Bad Bellingen in alten Ansichten

Bad Bellingen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz P. Höferlin
Gemeente
:   Bad Bellingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4633-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Bellingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Mitten in einer der schönsten Weingegenden, dem MarkgräfIerland - auch Oberrheinisches Paradies genannt - dessen Geburtstag der 8. September 1444 ist, liegt die Bädergemeinde Bad Bellingen mit den Ortsteilen Rheinweiler, BamIach und Hertingen. Diese 1975 neugebildete Gesamtgemeinde mit 3 200 Einwohnern und 2 300 Fremdenbetten kann nicht nur eine lebendige, moderne Gegenwart, sondern auch eine reiche geschichtliche Vergangenheit vorweisen. Da gibt es die Römerstraße, Reste eines römischen Brunnens, da gibt es Steinbeile aus der Vorzeit ebenso wie Klostermauern aus dem 13. Jahrhundert.

Machen Sie, lieber Leser, mit uns einen Ausflug in die erste Hälftc unseres Jahrhunderts und lassen Sie sich zu Ferientagen einladen in unsere Rebdörfer. Immer sind Sie dort bei Verwandten und Freunden gern gesehen bei Rebarbeiten und Weinlese , bei Heu- und Fruchternte , beirn Obstpflücken, Kartoffellesen und bei Gartenarbeiten und nicht zuletzt beim Holzmachen. Wir Iemen aber nicht nur land- und forstwinschafliche Arbeiten, Felder, Wälder, Wiesen und den Rhein kennen, sondern auch die Dorfgemeinschaften, Bräuche , Sitten und einheirnische Feste.

So fahren wir mit der Eisenbahn - voran eine zischende Dampflokornotive - von Freiburg aus Richtung Basel vorbei

an vielen Weinbergen, Höfen und Dörfern. Nach über einer Stunde Fahrt - dritter Klasse aufhölzernen Bänken - erreichen wir das Bahnhöfle Bellingen. In der Bahnhofrestauration trinken wir ein selbstgebrautes Bier, wozu der notwendige Hopfen linksrheinisch angepflanzt wird. Von hier aus durchwandern wir die Ortschaft. Im Ortskern steht das Schloß der Grafen von Andlaw, das eher einern Gutsherrenhof gleichsieht. Ein rotsandsteinernes Eisenbahnviadukt trennt das Kirchenareal mit Zehntenscheune und wenigen Häusern von der Dorfmitte. Eine barocke Kirche wacht majestätisch über die ehrfürchtigen Bürger. Unterhalb des Viadukts steht der Gasthof Schwanen, in welchem zur Herbstzeit allabendlich Tanz ist, der von Einheimisehen und Helfern zahlreich besucht wird.

An einem Sonntag machen wir einen Ausflug durch das Bellinger Rheingestade, über eine Stahlhebebrücke des Altrheinarmes bis hinaus zum Vater Rhein. Oberhalb des Fähranlegeplatzes besteigen wir am rechtsrheinischen Ufer einen Raddampfer. Das Schaufelrad bewegt sich immer schneller und wir gleiten flußaufwärts Richtung Rheinweiler. Pappeln stehen Spalier, und von ferne sehen wir schon in herrlicher Lage auf den Rheinhügeln das Schloß der Herren von Rotberg. Bei der Fährstation legt das Schiff an. Ein malerisches Fischerviertel liegt uns zu Füßen, von wo aus ein schmaler Weg zu dem statt-

lichen Gasthaus 'Zum Sternen' führt.

Die Passagierschiffe, aus südlicher Richtung von Basel kommend, machen eigens halt wegen seiner Fischspezialitäten. In unmittelbarer Nähe steht das wohlansehnliche Schloß sowie Stallungen und Verwaltungsgebäude der Herren von Rotberg, daneben die zum Schloß gehörige Nikolauskapelle. Gutbürgerliche Häuser zieren die Ortsmitte, so das Kaufhaus Dosenbach und nahebei das Gasthaus 'Zur Sonne', wo während zahlreicher Feldzüge oft ganze Mannschaften einquartiert waren. Oberhalb der Bahnlinie steht auch hier ein kleines Bahnhöfchen sowie ein Bahnhofsrestaurant.

Weiter führt uns der Weg bergaufwärts vorbei an saftigen Wiesen und vielen Obstbäumen nach Bamiach, ebenfalls mit einem alten Schloß der Freiherren von Rotberg. Ein typisch landwirtschaftlicher Ort, dessen Häuserkeller wegen des hohen Grundwasserstandes ebenerdige Bogeneingänge haben. Eine gotische Kirche aus gelben Sandsteinen kennzeichnet das Dorfzentrum. Drei Gasthäuser verteilen sich inmitten des Ortes, dessen Straßenzüge steil aufwärts steigen. Eine dieser Straßen führt uns hinauf bis zur Römerstraße. In westlicher Richtung sehen wir die Kapelle Maria Hügel auf einem Aussichtsplateau stehend. Vom höchstgelegenen Punkt der Römerstraße haben wir einen herrlichen Rundbliek über die

Rheinebene bis hin zu den Vogesen im Westen, Jurabergen und Alpen im Süden, dem Schwarzwald im Osten und dem Kaiserstuhl im Norden.

Leicht abfallend, unweit der früheren Postkutschenstation Kalte Herberge, führt der Weg in das in einer Talsohle liegende lutherische Hebeldorf Hertingen. Forst- und Landwirtschaft (früher auch Bergbau) wird betrieben. Fachwerkhäuser stehen an beiden Seiten des Weges. Drei Gehöfte, eines davon eine Mühle, liegen wie drei Sterne außerhalb der halbmondförmigen Ortschaft, wie es auch das Wappensymbol erkennen läßt. Fast in der Dorfmitte steht das stattliche Pfarrhaus, wo der alemannische Heimatdichter Johann Peter Hebel als Vikar wirkte. In der Nähe finden wir das evangelische Kirchlein mit dem Hebelglöckchen im Turm. Allsonntäglich besuchen viele Frauen in Markgräfler Tracht den Gottesdienst. Neben der Kirche steht das Gasthaus 'Zum Reichsadler' mit Kaufladen. Wir gehen weiter und gelangen in das Gasthaus Rössle, wo in jährlichem Rhythmus der Hebelschoppen in dem originellen Hebelsaal zum Gedächtnis an den beliebten Heimatdichter eingenommen wird. Von dort aus werden wir fröhlichen Mutes in der Kutsche nach Bellingen gefahren.

Eine Bild- und Textfolge soll nun die Vergangenheit zur Gegenwart werden lassen.

BELLINGEN

'Bellingen wird 1005 erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Heinrich Il. schenkt dem Probst zu Basel Güter in Bellikon. Weitere Besitzer sind das Kloster Murbach, der Graf von Nellenburg und das Kloster Muri. Ein Bericht des letzteren zu den Verhältnissen aus dem Jahr 1064 zeigt, daß ein Teil der Bellinger Reben Eigentum der Muri-Mönche war. Eine Rebordnung, die der Abt des Klosters Muri im Jahr 1142 erlassen hat und in der die Bewirtschaftung der klösterlichen Reben in der damaligen Gemeinde Bellingen geregelt war, gilt als die älteste in Deutschland.

1275 wird erstmals ein Priester erwähnt, ein weiterer 1295. Zu dieser Zeit muß eine Kirche vorhanden gewesen sein, obwohl wir über deren Gestalt nichts wissen.

1132 gibt Graf Eberhard von Nellenburg dem Kloster Muri seine Rechte in Bellingen auf 10 Jahre in Pfandschaft über 60 Mark Silber, 1286 überläßt Abt Berthold von Murbach dem Domherrn zu Basel, Lüthold, Einkünfte von Bellikon auf dessen Lebenszeit, und 1337 wird die Bellinger Herrschaft an Friedrich vom Haus übergeben. Diese elsässische Adelsfamilie macht Bellingen zeitweise zu einem rechtsrheinischen Hauptsitz. 1392 erhält Hans Ulrich vom Haus vom Landgrafen im Breisgau, Konrad von Freiburg, die Genehmigung, Bellingen mit Mauer und Graben zu umgeben. Trotzdem wird im Jahre 1409 Bellingen von österreichischen und Basler Truppen, die miteinander in Fehde waren, heimgesucht und niedergebrannt, 1445 von den Baslern erneut zerstört. 1414 heiratet ein Freiherr von Andlaw die letzte Erbin des Grafen vom Haus, und nach dem Tode des Grafen Ulrich vom Haus beginnt 1418 eine über 500 Jahre dauernde Herrschaft der Herren von Andlaw in Bellingen.

Von französischen Truppen wurde der Ort 1675 wieder fast vollständig niedergebrannt, da das Dorf die verlangte Brandschatzung nicht aufbringen konnte, aber nach den Franzosenkriegen und dem Wiederaufbau begann für Bellingen eine ruhige Zeit. Die Freiherren von Andlaw hatten sich 1590 ein 'Schloß' erbaut, erst als Gutshof, seit 1789 als Herrensitz. Ab 1937 ist dieses Haus Besitz der Gemeinde Bellingen, und als Rathaus wurde es 1981 renoviert.

Neben den Reben, die an den sonnigen Lößhängen prächtig gediehen, war für Bellingen die Fischerei ein bedeutsamer Erwerbszweig gewesen, denn der Rhein mit seinen verzweigten Seitenarmen floß dicht am Dorf vorbei. Dies wurde anders, als im 19. Jahrhundert Oberst Tulla daranging, den Flußlauf zu korrigieren und zwischen Uferdämme zu bannen. Zwar hörten nun die Überschwemmungen auf, die so manche Not gebracht hatten, und aus der in vielen Inseln geteilten Flur im Bereich des Tiefgestades entstand ein zusammenhängender und dadurch leichter zu bewirtschaftender Komplex. Aber der nun schnell dahinfließende Strom schnitt sich mit starkem Gefälle tiefer und tiefer ins Gelände, so daß der Grundwasserspiegel drastisch absank. Der so eingeleitete Versteppungsvorgang verstärkte sich nach dem Bau des Rheinseitenkanals auf e1sässischer Seite. Die Landwirte waren gezwungen, sich nach anderen Erwerbsmöglichkeiten umzusehen, und die Fischerei mußte wegen der neuen Verhältnisse aufgegeben werden.

Ein denkwürdiger Tag in Bellingens jüngerer Geschichte war der 28. November 1956, als nach Öffnung des zubetonierten Bohrlochs (bei der vorhergehenden Erdölsuche abgedichtet) die Thermalquelle zutagetrat und damit die Geburtsstunde des heutigen Thermalbades und Kurortes schlug. Als der Erfolg feststand, war die Freude so groß, daß man eine ausgediente Bütte herbeischaffte und ungeachtet des herbstlichen Wetters ein erstes Bad riskierte. Rasch wurde das Ereignis publik, und bald kamen die ersten Autos aus dem Markgräflerland, der Schweiz und dem Elsaß in das Quellgebiet. Im März 1957 gab es bereits ein provisorisches holzverschaltes Badebecken, und 1958/59 wurde das erste Badegebäude mit zementiertem Becken erstellt.

Diese positive Entwicklung verdankt man weitgehend der Initiative von Bürgermeister Ruf und den Gemeinderäten des Ortes.' Quellenhinweis: Die Chronik des Kreises Müllheim. Herausgegeben von Helmut Vocke - Städte- und Kreis-Chroniken- Verlag Waldshut 1968, Beiträge: Oswald Meyer.

1. Bellingen, ein lieblicher Weinort am Oberrhein, eingebettet in Weinberge, hat irn Jahre 1932 eine Winzergenossenschaft gegründet, nachdem diese einen Großen Weinkeller und einen Trottenraum im Ökonomiegebäude des andlawschen Schloßareals mieten konrite. 1953 haben sich die Winzer zu einem größeren Verbund der Winzergenossenschäft Schliengen angeschlossen. Der Weinbau war neben Landwirtschaft und Obstbau eine wichtige Erwerbsquelle. In schlechten Ertragsjahren wurden fast alle Trauben verkauft, und so manchen Winzerfamilien blieb nur noch Trinkwein und als Ersatz Äpfel- und Birnenwein.

BelIing-en

2. Mit dem Bau der Eisenbahn 1848 durch unseren Ort ist Bellingen an ein modernes Schienennetz angeschlossen worden. Viele Bürger fuhren damit zur Arbeit, konnten reisen und Güter transportieren. Das Großherzogliehe Bezirksamt hat 1865 dem Christian Höferlin die Befugnis zum Ausschank seines selbstgebrauten Bieres in der Restauration 'Zum Bahnhof erteilt. 1911 kaufte Maria Höferlin (Wirtin vom Gasthof Hirschen, der gegenüber dem Schloß stand und 1910 abbrannte) dieses Haus. 1945 wurde die Restauration durch Kriegseinwirkungen zerstört und 1949 durch Robert Höferlin wieder aufgebaut und zum Gasthof Hirschen umbenannt.

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áUS Bellingen l.y. ~II f Gasthaus sum u, Schulheus

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3. Der Gasthof 'Zum Schwanen' wurde laut Schlußstein am Eingang 1716 erbaut und läßt sich bis dahin in der Familie AmannlVogel zurückverfolgen. Erstgenannter Wirt: Petrus Amann, dann Wirtepaar Franz, Petrus Amann und Frau Susarme geb. Vogel, die Tochter des Adlerwirts, 1785 Lorenz Gottenkiene aus dem Elsaß und Frau Susanne geb. Amann. Franz Josef und Magdalena Gottenkiene geb. Höferlin, Franz, Josef jun. und Anna Maria Gottenkiene geb. Höferlin, 1860 Maria, Eva Gottenkiene, 1887 Leopold Heitz. 1898 Leopold Friedrich Heitz. 1948/49 wurde der durch Kriegseinwirkungen stark beschädigte Gasthof renoviert, 1949 vom Ehepaar Franz und Elisabeth Fräulin geb. Heitz gepachtet und 1962 gekauft. Auf dem Bild Gasthof mit angrenzendem Dorfbrunnen und Eichhäuschen. 1910/11 mußte dieser Brunnen dem Bau der so.genannten Neue Straße weichen.

4. Gasthof 'Zum Hirschen'. Am 16. März 1893 verkauften Wilhelm Friedrich Höferlin und dessen Ehefrau Sophia ihr Anwesen im Ortsetter an Friedrich Robert Höferlin und Witwe Anna Thalmann. Der Bezirksrat vom Großherzoglichen Bezirksamt Müllheim hat in der Sitzung vom 18. April 1893 folgende Erkenntnis erlassen: Dem Kellner Friedrich Robert Häferlin wird die nachgesuchte gewerbepolizeiliche Genehmigung zum Betrieb einer Gastwirtschaft unter Bedingung der Errichtung einer Abtrittanlage, in tunlichster Bälde vorzunehmen, erteilt. Die Genehmigungsurkunde wurde ihm dann mit Schreiben vom 18. Mai erteilt.

5. Dorfbrunnen und Milchhäusle sind beliebte Treffpunkte der Dorfbewohner. Speziell Dorfbrunnen sind Mehrzweckanlagen, närnlich: Wasserstelle für viele Haushalte, Tränke für Vieh, Waschplatz, Einweichestätte für Weidenzweige und Stroh-, mittels dessen Reben angebunden werden, und allabendlich Treffpunkt der Jugendlichen (Latschariplatz). Hinter diesem Brunnen ist das stattliche Anwesen der Bäckerei HÖferlin und auf der rechten Seite Teil des Ökonomiegebäudes Fräulin.

6. Schloß der Grafen von Andlaw-Homburg 1930. Der Bellinger Zweig wurde von Walter von Andlaw begründet, der 1414 die Tochter des Edlen vom Haus 'Herr zu belliken' heiratete. Die Grafen von Andlaw hatten sich 1590 ein Schloß erbaut, erst als Gutshof und herrschaftliches Wochenendhaus und seit 1789 als Herrensitz. 1937 kauft die Gemeinde das Andlawsche Schloßareal. Gemeindeverwaltung, Schule und zeitweise die Post sind hier untergebracht.

7. Weinlese 1934 beim Graf von Andlaw in Bellingen. Herbst, Weinlese, ein allj ährliches Ereignis in unserem Ort. Verwandte, Bekannte, Freunde und Helfer aus fern und nah weilten während dieser schönen Jahreszeit hier. In den Reben wurde gevespert und abends nach getaner Kellerarbeit (Trauben abladen, mahlen, trotten und Most in die Fässer tragen) musiziert und in den Gaststätten getanzt.

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