Asperg in alten Ansichten

Asperg in alten Ansichten

Auteur
:   Theodor Bolay
Gemeente
:   Asperg
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0159-2
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Asperg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wie ein Riese aus grauer Vorzeit steht der 356 Meter hohe Hohenasperg inmitten des fruchtbaren 'Langen Feldes'. Er ist ein Gipskeuperhügel, ein Zeugenberg, der übrig blieb aus der Keuperdecke, die einst das Neekarland bedeckte. Weit geht der Bliek hinaus in die Lande, kein Wunder, wenn der Berg schon in vorund frühgeschichtlicher Zeit als Fliehburg und Fürstensitz Bedeutung erlangte. Das 'Kleinaspergle', das auf der Anhöhe südlich der Stadt heute noch zu sehen ist, ist ein Fürstengrab aus der Zeit des 5. J ahrhunderts vor Christi. Auch der Grabhügel 'Grafenbühl', der irn Jahr 1964 erforscht wurde, gehört zu dieser Hügelgruppe.

Als um 500 nach Christi die Franken die Alemannen südwärts drängten, wurde der Berg ein fränkischer Herrensitz, Sitz eines Gaugrafen, dem auch das Gaugericht unterstand. Damals dürfte am Fuße des Berges eine alemannische Siedlung vorhanden gewesen sein. Im Jahr 819 und im Jahr 902 schenkten fränkische Gaugrafen ihren Asperger Besitz dem Kloster Weißenburg in Elsaß. Im 11. Jahrhundert gelangte der Glemsgau an einen Grafen von Ingersheim-Calw. Dieser erbaute auf dem Berge eine Burg mit Wohnhaus, Kapelle und Bergfried. Von diesen Grafen gelangten dann Berg und Burg als Lehen in den Besitz der Pfalzgrafen von Tübingen, die den Weißenburger Besitz innehatten. Ein Enkel des Pfalzgrafen Hugo lIl., Graf Wilhelm, gründete 1220 die Seitenlinie der 'Grafen von Asperg' . In diese Zeit dürfte die Gründung des Städtchens auf dem Berge anzusetzen sein, denn schon im Jahr 1304 wird das Bergstädtchen mit 'Civitas' bezeichnet und es wohnten darin ungefähr einhundertdrei Einwohner. Ein Urenkel dieses Stifters, Graf Ulrich lIL, verkaufte 1308 Burg und Stadt an seinen Oheim, den Grafen von Württemberg. Und seit dieser Zeit ist Asperg württembergisch.

Im August des Jahres 1360 war die Burg von Pfalzgraf Rupprecht belagert worden und am 25. September 1381 bestätigte der Kaiser den Wiederaufbau der Asperger Burg. Diese neue Burganlage bestand aus dem Schloß, umgeben von hohen Türmen und einem breiten Graben. Daneben lag die schon erwähnte Stadt, sie besaß besondere Freiheiten, Privilegien und seit dem Jahre 1510 sogar ein Stadtrecht. In die Zeit Herzog Ulrichs fällt die Belagerung des Berges durch die Truppen des Schwäbischen Bundes. Am 25. Mai 1519 zog der Kommandant nach ehrenvoller Kapitulation vom Berge und fünfzehn Jahre lang waren nun die Kaiserlichen Herren auf Hohenasperg. Erst im Juni 1534 gelangte der Herzog wieder in den Besitz des Hohenasperges. Alsbald ließ er die Burganlage zur Festung ausbauen und die Bewohner des Bergstädtchens wurden nach 'Weihenberg' am Fuße des Berges umgesiedelt, das nun den Namen 'Unterasperg' erhielt und auch die Stadtgerechtigkeit innehatte. Um diese Zeit wurde die Reformation eingeführt und eine Volksschule ins Leben gerufen.

Zur Zeit des Schmalkaldischen Krieges wurde die Feste am 12. Februar 1547 den Kaiserlichen übergeben und für sechs Jahre waren Spanier Herren auf der Feste und im Land um den Asperg. 1557 erhielt Asperg erstmals eine evangelische Kirche, die heutige Michaelskirche. Im Jahr 1594 wurde ein neues Rathaus gebaut und im Jahr 1608 zählte man in Asperg dreiundachtzig Bürger, Die schlimmste Zeit brach über Unterasperg herein, als von August 1634 bis Juli 1635 der Hohenasperg im Dreißigjährigen Kriege von den Kaiserlichen belagert wurde, und kurz vor Ende des Krieges zerstörte eine gewaltige Feuersbrunst einen Großteil der wieder aufgebauten Häuser. Im Jahr 1688 und 1693 waren Franzosen, Melacs Scharen, im Besitze der Burg und erst danach kehrten friedlicher Zustände auf dem Berge und im Städtchen ein.

Im Jahre 1653 wurde dann anstelle des abgebrannten Rathauses beschlossen, ein neues zu bauen und im Jahr 1656 wurde den Aspergern ein Jahrmarkt, auf Jakobi fällig, genehmigt. Neue Sorgen und Nöte für die Stadt verursachte die Gründung von Ludwigsburg im Jahr 1714. Auf Wunsch des Herzogs sollte die neue Residenz mit einem eigenen Amte verbunden werden, das aus Gemeinden des bisherigen Amtes Asperg und des Amtes Markgröningen gebildet wurde. Zwar setzten sich die Asperger gegen dieses Vorhaben Jahrzehnte hindurch zur Wehr, aber sie mussten endlich erkennen, dass man im Zeitalter absoluter Fürstengewalt nicht nach Recht und Gerechtigkeit verfuhr.

Erst 1875 wurde Asperg wieder zur 'Stadt' erhoben, und in der Erneuerung vom 6. Dezember 1875 steht am Schluss geschrieben: So ist es nur die Wiederherstellung des alten Rechtes, wenn der gewerbsamen Gemeinde Asperg, welche in neuerer Zeit einen erheblichen Aufschwung genommen hat, das Prädikat einer Stadt wieder verliehen worden ist.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bot Asperg das Bild einer ländlichen Bauern- und Weingärtnersiedlung. Im Ort selbst arbeiteten Handwerker, von denen ein jeder über eigene Grundstücke verfügte und auch einen kleinen Viehbestand sein eigen nannte. Einziger Industriezweig war die Gipsgewinnung. Nachdem im Oktober 1846 die neuerbaute Eisenbahnstrecke von Cannstatt bis Ludwigsburg in Betrieb genommen worden war, wurde die Weiterführung der Strecke alsbald in Angriff genommen und im Juli 1848 konnte bereits das Teilstück Ludwigsburg-Bietigheim dem Verkehr übergeben werden. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurden immer neue Siedlungsgebiete erschlossen, die Bahnhofstraße gebaut und das alte Stadtgebiet in Richtung Bahnhof ausgeweitet. Aus einem handwerklichen Kleinbetrieb heraus entwickelte sich allmählich die erste württembergische Eisschrankfabrik, die heute unter dem Namen 'Eisfink' weltbekannt ist. Aus kleinen Anfängen heraus entwickelte sich auch eine Möbelindustrie und auch die früheren beiden Ölmühlen hatten einen guten Kundenkreis unter den Bauern der benachbarten Dörfer. Die benachbarten Industrien in Ludwigsburg, Kornwestheim und Feuerbach boten vielen Aspergern Arbeit und Verdienst, so dass aus dem ehemaligen Bauern- und Weingärtnerstädtchen mehr und mehr eine Arbeiterwohngemeinde wurde und erst nach dem Ersten und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neue Industrien am Ort selbst angesiedelt, so dass weniger Pendler gegenüber früher zu verzeichnen sind.

Am 22. Mai 1854 wurde von der Kasernenverwaltung Hohenasperg und dem Gemeinderat und Bürgerausschuss von Asperg ein Verhandlungsprotokoll über die Vereinigung der bisherigen Teilgemeinde Hohenasperg mit Asperg verfasst, dessen 1. Punkt lautete: Die Festung Hohen Asperg bildet im Sinne des Art. b des Gesetzes vom 7. September 1853 eine Teilgemeinde mit eigener juristischer Persönlichkeit, und im Punkt 3 heißt es: Ein Anwalt ist für die Parzelle Hohenasperg nicht zu bestellen, vielmehr tritt in allen gesetzlich geeigneten Fällen die Tätigkeit des Schultheißen zu Asperg zu. Und seit dieser Zeit gehört der Hohenasperg zur Stadt Asperg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mehr als 2 500 Wohnungen gebaut und nahezu 12000 Menschen sind hier wohnhaft. Trotz der nahen Kreisstadt sind sie mit allem versorgt, was die Lebensqualität einer Kleinstadt heute ausmacht: mit Stadthalle und Schwimmbad, einem schön gelegenen Freibad, einer modernen Rundsporthalle und einem Schulzentrum mit Gymnasium. Ein Partnerschaftsverhä1tnis verbindet Asperg mit der Stadt Lure in Frankreich und Freizeiteinrichtungen dienen der Bevölkerung. Am Osterholz wurde ein neues Industriegebiet erschlossen, so dass 2 500 Arbeitsplätze heute zur Verfügung stehen. 3 000 Auspendlern stehen 1000 Einpendler gegenüber und die Nähe der Bundesautobahn bedeutet eine Steigerung des örtlichen und überörtlichen Verkehrs. So ist Asperg im Raum von Groß-Stuttgart zu einem bedeutenden Fremdenverkehrsort, dank des Hoherraspergs, geworden und die zahlreichen Gasthöfe sorgen für das leibliche Wohl der Besucher aufs beste. Dieses Bildbändchen will ein Bild Aspergs und des Asperger Lebens um die Jahrhundertwende bieten und ich danke allen, die ihre Bilder zur Verfügung stellten, sowie Herrn Heinz vom Bürgermeisteramt Asperg für seine Unterstützung.

Literaturhinweis: Theodor Bolay, Chronik der Stadt Asperg, 1978. Verlag Peter Krug, 712 Bietigheim-Bissingen.

Theodor Bolay, Der Hohenasperg - Vergangenheit und Gegenwart, 1972, zweite Auflage. Verlag Peter Krug, 712 Bietigheim-Bissingen.

1. Auf dem oberen Bildstreifen sehen wir im Vordergrund den 'See' mit Weiden umgeben. Im Jahr 1869 wurde dem Hirschwirt Kauffmann gestattet, östlich des Sees eine Eishütte zu erstellen. Die Reinigung des Sees hatte er auf seine Kosten besorgen zu lassen. Das nach Verordnung der Ärzte für hiesige Kranke erforderliche Eis hatte Kauffmann unentgeltlich abzugeben, Heute ist anstelle des Sees die Seestraße angelegt.
Auf dem unteren Bildstreifen sehen wir die Gegend um die Michaelskirche. Zur Linken ist das Pfarrhaus ersichtlich, dahinter das Rathaus mit dem Türmchen. Auf der linken Bildhälfte ist am Horizont das 'Kleinaspergle', ein Fürstengrab aus der Hallstattzeit, zu erkennen.

2. Die ehemalige herrschaftliche Zehntscheuer am Kelterplatz. Mit hoher Genehmigung der K. Oberfinanz Cammer Abteilung für Domänen, vom 14. Januar 1858 Nr. 157 verkauft das K. Kameralamt Ludwigsburg die Herrschaftliche Zehntscheuer in Asperg zwischen dem Keltern Platz stehend mit 1 Then und 2 Bam. Der Flächengehalt beträgt bei der Scheur 21,4 Ruthen, der Hofraum 2,7 Ruthen, zusammen 24,1 Ruthen, an Rudolph wiedmaier in Asperg um 745 Gulden. ..

3. Ansichtskarte aus der Zeit um 1905. Zu sehen ist die Hauptdurchgangsstraße von Stuttgart über den Asperger Sattel ins Unterland. Von dieser Straße zweigt beim Rathaus links die Straße nach Markgröningen-Pforzheim, rechts die Straße zum Bahnhof ab. Die Häuser im Vordergrund rechts stehen an der Straße nach Eglosheim-Ludwigsburg.

4. Eine Stadtansicht mit dem Hohenasperg aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg! Noch bietet die Ansicht das Bild eines in sich geschlossenen Stadtwesens, umgeben von einem Kranz von Obstbäumen und Rebenhängen. Rechts von der Kirche ist die Anlage der Eisschrankfabrik Fink gerade noch sichtbar.

5. Im September 1885 hatte die Stadt Asperg 31,50 Ar in der Flur 'Hutwiesen' der Zuchthansdirektion Ludwigsburg käuflich überlassen, im Zusammenhang mit der geplanten Ausführung des Baues einer Wasserleitung für Hohenasperg. Im Sommer 1887 wurde dann mit den Bauarbeiten begonnen. Aus dieser Zeit stammt die Pumpstation, die im Jahr 1966 abgebrochen wurde,

6. Im Jahre 1847 war die Bahnlinie Ludwigsburg-Bietigheim eröffnet worden. Es war notwendig, dass vom Städtchen Asperg zur Bahnstation, die außerhalb lag, eine Wegverbindung hergestellt wurde. Der Gemeinderat beschloss daher, das bisherige Vorrainweglein zur Bahnhofstraße auszubauen. Auf der Postkarte, aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, ist ersichtlich, dass sich bis zu dieser Zeit der Ausbau der Bahnhofstraße nur langsam vollzogen hat und dass auf der Karte noch eine deutliche Baulücke links von der rechts am Bildrand zu sehenden Gipsfabrik mit ihrem hohen Schornstein zu erkennen ist. Der innere Festungshof gewährt die Ansicht vom Spital- und Kommandantenbau, dem Kellereibau zur Rechten und dem Arsenalgebäude zur Linken. In der Mitte die Grünanlage mit der 'Juristischen Linde'.

7. Diese Postkarte stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Links oben sehen wir den Marktplatz mit dem Rathaus vor seinem Umbau, dahinter die Schmiede, dann ein Geschäftshaus und das Gasthaus 'Zur Krone', Die Königstraße rechts führt zum Hohenasperg. Das Kaufhaus Hiller war, wie es damals üblich war, ein Gemischtwarengeschäft, in dem man alles für den täglichen Gebrauch Notwendig kaufen konnte. Rechts davon die Kirche St. Michael mit dem Schneckenturm aus der Zeit um 1607. Unten sehen wir ins Innere der damaligen Kirche mit der Kanzel und der Empore auf der die Orgel ein Unterkommen gefunden hatte. Die Gesamtansicht zeigt rechts unter den Pappeln und Weiden den früheren See.

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