Annweiler am Trifels in alten Ansichten

Annweiler am Trifels in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Blinn
Gemeente
:   Annweiler am Trifels
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5794-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Annweiler am Trifels in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Stadt Annweiler am Trifels - Abriß ihrer Geschichte -

Annweilers Berge seh' ich wieder Und ihre Burgdreifaltigkeit

In Ehren alt, vernarbt und bieder, Kriegszeugen deutscher Kaiserzeit.

(Viktor von Scheffel, 1826-1886)

Zum 775. Male jährt sich am 14. September 1994 der Tag, an dem der junge Staufer Friedrich Il., König der Römer und König von Sizilien, sein Dorf Annweiler, 'villam nostram Annewillere', wie es in der nun im Februar 1991 durch seltsame Umstände nach 46 Jahren wieder aufgefundenen, lateinisch abgefaßten Urkunde heißt, in seinen besonderen Schutz nahm, zur Freien Reichsstadt machte - nach Speyer (1111) als der zweiten Stadt im pfälzischen Raum - und ihr gleichzeitig eine Reihe außerordentlicher Rechte 'aus besonderer Liebe zu unserem darob liegenden Schlosse' zugestand, deren sich die Stadt dann 111 Jahre lang erfreuen konnte.

Die Verleihung der Stadtrechtsurkunde geschah feierlich am 14. September 1219 auf einem Hoftag in der Pfalz des Schwaben, im elsässischen Hagenau. Der Freskenmaler Adolf Kessler aus Godramstein hat im Ratssaal der Stadt diese Zeremonie an dem für Annweiler so wichtigen Tag in seiner Art bildlich festgehalten.

Annweiler ist aber älter, wenn auch erst viel später in den Geschichtsquellen erfaßt. Im hohen Mittelalter trat es dann ins Licht der Geschichte.

Die Siedlungen im Queichtal gehen bis in das 8. und 9. Jahrhundert zurück, also in die fränkisch-merowingisch-karolingische Zeit, in der die meisten Siedlungen auf -weiler ent-

standen sind. Von einem 'vallem Annoville', vom Annweiler Tal also, gibt es bereits 1006 einen urkundlichen Hinweis; eine erste geschichtlich beglaubigte Nachricht stammt dann aus den Jahren 1116-1118, als der Hof eines Siedlers mit dem Namen Anno (Annowilre) zu dem Bistum Straßburg gehörte und der Trifels, wohl auf den Trümmern eines römischen Kastells erbaut (man fand dort Gräber, Gefäße und Münzen aus dieser Zeit), schon vom Sonnenberg herab grüßte. Mit ihm ist die Geschichte der späteren Stadt aufs engste verbunden und verwoben, was auch die alten Annweilerer mit der Siegelumschrift TRIVELS + ANNWILRE (1230) deutlich werden ließen. Durch ihn, 'in allen landen wohl bekannt' (so in der Weltchronik des Rudolfvon Ems), ist die Stadt in den Bannkreis großer Geschichte geraten: Der Trifels 'Perle in der Krone von all den Burgen des Mittelalters, welche Deutschland und Europas Berge krönen' (August Becker), war ihr Schicksal und Schicksal ward ihr der Trifels.

Herzog Friedrich II. von Schwaben (der 'Einäugige'), Vater Friedrich Barbarossas, Reichsverweser während der Abwesenheit des Kaisers Heinrich V. in Italien, tauschte Annweiler um 1116-1118 vom Bischof von Straßburg gegen das Dorf Morsbrunn (bei Wörth/Elsaß) ein und ließ es zum Schutze des Trifels befestigen.

Es wird vermutet, daß Kaiser Konrad Il. (1024 bis 1039) die Veste bauen ließ, wohl als Ersatz für die aufgegebene Limburg. Erstmals erwähnt wird die Burg 1081, als der Eigentümer Ritter Diemar von Röttingen, Schwager des Grafen Hugo von Egisheim, ein Hauptgegner Kaiser Heinrichs IV., in das gregorianische Kloster Hirsau eintrat und sie Hermann von Salm schenkte, dem Gegenkönig Heinrichs. 1113 kommt der Salier Heinrich V. (1106 bis 1125) wieder in den Besitz des Trifels, der ihm auch als Gefängnis für seine Gegner, den Grafen Adalbert von Saarbrücken, seit 1111 Erzbischof von Mainz, Vorbesitzer der Burg, und Wiprecht von Groitzsch, Markgraf

in Lausitz, diente. Auf seinem Sterbelager in Utrecht ordnete Kaiser Heinrich an, sein zuvor erwähnter Reichsverweser und Neffe Herzog Friedrich, solle die Reichskleinodien (Reichsinsignien und Reliquien), bisher kurz aufBurg Hammerstein bei Andernach, der Harzburg bei Goslar und vermutlich auf der Limburg, auf den stark befestigten Sonnenberg bringen und dort verwahren, wo sie dann, Symbol des Heiligen Römischen Reiches, von 1126 bis 1153 verblieben. Damals mag die Parole entstanden sein: 'Wer den Trifels hat, hat das Reich.'

Zu ihren Hütern werden die Mönche des benachbarten Zisterzienserklosters Eußerthal bestellt, 1148 von Ritter Stephan aus Mörlheim gegründet, die auch den Gottesdienst in den Trifelskapellen abhielten (vorübergehend befanden sich Kaiserkrone, Reichsapfel und Szepter für einige Zeit in Hagenau - wohl wegen Ausbau der Burg -, später auch in Bamberg).

Durch das Anwachsen der Bedeutung des Trifels blüht auch die befestigte Siedlung Anewilre auf, das 1138 durch Konrad lIl. Königsgut wird und glänzende Feste erlebt. Sein Schutz wurde vom Kaiser einem Ministerialengeschlecht übertragen, das sich nach der Ansiedlung benannte und mit dem Reichstruchseß am Hofe des Kaisers Friedrich I. Barbarossa, Markward von Annweiler (* um 1140-1202), von Kaiser Heinrich VI. 1195 (1165-1197) in den Stand der Freien erhoben als Markgraf von Ancona, Herzog von Romagna und Ravenna, Graf von Ascoli etc., der Abruzzen und von Molise, seinen bedeutendsten Vertreter har, Als Sieger von Catania 1194 ermöglichte er Heinrich VI. den Einzug in Palermo. Dieser, Sohn Barbarossas und Kaiser von 1190 bis 1197, hatte am 12. Mai 1194vom Trifels aus den Zug gegen die Normannen nach Sizilien begonnen und ließ hernach den Brautschatz der Konstanze, Tochter Rogers Il. von Sizilien, hierher bringen (1195). Der Trifels wird Reichsschatzkammer, aber auch Gefängnis für den Erzbischof von Salerno und Admiral Mar-

garitone de Brindisi. Des Trifels' Glanzzeit aber begann mit Friedrich I. Barbarossa (1152-1190), dem er zur Lieblingsburg wurde (auch wenn er nachweislich nur dreimal hier geweilt haben soll), der Bergfried und Palas erneuern ließ und die erste Stadtkirche gestiftet haben soll: der heiligen Fortunata am 16. Februar 1153 geweiht.

Ob er auch die Stadt in diesem Jahr mit der Zollfreiheit im ganzen deutschen Reich beschenkt hat, kann urkundlich nicht begründet werden.

Vom 24. März 1193 bis dem 4. Februar 1194 saß hier der englische König Richard 1., 'Löwenherz' (1157-1199) als Gefangener des Kaisers Heinrich VI. ('Schwach ist die Stimme und stockend sind die Worte. Ich armer Wicht, der ich nun hier schon zwei Winter schmachte'), von Dürnstein (Wachau) auf den Trifels gebracht. Dort soll die Sage von dem Minstrel Blondel de Nesle spielen, der mit seinem Lied den gefangenen König fand, nicht bei uns im Wasgau.

Heinrichs VI. Bruder, Philipp von Schwaben (1197-1208), wurde dann, als König aus der Doppelwahl hervorgegangen, Besitzer der Burg, baute sie weiter aus und setzte Erzbischof Bruno von Köln über ein Jahr hier gefangen. Nachdem Philipp 1208 in Bamberg vom Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach ermordet und der Weife Otto IV. vonBraunschweig (1198-1218) Herrscher geworden war, brachte sein Kanzler Konrad lIl. von Scharfenberg, später Bischof von Speyer und Metz, die Reichskleinodien wieder zum Trifels zurück (Konrad war als Reichskanzler auch 1219 bei der Stadtrechtsverleihung in Hagenau zugegen und ist als Zeuge in der Urkunde genannt). Im Jahre 1215 nahm Friedrich Il., vor achthundert Jahren am 26. Dezember 1194 in Jesi bei Ancona geboren, Besitz von Stadt und Burg und verlieh - wie eingangs erwähnt -1219 Annweiler die Rechte einer Freien Reichsstadt. Ein neuer Palas entstand auf dem Trifels.

Im Interregnum 1256 bis 1273 - zwischenzeitlich war auch ein-

mal der Gegenkönig Graf Wilhelm von Holland (1247-1256) Burgherr - verliert die Veste an Bedeutung. Die große Zeit Armweilers war vorbei - die Stadt geriet an die Peripherie der Geschichte.

Rudolfvon Habsburg (1273-1291), der ihr die Rechte und Privilegien anno 1274 nochmals bestätigte, ließ im gleichen Jahr die Reichskleinodien nach Kyburg bei Winterthur (Schweiz) bringen, die hernach über München, Prag, Stams (Tirol), Karlstein (Böhmen), Wischegrad (Ungarn), Nürnberg (1424) und Regensburg nach Wien (1806) gelangten und sich heute - mit kurzer Unterbrechung von 1938 bis 1945 erneut in Nürnbergdort noch befinden.

Um Stadt und Burg war es still geworden, auch wenn König Albrecht 1. (1298-1308) ihre Rechte 1304 vermehrte und ihr die sogenannte Frankenweide, den späteren Stadtwald ('Borschewald' = 'Bürgerwald') schenkte, 'wegen der Treue und Beständigkeit uns und dem Reiche gegenüber, sowie auch wegen des Eifers' .

Anno 1330 verpfändete Ludwig IV. der Bayer (1313-1347), der Sieger um die Krone blieb, da er Friedrich von Österreich im Jahr 1322 in der Schlacht bei Mühldorf schlug, für 6 000 Pfund Heller Burg und Stadt Annweiler an die Pfalzgrafen Rudolf Il. und Ruprecht 1. Er konnte es nicht verwinden, daß die Stadt stets treu zum Hause Habsburg gehalten hat. Aus dieser Pfandschaft an die Kurpfalz vermochte sich die Reichsstadt nie mehr zu Iösen, und bald blieb von den alten Privilegien nichts mehr übrig - außer Name und Erinnerung.

Nachdem Ruprecht lIl. von der Pfalz 1400 deutscher König wurde, rückte Annweiler mit seinem Trifels (vermutlich Reichsburg) noch einmal für zehn Jahre in den Vordergrund. Als er 1410 starb, erfolgte die Teilung des pfälzischen Territoriums unter seinen Söhnen: Herzog Stephan, Gründer der Linie Simmern-Zweibrücken (t 1459) erhält Annweiler und den Trifels.

Die kleine Landstadt blieb mit ihrer Burg bis zur Französischen Revolution beim Herzogtum Zweibrücken, das 1480 den Bewohnern einen Samstags-Wochenmarkt zugestanden, 1501 eine 'Neue Ordnung' und 1523 bis 1525 unter Herzog Ludwig Il. (1502-1532) die Reformation eingeführt hatte. Wiederholte Versuche, sich für das Reich auslösen zu lassen, um die alten Freiheiten zu bekommen, mißglückten.

Der Bauernkrieg 1525 verschonte Burg und Stadt, ja Teile der Einwohnerschaft machten mit den Bauern gemeinsame Sache. Lediglich die 'Münz' (Burg Scharfenberg) wurde zerstört. Der Bergfried (Höhe 21 Meter), die Nordwand des Palas mit einem Erkerfenster, einige Felsenkammern und Gänge sowie Teile des Burggrabens sind erhalten. 'Münz' im Volksmund genannt, weil die Stadt Annweiler ab 1219 das Münzrecht ausübte (der Erlös mußte für das Schloß Trifels verwendet werden) und typische Denare ('denarium Anewilre') prägen ließ (daher die eine Version der Namensherkunft, für die es aber keinen historischen Beleg gibt; eine andere Vermutung: der Name komme von den Herren von 'Metz' , die zeitweilig Besitzer der Burg waren).

Ein berühmtes Ministerialengeschlecht, derer 'von Scharfenberg' , nannte sich nach der Burg. Der bedeutendste Vertreter war Konrad von Scharfenberg, Bischofvon Speyer (1200) und Metz, Reichskanzler zweier Könige: Otto IV. und Friedrich Il. Mit Stadt und Trifels kam 1410 auch Scharfenberg an die Kurpfalz und Pfalz-Zweibrücken.

Am Ende des Jahrhunderts lassen sich die wegen ihres Glaubens aus Frankreich vertriebenen 'Hugenotts' und die aus den damals spanischen Niederlanden verjagten Wallonen mit Erlaubnis des Herzogs Johannes 1. (1550-1604) - Vertrag vom 12. September 1593 über die Glaubensflüchtlinge - in der Stadt nieder, hauptsächlich Gerber, Tuchmacher, Färber, Woll- und Leinweber, die ihr wieder 'nach wirtschaftlich mißwachsigen Jahren, Sterben, Kriegsläufe und andere Umstände' zu etwas

Wohlstand verhalfen. Damals verstärkte man auch die Stadtbefestigung.

Der Blitzschlag vom 29. März 1602, der einen Teil der Burg vernichtete - ab 1635 unbewohnbar geworden -, war wie ein böses Omen für die kommenden blutigen Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges. Er brachte den Bewohnern nicht nur die Pest (1635), die Stadt erlebte mit ihrer völligen Ausplünderung am 23. November 1639 durch schwedische Marodeure auch einen traurigen Höhepunkt. Der Trifels wurde Zufluchtsort der Umwohner, die zehnmal einen Besitzwechsel erlebten. 1640 wird die Stadt von den Franzosen erobert - Duc de Longueville findet die Burg nur noch als Trümmerhaufen vor -, die erst nach 13 Jahren wieder abziehen.

Seit dieser Zeit gibt es widersprüchliche Angaben über den Zustand der Veste, die im 18. Jahrhundert als Ruine weiter verfällt und zum Steinbruch wird (1706 von der herzoglichen Renteykammer in Zweibrücken dazu erklärt). 1820 werden auch Tore und Türme der Stadtbefestigung abgetragen; Reste finden sich nur noch am Storchentor, am Schipkapaß und entlang des Weges 'Hinter der Stadtmauer'.

Wenige Jahrzehnte später zog neues Unglück über das Queichtal herein: die Kriege Ludwigs XIV. von Frankreich brachten zwischen 1674 und 1697 (Ryswicker Frieden) neue 'Mitbewohner' in die Stadt, für die sie 'Kost und Logis' aufbringen mußte. Einquartierungen wiederholen sich dann mehrmals während des spanischen Erfolgekrieges (1701-1714); sogar der vertriebene Polenkönig Stanislaus Leszczynski soll am 3. Juli 1714 hier auf der Reise in sein Zweibrücker Asyl Quartier bezogen haben - wenn auch nur für eine Nacht.

Hart bedrängt wurde die Einwohnerschaft dann von ihrem Landesherm Herzog Christian IV. (1722-1775) von Zweibrücken, der ihnen alle möglichen Abgaben auferlegte und ihnen irn Mai 1769 die Hälfte ihres Waldes entriß, die sie

dann von seinem Nachfolger (Karl II. August; 1749-1795) kurz vor der Französischen Revolution wieder für viele Gulden zurückkaufen mußten.

Nach den Revolutionswirren - in diesen Jahren hausten weniger die Soldaten als vielmehr die verrufenen 'Ausleerungskommissare ' in der Stadt - wurde Annweiler durch die Verträge von Campo Formio (1797) und Luneville (1801) französisch, bis es offiziell am 30. April 1816 im 'Rheinkreis' (der späteren 'Pfalz') an die bayerische Krone kam. Schon am 24. Juni des Jahres besuchte König Max 1. Joseph seine neuen Untertanen, die ihm mit einem Triurnphbogen huldigten. Die kommenden Krisenjahre 1832 und 1849 haben ihre Einträge auch in den Annalen der Stadt.

Mehrere Wiederaufbaupläne für den Trifels, unter anderen von August von Voit, Erbauer des Annweiler Rathauses, gibt es aus dem Jahre 1851. Am 9. November 1866 erfolgte die Gründung des Trifelsvereins. Zwischen 1939 und 1966 fand nach Plänen des Münchner Architekten Rudolf Esterer der Auf-, Aus- und Umbau der Burg statt, die im Dritten Reich als 'Nationale Weihestätte' und 'Reichsehrenmal Trifels' gesehen wurde. Im 'Dehio' von 1972 ist zu lesen: 'Der in jüngster Zeit erfolgte Ausbau hat das Gesicht der Burg erheblich und nicht unbedingt zu ihrem Vorteil verändert.' Sie ist dennoch die meistbesuchteste Burg des burgenreichcn Landes RheinlandPfalz.

Am 12. September 1874 wird die Eisenbahnlinie LandauAnnweiler in Betrieb genommen, und ab 25. November 1875 kann man bis Zweibrücken weiterfahren. Mit der Gründung der 'Annweilerer Emaillierwerke' im Jahre 1889 durch Gustav und August Ullrich, die aus Maikammer stammten, verbesserte sich die wirtschaftliche Struktur der Stadt, deren Einwohnerzahl innerhalb des Jahrhunderts von 1 800 auf nur 2 760 angestiegen war. Viele Mitbürger suchten sich damals ihr Fortkommen in der Fremde. Jetzt mußte man Arbeitskräfte

aus industriefernen Gebieten holen und errichtete für sie 1897/98 eine Siedlung: das 'Arbeiterheim' entstand.

Zwischen 1870 und 1900 wächst die Einwohnerzahl der Stadt auf 4 000 Seelen an, die im Sommer 1902 sich erstmals an den Segnungen der Elektrizität erfreuen können und ab 1911 am frischen Quellwasser aus dem Hinterwald. Auch an die Kinder wurde gedacht: am 14. Oktober 1907 erfolgt die Einweihung des neuen Schulhauses. Das 1911 errichtete Ludwigshafener Erholungsheim wird während des Ersten Weltkrieges Lazarett, 127 Bürger der Stadt kehren aus dem Völkerringen nicht mehr in ihre Heimat zurück.

Natürlich ging auch die Weltwirtschaftskrise der 'goldenen zwanziger Jahre' nicht an der Stadt vorbei, die zwei wichtigsten Betriebe kommen fast an den Rand des Ruins. Annweiler gerät, wie die meisten Städte in dieser Zeit, in schwere finanzielle Bedrängnis. Und nur wenige Arbeitslose finden beim Bau des städtischen Freibades und des 'Turnerheims' auf dem Wingertsberg, das Pfingsten 1928 eingeweiht werden kann, eine Verdienstmöglichkeit . Sieben Jahre später wird der Bau zur 'Gauführerschule' umfunktioniert.

Der neue 'rein bürgerliche Stadtrat' nach dem 30. Januar 1933 beschließt, um die große Arbeitslosigkeit zu mildern und den Fremdenverkehr anzukurbeln, den Bau der Trifelsstraße und eines Stadtsaales ('Hohenstaufensaal') sowie die Neugestaltung des Bindersbacher Tales ('Ludwig-Siebert -Anlage' , heute 'Markward-Anlage') und ab 1936 den Ausbau der Trifelsburg.

Die 'Annweilerer Heimattage' vom 17. bis 19. Juli 1937 sind eine der Höhepunkte in der Stadtgeschichte. Der Bürgermeister jener Jahre, Fritz Peters, wird am 1. Juni 1939 in dieses Amt nach Landau berufen und ist am 14. Juni 1940 in Lothringen beim Frankreich-Feldzug gefallen.

Der 29. Dezember 1944 bringt Tod und Verderben über die Trifelsstadt: ein amerikanischer Bomberverband läßt den Alt-

stadtkern in wenigen Minuten zum Trümmerhaufen werden. Noch mehrmals muß die Bevölkerung Luftangriffe über sich ergehen lassen, bis am 21. März 1945 amerikanische Panzer in das zerbombte Annweiler einrollen. Die dann gekommene französische Besatzungsmacht setzt im Dezember ein Bürgerratskomitee ein, am 15. September 1946 finden die ersten freien Wahlen seit 1933 statt und ab März 1950 führt die Stadt den Namen 'Annweiler am Trifels',

Für jeden Geschichtsfreund ist die Besichtigung der Hohenstaufen-Fresken im Hohenstaufensaal, im Rathaus und der katholischen Kirche St. Joseph, in denen Adolf Kessler die Stationen großer Geschichte von Stadt und Burg in farbigbewegten Szenen festhielt, eine Selbstverständlichkeit.

Wer einmal hier gewesen ist, wird sich immer wieder der Zeilen aus dem Gedicht "Trifels' von Viktorvon Scheffel (1826-1886) erinnern, der wie kein anderer den landschaftlichen Reiz von Burg und Stadt besang, denn 'wer die Welt vom Trifels herab nicht geschaut, hat eine der schönsten Landschaften im deutschen Vaterland nicht gesehen' - Worte, die 1903 der Schriftsteller Heinrich Hansjakob (1837-1916) seinem Tagebuch anvertraute - auch er wie Scheffel kein Pfälzer!

(Dank gebührt Willy Achtermann und Hans Stöcklein für ihre Hilfe bei den Bildunterschriften sowie den Postkartenleihgebern Lydia Edighoffer, Günter Ehret, Franz Januschkowetz, Hans-Rainer Jung, Rudolf Keppe und Willi Staab.)

~JAnnweiier

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1. 'Annweilers Berge seh ich wieder und ihre Burgdreifaltigkeit' - Panorama von Annweiler um 1900 - dazumal noch ein verträumtes Landstädtchen (183 m NN). Wir schauen von Norden auf die Stadt, heute ein staatlich anerkannter Luftkurort. Unterer Bildrand:

Bergfriedhof mit dem 1429 errichteten Liebfrauenkirchlein.

2. 'Die eigenartige Schönheit des Annweiler Tales ist vielbesungen und vielgerühmt. Der Zauber der Landschaft und die Größe der Geschichte klingen in diesem Raum bezwingend zusammen.' Bliek von der Viehtrift auf die Stadt, Jahrzehnte später. Es gab schon Autos und Motorräder. Im Vordergrund die damalige Tankstelle Heller.

3. Zwischen den beiden Kirchen des Städtchens ragt das alte Rathaus über die Dächer von Alt-Annweiler, wie es einmal war. Im Hintergrund grüßen Rehberg und Asselstein.

4. Gesamtansicht auf die Stadt mit den markanten Bauten: Schulhaus (Mitte links), davor die Schornsteine der 'Thal- und Brüstleschen Brauerei' (1860-1912, dann von der Löwenbrauerei, Besitzer Joh. Busch, gekauft) auf dem heutigen Platz der Stadthalle; Bahnhof (unten links). Ganz rechts: die protestantische Stadtkirche und die katholische Kirche.

5. Der 'Gruss aus Annweiler' zeigt die zuvor erwähnten Objekte aus der Nähe: das 'neue' Schulhaus (oberer Bildrand), die Thal-Brauerei und die katholische Kirche (rechts unten) - es sind die Hauptgebäude auf dieser Postkarte.

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