Arnsberg in alten Ansichten

Arnsberg in alten Ansichten

Auteur
:   Heike Schmidt
Gemeente
:   Arnsberg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4944-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Arnsberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Buch möchte Einblick geben in das Werden und Wachsen einer kleinen Stadt, will das Anno dazumal nachvollziehen, ohne an Verstaubtem und Vergessenem zu verharren. Unter Einbeziehung von Vergangenheit und Gegenwart werden Aspekte des gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Lebens, des industriellen Fortschritts und der vergnüglichen Freizeit erhellt, die vor und nach der Jahrhundertwende Arnsberg prägten und beeinflußten.

Natürlich kann mit Hilfe einiger historischer Ansichten keine Stadtgeschichte Arnsbergs dokumentiert werden. Zum einen ist die Entwicklung so facettenreich und vielschichtig. daß anhand einiger Bilddetails lediglich relevante Themen angerissen werden können; zum anderen repräsentieren die Abbildungen als Produkte des jeweiligen Zeitgeistes eine bestimmte Intention. Hinzu kommt, daß sie oft als Postkarten gehandelt wurden und somit also das Wohlgefallen der Käufer finden mußten. So ergaben sich im Endeffekt die immer gleichen, ansprechenden Motive. Vergebens wird man hier nach Zeugnissen sozialer Mißstände und beschwerlicher Alltagsrealität der vergangenen hundert Jahre Ausschau halten.

Nun war gerade Arnsberg eine begünstigte Stadt, denn ihr beschauliches Eingebettetsein im waldreichen Sauerland lieferte sie den großen weltpolitischen Strömungen und Ereignissen nur am Rande aus, Dank dieser Urnstände begegnet dem Geschichtsinteressierten das Gestern auf Schritt und Tritt.

Laut erster urkundlicher Erwähnung reichen die historischen Wurzeln Arnsbergs bis in die Zeit um 800 n. Chr. zurück. Bereits um das Jahr 1060 kann die erste Burganlage auf dem Römberg als sicher gelten. Um 1100 kam es durch die Grafen von Werl zur Gründung einer zweiten Burg auf dem heutigen Schloßberg, in deren Obhut und Schutz sich dreizehn freie Familien ansiedelten. Die Stiftung des Prämonstratenserklosters Wedinghausen und die Verleihung der Stadtrechte vor 1238 folgten. Mit dem Tod des letzten kinderlosen Grafen Gottfried IV., der seine Grafschaft an

das Kölner Erzstift verrnachte, wurde 1368169 die kurkölnische Zeit eingeleitet. Die Grafschaft Arnsberg und der Grafensitz wurden Bestandteil des Herzogtums Westfalen unter den Erzbischöfen von Köln als Landesherren. Arnsberg erwarteten einige unruhige und kriegerische Jahrhunderte, wie die Soester Fehde und die Truchsessischen Wirren. Die Bürger litten unter Hexenverfolgungen, Pestepidemien und Stadtbränden; der schlimmste vernichtete im Jahr 1600 die gesamte Stadt und das mittelalterliche Archiv. Im Auftrag der Kurfürsten wurde die im Laufe der Zeit immer stärker veränderte Grafenburg zu einem prächtigen Schloß umgestaltet. Es diente den jagdbegeisterten Regenten oft als komfortable Residenz, um von dort aus den Wildreichtum des Sauerlandes zu genießen, bis es im Siebenjährigen Krieg 1762 belagert und zerstört wurde. Die Stadt hing weitgehend von der kurfürstlichen Verwaltung sowie dem Kloster ab und verharrte in den Grenzen der mittelalterlichen Stadtmauern bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts. 1802 besetzten hessische Truppen das kurkölnische Herzogtum Westfalen und die Stadt. In ihrer kurzen Regentschaft bis 1816 haben die Hessen in nicht unerheblichem Maß die Entwicklung Arnsbcrgs geformt und Impulse für eine neue Epoche gegeben.

Diese hielt 1816 mit Freiherrn von Vincke Einzug in Arnsberg, als er das Herzogtum Westfalen für Preußen in Besitz nahm, Viele zusätzliche Behörden wurden nun nach Arnsberg verlegt, was ihr den Ruf als Verwaltungsstadt einbrachte. Die ins Sauerland beorderten preußischen Beamten waren entsetzt über die noch fast im Mittelalter verweilende Stadt. Einheimische und Neuankömmlinge begegneten sich anfangs mit Mißtrauen. Jahrzehnte später erst sollte sich abzeichnen, welch gravierende Bereicherung dieses Konglomerat aus Beamten und Bauern, Handwerkern und Technikern sowie das Nebeneinander der verschiedenen Konfessionen für die kulturelle Landschaft Arnsbergs bedeutete. Gleichzeitig begann nach einer langen Phase der Stagnation ein dynamischer Aufschwung für die Stadt, so-

wohl in städtebaulicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Die Wohnungsnot und hygienische Mißstände wurden bekämpft, neue Straßen erschlossen, Schienenwege nach Arnsberg verlegt. Den Preußen, die die Geschicke der Stadt so nachhaltig lenkten und leiteten und deren städtebauliche Zeugnisse heute noch nachwirken, verdanken wir daher indirekt eine Reihe der ansprechendsten Motive dieses Bildbandes.

Sicher ist es kein Zufall, daß die meisten Ansichtskarten in das ausklingende 19. und beginnende 20. Jahrhundert datiert werden können. Durch den sich ankündigenden Progreß und den einsetzenden Tourismus beflügelt, widmeten sich die Bürger den heimatlichen Schönheiten.

Mit dem Ersten Weltkrieg brach eine neue Welle der Bedrohung über die Stadt herein; und das Sammeln, Schreiben oder Verlegen von Postkarten wurde durch die existentiellen Sorgen der Menschen verdrängt. Erst nach dem Krieg begann diese Gepflogenheit langsam wieder aufzuleben. Die Zäsur wurde bewußt um 1930 gesetzt, weil danach eine Phase entscheidender Veränderungen herannahte.

Das alte Arnsberg, das durch die 76 Bilder auf diesen Seiten präsent wird, gibt es nicht mehr, auch wenn die Erinnerung an das Gestern in romantischen Altstadtwinkeln oder an historischen Gebäuden aufleuchtet. Stadtbrände, Kriege und der anwachsende Verkehr hinterließen ihre unauslöschlichen Spuren. Trotzdem konnte der Charakter Arnsbergs bewahrt werden, der seine Prägnanz durch die Symbiose mittelalterlicher Züge, Stilmerkmale des Klassizismus und der neuzeitlichen Bauweise erhält. Die chaotischen Verhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg brachten es mit sich, daß rings um die Stadt eine Anzahl neuer Wohnviertel geschaffen wurde, die nun wie selbstverständlich die Stadtgestalt mitprägen. Seit 1975 wuchs Amsberg mit der Stadt Neheim-Hüsten und zwölf umliegenden Gemeinden zu einer beinahe 78 000 Einwohner zählenden Stadt zusammen, deren historischen Schwerpunkt Amsberg bildet.

Und geriet das alte Arnsberg durch voreilige 'Modernisie-

rungsmaßnahmen' auch immer wieder in Gefahr, so konnte es bis heute vor größerem Schaden bewahrt bleiben. Oftmals ist der bauliche Zustand der Altstadthäuser sogar erheblich verbessert worden, denn im Laufe der letzten Jahrzehnte wuchsen das Bewußtsein und die Freude an historischen Baudenkmälern.

Ebenso förderte die Auseinandersetzung mit den klassizistischen Bauten, ein vor wenigen Jahrzehnten noch gering geschätztes Erbe der preußischen Ära, ihre sorgsame Pflege und leitete einen Prozeß der Regeneration ein. Die Sanierung des historischen Stadtkerns, die sich zur Zeit in vollem Gang befindet, wird eine wichtige Perspektive für die Zukunft der Stadt bilden, damit die Geschlossenheit und Atmosphäre der alten Bausubstanz bewahrt werden kann.

Auf den folgenden Seiten sind, mit dem alten Stadtteil beginnend, über das klassizistische Viertel, das Aufkommen der Neustadt und die Beeinflussung durch Natur und Technik, Etappen aus dem Werdegang Amsbergs herausgearbeitet worden, die durch die Begleittexte erläutert werden sollen. Sie möchten dem Betrachter der Ansichten über die schlichte Beschreibung dessen, was sich auf ihnen entdecken läßt, hinaus einen Einblick in die Historie dieser Stadt vermitteln. Da sich die Motive der Abbildungen manchmal ähneln, lassen sich Wiederholungen nicht ganz vermeiden. Andererseits könnte es gerade für die Ortsunkundigen und die jüngeren Leser zum Vorteil gereichen, wenn sich auf jedem Blatt gleich die entsprechenden Hinweise befinden.

Daß manches aus der Fülle des vorhandenen Schriftmaterials über Arnsberg nicht den ausführlichen Niederschlag fand, den es vielleicht verdient hätte, möge durch den begrenzt zur Verfügung stehenden Platz für die Texte nachgesehen werden.

Dieser Bildband will dem aufmerksamen Leser und Betrachter eine Fülle verschiedenster Informationen anbieten und das Interesse auf einen Bummel durch Amsberg wekken.

1. Vom Römberg und der 'Alten Burg' aus wirkt die Stadt im Jahre 1898 noch als einheitliches Gefüge. Sie beginnt links mit dem Altstadtrücken und seinem die Silhouette bestimmenden Glockenturm, und sie endet rechts am Kloster Wedinghausen mit dem dominierenden Turm der Propsteikirche. Im Vordergrund führt die Jägerbrücke, noch ohne die historisierende Trafostation in Gestalt eines mittelalterlichen Wehrturms, über die Ruhr. Rechts von ihr liegt die Wäsche auf der Bleiche zum Trocknen. Bei scharfem Hinsehen läßt sich hinter der Wiese das Gebäude der Stadtmüh1e nebst intaktem Mühlrad identifizieren.

2. Zum beliebten Wahrzeichen und Symbol für Amsberg avancierte im Laufe der Jahre der Glockenturm, flankiert vom Restaurant 'Zur Krim' (rechts) und Geschäftshäusern, deren Fachwerkfassaden heute wieder zur Geltung kommen (links). Der Glockenturm übte gleich zwei Funktionen aus: Zum einen bildete er früher Stadttor und Wehrturm; zum anderen übernahm er die Aufgaben eines Kirchturms für die neben ihm hinter Bäumen versteekte Stadtkapelle. Er wurde zum Träger der Stadtuhr und der Glocken des Kirchleins auserkoren. 1945 ging aus ungeklärter Ursache die barocke Turmspitze in Flammen auf. Die Amsberger mochten nicht eher ruhen, bis ihr Wahrzeichen trotz größter Materialnot 1947/48 wieder aufgebaut werden konnte. Seit jener Zeit reckt sich der mit Wetterhahn und Kreuz geschmückte Turm wieder weithin sichtbar über die Stadt.

ARNSBERG. f<aiserpförtchen

3. Eines der wenigen noch intakten Relikte wehrhafter Vergangenheit symbolisiert das Kaiserpförtehen. In Kriegszeiten mußte dieser Durchgang in der Stadtmauer auf Geheiß des Bürgermeisters zugemauert und von den benachbarten Anwohnern verteidigt werden. Heute bezeugen die in die Außenmauern der Häuserrückseiten eingelassenen Schießscharten noch immer die einstige Kampfbereitschaft der Bürger. Nahezu unverändert präsentiert sich dem Besucher dieser um 1910 fotografierte Ausschnitt. Beim Durchschreiten der historischen Pforte kann er auf den Spuren des Kurfürsten Max Friedrich wandern, der vor mehr als ZOO Jahren von der Kaiserpforte ausgehend eine Promenade anlegen ließ, die früher zu einem Englischen Garten führte.

ALT ARNSBERG VII.

Grüner Turm

4. Dieser idyllische Altstadtwinkel hat bis heute nichts von seinem Reiz eingebüßt. Der Verlauf der alten Stadtmauer ist deutlich nachvollziehbar. Sie wurde im 19. Jahrhundert etwa um die Hälfte abgetragen. Vorher reichte sie mindestens bis zum Türsturz des Eingangs zum Grünen Turm und muß eine dementsprechend düstere und erdrückende Ausstrahlung verbreitet haben. Der mit Efeu überwucherte Grüne Turm bildet einen der vier jetzt noch existierenden Wehrtürme. Das sorgfältig renovierte Bauwerk ist nun von Häusern umsäumt. Die scheinbar nostalgische Szene spielender Kinder und einer Hausfrau mit Wascheimer und Zinkwanne bei der Arbeit sollte nicht über die harten und primitiven Lebensbedingungen vergangener Zeit hinwegtäuschen, nicht die mangelhaften hygienischen Verhältnisse, Armut und Hunger vergessen lassen (vor 19(0).

5. Aufschluß über den weiteren Verlauf der ältesten Stadtbefestigungsanlagen gibt der in Sichtweite des Grünen Turms aufragende Limps- oder Mäuse-Turm, hier eine Ansicht um 1910. Die hochangesehene Zunft der Arnsberger Waffenschmiede hat ihn angeblich im 12. Jahrhundert erbaut. Aus verteidigungsstrategischen Erwägungen heraus ist der Wehrturm nach außen rund gestaltet, um an der Stadtmauer entlangzusehen; nach innen jedoch abgeflacht, um innerhalb der Stadt Platz zu sparen. Zeitweise wurde das Gemäuer auch zum Gefängnis umfunktioniert. In hessischer Zeit erfolgte die Erschließung der steilen Eselsstraße, der heutigen Bergstraße. Seit 1810 führt sie am benachbarten Limps-Turm entlang aus der alten Stadt heraus. Ihre Bauplätze waren sogenannten 'kleineren Häusern' weniger begüterter Bürgervorbehalten.

J'artie aus oer flitstoot

Arnsberg. Landsberger Hof

6. Obwohl der unmittelbar an der Stadtmauer gelegene Landsberger Hof in seiner unruhigen Vergangenheit vielen Menschen und Behörden Obdach bot, eine wechselhafte Geschichte und fürchterliche Brände überstand, Modernisierungsmaßnahmen und Abrisse verkraftete, konnte dennoch der schloßähnliche Charakter des Anwesens bewahrt werden. Errichtet wurde es ursprünglich 1605 vom Kurfürsten Ernst von Bayern für seine Konkubine Gertrud von Plettenberg. 1658 ging der weitläufige Hof als Geschenk der Westfälischen Landstände in den Besitz des Landdrosten Dietrich von Landsberg über, der sich als Wohltäter für Land und Leute einen Namen gemacht hatte. Nachdem in den 1950er Jahren die Wiederherstellung des durch Kriegseinwirkungen beschädigten Landsberger Hofes erfolgt war, konnte das Sauerland-Museum mit interessanten Exponaten zur Geschichte des kurkölnischen Sauerlandes wieder dort untergebracht werden (um 1880).

Arnsberg i. W. - Landsbergerhof.

7. Von Schloßberg und Promenade aus läßt sich gut ersehen, wie die Außenmauern der Wohnhäuser am 'Kaiserpförtchen' mit dem Landsberger Hof und seinem Wehrturm zusammen den äußeren Ring der Stadtbefestigungsanlagen bildeten, welche im Kriegsfall blitzschnell in Verteidigungsbereitschaft gesetzt werden konnten. Die spärliche Bebauung und die relativ niedrige Vegetation versprachen eine gute Fernsicht gegenüber feindlichen Besuchern. Doch wandelte sich mit dem Lauf der geschichtlichen Entwicklung auch das Stadtbild. Immer mehr Häuser wurden gebaut und erforderten zahlreichere Straßen. Links (unterhalb des Landsberger Hofes) an der Ruhrstraße sind um 1905 schon eine Reihe ansehnlicher Mietshäuser entstanden.

8. Im Jahre 1896 zentriert sich Amsberg noch fast ausschließlich in seinen alten Grenzen. Den Mittelpunkt bildet der dominierende Glockenturm. Unterhalb kann der versierte 'Kennerblick' die großen Dächer vom alten Rathaus und Landsberger Hof ausfindig machen. Deutlich läßt sich dagegen der Verlauf der alten Stadtmauer mit Limps- und Grünem Turm verfolgen. Auf der Kuppe des Altstadtrückens erhebt sich die ehemalige Jesuitenresidenz. Nach ihrer Auflösung wurde das Anwesen anderweitig genutzt, so als Brauerei und Bäckerei für den Landtag. Nebenan erstreckt sich der Dückersche Hof, der Arnsberg ab 1857 lange Jahre als Krankenhaus diente. Im Tal verläuft die heutige Jägerstraße. Als Verbindungswege zur Altstadt fungieren die Hallenstraße (rechts) und die steile Bergstraße (links). Das große, repräsentative Gebäude am rechten Bildrand ist das in hessischen Zeiten erbaute Zuchthaus, die 'alte Regierung' (heute Verwaltungsgericht ).

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