Arolsen in alten Ansichten Band 1

Arolsen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Annemarie Noll
Gemeente
:   Arolsen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3042-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Arolsen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Menschen besinnen sich heute immer stärker auf die Vergangenheit ihrer Heimat und der Wunsch wird wach, mehr über das Leben zu Großvaters Zeiten zu erfahren. Dadurch gewinnen alte Bilder von Dörfern und Städten mit ihren Bewohnern an Wert und Bedeutung.

In diesem kleinen Buch wird das Arolsen von 1880 bis 1925 lebendig. Alte Arolser werden sich wehmütig zurückerinnern. Die jungen werden beim Anblick dieser Karten und Bilder kaum begreifen, wie einfach und bescheiden - aber noch recht geruhsam - das Leben in der Residenzstadt der Fürsten zu Waldeck und Pyrmont war.

Das Fürstentum - heute Hauptteil des Landkreises Waldeck-Frankenberg - liegt zwischen dem Hochsauerland und dern Kasseler Bergland, zwischen Diemei und Eder. Durch geschickte Territorialgeschichte der Landesherrn ist Waldeck über Jahrhunderte eine geschlossene Einheit geblieben. Franken und Sachsen stritten im frühen Mittelalter um die Vorherrschaft; später waren es die geistlichen Mächte Paderborn, Corvey, Köln und Mainz, aber auch die Landgrafen von Hessen-Kassel.

Auf einem etwa 285 Meter hohen Plateau zwischen dem Bicke- und Aartal liegt die Stadt Arolsen. Trotz des modernen Verkehrs und der ständig zunehmenden Bautätigkeit hat sich Arolsen die heitere und aufgeschlossene Atrnosphäre als ehemalige fürstliche Residenz des 18. Jahrhunderts erhalten. Diese fasziniert heute die Gäste der Stadt, die in zunehmendem Maße die aufstrebende Kur- und Badestadt aufsuchen und

lieben lernen. Die Große Allee, bereits dreihundert Jahre alt, sechsreihig und l,S Kilometer lang, begeistert mit zahlreichen anderen Alleen, die in allen Richtungen zu den nahen Wäldern führen, jeden Besucher. Hier kann er weite Spaziergänge machen; doch auch dem Gehbehinderten bieten sich viele Möglichkeiten, sich der Natur zu erfreuen.

Arolsen wird um 1100 als Edelsitz des Harold, nämlich Haroldshausen, auch 'Aroldessen' genannt. 1132 entstand hier ein Nonnenkloster der Augustinerinnen. Notzeiten veranlaßten die Waldecker Grafen, das Nonnenkloster in ein Mönchskloster umzuwandeln (1493). Unter den Antonitern aus Grünberg/ Hessen kam es zu neuer Blüte, wurde aber mit der Reformation 1526 aufgelöst. Das Gebäude wurde zu einem Grafenschloß umgebaut. Arolsen wurde Residenz und blieb es bis 1918. Fürst Friedrich Anton Ulrich ließ 1710 das Renaissanceschloß abreißen und erbaute das heutige von 1713-1729 im barocken Stil im Anklang an Versailles. Arolsen war der Sitz der fürstlichen Landesregierung.

Das Land war in drei Kreise (Twiste, Eisenberg und Eder) aufgeteilt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Waldeck Freistaat. Einige Jahre später (1929) erfolgte der Anschluß an Preußen. Im Zweiten Weltkrieg (1940) wurden die drei Kreise zusammengelegt und die wichtigsten Behörden gingen nach Korbach. Von Kriegsschäden verschont, blieb der schöne barocke Kern der Stadt erhalten. Nun stand Arolsen vor neuen Aufgaben. Es gelang die Ansiedlung von Industriebetrieben, während der Kurbetrieb nur langsam

begonnen werden konnte. Gleichzeitig ließen sich der I.T.S. (International Tracing Service), eine Stelle des Genfer Roten Kreuzes, in der sich die Unterlagen aller in den Konzentrationslagern umgekommenen Menschen befinden, sowie das Goethe-Institut mit durchschnittlich monatlich sechzig bis achtzig Studenten aus aller Welt in Arolsen nieder.

Nach der Gemeindereform, in der sich elf Nachbargemeinden der Stadt anschlossen, zählt Arolsen rund 16 000 Einwohner. Nicht umsonst wurde Waldeck das 'Genieländchen' genannt. Kunstliebende Fürsten zogen Künstler und Wissenschaftler an den Arolser Hof, die Waldeck über seine Grenzen bekannt machten. Der bekannte Bildhauer Christian Daniel Rauch (1777-1857) wurde in Arolsen geboren und ist durch seine Werke in Berlin (Sarkophag der Königin Luise, Denkmal Friedrichs des Großen, der Figuren Glaube, Liebe, Hoffnung und anderem) unsterblich geworden.

Der Stammvater der Malerfamilie Kaulbach war in Arolsen Hofschreinermeister und Stadtoberhaupt. Sein Enkel Wilhelm schuf die Illustrationen zu Goethes Reinicke Fuchs und die Fresken im Treppenhaus des Neuen Museums zu Berlin. Sein Neffe Friedrich August war Akademiedirektor in München. Der hessischen Malerfamilie Tischbein verdankt der Arolser Hof zahlreiche Gemälde im Schloß.

Bis in die neuere Zeit reißt die Kette der Namen bekarmter Männer nicht ab; so der Chemiker Robert Bunsen (1811-1899); der Begründer der deutschen Hochseefischerei DL Walther Herwig (1838-1912);

Dr. med. Rudolph Klapp (1872-1949) entwickelte das 'Klappsche Kriechverfahren' und Professor DL med. August Bier (1861-1949) in Berlin.

Das Wappen der Stadt Arolsen existiert seit 1730. Es zeigt ein großes lateinisches A unter der oberen Hälfre eines achtstrahligen schwarzen waldeckischen Sterns, darüber das Auge Gottes mit Strahlen, das über Arolsen wachen soll. 1938 wurde ein neues Wappen geschaffen. Es gilt heute noch.

Für den Bildteil stellten freundlicherweise alte Aufnahmen, Postkarten und Zeichnungen zur Verfiigung:

Fürstenhaus zu Waldeck und Pyrmont, Stadtverwaltung Arolsen, Archiv des Waldeckischen Geschichtsvereins, Rehabilitationszentrum Bathildisheim e.V. und die Familien:

Ette: 3 Gottmann: 8 Herbst: 2 Huffert: 25 Kraushaar: 1 Lütteke: 1 Meister: 13 Münch: 1 Noll: 6 Schröder: 3 Stöcker: 5 Weber: 1

Ich danke allen für ihre tätige Mithilfe.

1. Das Schloß ist 1713-1729 durch den Fürsten Friedrich Anton Ulrich zu Waldeck und Pyrmont (1676-1728) im barocken Stil im Anklang an Versailles erbaut worden. Baumeister war Julius Ludwig Rothweil (etwa 1675-1750). Es gehört zu den schönsten erhalten gebliebenen barocken Schlössern. Hier wohnen heute noch in ununterbrochener Folge die Nachkommen der Grafen und Fürsten zu Waldeck und Pyrmont. Ihre Stammburg war Schloß Waldeck am Edersee. Der Mitteltrakt des Schlosses ist im Sommer für Besichtigungen freigegeben. In zahlreichen Räumen hängen Gemälde der verschiedenen Maler der Familie Tischbein. Es enthält Empiremöbel des Kunstschreinermeisters Johann Wilhelm Kaulbach (1749-1829), dem Stammvater der Malersippe Kaulbach.

Arolsen.

Res. Schloss, Parkseite.

2. Bliek auf die Rückseite des Schlosses vom Schloßteich aus. Die Anlagen wurden vor einigen Jahren zum Teil für die Öffentlichkeit freigegeben,

3. Vor dem Schlosse befindet sich die 'Grafft', das ist der Wassergraben, der zwischen 1526 und 1530 durch den Grafen Philipp 111. von Waldeck und seiner Frau Anna von Cleve im Rahmen des Umbaus des Antoniter-Klosters zum Schloß angelegt wurde. Die 'Grafft' ist erst 1866 trocken gelegt worden. Sie war vor dem Ersten Weltkriege mit Rosenbögen versehen und konnte begangen werden. Im Hintergrunde sieht man die patrouillierende Schloßwache.

4. Bliek auf dem 'Vorhof', der Fürstlichen Meierei, die schon vor der Stadtgründung bestand. Rechts das Gärtnerhaus mit Uhrtürmchen, 1819-1821 durch Baumeister Theodor Escher errichtet.

5. Anlagen außerhalb des Schloßhofes. Die mit wildem Wein bewachsenen Stäbe an den Wegrändern wurden nach dem Zweiten Weltkriege entfernt und an der Schloßzufahrt Rhododendronbüsche angepflanzt. Das große Gebäude ist das frühere Waldecksche Regierungsgebäude; heute ist es Sitz der Waldecksehen Domanialverwaltung. Es war früher als Palais für den Prinzen Ludwig (1707-1739) geplant, der im Türkenkriege sein Leben ließ.

6. Gegenüber dem Alten Schloß lag das 'Neue Schloß', das 1763 bis 1778 durch die Fürstin Christiane als Witwensitz erbaut wurde. 1853 ist es irn klassizistischen Stil umgebaut worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es mit dem Park, dem 'Bousquet', in den Besitz der Stadt Arolsen über. Durch einen Großbrand im Januar 1971 war es fast völlig zerstört worden. Es wurde im alten klassizistischen Stil wieder aufgebaut und innen zu einem modernen hundertzwanzig-Betten-Hotel ausgebaut.

7. Die Schloßstraße (frühere Herrengasse, dann Hauptstraße), vom Schloß aus gesehen, Der Stadtkern ist seit seiner Entstehung (1717-1767) kaum verändert worden. Die Häuser mußten in einem bestimmten Stil gebaut werden, abwechselnd mit drei und fünf Fenstern. Die Straße steht heute mit anderen Straßen der Gründungszeit unter Denkmalschutz und gibt der Stadt ihren besonderen Reiz.

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8. Haus Nummer 15 auf der Nordseite der Schloßstraße. Es gehörte im 18. Jahrhundert einem waldeckischen Offizier, der in holländischen Diensten in Afrika gekämpft hatte. Im Inneren waren schöne alte Wandtäfelungen aus der Rokokozeit. Von 1808 bis 1900 war hier die Buchhandlung A. Speyer untergebracht, die Vater und Sohn betrieben. Auf dem Bilde ist es bereits im Besitz des Friseurs Franz Rohrbach; jetzt ist hier eine Speisegaststätte.

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