Ansbach in alten Ansichten Band 2

Ansbach in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hartmut Schötz
Gemeente
:   Ansbach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3354-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ansbach in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

1880 fand zur Feier des siebenhundertjährigen Jubiläums des Wittelsbacher Regentenhauses in Ansbach ein Volksfest statt. Auf das von der Stadtverwaltung an König Ludwig Il. abgesandte Schreiben traf an den Bürgermeister Hofrat Ludwig von Keller das folgende Handschreiben ein: Ich habe von der geschmackvoll ausgestatteten Adresse, welche die Vertretung meiner getreuen Stadt Ansbach an mich sendete, mit großem Vergnügen Einsicht genommen ... Ich spreche für diese patriotische Kundgebung meinen wärmsten Dank aus und bin mit der Versicherung fortdauernden Wohlwollens ihr gnädiger König Ludwig. Schloß Berg, den 4. September 1880.

Im selben Jahr noch wurden die Ansbacher Laut-Nachtwächter abgeschafft. Der Winter 1880 auf 1881 war sehr streng. Von einem Komitee wurden damals mehrere hundert Ster Holz und viele Zentner Steinkohlen an Arme verteilt. Der Oktober 1881 brachte Ansbach die Gründung der Männergesellschaft Schlaraffia, deren Hauptsitz in Prag ist. Am 9. März 1882 konnte die mit einem Kostenaufwand von 69 115 Mark erbaute städtische Turnhalle eingeweiht werden.

Auf den Tag genau feierte vier Monate später die freiwillige Feuerwehr das Fest ihres 25jährigen Bestehens. 1887 erfolgte die Inbetriebsetzung des neu gebauten städtischen Schlachthauses. Im darauffolgenden Jahr wurden der südliche und westliche Flügel des Humanistischen Gymnasiums aufgebaut. 1891 entstand die Straßenunterführung beim Eisenbahnübergang an der Triesdorfer Straße. Am 27. April 1894 brannte die Weidenmühle ab. Als eine große Erleichterung empfanden die Ansbacher Schülereltern die Schulgeldbefreiung für die Volksschüler am 1 September 1895. Der Stadtkasse entstand dadurch ein Einnahmeausfall von jährlich 9000 Mark. Am 9. August dieses Jahres brannte die Kinderwagenfabrik Schmetzer auf dem heutigen Bosch-Gelände, Der Wind trug damals angekohlte Papierfetzen bis in die Turnitzstraße. 1897 wurde das durch Simon Eekart gebaute, für 120 Betten eingerichtete städtische Krankenhaus Feuchtwanger Straße 28 bezogen. Der Kostenaufwand betrug 440 000 Mark.

1898 bis 1900 restaurierte man den Justizpalast und baute den Schwurgerichtssaal zu Bürozwecken um. An der Stelle, wo jetzt das Justizgebäude steht, war bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts ein den Stiftsherren bei St. Gumbertus zu Wohnungen und Beratungen dienendes Kapitelshaus, das durch einen Kreuzgang mit der Kirche verbunden war. Nachdem infolge der Reformation das Kapitelshaus seinem ursprünglichen Zweck entfremdet war, ließ es Markgraf Georg Friedrich 1563 unter Benützung des Kreuzgangs zu einem Gebäude für das hochfürstliche Kammer- oder Regierungskollegium umbauen. Das Erdgeschoß diente der Aufnahme des geheimen Archivs. Die weitläufigen Dachböden waren zur Aufbewahrung des Getreides für das Stiftsamt bestimmt.

Zum Jahrhundertwechselläuteten am 31. Dezember 1899 ab Mitternacht alle Ansbacher Kirchenglocken eine volle Stunde lang. Im Jahr 1900 wurde der Onoldiasaal erbaut. Zwei Jahre danach fand am 28. Mai 1902 in der Anstaltskirche die Eröffnungsfeier der Il. Mittelfränkischen Kreisirrenanstalt - die I. bestand schon in Erlangen - statt.

An seinem 60. Geburtstag dem 15. März 1901 verlieh Ansbach dem damaligen Präsidenten des Ministerrates Krafft Freiherr von Crailsheim (hier geboren im Haus Martin-Luther-Platz 8) das Ehrenbürgerrecht. 1903 erfolgte die Neunummerierung der Häuser und teilweise Änderung der Straßennamen. Am 1. April dieses Jahres wurde der Grundstein zum Bismarckdenkmal gelegt, nachdem der 1900 in Bayreuth verstorbene und von hier stammende Kaufmann Fr. Fischer der Stadtgemeinde 10 000 Mark mit der Auflage vermachte, in Ansbach ein Bismarckdenkmal zu errichten.

Im März 1905 sieht sich Bürgermeister Ludwig von Keller (Nachfolger Wilhelm MandeIs ) genötigt, wegen eines Augenleidens in Pension zu treten. Er bekleidete das verantwortungsvolle Amt seit 1877. Sein Nachfolger wurde der Rechtsrat Ernst Rohmeder. Seine Amtszeit währte bis zum Jahr 1919, danach folgte als erster Bürgermeister der 1945 verstorbene DI. Wilhelm Borkholder.

1906 zogen erstmals Schulkinder in die neuerbaute Luitpoldschule ein. Am 9. Juni des gleichen Jahres konnten die FaunWerke in der jetzige Draisstraße in Betrieb genommen werden. Die Firma stellte Lastkraftwagen - damals noch mit Kettenantrieb - her und übersiedelte später nach Nürnberg. Am 1. Januar 1911 konnten die ersten sechs Wohnungen des Kleinwonnungsbauvereins in der Crailsheimstraße 34, 36 und 38 bezogen werden. Zimmermeister Müller, im Volksmund 'Lattenhanni' genannt, stiftete auf der Ludwigshöhe einen Aussichtspavillon. Die neu erbaute Gaststätte 'Waldsee' war weiter ostwärts das einzige Anwesen auf dem Höhenzug, abgesehen von jenen des 'Neuen Weges', der Triesdorfer Straße. Im Osten Ansbach standen die Smyrna- und Veloursteppichfabrik von Guido Röder - von hier hatte Prinz Rupprecht im Jahr 1900 einen Smyrnateppich von der Stadt als Hochzeitsgeschenk erhalten - und die 'Weidenmühle' mit dem Schlachthaus noch einsam da. Auch das 'Beamtenviertel' war vor dem Ersten Weltkrieg noch nicht gebaut. Der Weg hinter dem Gaswerk zog sich noch mehr gegen Nordwesten zu und wurde erst bei der Gaswerkserweiterung in stattlicher Aufmachung weiter ostwärts verlegt. Im Norden Ansbachs war der Prinzenbuck nur schwach besiedelt. Im Westen endete die Stadt idyllisch mit dem 'Krawattendorf' . Nur an der Straße nach Neuses standen einige alte Häuser.

1911 eröffnete man die 'Warmwasserbadeanstalt' an der Schalkhäuser Straße auf dem Gelände der Wirtschaft zum Paradiesgarten. Die Schalkhäuser Straße - eine der 97 Straßen die Ansbach vor 1914 hatte - endete mit der Bebauung bei der Bahnunterführung, auf der rechten Seite mit der Gärtnerei Keller, nachmals Beer. Auch die Friedrichstraße war noch nicht geboren, ebenso wie in der Nähe die Merckstraße. Dort wurde die Verbindung zum Kronachersbuck durch das 'Wiesengäßla' hergestellt, das sich von der Schalkhäuser Straße südöstlich gegen die Endresstraße zu schlängelte und das Gelände der späteren Merckstraße rechts liegen ließ. 1913 wurde das erste der 'Baumannhäuser' (Merckstraße 3) bezogen. Das Gelände des heutigen Landsknechtsweges war damals noch eine Kuhweide. Die

Humboldtstraße war auf der rechten Seite vor dem Ersten Weltkrieg mit dem Häuschen Nummer vier zu Ende.

Im Ersten Weltkrieg gab es kaum Bautätigkeit in Ansbach. Aber schon 1920 erbaute der Kleinwohnungsbauverein die Häuser Crailsheimstraße 24 bis 32 mit insgesamt 30 Wohnungen. 1922 bzw. 1923 kamen die Häuser Crailsheimstraße 50 und Gneisenaustraße 3 bis 11 dazu. 1924 bis 1929 folgten die Gebäude Körnerplatz 1, 2, 3, 4, 6 und 8 sowie Hardenbergstraße 51.

Die Provinzialkonsistorie Ansbach wurde nach mehr als l00jährigem Bestehen vom 1. Januar 1921 an aufgehoben, doch blieb eine Zweigstelle des Landeskirchenrats für die finanziellen Angelegenheiten der Kirche zurück, auch wurde die Stadt Sitz eines der drei rechtsrheinischen bayerischen Kreisdekane mit dem TitelOberkirchenrat, dessen Amtsinhaber auch Mitglied des Landeskirchenrates ist.

Das Jahr 1923 brachte eine fränkische Heimatwoche; 1924 entdeckte der zwischenzeitlich verstorbene Architekt Carl Gumpert, der Besitzer einer großen Sammlung steinzeitlicher Werkzeuge war, auf der Höhe nördlich von Eyb neben der Straße eine steinzeitliche Wohngrube, die ins mittlere Steinzeitalter (Mesolithikum) zu verweisen ist. Im gleichen Jahr fand Dekan Lindner in seiner Pfarrregistratur eine wertvolle, den Einband eines Rechnungsbuches verstärkende mittelalterliche Handschrift, die als ein Bruchstück von 265 Versen des im 13. Jahrhundert verfaßten Eckenliedes (Kampf des Riesen Ecke mit Dietrich von Bern-Verona), eines der beliebtesten Volksepen, erkannt wurde.

Im August 1921 feierte Ansbach das 700jährige Stadtjubiläum und 1925 das 400jährige Reformationsjubiläum.

Hartrnut Schötz - Eichhorn

1. Ein beliebtes Motiv der Künstler und Fotografen ist noch heute der Herriedertorturm und seine Umgebung. Um die Jahrhundertwende entstanden solche Karten wie die hier gezeigte mit einem großen A für den Anfangsbuchstaben der Stadt. Zahlreich sind im oberen Bild noch die Bäume in den Gärten der Promenadenhäuser. Das 'Grafshaus' Uzstraße 41 (drittes Gebäude von rechts) steht hier noch ohne dem Wintergartenanbau zur Promenadenseite. Auch mehrere der hier noch sichtbaren Dachgauben wurden zwischenzeitlich abgetragen. Im unteren Bild ist noch der kleine umzäumte Vorgarten vor dem Haus des Uhrmachers Koderer (jetzt Bauer) sichtbar.

2. Ein Stück Alt-Ansbach war auch das Hotel Zirkel an der Ecke Maximilian-Endres-Straße. 1899 hatte Peter Albrecht - er wog später fast drei Zentner - das Hotel gegründet und leitete es bis zu seinem Tod im Jahr 1935. Seine Familie führte den Betrieb noch bis 1955 weiter. Die Fassade des Gebäudes wurde danach 'modernisiert' , und ist seither kaum noch als 'der Zirkel' zu erkennen. Viele Jahre war nach dem Umbau im Erdgeschoß die Firma 'Textil-Richter' untergebracht, die seit etlichen Jahren auch erloschen ist. Das Haus rechts daneben wurde zwischenzeitlich abgebrochen und neu aufgebaut. Vor der alten Fassade ist noch die runde, hohe Leunatankstelle zu erkennen.

3. Ein typisohes Gebäude im Stil der Gründerjahre ist das Haus Nummer 10 in der Endresstraße. Sprossenfenster und charakteristische Sandsteinmuscheln über den Fenstern des ersten Obergeschosses wurden bei einer Renovierung entfernt. Bis zum Beginn der zwanziger Jahre war das Haus im Besitz des Sattlermeisters und Wagenbauers Hans Roetter. Diese Aufnahme entstand um das Jahr 1905. Ein Jahr später erhielt Hans Roetter bei der Bayerischen Jubiläums-Landesausstellung in Nürnberg einen Preis für einen in seiner Werkstatt gefertigten Landauer (offene Kutsche). Unter der Ladentüre in der Bildmitte steht mit weißer Schürze Frau Babette Roetter , rechts neben ihr der einzige Sohn August. Er fiel1916 bei Baas Mersville. Danach verkaufte Hans Roetter Haus und Geschäft an die Familie Herrmann. Bis dahin war im Ladeninnern ein ausgestopftes Pferd mit Sattel zu sehen.

4. Anstelle der schon vor Jahrzehnten abgeholzten Bäumen im Vordergrurid des Bildes der Endresstraße entstand vor wenigen Jahren an gleicher Stelle um das Telefonhäuschen wieder eine kleine bepflanzte Fläche. Das vor unbefugten Betretern schützende Zäunchen fehlt in unseren Tagen. Geraume Zeit hatte auch eine Hecke die kleine Grünfläche umgeben, bis der Platz - für etliche Jahre - als Parkfläche genutzt wurde. Rechts im Bild das Gasthaus 'Zum goldenen Lamm', dessen Inhaber damals Georg Dürr war. Die Endresstraße ist nach dem von 1827 bis 1842 amtierenden Bürgermeister und späteren Ehrenbürger Bernhard Endres benannt, welcher die Stadt Ansbach zur Erbin seines bedeutenden Vermögens zu dem Zweck einsetzte, daß die Zinsen zur Herbeiziehung sowie zur Hebung von hiesigen Gewerben, die Handelsgegenstände erzeugen, verwendet werden.

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S!!!!!!EI!!

5. Im Vordergrund sehen wir links das Haus des verstorbenen Rechtsanwaltes Dr. Ebert (jetzt Dr. Seufferlein), in der Bildmitte das Gymnasium Carolinum, in dem auch das Alumneum untergebracht war. Das Alumneum wurde 1552 unter der vormundschaftlichen Regierung für den Markgrafen Georg Friedrich als Contubernium pauperum gegründet. Der Stiftungszweck war, aus den armen Buben und Stipendiaten künftige 'christliche und taugliche Schul- und Kirchendiener' heranzubilden. Der Fürst und die Bürger gaben an das Alumneum reiche Geschenke und Stiftungen. Als im Jahr 1736 die Fürstenschule in Heilsbronn aufgelöst wurde, wendete der Markgraf die Einkünfte Heilsbronns dem Contubernium zu. Das Alumneum war wirtschaftlich mit der Stadt Ansbach und dem mittelfränkischen Raum, geistig aber mit der Lateinschule und dem daraus erwachsenden Gymnasium aufs engste verknüpft.

6. Das Doppelhaus Schalkhäuser Straße 2 und 4 gehört zum sogenannten Walchbräu-Komplex. Schon im vorigen Jahrhundert war hier eine Brauerei mit Wohnungen für den Brauereibesitzer und das Personal. Seit 1886 ist die Dampfbrauerei Kracker nachweisbar, dann die Brauerei Joseph Wagner. Im Jahr 1913 erwarb Rudolf Walch das Anwesen. Er wohnte mit seiner Familie im Erdgeschoß des Gebäudes. Sehenswert ist noch heute der atriumartige Innenhof zwischen der Schalkhäuser und Reuterstraße mit dem alten Sudhaus und dem 1929 erbauten Schlot. Für den Gesamtkomplex besteht heute ein städtisches Vorkaufrecht.

7. Im Früchtehaus von Johann Fürhäusser, Reuterstraße 2, gab es auch Heringe und viele andere Lebensmittel zu kaufen. Stets stand - wie auf dem rechten Bildteil- ein Handwagen mit ûbst- und Gemüsesorten vor dem Laden. Im Herbst jeden Jahres fuhr Herr Fürhäusser mit der Bahn nach SüdtiroJ. Dort kaufte er Äpfel, die er in mehreren Waggons nach Ansbach schaffen ließ. Es war eine sehr ausgesuchte Apfelsorte, die sich gut bis zum August des darauffolgenden Jahres hielt. Nach der Familie Fürhäusser führten noch mehrere Pächter das Geschäft weiter. Im Gebäude befanden sich auch Wohnung und Werkstätte des Schneiderrneisters Christian Schmidt.

8. Das Gebäude Schalkhäuser Straße 5 mit der Huf- und Wagenschmiede von Georg Günthert gehört der Ansbacher Vergangenheit an. 1963 wurde das Haus abgebrochen, um Parkplätze für Kunden eines angrenzenden Kaufhauses zu schaffen. Unter der Ladentüre der Aufnahme steht der Schmiedemeister Georg Günthert. Er starb im Jahre 1926. Seine Witwe lebte später bis zu ihrem Tod 1949 im gegenüberliegenden Gasthaus 'Altdeutsche Bierstube'. Nach Auflösung der Huf- und Wagenschmiede zog der Tapeziermeister Max Einfalt von der Schalkhäuser Straße 1 in das abgebildete Haus. Darauf folgte ein Fellhändler und zuletzt die Obsthandlung von August und Ludwig Späth. Das Anwesen ganz rechts, Nummer 7, ist die jetzige Schmiede von Barbara Meyer, zur Entstehungszeit der Aufnahme befand sich hier die Büchsenmacherei Burner.

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