Aying in alten Ansichten

Aying in alten Ansichten

Auteur
:   Maximilian Köchl
Gemeente
:   Aying
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6103-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Aying in alten Ansichten'

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Vorwort

Im südöstlichen Teil des Landkreises München liegen die Orte Aying, Dürrnhaar und Peiß. Bis zur Gebietsreform im Iahre 1978 bildeten sie zusammen eine politische Gemeinde. Obwohl Aying der größere Teil der Gemeinde war, trug sie aus postgeschichtlichen Gründen den Namen Peiß. Alle Gemeindeteile liegen auf uraltem Siedlungsboden. So konnte Aying 1991 sein 1200jähriges Bestehen feiern. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt von 791 . Anläßlich seiner Weihe zum Diakon gab der Kleriker Rihperht seinen Besitz in der Siedlung 'ad Eiingung' an den Bischofvon Freising. Urkundlich nachweisbar ist die Pfarrei ' Aigingen' rnit einer Kirche und Friedhof seit 13 15. Als Wittelsbacher Lehenssitz und Hofmark erhielt der Ort 1385 die sogenannte Niedere Gerichtsbarkeit. Ein Ereignis wurde für das Dorf von lange währender Bedeutung: 1459 wurden zahlreiche Lehensgüter an das AugustinerChorherrenstift Bernried verkauft. Dieses klösterliche Lehensverhältnis währte bis zur Auflösung des Klosters in der Sàkularisation im jahre 1803.

Peiß wurde gegen Ende des 11. Iahrhunderts zum erstenmal urkundlich als 'Pizze' erwähnt. Die unmittelbare Nähe zur Römerstraße Augsburg-Salzburg läßt die Wurzeln des Ortes im römischen Stützpunkt 'Bitanum' suchen. Seit 1776 war Peiß Station an der Poststraße München-Kufstein-Innsbruck. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie München-Holzkirchen-Rosenheim im Iahre

1857 brachte das Ende dieses Verkehrsweges. An die alte Tradition erinnert heute noch der Name der Gastwirtschaft.

Der Ort Dürrnhaar wurde bereits im Urbar von Tegernsee von 1250 als 'Durinhard' erwähnt. Im Iahre 1746 erbaute der 'Lipp' -Bauer JosefHecher aus eigenen Mitteln eine Kapelle. Die Rosenheimerlandstraße führt direkt an ihr vorbei.

Zur 12 OO-Jahr-Feier erschien die 'Chronik Aying'. In ihr wurde die Geschichte des Ortes ausführlich geschildert. Der vorliegende Bildband rnitTexten soll nun nicht eine Fortsetzung oder eine Kleinausgabe dieses Buches sein.

Der Inhalt dieses Büchleins ist bereits in seinem Titel' Aying in alten Ansichten' gekennzeichnet und auch eingegrenzt. Die Bilder sollen zeigen. wie sich das Gesicht der ehemaligen Gemeinde Peiß mit dem HauptortAying und den dazugehörigen Ortschaften Peiß und Dürrnhaar wandelte. So haben sie einmal ausgesehen: Die Kirchen und Kapellen, die Bauernhöfe, die Werkstätten, die Fluren, die Straßen. So haben sie gelebt: Die Bauern, die Handwerker und Arbeiter, mit ihren Frauen und Kindern. So waren sie gekleidet: Bei der Arbeit, bei Festen, in der Kirche, in der Schule. So haben sie die Arbeit auf dem Hof, auf dem Feld, in der Werkstätte verrichtet, aber auch ihre Feste gefeiert.

Die Bilder dokumentieren den harten bäuerlichenAlltag, die Texte erzählen von seinen Mühen und Plagen. Nur die Sonn-

und Feiertage waren Inseln im gleichbleibenden Rhythmus, erlaubten ein kurzesVerweilen undAusrasten. Daher wurden auch die Feste intensiv gepflegt und gefeiert.

Wer die alten Bauernhäuser genauer betrachtet, wird ihre ausgewogenen Proportionen, ihre Geschlossenheit bewundern. Hier stimmte im wahrsten Sinne des Wortes alles zusammen, war in sich harmonisch. Nichts war übertrieben verschnörkelt oder überladen. Trotz der Vielfalt von Zierat und Schmuck im Ganzen und im Detail waren klare Linien vorherrschend. Vielleicht kann der Betrachter des Alten die Einheit von Leben, Wohnen und Arbeiten entdecken und auf das Neue und Zukünftige übertragen.

Die Bilder erzählen aber auch davon, daß jedes neue Gerat, jede Maschine nicht nur Fortschritt bedeutete, Erleichterung der harten und kraftraubenden Muskelarbeit war, sondern auch Änderungen im Lebens-, Arbeits- undWohnstil, sowie Umwandlungen in der Art der Bewirtschaftung brachte. Die neuen Gerätschaften brauchten auch neue Unterbringungsmöglichkeiten.

So lenken die Bilder und Texte dieses Büchleins die Blicke zurück und erzählen von Vergangenem. Dabei kann manchem in den Sinn kommen: 'So lange ist das noch gar nicht her.' Sie bekunden aber auch das Tempo der Wandlungen, das schnelle Verschwinden des Althergebrachten. Möge diese Rückschau nicht

als nostalgische Beschönigung oder gar als Verklärung des Gewesenen gedeutet werden, sondern mehr als Anregung dienen für eine Synthese von bewährtem Alten und zukünftigem Neuen.

All denen möchte ich meinen herzlichen Dank sagen, die meiner Arbeit Interesse entgegenbrachten, bereitwillig bei der Suche nach Bildern von 'Aying in alten Ansichten' mithalfen und auch vielfach durch Erzählungen oder ergänzende Worte die Bilder verlebendigten.

Aying im Juni 1995, Maximilian Köchl

1 'Ein hier angebrachter Wegweiser trägt die Aufschrift: Waldweg nach Aying. Diesem wollen wir folgen, denn von Aying aus lassen sich eine Reihe hübscher Spaziergänge unternehmen ... ' So beschreibt der Verf asser eines Wanderbüchleins 1906 die waldreiche Einbettung des Ortes. Bei der Betrachtung des Kartenausschnittes des "Iopographischen Atlas vom Königreich Bayern' von 1812 (Blatt 83) ist die Umrahmung des Dorfes durch ausgedehnte Waldungen deutlich zu erkennen. Die Grenzen derWälder sind bis heute nur unwesentlich zurückgetreten. Freilich sind die Spuren des allgemeinen Waldsterbens unübersehbar. Große Sturmschäden früherer Zeiten und der jüngsten Vergangenheit haben die Dichte des Waldgürtels wesentlich gelichtet. Im übrigen

diente die gleiche Karte für die Eintragung der Lokalbahnlinie im Iahre 1904.

2 Von welcher Seite man sich auch der pfarrkirche St. Andreas von Aying nähert, das ungleiche Verhältnis zwischen dem stattlichen Turm und dem grazil wirkenden Langhaus ist unübersehbar und gibt dern Nichteingeweihten Anlaß, darüber zu rätseln. Die Geschichte dieses Ungleichgewichtes ist jedoch schnell erzählt: Der Brandschatzung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg fielen 1632 das Kirchenschiff, der Pfarrhof und viele Bauernhäuser zum Opfer. Der romanische Unterbau des Turmes blieb jedoch von den Flammen verschont. Unter dem pfarrherrn Joh. Dreyer wurden das Kirchenschiff in wesentlich verkleinerten Ausmaßen und

1655 der pfarrhof wieder aufgebaut. Bei Grabaushebungen und Renovierungsmaßnahmen wurden Mauerreste gefunden, die die größeren Ausmaße der Vorläufer- Kirche bezeugten. Die Aufnahme von

Nordwesten entstand um 1920.

3 Der Ausschnitt aus der Karte von 1856 zeigt das pfarrdorf Aying und die unmittelbar angrenzenden Fluren. Die gleiche Kartengrundlage diente zur Erstellung der Flurkarte gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Aus dieser wurde am 31. Dezember 1900 von der 'Königlichen Messungsbehörde MünchenLand' ein Flurkartenblatt zum Gebrauch für die Gemeinde erstellt. Seit dem frühen Mittelalter galt die Kirche nicht nur als der geistige Mittelpunkt, das Herz eines Dorfes, vielfach war sie auch die lokale Mitte des Ortes. Die Häuser und Höfe gruppierten sich um sie, wie in einen schützenden Schatten. Unserer Zeit blieb es vorbehalten, durch

weitere Siedlungen die Entfernungen zu diesem Mittelpunkt größer werden zu lassen.

4 Die pfarrei Aigingen mit einer Kirche und Friedhof ist seit der sogenannten Conradinischen Matrikel von 13 1 5 nachweisbar, Das Patronat St. Andreas wird 1525 zum erstenmal genannt.

Die Aufnahme zeigt den Altarraum der Kirche vor der Entfernung der beiden Seitenaltäre im Iahre 1954.Die Altarbilder im Nazarenerstil wurden 1855 eingesetzt. Das Bild des Hochaltars mit der Kreuzigung des heiligen Andreas stammt von Wilhelm Asselborn. Die reich verzierte und gegliederte Kanzel e- eine der schönsten des gesamten Landkreises - stammt aus der ehemaligen Augustinerkirche in München. Bei der letzten Renovierung (1975) wurde

die farbige Fassung entfernt und der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt. Im Chorbogen ist deutlich das [ahr des Wiederaufbaues

1 655 nach der Zerstörung von 1632 erkermbar. Mehrere

Renovierungen, so die von 1855,1900,1951,1975, und schließlich die Liturgiereform, haben das Bild des Kircheninneren verändert.

5 Die architektonische Besonderheit der Kirche Sankt Andreas ist deutlich erkennbar: Die Westfront, und somit das Kircheninnere, besitzt die gleiche Breite wie der massige Turmunterbau. Die von Pfarrer Dionysius Geisier

1 735 erbaute Antoniuskapelle schmiegt sich eng an die Nordseite desTurmunterbaues an. Der alte Pfarrstadel von 1834-, ein Fachwerkbau mit gemauertem Gewölbeunterbau, wurde 1959 abgebrochen. An seiner Stelle erfuhren der Pfarrgarten und der Friedhof eine Erweiterung. Der Pfarrhof ist auf der Westseite noch mit einer Bretterverschalung geschützt. An der Westseite des Gartens wurde ein Garagenanbau mit Holzle-

ge und Waschküche erstellt. Die erste Friedhofserweiterung von 1 938 schloß direkt an die Westseite der Kirchenumfriedung an. Die Aufnahme stammt aus der Zeit vor 1911.

?

6 Die um 1908 entstandene Aufnahme zeigt den unter Denkmalschutz stehenden stattlichen Bau des Pfarrhofes, erbaut 1656, kurz nach der Fertigstellung des Langhauses der Kirche. Nach dem Umbau im letzten [ahrhundert war er ohne Balkon, aber mit Speicherluke und Eingangsvordach. Er wurde eingerahmt von der noch weit zurückliegenden Dorfstraße, der heutigen Münchner Straße, dem zur Kirche führenden Weg auf der linken Seite und dem Ökonomieweg zur Rechten. Das Kriegerdenkmal rundete den Dorfplatz nach Westen ab. An den großen Liebhardhof mit seinem Dachreiter und der deutlich erkennbaren "Iennabruckn', schloß sich

das Grundstück der damaligen Brauerei an.

7 Der obere, zeichnerisch gestaltete Teil der Ansichtskar te zeigt als 'AyingTotal' den Blick auf den um die Kirche als Ortsmittelpunkt gescharten alten Dorfkern. Die 'Kirchenpartie' ist eingegrenzt vom ehemaligen Pfarrstadel, dem pfarrhof und dem Kriegerdenkmal. Der Bliek der 'Dorfpartie' führt am Mesner-Anwesen und dem Berndl-Hofvorbei zur bildbeherrschenden Kirche. Noch zeigen sich auf dieser Aufnahme die Höfe in ihrer alten Bausubstanz, noch ist die heutige Obere Dorfstraße

eine wirkliche 'Dorf" -Straße, ungeteert und mit fretlaufenden Hühnern.

8 In den Iahren 191 7 bis

1 92 6 war Pfarrer Heinrich Held (1869-1953) Seelsorger der pfarrei Aying. Da der Vorgänger, pfarrer Karl Niedermayer arn 1 9. März 19 1 7 gestorben war, wurde die Stelle bereits arn 30. März 1917 zur Neubesetzung ausgeschrieben. Neben dreißig weiteren Bewerbungen auf die Pfarrei, bewarb sich auch der damalige pfarrer von Palling im Bezirksamt Laufen, Heinrich Held. 'Angesehen und einflußreich in seinem seelsorglichen Wirkungskreis ... " 'würdig, gewandt und besonnen imAuftreten, sehr eifrig und erfolgreich in der Schule'. ' ... An erster Stelle vorgeschlagen in Rücksicht auf seine Tätigkeit als Schulinspektor,

nicht minder wegen seiner schriftstellerischen Tätigkeit auf dem Gebiete der oberbayerischen Schulgeschichte ... ' Mit dieser Charakterisierung würdigten die Behörden die Bewerbung von Pfarrer Held. Die Verhältnisse in der Pfarrei zu dieser Zeit: 'Seelenzahl: 712, Hilfsgeistliche: I, Z.Zt. unbesetzt, Schule: 2 mit 3 Lehrkräften.' (Zitate aus: Bay. HSTA, MK 23771.)

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