Bad Blankenburg in alten Ansichten

Bad Blankenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Rolf Ose
Gemeente
:   Bad Blankenburg
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5195-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Blankenburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die vorliegende Bilddokumentation behandelt den Zeitraum von 1880 bis 1930, einen Zeitabschnitt, der den Eintritt in das moderne Industriezeitalter bedeutete, von den tragischen Ereignissen des Ersten Weltkrieges unterbrochen wurde und an dessen Ende schon die Vorzeichen der späteren, weit größeren Katastrophe sichtbar wurden.

Das Deutsche Reich - kurz zuvor wiedererstanden - stieg rasch zu einer europäischen Großmacht auf. In dieser Zeit fällt die Entwicklung des kleinen Ackerbürgerstädtchens Blankenburg zu einer modernen Stadt, die durch den Fleiß der Bürger und ihrer gewählten Vertreter im Stadtrat viele Annehmlichkeiten des modernen Lebens erhielt. Begünstigt durch die herrliche landschaftliche Umgebung hält der Fremdenverkehr in Blankenburg Einzug und fördert maßgeblich die weitere Entwicklung bis hin zur Verleihung des Titels 'BadBlankenburg' im Jahre 1911.

Schon der große Gartenarchitekt Fürst Hermann Pückler hatte im 19. Jahrhundert ins Gästebuch der Burgruine Greifenstein geschrieben: 'Hätte ich Muskau nicht, so möchte ich wohl Blankenburg haben.'

Aber auch die industrielle Entwicklung machte um die Stadt keinen Bogen.

Es war eine Zeit, wo bedeutende Persönlichkeiten den Ruf der Stadt in die Welt hinaustrugen, wo innerhalb des Ortes das Vereinsleben blühte.

Die Bilder dieses Buches sollen diese Vergangenheit in Erinnerung bringen und zugleich daran erinnern, was frühere Generationen für die Stadt geleistet haben, und dazu ermahnen, das unverwechselbare Bild von Bad Blankenburg zu pflegen und zu erhalten.

Leihgeber:

Herr Dieter Klotz, Herr Dr. Lemke, Frau Margarethe Cellarius, Herr Volker Töpfer, Herr Wer-

ner Töpfer, Herr Heinz Figenser, Freiwillige Feuerwehr Bad Blankenburg, Stadtarchiv Bad Blankenburg, Herr Helmut Georgi, Frau Annemarie Brömel, Frau Edeltraud Magdlung, Frau Ursula Bähring, Herr Werner Conradi, Herr Rolf Heinlein und Frau luge Lösche.

Für Hinweise ist der Autor zu Dank verpflichtet:

Herrn Horst Greiner, Herrn Gerhard Breternitz, Herrn Rudolf Dittmar, Frau Elisabeth Haselbach, Herrn Wolfgang HeB, Herrn Dr. Heinz Deubler, Herrn Karl Katterfeld, Herrn Siegfried Biehlert, Herrn Franz Mladek, Herrn Oberpfarrer Fischer, Herrn Rudi Eberitzsch, Herrn Hugo Krause, Herrn Joehen Töpfer, Herrn Karl-Heinz Mengs, Frau Ursula Bähring, Herrn Wolfgang Opitsch, Herrn Karl Kremser, Herrn Hermann Spangenberg, Frau lnge Lösche, Herrn Sebastian von Helldorff, Herrn Heinz Rüdiger und Herrn Paul Seele.

Benutzte Literatur:

Klaus Gibbons, 100 Jahre Bahnhof Rudolstadt, Rudolstädter Heimathefte 1974.

Karl M. Krause, Bad Blankenburg im Wandel der Zeiten 1926.

Karlheinz Schönheid, Die Blankenburger Lohmühle und das Lohgerberhandwerk, Rudolstädter Heimathefte 1990.

Karlheinz Schönheid, Die Blankenburger Stadtmühle, Rudolstädter Heimathefte 1991.

Armin Rurnp, Einige Bemerkungen zur Geschichte der Greif-Apotheke zu Bad Blankenburg, Rudolstädter Heimathefte 1970.

Die Sch warzatalzeitung Jahrgänge 1891-1930. Dittersdorf Kreis Rudolstadt, herausgegeben vom Rat der Gemeinde Dittersdorf 1979.

1. Neben dem Hausberg mit der Burgruine Greifenstein gehört der 'unrnitteibare Eingangsbereich zum Schwarzatal zu den attraktivsten landschaftlichen Schönheiten der Stadt Blankenburg. Das erste Gebäude ließ der 1733 in Blankenburg geborene 'KöniglichPreußische Bergrat' Georg Friedrich Danz errichten, das er zu Ehren seiner Frau 'Zeche Hannchen' nannte. Danz trieb am südlichen Ende des Goldbergs Stollen in den Felsen, um nach Mineralien zu suchen. Nach seinem Tod 1813 verlief der Werdegang seines Besitzes von einer Ausspanne für Fuhrleute über einen Gasthof bis zum "Thüringer Hof, ein immerhin schon dreistöckiges Gebäude mit Übernachtungsmöglichkeiten. 1882 kaufte Gustav Prüfer den Gasthofund ließ ihn 1886 niederreißen, um einern Neubau Platz zu machen, der 1888 fertiggestellt wurde. Das Bild zeigt, daß gegenüber dem heutigen Hotel 'Chrysopras' kurz vor dem Schwarzawehr ein schmaler Steg den Fluß überspannte.

2. Auf reichlich halber Wegestrecke zwischen Bad Blankenburg und Schwarzburg erreicht man das 'Schweizerhaus'. Als die Flößerei auf der Schwarza betrieben wurde, befand sich an dieser Stelle im Fluß ein Floßrechen, mit dessen Hilfe das Floßholz angelandet, sortiert und vermessen wurde. Anstelle einer schlichten Holzhütte erbaute man 1835 ein festeres Haus für den Tiergärtner Oppel, nach dessen Namen es lange 'Die Oppelei' genannt wurde. Mit dem einsetzenden Fremdenverkehr in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entwickelte sich die 'Oppelei' mehr und mehr zum Rasthaus, das schließlich im alpenländlichen Stil ausgebaut wurde. Unmittelbar vor dem nunmehrigen Schweizerhaus befand sich das südliche Tor zum Tiergarten. Heute ist davon freilich kaum noch etwas zu sehen.

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3. Inmitten des ehemaligen Tiergartens im Schwarzatal erhebt sich auf einer Klippe des steilen Felsengrates zur Hünenkuppe das Jagdschlößchen 'Eberstein'. Im Jahre 1844 im Auftrag von Fürst Friedrich Günther von Schwarzburg-Rudolstadt im rnaurischen Ruinenstil erbaut, diente es zunächst ihm und später den Jagdpächtern als Unterkunft. Ein wenig abseits an der Bergwand stand - heute noch in Resten erhalten - der Pferdestall mit Wagenremise. Vom Stallgebäude gelangte man in mehrere Felsenkeller, in denen das Futter für die Wildschweine aufbewahrt wurde. Seit der Jahrhundertwende hatte der Eberstein nur noch selten Gäste. Anfang 1914 machte ein Blitzschlag und im Sommer 1918 ein Einbruch eine größere Instandsetzung notwendig. Eine letzte Erneuerung vor dem Zweiten Weltkrieg erfolgte im Jahre 1917. Nach Kriegsende war der Eberstein Ruine. Von 1972 bis 1975 bauten Dittersdorfer Bürger den Eberstein wieder zu einem beliebten Ausflugsziel aus und betreuten im Jagdschlößchen unzählige Gäste.

4. Das Rathaus von Bad Blankenburg ist kein so monumentaler oder kunsthistorischer Bau wie in vielen anderen deutschen Kleinstädten. Die Chronik schreibt den ersten Rathausbau dem Jahre 1434 zu. Zu dieser Zeit konnte der Ort bereits auf 11l Jahre Stadtrecht zurückblicken. Der große Brand vom 2. November 1744, der nachts um 1l Uhr ausbrach, vernichtete fast die ganze Stadt einschließlich Kirche und Rathaus. Zurück blieben Fragmente, wie das alte Wappen und das Hungermännchen. Der Neubau des Rathauses erfolgte 1746-1750. Die barocke Fassade ist im wesentlichen bis heute erhalten geblieben. Im Saal des Rathauses gründete Friedrich Fröbel am 28. Juni 1840 den ersten deutschen Kindergarten. Leider wurde der Saal in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts durch den Einbau einer Zwischendecke und die Einrichtung von Büroräumen zerstört.

Bad Blankenburg Partie a. d. Stadtmühle

5. Mühlen verschiedenster Zwecke gab es in alter Zeit viele im Schwarza- und Rinnetal. Die bekannteste in Bad Blankenburg ist die Stadtmühle, früher außerhalb der Stadtmauern am Beginn der heutigen Griesbachstraße gelegen. In den Jahren 1637 und 1743 brannte die ursprüngliche Mahlmühle ab, wurde aber danach jeweils rasch wieder aufgebaut. Von der Griesbachstraße aus gesehen, zeigt sich die Mühle nach der Jahrhundertwende als Schneidemühle. Bis in die zwanziger Jahre erfüllte sie diesen Zweck unter den Besitzern Otto Henkel und Reinhold Wedermann von 1911 bis 1929, danach besaß Otto Lange die Mühle, bis sie 1934 Herbert Schott erwarb. Ab 1904 verstärkte eine Francis-Turbine die Antriebskraft des Wassers, bevor 1935 eine neue Turbine installiert wurde. Schott führte die Mahlmühle bis 1953. Unter falschen Anschuldigungen wollte ihm der Staat die Mühle wegnehmen, worauf er den Freitod wählte. Bis 1961 führte seine Frau Elisabeth das Unternehmen weiter. dann ihr Schwiegersohn Siegfried Biehlert.

6. Die alten Mühlen lagen meist nicht unmittelbar am Flußlauf. Die oft oberschlächtigen Mühlenräder erforderten einen Anstau weit vor den Mühlen, um das zu geringe Gefälle des Wasserlaufs zu heben. Dazu baute man regulierbare Wehre in den Fluß und leitete das Wasser durch auch Lachen genannte Fließe zum Mühlenrad. Unterhalb der Mühlen mündeten die Lachen wieder in den Fluß. Solche Wehre lagen an der Rinne oberhalb des Linkbrunnens Richtung Watzdorf, am westlichen Anger und oberhalb der Rinnebrücke am Anger, wo dadurch die sogenannte Lindeninsel gebildet wurde. Auch die Stadtmühle besaß eine solche Lache, die durch ein uraltes Wasserrecht dem Müller garantiert wurde. Mit diesem Bild werfen wir einen Bliek auf die Mühllache in Richtung Osten nach der Jahrhundertwende. Als die Elektroenergie das Mühlrad endgültig verdrängte, wurde die Lache bedeutungslos und ab 1975 schrittweise verfüllt. Nach dem Hochwasser im August 1981 verschwand mit der Regulierung des Flußbettes der Rinne auch die Staumauer des Wehres oberhalb der Stadtmühle.

7. Die im Flurteil 'Linkbrunnen' gelegene Mühle ist eine der ältesten und am längsten betriebene. Jahrhunderte als Walk- und Lohmühle geführt, wurden hier 'Leder, Tuche und anderes Zeug gewalket, das ist gestampfet und zur gehörigen Lindigkeit gebracht'. Der Besitzer Johann Wilhelm Niedling konnte 1791 sechs Gänge in seiner Mühle in Betrieb setzen: eine Ölrnühle , eine Lohmühle, ein Schleifwerk, eine sogenannte Butterschlange, ein Leinschrotwerk und eine fränkische Hirsenmühle, eine sogenannte holländische Haber-Graupenmühle. Im Jahre 1846 gelangte die Mühle in den Besitz der Blankenburger Lohgerberinnung. Ende des vorigen Jahrhunderts karn die Mühle in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die Innung wird 1913 aufgelöst. Die Firma Scheller & Weise aus Schwarza, welche die Mühle 1904 gekauft hatte, rüstete sie in eine Schneidemühle um. Hugo Bermel kaufte 1934 die Mühle. Den modernen Sägewerken konnte Bermels Sohn noch bis 1970 standhalten. Dann wurde das Anwesen an den Gartenbaubetrieb Bierbach verkauft und in eine Gärtnerei umgewandelt.

8. Zahlreiche markante Felspartien prägen das unverwechselbare Fluidum der Landschaft des Unteren Schwarzatales. Von Bad Blankenburg sehr nahe gelegen und bequem zu erreichen ist der Katzenstein, ein bizarr gefalteter Felsen von Schiefersedirnenten aus der Formation Ordovizium des Erdaltertums (Paläozoikum) mit einem geologischen Alter von sagenhaften 500 Millionen Jahren. Über den Ursprung der Bezeichnung Katzenstein gehen die Überlieferungen auseinander. Zum einen soll eine Gesteinverfärbung ähnlich einer Katze den Namen gegeben haben, zum anderen wäre an dieser Stelle die letzte Wildkatze irn Schwarzatal geschossen worden. Wie auch immer, ein romantischer Ort ist der Katzenstein allemal gewesen. Zeitweilig stand hier auch eine Hütte, die alte Bank ist heute noch vorhanden.

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