Artern in alten Ansichten

Artern in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus Schmölling und Andreas Schmölling
Gemeente
:   Artern
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6011-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Artern in alten Ansichten'

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Einleitung

Unter den bisher im Verlag Europäische Bibliothek erschienenen über 4 500 kulturhistorischen Titeln, darunter ungefähr

1 000 Bände mit Darstellungen deutscher Städte und Gemeinden, reiht sich nunmehr mit vorliegender Ausgabe der Buchreihe 'in alten Ansichten' auch die nordthüringer Kleinstadt Artern a.d. Unstrut ein, um in einem fotografischen Streifzug Ansichten des Ortes und ihrer Bewohner zwischen 1880 und 1930 vorzustellen. Schlaglichtartig werden auf7 6 Fotos jene fünfzig [ahre zwischen der Gründerzeit und dem Ende der Weimarer Republik, in denen sich Artern vom überwiegend landwirtschaftlich geprägten Städtchen zu einem Agrar-IndustrieOrt entwickelte, dargestellt. Ein halbes Iahrhundert, in dem sich das Weichbild der Stadt Artern drastisch veränderte und aus seinen engen Grenzen, die das mittelalterlich geprägte Ortsbild vorgab, herausbrach, jedoch nicht unter Vernachlässigung der althergebrachten und historischen Baulichkeiten, ist auf nachstehenden Seiten schriftlich fixiert und mit aussagefähigem Fotomaterial belegt worden.

Der Beginn der Ära fotografischer Aufnahmen in Artern fällt in den Anfang der vorgegebenen Zeitspanne, also um 1880. Ältere Darstellungen liegen vor, sowohl in fotografischer Form als auch in Skizzen, Stichen und Gemälden. Trotzdem kann der Durchbruch der Fotografie in Artern in die Anfangszeit des 2. Deutschen Reiches gelegt werden. Das gesamte 19. [ahrhundert

ist somit für die Stadtgeschichte relativ gut bildlich dokurnentiert. Sowohl diverse Stadtansichten als auch Bilder der Arterner Saline, weiterhin Gemälde von einheimischen Persönlichkeiten und einzelne Baulichkeiten sind überliefert. Bei älteren Ansichten Arterns dagegen stellen sich erhebliche Defizite ein, So besitzt die Stadt beispielsweise leider keine Stadtansicht von Matthäus Merian, wiewohl ihn andere Städte in der näheren und weiteren Umgebung vor der Mitte des 17. Jahrhunderts haben anfertigen lassen. Auch die Quantität der Darstellungen jüngeren Datums bis zum 19. Iahrhundert läßt sehr zu wünschen übrig.

So bleiben vorerst nur die Darstellungen des letzten [ahrhunderts wichtige Informationsträger. In enger Verbindung mit der Fotografie und deren Abbildung steht das Aufkommen der Postansichtskarten um die [ahrhundertwende. Eine wahre Flut von bildlichen Darstellungen setzte nunmehr auch für Artern ein und kann die Zeit von 1880 bis 1930 mit einer mehrhundertfachen Anzahl von verschiedenen Stadt- und Einzelobjektansichten belegen. Diese Ansichtskarten sind heute ein wichtiges Objekt der Heimatforschung und beliebter Sammlergegenstand der Philokartisten. Hinzu kamen zahlreiche Aufnahmen berufhcher Fotografen und Amateuren. Nicht nur Stadtansichten, Straßen und Gebäude fanden sich im Lichtbild wieder, auch Familien und Einzelpersonen wurden aufFotos verewigt, die

heute für die Familienforschung ein nicht unerhebliches Potential bilden. All diese Aufnahmen sind heute unwiederbringliche Dokumente der Geschichte der Stadt Artern. Besonders interessant spiegeln sich dabei die Mischungen althergebrachter und neuer Elemente im Leben der Bürger bzw. im Gesamtstadtbild wieder.

Die Stadt Artern ist, wie jeder andere Ort ebenfalls, ein großes Gemeinschaftswerk. Generationen arbeiteten all Bild der Stadt und schrieben sich in das große Geschichtsbuch von Artern ein. Aus ihrer Masse erhoben sich von Zeit zu Zeit Einzelpersönlichkeiten, deren Initiative, Ausdauer und Mut für den kommunalen Bereich, Wirtschaft, Kultur usw. Hervorragendes aufblühen ließen. Insbesondere die Bürgermeister der Stadt Artern, der Magistrat und die Stadtverordneten sind diesbezüglich zu erwähnen. An ihre Seite gesellten sich viele Iokal, regional und auch überregional bekannte und bedeutsame Männer, deren Unternehmungen auf vielen Gebieten maßgebend waren. Sie alle waren es, die in unermüdlicher Zusammenarbeit den ökonomischen Aufschwung in Artern mithalfen zu forcieren.

Im Zuge dieses schwierigen und langwierigen Prozesses entstanden innerhalb jener fünfzig [ahre unseres Dokumentationszeitraumes unter anderem nachstehende Betriebe und Einrichtungen, die die aufblühende Wirtschaft in Artern maßgeblich beeinfiußten: Eisenbahnanschluß (1879), Reuß'sche

Blechschmiede und spätere Kyfihäuserhütte (1881), Eisenwerk Brünner (1890), Malzfabrik (1898), Kalb'sche Möbelfabrik (1902), Kyfihäuserkleinbahn (1916). Zu diesen neuen Werken fügten sich die bereits bestehenden, älteren Betriebe hinzu, so die seit 172 8 produzierende Saline, der Darlehens- und spätere Bankverein ab 1862, die Zuckerfabrik ab 1865 und nicht zuletzt das Eisenwerk Weber seit 1873. Genannte Unternehmen in ihrer Gesamtheit, nebst den anderen, nicht erwähnten Klein- und Handwerksbetrieben der Stadt Artern bildeten den Nährboden für einen nicht unerheblichen Aufschwung in jedweder Beziehung.

Gute und schlechte Zeiten durchlebte Artern während 1880 und 1930. Einen Tiefpunkt erreichte auch Artern während des Ersten Weltkrieges, in dessen Verlauf zahlreiche Einheimische ihr Leben lassen mußten. Die unsichere Nachkriegszeit beendete die Weimarer Republik mit ihren zahlreichen Krisensituationen und den ersten Anzeichen des aufkommenden Nationalsozialismus.

Die Anzahl der Fotos in vorliegendem Band 'Artern in alten Ansichten' versucht einen breitgefächerten Eindruck vom Aussehen und Leben der Stadt zu vermitteln. [edoch bilden die stets beliebten Fotomotive, die so einen bleibenden Eindruck vom Reiz unserer Kleinstadt hinterlassen, ebenfalls Mittelpunkt unserer Darstellungen. Vieles von dern, was aufnachstehenden Sei-

ten zur Abbildung kommt, ist von der Bildfläche verschwunden, bestenfalls noch in Resten vorhanden oder stark verändert aufuns gekommen. Trotzdem erhielt sich bis heute ein Stadtbild, mit dem sich jeder Einheimische identifizieren kann. Altes mußte weichen und Neues kam hinzu. Bisher hatte man Zeit, sich mit diesem Neuen in Artern anzufreunden, ohne das Alte jedoch der Vergangenheit anheimfallen zu lassen. Heute dagegen ist das Tempo entschiedend schneller geworden. Abriß und Neuaufbau gehen in atemberaubender Schnelligkeit vor sich. Die gegenwärtige Umbruchphase erfordert darher ein schnelles Reagieren, um den immerwährenden Prozeß von Werden und Vergehen für die Zukunft im Bild festzuhalten. Wie damals ist es heute um so nötiger, jegliche Veränderungen im Stadtbild zu dokumentieren. Nur so kann die Entwicklung des Weichbildes von Artern seit dem 19. Iahrhundert so lückenlos als möglich im Bild festgehalten und erläutert werden. Zu wünschen bleibt, daß sich im Stadtbild Historie und Moderne einander die Hand reichen, Altes restauriert und Neues dem bereits Dagewesenen angepaßt wird. Anfänge wurden gemacht und aus Fehlern gelernt. Nur so ist und bleibt Artern unverwechselbar und erkennbar.

Der Band 'Artern in alten Ansichten' wäre kaum zustande gekommen ohne die freundliche Unterstützung von Leihgebern. Wir danken den Damen Chris ta Brandt, Karin Blümel, Olli

Herrmann und I1se Esser sowie den Herren Fritz Göbel, H. Liebe.Iohannes Puchta, ferner der Galerie Aratora und dem Heimatverein Aratora.

Artern, im Winter 1994/95

Andreas und Klaus Schmöl!ing

Mehr als 1 200 [ahre sind vergangen, seitdem in einer mittelalterlichen Abschrift des im Original um 786 entstandenen 'Breviarium Sancti Lulli' auch das Dorf' aratora' in einem Besitzverzeichnis des Klosters Hersfeld seine Ersterwähnung fand. Dort werden in Artern, Edersleben und Kachstedt sechs Ländereien und sechs Gehöfte vermerkt, die sich in Klosterbesitz befinden. Der recht eigentümliche Name Artern weist in seiner Wurzel auf den Ackerbau hin, so daß Artem als Siedlung der Ackerbauern verstanden werden könnte. Im 14. [ahrhundert zur Stadt erhoben, beginnt auch die eigentliche schriftlich fixierte Geschichte von

Artern. Das Foto zeigt Rathaus und Marienkirche um 1930.

2 Die Luftbildaufnahme von Artern um 192Dbietet interessante Aufschlüsse über das historisch gewachsene Stadtbild. Schnurgerade und im rechten Winkel verlaufend, ziehen sich die aus ihrer mittelalterlichen Anlagezeit stammenden Straßen hin. Die Siedlung oberhalb des ehemaligen Wasserschlosses an der Unstrut erfolgte im planmäßigen Aufbau, im Gegensatz zur Artemer Altstadt, deren Grundriß eine scheinbar unüberlegte Anordnung der Häuser verrät. Bis hinein in das 20. Iahrhundert bewegte sich die Arterner Neustadt in ihren historischen Grenzen, die einst durch die

Stadtmauern festgelegt waren, ehe eine Expansion auch darüber hinaus erfolgte.

3 Blick auf das Arterner Rathaus und den Marktplatz. Seit dem [ahr 1906 hat die Stadtverwaltung im Rathaus ihr Domizil, da dessen Vorgängerbau von etwa 1300 zu baufállig und eng geworden war. Das für kleinstädtische Verhältnisse großzügig angelegte Rathaus mit seinem hohen Uhrturm prägt das Weichbild der Stadt. Unter dem Baldachin an der Südostseite ist der Arterner 'Roland' zu erkennen. Zwischen den Bäumen auf dem Marktplatz steht das Denkmal zu Ehren der Gefallenen der Kriege 1864, 1866 und 1870/71, das am 21. Oktober 1896 feierlich eingeweiht wurde. Als Brunnen angelegt, kam es - ebenso wie der

'Roland' - in DDR-Zeiten bzw. 1947 zum Abriß.

4 Seit dem Beginn des Industriezeitalters prägten die hohen Schornsteine, vor allem der Arterner Saline, das Weichbild der Stadt. Im Volksmund als 'Salzstangen' bezeichnet, kündeten die Schlote weithin sichtbar von der Salzsiedung in Artern. Über den Dächern der Stadt werden der Turm der Veitskirche und rechterhand die Grünanlagen des Salineparks sichtbar. Auch das hohe Siedehaus von 1928 mit dem höchsten Schornstein fallen dem Betrachter ins Auge. Im linken Mittelgrund erhebt sich das langgestreckte Malzfabrikgebäude. Das weite Riethland wird im Hintergrund von den Höhenzügen des Bottendorfer Hügels und

des Ziegelrodaer Forstes abgegrenzt.

5 Ungefähr acht Iahrhunderte sind seit der Erbauung der Arterner Marienkirche vergangen. Aus der Frühzeit des Gotteshauses blieb der romanische Turm mit seinen rundbögigen Schallfenstern erhalten. Dagegen sind sowohl die sogenannte Winterkirche als auch das mächtige Westschiff jüngeren Datums und vereinigen in reizvoller Weise gotische, renaissancezeitliche und barocke Elemente. Die Innenausstattung trägt jedoch eher neuzeitlichen Charakter. Ein Prachtstück aus dem 18. [ahrhundert ist die große Orgel im Westschiff. Die Marienkirche steht unter Denkmalschutz und ist eines der wenigen mittelalterlichen Zeugen der

Stadtgeschichte. Seit 1992 wird der Kirchenbau aufwendig saniert.

6 Als Geschäfts- und Einkaufsbereich der Stadt Artern stellen sich sowohl die Leipziger Straße als auch der Bismarckplatz dar. Zahlreiche Läden und Dienstleistungsunternehmen wechseln einander ab und geben diesem innerstädtischen Bereich seinen Flair. Damals noch an dem Verkehr angeschlossen, bot sich der Bau eines Wiegehäuschens an, das im Iahre 1911 in Betrieb genommen wurde. Es befindet sich hinter dem großen Baum, links im Bild. Ins Auge fallen die prachtvollen Einkaufshäuser an der rechten Straßenseite, die von einem gewissen Wohlstand der Stadt zeugen. Die Geschäftsgebäude im Hintergrund, von Rathaus

und Kirche überragt, sind älteren Baujahres und entsprechend schlichter in ihrer Architektur.

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. .[;eip"iger Strasse am j3ismarck- j'latz

7 Von der Bahnhofsbrücke arn Südostrand der Stadt Artem blickt der Betrachter auf die Verwaltungs- und Bahnabfertigungsgebäude des Hauptbahnhofes. Seit 1879 hat Artern einen eigenen Bahnanschluß, zuerst mit der Linie Sangerhausen-Erfurt, seit 1889 mit der Strecke nach Naumburg und ab 1898 nach Sondershausen. Im [ahre 1916 kam die Streckenführung der KyffhäuserKleinbahn nach Berga/Kelbra hinzu, deren Betrieb jedoch 1966 eingestellt wurde, während die anderen genannten Linien noch heute befahren werden. Die KyffhäuserKleinbahn hatte neben ihrem Haltebahnhof (hier nicht im Bild) noch einen weiteren,

den sogenannten Westbahnhof in Artern, Das Foto entstand vor der Errichtung des Wasserturmes.

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