann Reinhold Winter Ct 1717) [ohann Dietrich Flebbe Ct 1723),Johann Wilhelm Reinbeck Ct 1764), Philipp Nicolaus Westphal Ct 13. Februar

1 770) waren am Orte als Amtmann tätig. Aber wohl erst ihre Nachfolger wohnten in diesem stattlichen Gebäude. Alle waren sowohl Chef der Verwaltung als auch Richter. Erst 1852 wurden Verwaltung und Justiz getrennt. Ludwig Sarninghausen, der 1883 Amtmann in Neuhaus wurde, war nur noch Leiter der Verwaltung. Das Amtsgericht blieb bis etwa 1940

bestehen. Nach dem Krieg richtete man ein Krankenhaus in dem Gebäude ein; es bestand bis zur Wende. Inzwischen wurde es restauriert und dient nun als 'Haus des Gastes'.

2 Nach dem Tode von Herzag Julius Franz van Sachsen-Lauenburg kam das Ende des Neuhauser Schlosses. Niemand wohnte mehr darin, und so nützte es wenig, auftretende Schäden zu beheben. Es wurde gestohlen, was nicht niet-

und nagelfest war, die Dachrinnen, das Blei aus den Fenstern, die Türen. 1691 hatte Herzog Rudolf August van BraunschweigWolfenbüttel die Möbel gekauft. 1 7 1 2 brachten 23 Wagen Steine zum Bau des Jagdschlosses in die Göhr-

de. 1 71 9 verwendete man Ziegelsteine für den Bau der Brauerei. 1824 konnte man in der Schloßkapelle noch Gottesdienste abhalten, als die Kirche in Neuhaus baufällig geworden war. Das letzte steinerne Gebäude diente der Domä-

ne Gülze als Lagerscheune bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Die neuen Machthaber rissen es dann nieder. Geblieben ist nur noch der Burgwall.

31mJahre 1860 gründeten einige Bürger des Fleckens Neuhaus den Sportverein. Am Rosengarten entstand der erste Sportplatz. Ein schmuckes Blockhaus mit einem Strohdach

und einer Veranda wurde am Rande errichtet. Auf einem der Schilder in den Giebelecken las man ganz im Sinne des Turnvaters [ahn den Satz 'Es ist für das Vaterland, wenn wir zu

spielen scheinen'. Auf der Anlage versammelten sich alle [ahre die Kinder der Schulen aus Neuhaus und den benachbarten Dörfern zu den Jugendwettkämpfen. Im Hintergrund sieht

man den Burgwall mit den um 1900 noch vorhandenen Resten des Schlosses der Lauenburger Herzöge.

Neuhaus (Elbe) Spielplatz des Turnvereins 1860.

Im Hintergrunde der ßurgwall nebst Überbleibsel der Burg aus

dem 14. jahrhuncert

4 Neben dem Turnen an den Geräten, das aber zumeist auf dem Saal des Hotels Hannover betrieben wurde, spielte man im TV 1860 Neuhaus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem Faustball, eine Sportart, die heute fast vergessen ist. 1924 konnte die erste Mannschaft des Vereins den Meistertitel im Unterelbe-Gau erringen. Die fünf Spieler sind auf dieser Aufnahme festgehalten: Schuhmachermeister Hermann Lange, Friedrich von der Ohe, Hermann Sack, der ein Fuhrgeschäft betrieb, Friedrich Schwabe und Schmiedemeister Franz Dencker (von links nach rechts). In jenen [ahren übten sich auch die weiblichen Mitglieder des Vereins in derselben Sportart.

5 Am 1. August 1855 erwarb der Amtsvogt [ohann Diedrich Geestfeld die Kleinkote 34 für die Summe von 2200Talern. 1869 wechselte sie den Besitzer: Der Handelsmann [ohann Meier aus Tripkau erwarb sie für 4000 Taler. 1875 wurde Schlachtmeister Dörling Eigentümer der an der späteren Bahnhofstraße gelegenen Stelle. 1893 errichtete Theodor Büsse, nachdem er von Dörling einen Bauplatz erstanden hatte, ein Wohnhaus (Haus 1 23). 1 91 2 veräußerte er seinen Besitz an den Tierarzt Paul Külper. Ihn und seine Frau Olga geb. Sack sehen wir auf dem Foto als stolze Automobilisten. Das Fahrzeug trägt die Kennzeichnung IS (für die preußische Provinz Hannover) 1657.

6 Neuhaus (mit Carrenzien und der Domäne Gülze) hatte 1905 204 Häuser, in denen 1498 Einwohner lebten. Damals zählte man in Stapel 462, in Haar 354, in Sumte 162, in

Dellien 209, in Rosien 211 Menschen. Ein Knecht verdiente um diese Zeit neben Kost undWohnung 300 Mark im [ahr, eine Magd 240 Mark. Ein Tagelöhner erhielt neben der Kost 2,50

Mark, eine Tagelöhnerin nur 1,30 Mark. Zimmerleute und Mauser hatten einen Tageslohn von 3 bis 4 Mark. In jenen Tagen (1904) lief diese Karte von Neuhaus nach Celle. Man

blickt über die Krainke, die sich hier zum Carrenziener See weitet, auf den Ort, aus dem derTurm der Marienkirche emporragt.

7 Wir blieken auf einen Teil von Neuhaus. Es ist Frühlingszeit. In den Gärten stehen die Obstbäume in voller Blüte. Und der Kranz der Linden um die Marienkirche leuchtet in

zarten Farben. Daß der Turm sich neigt, ist auch auf diesem Bild zu erkennen. Das merkte man bereits fünfzig [ahre nach seiner Fertigstellung. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die

Neigung immer stärker. Zuletzt betrug die Abweichung 80 cm. Nach der Wende konnte sein Fundament saniert werden. Umfangreiche Arbeiten waren erforderlich. In diesen

Tagen werden die Handwerker damit fertig; der Turm steht wieder senkrecht, immer noch umrahmt von den alten Linden.

8 Im [ahre 1910 beförderte die Post diese Karte aus dem Verlag der Buchhandlung Hugo Brandt. Auf dem großen Bild blickt man auf den Marktplatz und erkannt die Germania, die als Kriegerdenkmal 1881 aufgestellt wurde. Die Bäume sind noch recht jung und erlauben die Sicht auf die Scheune von Ernst Best, die längst verschwunden ist, das Wohnhaus von Dr. Garmsen, dann die Gaststätte Lindenhof und das Zufallsche Haus, das 1684 der fürstliche Tafeldecker Heinrich Werdermann erbaute. Heute befindet sich hier das Verwaltungszentrum der Gemeinde Amt Neuhaus. Ganz rechts steht das Scharnwebersche Haus; es liegt auf einstigem Schloßparkgelände und war ursprünglich die Wohnung des Schloßgärtners.

Das kleine Bild zeigt die Hauptstraße, hier als Königstraße bezeichnet. Vorn rechts steht das Geschäftshaus von Karl Kampff.

Gruß aus Neuhaus (Eibe)

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