Auerbach in alten Ansichten Band 2

Auerbach in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Martin
Gemeente
:   Auerbach
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5886-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Auerbach in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Bereits im ersten Band 'Auerbach in alten Ansichten' wurde von mir die Stadt Auerbach im Vogtland in Form einer chronologischen Entwicklung beschrieben. In diesem Band 2 will ich auf die Zeit des Ersten Weltkrieges bis in die dreißiger Jahre eingehen.

Wie bereits im Band 1 bemerkt, ist die Stadt Auerbach seit ihrer Gründung Mittelpunkt der Verwaltung und der Schulen gewesen. Als im Jahre 1873 auch in der untersten Stufe die Trennung der Verwaltung von der damaligen Gerichtsbarkeit erfolgte, wurde die schon bestehende Amtshauptmannschaft zu einer modernen Behörde der 'Allgemeinen Inneren Verwaltung', in der die wesentlichsten Verwaltungsaufgaben des um Auerbach liegenden Gebietes zusammengefaßt waren.

Der damalige Landkreis gehörte mit seiner Flächengröße von 431,70 Quadratkilometern zu den volksreichsten Landkreisen des Sachsenlandes. Noch bis Ende der zwanziger Jahre waren 20 000 Hektar dieser Fläche mit Wald bedeckt. Das war fast die Hälfte der Gesamtfläche. In einer Höhenlage zwischen SOO bis 800 Meter über NN war der Boden sehr karg, der keine große Landwirtschaft zuließ. So führte man hier die Textilindustrie ein. Diese war wiederum vielen Krisen ausgesetzt. Vor allem während und nach den Kriegen traten diese Wirtschaftskrisen ein. Trotzdem erarbeiteten sich die knapp sechzig Gemeinden und Städte mit ihren 130 000 Einwohnern immer wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Landkreisstadt Auerbach hatte daran einen hohen Anteil. In diese Blütezeit der Textilindustrie, die hier durch eine zusätzliche Weißwarenproduktion betrieben wurde, griff der Erste Weltkrieg vernichtend ein. Man stempelte diesen Industriezweig zu einer 'Luxusindustrie'! So lagen die Fabriken während des Krieges und danach still.

Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in der Kreisstadt Auerbach sowie im gesamten Landkreis eine noch nie dagewesene Arbeitslosigkeit. Einbegriffen waren viele Frauen, die vorher Heimarbeit in diesem Industriezweig verrichteten. Im Jahre 1924 gründete man deshalb.einen Bezirksfürsorgeverband, dem man verschiedene Institutionen zuwies. Er beinhaltete die soziale Fürsorge für Kriegsgeschädigte, Kriegshinterbliebene sowie gesundheitliche Einrichtungen zur Bekämpfung von Volkskrankheiten, vor allem der grassierten Tuberkulose und andere Krankheiten. Überall wurden Wohlfahrtsunterstützungsämter gegründet. Bis zum Beginn der dreißiger Jahre waren von 8 739 Arbeitslosen 799 Wohlfahrtsempfänger. Auf 100 Arbeitslose kamen 25 Personen, die Unterstützungsempfänger waren.

Zu dieser Zeit wurden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingeleitet, die vor allem Straßenbau und Wasserbaumaßnahmen betrafen. Der Bau, der im Herbst 1920 im Bereich der Muidenberger Talsperre begann, dien te dazu, die Trinkwasserknappheit und auch die Hochwassergefahr für das Göltzschtal zu beheben. Bei diesem gigantischen Bauvorhaben waren bis zu 1 200 Arbeitskräfte eingesetzt. Diese

Talsperre versorgt mit seinem Stauvermögen von 5,8 Millionen Kubikmeter Wassermenge fast alle Städte und Gemeinden des Göltzschtales. Dazu wurde ein Wasserversorgungsverband im Jahre 1925 gegründet.

In der Stadt Auerbach begann mit diesen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, auch Notstandsarbeiten genannt, eine rege Bautätigkeit. Die vor dem Ersten Weltkrieg begonnenen Arbeiten zu Verschönerung der Stadt - so am Siegelohplatz - und am Stadtpark sowie Straßenbauarbeiten, wie an der Hohen Straße, Beschleusung der Jägerstraße, Schützenstraße, Falkensteiner Straße und des Rempesgrüner Weges wurden fortgesetzt. Auch die Friedrichstraße, Sorgaer Straße und einige andere Straßen wurden mit einer Pflasterung versehen. In den Jahren 1919 bis 1926 wurden die Parkstraße, die verlängerte Bismarckstraße (heute RobertBlum-Straße), die Freudentalstraße, die Katzensteinstraße (heute Nordstraße), die Luisenstraße (heute W.-BrandtStraße), die Sedanstraße (heute Stauffenbergstraße) und Molkte (heute B.-Brecht-Straße) neu ausgebaut. 1924 wurde die Körnerstraße (heute K.-Kollwitz-Straße) ausgebaut. Auf dieser Straße wurden vier Wohnhäuser, die Stadteigentum waren, errichtet. Weiter ausgebaut wurden der Hinterhainer Weg und die Eisenbahnstraße. Diese wurden mit Pflasterung versehen. Im Jahre 1925/26 errichtete die Stadtverwaltung ein Doppelhaus an der Langen Straße (heute Spartakusstraße), in dem im Jahre 1923 nach Auerbach eingemeindeten Ortsteil. Ebenfalls im Jahre 1923

wurde Rempesgrün nach Auerbach eingemeindet. In diesem Ortsteil wurde an der Oberen Straße ein Doppelhaus neu ausgebaut und ein Feuerwehrgerätehaus neu gebaut. Der gesamte Ortsteil wurde an die Trinkwasserleitung der Muidenberger Talsperre mit angeschlossen.

In der Altstadt wurden die Bergstraße und Schneeberger Straße beschleust. Im Jahre 1927/28 erfolgte die Beschleusung der Ufer- und Talstraße. In den Jahren wurden die Westseite des Neumarktes und die Königsstraße (heute Bebelstraße) gepflastert. Im Jahre 1929 begann man mit der Pflasterung der' Oberen Bahnhofstraße, der Carolastraße (heute Rosa-Luxemburg-Straße).

Anfang des Jahres 1930 werden die Falkensteiner Straße, Schneeberger Straße, die Marienstraße und Sorgaer Straße neu gepflastert.

Am und im Elektrizitätswerk erfolgte ein größerer Umbau, der den Anschluß an das Überlandnetz gewährleistete. 1929/30 wurde der Hainberg zu Siedlungszwecken erschlossen sowie der Ausbau der dortigen Straßen begonnen. In dieser Zeit zog die Stadtverwaltung vom Auerbacher Altmarkt in das Gebäude des ehemaligen Postamtes in die Nicolaistraße um. Auch begann man mit dem Bau des Schraderparkes an der Klingenthaler Straße und mit dem Großprojekt der Regulierung der Göltzsch. Dieses Problem beschäftigte die Stadtverwaltung schon vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Neben den Regulierungsarbeiten wurde gleichzeitig eine Umgehungsstraße am linken

Göltzschufer gebaut, diese führt den Verkehr von Rodewisch über das Freudental dann weiter nach Falkenstein (heute Göltzschtalstraße), die B 169. Diesem Projekt fielen damals neun Wohnhäuser und weitere sechs andere Gebäude zum Opfer. Bei der Regulierung wurde der Höhenunterschied des Göltzschwehres an der Brücke Breitscheidstraße durch einen Wasserfall ersetzt. Als das Göltzschwehr noch bestand, führte von dort aus der Mühlgraben durch die gesamte Stadt bis zur ehemaligen Papiermühle (Hockeis Pappenfabrik, vorher Hertels Papiermühle) an der Rodewischer Straße (heute Festplatz der Stadt). Mit der Beseitigung des Mühlgrabens erhielt diese Papiermühle eine Dampfkraftanlage. Mit der Beseitigung des Mühlgrabens wurde auch die 'Rattenplage', die durch diesen Graben in der Stadt herrschte, beseitigt. Zur gleichen Zeit errichtete man im Stadtgebiet 160 neue Wohnhäuser.

Im Jahre 1929 wurde ein über 1 200 Quadratmeter großes Grundstück von der Stadtverwaltung an der heutigen WillyBrandt-Straße an den Reichsfiskus zur Errichtung eines Finanzamtes verkauft. Durch einen Vertrag vom 20. Juni 1924 erwarb die Stadtverwaltung den 'alten Friedhof' an der Rodewischer Straße nahe der Nicolaikirche. Die Auerbacher Kirchgemeinde übernahm die Verpflichtung, den dortigen Friedhof einzuziehen. Im Vertrag wurde das Jahr 1965 als Höchstgrenze festgelegt.

Doch bereits im Jahre 1953 wurden die Kaufgräber umge-

bettet und der Friedhof eingeebnet.

Im Jahre 1925 erwarb die Stadtverwaltung zwei Grundstücke an der Schützenstraße (heute Breitscheidstraße ), das Haus Nr. 9 und 11 und erbaute dort die städtische Sparkasse. Im Jahre 1930 wurde von der Stadtverwaltung der damalige Besitz des Pfetzscherischen Grundstückes an der Göltzschstraße (vorher Albertstraße) das heutige Gartenhaus angekauft. Dieses Gebäude spielte in den Folgejahren, der nazistischen Zeit, die unrühmliche Rolle des 'Braunen Hauses'.

Das ehemalige Ofenhaus der Gasanstalt wurde wegen dem Ferngasanschluß aus Zwickau überflüssig und wurde zu einer Kfz-Werkstatt von Opel-Morgner umfunktioniert. Nach der Eingemeindung von Rempesgrün, Sorga und Hinterhain im Jahre 1923 erhöhte sich die Fläche des Stadtbezirkes auf 1 175 Hektar. In verschiedenen Reisebeschreibungen wurde die Stadt Auerbach nicht nur als die Stadt der drei Türme, sondern auch als die Schulstadt bezeichnet. Letzteren Namen trug die Stadt wohl mit Recht. Denn seit dem Jahre 1528 gab es urkundlich schon eine Knabenschule, seit 1876 ein Lehrerseminar und eine Landwirtschaftsschule, eine Handelsschule und eine Gewerbeschule seit 1884, eine Oberrealschule seit 1892, eine Weißwarenindustrieschule seit 1902 und eine Berufsschule. Außerdem bestanden im Jahre 1930 noch fünf Volksschulen im Stadtgebiet. Die Einwohnerzahl betrug im Jahre 1914 17 238, diese stieg im Jahre 1930 auf 19 000 an.

Auerbach, die 'Drei- Türme-Stadt' im Grünen Vogtland Diese Kreisstadt liegt im Tal des Flüßchens Göltzsch und wird als die Metropole des Göltzschtales bezeichnet. Bereits im Jahre 1274 war hier ein Herrensitz mit einer mächtigen Stadt des Ostvogtlandes mit einer Stadtmauer und vier Stadttorhäusern umgeben.

Die Stadtgründung geht auf das Jahr 1338 zurück. Nach dem Fall der Stadtmauer im Jahre 1626 dehnte sich die Stadt in westlicher und südlicher Richtung, letztere im Tal der Göltzsch immer mehr aus.

Terrassenförmig erheben sich die Häuserzeilen mit ihren Straßenzügen an den Talhängen, Die Stadt selbst ist von riesigen Fichtenwäldern, die bis in das tschechische Gebiet hineinragen, umgeben. Auf östlicher Seite hebt sich eine Bergkette mit dem Laubberg, dem Eulenberg und der 'Goldenen Höhe' besonders hervor. An diesen Höhenzügen knapp bei 800 Meter über NN, liegen die Höhenluftkurorte Vogelsgrün und Schnarrtanne, die weiter südlich, unterhalb der 'Goldenen Höhe' mit dem Bad Reiboldsgrün und dem Waldpark Grünheide ein Juwel in der vogtländischen Landschaft bilden.

In der Altstadt von Auerbach sind umfangreiche Baumaßnahmen im Gange. Neben Straßenzügen und der Sanierung des Altmarktes entstehen einige neue Gebäude, die denkmalpftegerisch im alten Fassadenstil errichtet werden. Neben vielen Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadt sollen hier besonders lohnenswerte genannt werden; der alte ehr-

würdige Bergfried, der jetzige Schloßturm aus dem 12. Jahrhundert, der im Jahre 1910 zu einem Aussichtsturm erhöht wurde und zugängig ist. Von ihm hat man einen herrlichen Bliek in das Göltzschtal. Daneben befindet sich das Heimatmuseum, das die Stadt- und Burggeschichte lebendig dokumentiert und daneben verschiedene Sonderausstellungen zeigt. Erwähnenswert noch der Altmarkt mit der Bebauung um 1839 und der Altmarktbrunnen sowie die auf der Ostseite stehende St.-Laurentius-Kirche mit ihrem eigenartigen Baustil aus dem Jahre 1849.

Die Steinkreuzgruppe im Stadtpark und die im Jahre 1792 erbaute Nicolaikirche. Diese dient heute als Kulturzentrum und Göltzschtalgalerie.

Einen wunderschönen Bliek hat man von der Brücke, die über die Plauensche Straße im Westteil der Stadt führt. Von hier sieht man auch die drei Türme der Stadt, die als Wahrzeichen dieser genannt werden. In der Mitte der Schloßturm - er ist 43 Meter hoch - auf der linken Seite der Turm der St.-Laurentius-Kirche - der Turm hat eine Höhe von 51 Metern - und auf der rechten Seite der Turm der katholischen Kirche Zum Heiligen Kreuz, 39 Meter hoch, die aus der Altstadt heraus ragen.

Auerbach im Vogtland 1994

Helmut Martin

1. Die Muldenthaler Talsperre. Im Herbst des Jahres 1920 wurde mit den Bauarbeiten dort begonnen. Das Vorhaben diente dazu, die Trinkwasserknappheit im Göltzschtal und der Region entgegenzuwirken. 1 200 Arbeiter fanden bis zum Jahre 1925 hier Beschäftigung. Diese Talsperre faßt eine Wassermenge von 5,5 Millionen.

2. Der Auerbacher Wasserturm am Bendelsteingebiet. Er wurde im Jahre 1925/26 erbaut. Von hier aus wurde das Wasser aus der Muldenberger Talsperre in das Wasserleitungsnetz der Stadt Auerbach gedrückt.

öltzschwehr an der Schûtzenstraße, Beginn des Mûhlgrabens, der durch die gesamte Stadt Hoekels Paniermûhle.Iiihrte,

3. Das Göltzschwehr an der Schützenstraße (heute Breitscheidstraße ). Seit der Regulierung der Göltzsch befindet sich hier ein Wasserfall.

4. Ein malerisches Häuschen im schönen Rosental.

5. Der Heiligenbrunnen zwischen Rosenthal und Schulstraße am linken Göltzschufer gegenüber des Malzhausweges.

6. Wenn bei starker Trockenheit in der Stadt alle Röhrenwasser versagten, gab dieser Brunnen stets Wasser. Er lag an einem Mundloch des Stolleneinganges vom Heiligen Schacht, der bis zum Bendelstein reichte. Das Wasser kam auch aus dem Gebiet des Bendelsteins,

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