Ankum in alten Ansichten

Ankum in alten Ansichten

Auteur
:   Ernst Tüting
Gemeente
:   Ankum
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3283-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ankum in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wo nördlich des Wiehengebirges die noch Landschaftbestimmenden Aufwölbungen der eiszeitlichen Moränen in der Norddeutschen Tiefebene verebben, liegt im Mittelpunkt des Osnabrücker Nordlandes des früheren Kreises Bersenbrück - das alte Dorf Ankum.

In einer Schenkungsurkunde Ottos Il. aus dem Jahre 977 wird es zusammen mit 14 nahegelegenen Orten erstmalig genannt. Von der Bischofsstadt Osnabrück aus, die auf die Zeit Karls des Großen zurückgeht, war Ankum als die Taufkirche des Farngaues begründet worden. Jahrhunderte hindurch war dieses Ankum kirchlicher, politischer und wirtschaftlicher Mittelpunkt eines zwanzig Landgemeinden umfassenden Gebietes. Von seiner 'Mutterkirche des Farngaues' aus entstanden etwa zehn Pfarren im Altkreis Bersenbrück.

Die 'parochia Anchem' wird im Jahre 1169 erstmalig erwähnt. Brände und zerstörende Stürme setzten ihrem Gotteshause zu. Als nach einem vernichtenden Brande am 21. Juni 1892 und langwierigen Verhandlungen die alte Kirche abgebrochen wurde, ging damit

ein Bauwerk verloren, dessen älteste Teile vielleicht bis in das 11. Jahrhundert zurückreichten.

Der jüngste Teil des alten Baues - der Turm - ist 'Anno 1514 anghelecht'; er blieb erhalten und bildet nun mit seinen drei unteren Stockwerken den ältesten Teil der heutigen Kirche, die 1900 vollendet wurde. Auf der Höhe des Vogelberges gelegen, bot die Kirche mit ihrem von wuchtigem Mauerwerk umgebenen Friedhof eine Oase der Sicherheit, ein 'propugnaculum', eine Kirchenburg, wie sie in weitem Umkreise kaum noch einmal zu finden ist.

Als die deutschen Kaiser infolge ihrer Italienpolitik den Landesfürsten mehr und mehr Rechte einräumten, erhielt der Bischof von Osnabrück im Jahre 1225 die Besetzung des Gogerichtes in Ankum zugesprochen. Seine Machtstellung wurde dadurch wesentlich gestärkt.

Durch die Politik der Osnabrücker Fürstbischöfe, die an den Grenzen ihres Nordlandes die Städte Quakenbrück und Fürstenau und den Flecken Vörden gründeten, verlor Ankum an Bedeutung. Aber das Gogericht blieb hier bestehen, bis nach der Franzosenzeit im

benachbarten Bersenbrück die freigewordenen Bauten des aufgehobenen Klosters (1787) der Verwaltung als Amtsräume und Beamtenwohnungen zur Verfügung standen.

Bis in die Zeit zwischen den Weltkriegen wurden in Ankum bedeutende Kram- und Viehmärkte abgehalten. Noch im Jahre 1928 wurden hier 1 800 Pferde umgesetzt. Diese Märkte sind nach dem Zweiten Weltkrieg - wie fast alle dörflichen Märkte - bis auf die Kirmes und den Kirrnesmarkt eingegangen.

Aber in den letzten Jahrzehnten konnte sich das Dorf Ankum wieder einen beachtenswerten Platz unter den zentralen Orten der näheren Umgebung sichern.

Nach dem 'Landesraumordnungsplan' ist das Ziel der weiteren Entwicklung: 'Ferienerholung, Wohnen und Gewerbe.' Der überörtliche 'Friesenweg' (OsnabrückPapenburg) verbindet den Ankumer Wanderbereich und den 'Großsteingräberweg' im Ortsteil Westerholte als den Zeugen einer Besiedlung dieses Raumes vor mehr als 4 000 Jahren mit den Wegen im Naturpark 'Nördliches Wiehengebirge'.

Das 'Oberdorf' östlich und südlich der Kirchenburg

und das 'Unterdorf' im Westen und Nordwesten davon bilden noch heute den Kern des Dorfes. Diesen können uns die alten Bilder näherbringen. Gruppenund Vereinsbilder mögen dazu Kunde bringen von den Menschen, die 'damals' Ankumer Bürger waren. Auf Postkarten festgehalten wurde Ankum vor allem durch den Buchbindermeister Anton Lohmann, der sogar im Oberdorf in der Nähe der Bäckerei Billenkamp ein Fotoatelier errichten ließ. Einige der ältesten Aufnahmen stammen wahrscheinlich von dem Heimatforscher Hardebeck.

Im Verzeichnis der Bestände der Stadtbibliothek Hannover (1938) finden wir unter 'ANKUM' acht Veröffentlichungen (Nr. 183-190) unter anderen von Hartmann (3), Rothert und Hardebeck. Zur 1000-Jahr-Feier im Jahre 1977 erschien im Auftrage der Gemeinde ein umfangreicher geschichtlicher Überblick (307 Seiten) '1000 Jahre Ankurn' von Ernst Tüting. Weitere Ausführungen größeren und geringeren Umfanges finden sich in heimatkundlichen Beilagen und in den 'Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde des Hasegaues' .

1. Auf der Höhe des Vogelberges steht bis auf den heutigen Tag als Kernpunkt der Kirchenburg der Turm der Pfarrkirche St. Nikolaus. Er wurde 1514 errichtet, aber schon im Jahre 1568 vernichtete ein 'groot grawelik Windstorm ' den Turmhelm. Die Ankumer versahen das Mauerwerk mit einer einfachen Abdeckung, die dem Turm den Spottnamen 'de Ankumer Stumpe' einbrachte. Nach dem Brande vom 21. Juli 1848, dem unter anderem das Dach der Kirche und des Turmes zum Opfer fiel, schmückte die im Bilde gezeigte Turmhaube das Bauwerk bis zu dem zerstörenden Brande am 21. Juni 1892. Dieses Bild scheint die einzige erhaltene Aufnahme des alten Turmes zu sein.

2. Der Ankumer Arzt Sanitätsrat Dr. 'Alfred Eymann, nicht nur ein idealer Landarzt und prächtiger Mensch, der auch den Pinsel und die Feder zu führen verstand' (H. Rothert) hat die alte Kirche mit den umgebenden Bäumen, den Kreuzen des alten Friedhofes in einern stimmungsvollen Bilde festgehalten. Es zeigt den Ostgiebel des doppelschiffigen Raumes. Der im südlichen (linken) Teil vorgebaute Chor enthielt den Hauptaltar des ursprünglichen Mittelschiffes. Das sehr schmale südliche Seitenschiff ist kaum zu erkennen - noch weniger der kleine Vorraum (das Frauenhäuschen), in dem die Besucherinnen nach einem oft langen Kirchwege sich und ihre Kleidung wieder kirchenfein machten.

3. Unsere Aufnahme zeigt die Kirche mit dem alten Marktplatz nach dem Brande am 21. Juni 1892. Die Marktbogen waren nach den Plänen des Amtsvogts Hecker erbaut, Sie ersetzten die alten Mauern, die in zwei Stufen die Anhöhe im engeren und weiteren Bogen stützten und Platz boten für die doppelte Straßenflihrung. Die 'Dorferneuerung' um 1840 schuf somit den Marktplatz, der den berühmten Ankumer Märkten ihr prägendes Gesicht gab. Von dem alten Kirchenbau blieb nur der Turm erhalten; er wurde in den Neubau einbezogen, während das alte Kirchenschiff abgebrochen wurde, Auf dem vorliegenden Bild ist das äußerst schmale südliche Seitenschiff gut zu erkennen. Im Volksmunde hieß es: 'die Kluft'. Wirkte doch der nur 2,25 Meter breite Raum wie eine Schlucht.

4. Dieses Bild zeigt die Marktbögen und den unteren Teil der abgebrannten Kirche deutlicher aus einer Entfernung, die mehr Einzelheiten erkennen läßt. Die Pfeiler der Marktbögen bestehen jeweils aus einem Stein, der Oberbau ist aus Backsteinen errichtet. Sechs Stufen führen zum Westeingang am Turrn. Heute sind es nur noch drei, da das Erdreich bei dem Neubau autgefüllt wurde. Das enge Seitenschiff - die Kluft - zeigt vier sehr kleine Fenster westlich des 'Frauenhäuschens'. Die östlich vorhandenen zwei Fenster sind auf dem Bilde nicht zu sehen. Bis auf den Turm wurde 1895 der Bau niedergerissen. Das Material diente als Fundament für den Neubau.

5. Die alte Kirche war in mehreren Zeitstufen erbaut, Dem romanischen Mittelschiff waren wohl schon um 1200 sehr schmale wuchtige gewölbte Seitenschiffe angefügt. Bei wachsender Einwohnerzahl wurde das nördliche Seitenschiff durch einen gotischen Anbau ersetzt, dessen Breite mit 6,75 Metern annähernd die Größe des alten Mittelraumes erhielt (8 Meter breit). Unser Bild zeigt das Seitenschiff nach dem Brande. Unter dem gotischen Fenster inder Ostwand ist der erhaltene Dominikusaltar gut erkennbar. An dem wuchtigen Pfeiler zwischen den beiden Schiffen sehen wir einen Marienaltar. An der Nordseite ist eine Empore eingebaut, die dem Eingang der Nortruper Kirchenbesucher nahe lag. Im Volksmunde war das 'de Norper Böhnen', das heißt die Nortruper Bühne (Empore).

6. Der geplante Abbruch der Ruine wurde am 16. September 1892 verboten; man mußte die ministerielle Genehmigung aus Berlin abwarten und bezog eine 'Notkirche'. Freiherr von Heeremann setzte sich auf Grund von Gutachten im Landtag für einen Neubau ein. Am 4. September 1895 traf in Ankum die Genehmigung zum Abbruch ein. 'Kanonendonner verkündete das freudige Ereigniß der ganzen Gemeinde' (Hardebeek: Mitt. 10-1901). Der Bauunternehmer Hollenbeek, Bramsche, vollendete diese Arbeit bis zum 1. Januar 1896. Auf dem vorliegenden Bilde sind noch Einzelgräber des Friedhofes wie auch die 'Kluft' zu erkennen. Der Chorraum und der Ostteil des Seitenschiffes sind schon gefallen.

7. Der Abbruch ist weiter fortgeschritten, Teile der äußerst massiven Durchbrüche zwischen Hauptschiff und 'Kluft' sind in den Rundbögen hinter den Arbeitern noch sichtbar. Ganz rechts ist das gotische Fenster an der Südseite des Chorraurnes gut zu erkennen. Durch diesen Altarraum war dem alten romanischen Hauptschiff ein Anbau in einer Gesamtlänge von fast 12 Metern hinzugefügt. (Königliches Hochbauamt Osnabrück.) Das alte Mittelschiff war 20,5 Meter lang und 8 Meter breit.

8. Die Abbruch- und Abräumungsarbeiten sind abgeschlossen. Durch den Turm erkennt man das gotische Fenster, das über der Turmtür bis auf den heutigen Tag die Westwand ziert. An der Turmwand wird deutlich, daß dieser nicht mitten vor der doppelschiffigen Kirche stand. Da der Turm noch um zwei Stockwerke erhöht werden sollte, wurde das alte Mauerwerk stark verankert und die zum Kirchenschiff offene Turmseite zugemauert, Im Vordergrund sind schon die Grundmauern des neuen Chorraumes gelegt. Hinter dem Baumaterial werden unten am Marktplatz das Hotel Schmidt, der Giebel des Gasthofes Dücker und das Dach des Hauses Dr. Hackmann sichtbar.

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