Bad Doberan-Heiligendamm in alten Ansichten Band 2

Bad Doberan-Heiligendamm in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Rochow
Gemeente
:   Bad Doberan-Heiligendamm
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5591-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Doberan-Heiligendamm in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Heiligendamm - weiße Stadt am Meer!

Dieser Werbeslogan für das Ostseebad Heiligendamm entstand am Anfang der zwanziger Jahre. Die Manager der 'Ostseebad-Heiligendamm Aktiengesellschaft' unterließen weder Mühe noch Kosten, ihr Badepublikum nach Heiligendamm einzuladen. Dabei konnte gerade dieser Badeort wie kaum ein anderer auf ein traditionelles Badepublikum zurückblieken. Über viele Generationen kamen der mecklenburgische Landadel, die Gutsbesitzer, der europäische Hochadel, hohe Beamte und später der Geldadel nach Doberan-Heiligendamm. Deshalb las man gleich hinter dem Slogan 'Heiligendamm - weiße Stadt am Meer' die Unterzeile: 'Adelsbad Deutschlands.' Das aber ist Geschichte.

Beim genaueren Hinsehen eben auf diese Geschichte sollten einige wichtige Umstände ins Rampenlicht des Interesses gerückt werden, um das Heiligendamm von heute entsprechend zu würdigen.

Während im 18. Jahrhundert bereits in England um 1750 der britische Arzt Dr. Russel in Brighton begann, das öffentliche Seebaden als gesundheidsfördernde Therapie zu betreiben und auch im französischen Deauville an der Kanalküste ähnliche Aktivitäten im Gange waren, fragte im Frühsommer 1793 der berühmte Göttinger Professor Georg Christoph Lichtenberg in einem Artikel des Göttinger Jahreskalenders 1793: 'Warum hat Deutschland noch kein öffentliches Seebad?' Diese Frage ermutigte den Rostocker Medizinprofessor Dr. S.G. Vogel, seinem Landesvater, Herzog Friedrich-Franz I. von Mecklenburg-Schwerin, den Vorschlag zu unterbreiten, am Strand seiner Sommerresidenz Doberan - am Heiligen Damm - ein Seebad zu gründen. Der in der Schweiz erzogene Friedrich-Franz I. galt als aufgeklärter Fürst und stimmte dem Vorschlag zu. So wurde Anfang September 1793 im oft als rückständig getadelten Mecklenburg das erste Seebad Deutschlands gegründet. Wer von den tausenden Badelustigen heute also, die sich in jeder Sommerzeit in die Fluten der

Ostsee stürzen, verschwendet wohl einen Gedanken an eine solch weit zurückreichende Badetradition gerade Heiligendamms? Deshalb möchten wir Sie -liebe Leser und Betrachter - zu einem Bummel durch die Geschichte dieses traditionsreichen Badeorts einladen. Schließlich ist sein 200jähriges Jubiläum wohl Grund genug!

Die Gründung des Seebades Doberan-Heiligendamm war sozusagen die Initialzündung für die Entwicklung vieler Bäder an Nord- und Ostsee. Kleine Hafen- und Fischerorte erkannten die sich entwickelnde 'Marktlücke' für Sommerfrischler und Sommerurlauber , denn Baden und Kuren kamen nun richtig in Mode. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand also dadurch für Heiligendamm eine gewisse Konkurrenz. Zunächst wohnte man hauptsächlich in Doberan und fuhr oder ritt lediglich zum Baden und zu der dazugehörenden Promenade an den 'Darnm'. Natürlich speiste man auch im neuentstandenen Kurhaus. Aber die schon erwähnte Konkurrenz anderer Seebäder zwang die Großherzogliche Badeintendantur dazu, auch in Heiligendamm standesgemäße Wohnunterkünfte zu schaffen. Dies geschah dann auch in der Mitte des 19. Jahrhunderts, sowohl westlich des Kurplatzes wie auch durch die Ostbebauung. Dabei folgten die Planer dem buchtähnlichen Bogen der Strandlandschaft und legten die Gebäude diesem Charakter entsprechend an. Auf diese Weise entstand etwa in der Zeit zwischen 1793 und 1870 das unverwechselbare architektonische Bild Heiligendamms und führte so zu dem eingangs zitierten Werbeslogan 'Weiße Stadt am Meer'. Von einigen schmerzlichen Bausünden abgesehen, ist dieses bauund kulturhistorische Denkmal bis heute erhalten geblieben und ist schließlich das älteste Seebad ganz Deutschlands. Vor allem aber: im Verhältnis zu allen anderen Seebädern an deutschen Küsten ist es der einzige Badeort in Deutschland, der allein zum Zwecke des Badens im Meer gebaut wurde und auch heute wie in Zukunft diese seine Funktion erfüllen wird.

In unserem Spaziergäng fotografierter, alter Ansichten wollen

wir aber einigen Gründen nachgehen, warum für die Gründung des ersten Seebades Deutschlands gerade der Strand von Doberan - der Heilige Damm - in Frage kam. Aus heutiger Sicht würde der steinige Strand - der sich übrigens in nichts von dern von Brighton unterscheidet - dagegen sprechen. Das spielte damals überhaupt keine Rolle, da man sich von markisengeschützen Stegen oder Schaluppen aus ins Wasser begab. Auch in das Wasser geschobene Badekarren dienten diesem Zweck. Der Strandkorb war erst Ende des 19. Jahrhunderts erfunden.

Aus medizinischer Sicht hat Prof. Vogel die klimatischen Vorzüge diese Gebietes erkannt: die waldreiche Umgebung und die feuchte Luft mit geringen Temperaturunterschieden waren für die von ihm beabsichtigte Nutzung der Heilwirkung des Seebades von großer Bedeutung. Für den damaligen Herzog Friedrich-Franz 1. erschien wichtig, daß die Besitzverhältnisse geklärt waren, denn Doberan und der Strand um den Heiligen Damm gehörten zum Domanium, waren also herzoglicher Besitz.

Das von Heiligendamm etwa sechs Kilometer entfernte Doberan muß in die Gründe für die Wahl dieses Ortes als Seebad unbedingt einbezogen werden. Das Doberaner Münster war im ganzen Land bekannt. Entwiekelten es doch die Zisterzienser Mönche über Jahrhunderte zu einem geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum. Schließlich war das Münster auch letzte Ruhestätte für viele Angehörige des Schweriner Herzoghauses.

Auch für Besucher von außerhalb waren Doberan und der HeiIige Damm bereits ein beliebtes AusflugszieI. Der englische Gelehrte Thomas Nugent bereiste 1766 zu Studienzwecken auch Mecklenburg. Zusammen mit dem Rostocker Universitätsprofessor A.J.D. Aepinus fuhr Nugent nach Doberan und an den Heiligen Damm. Wie man heute den teilweise sehr steinigen Strand von Heiligendamm auch sehen kann, wenn man nur die richtige, innere Optik einstellt, schildert der englische

Reisende vor über 220 Jahren so: 'Der heilige Damm bezauberte uns gänzlich: er hat das Aussehen eines großen durch Kunst errichteten Deiches, um die See abzuhalten, die sonnst das ganze Land überschwemmen würde. Wenn die Entstehungsgeschichte , die mir Aepinus erzählte, auch eine bloße Legende ist, so sind doch die Steine an der Küste immer eine große Seltenheit, denn sie sind von vorzüglicher Schönheit und selten wird man zwei von einerlei Farbe antreffen. Wir sammelten einige davon auf, welches gewöhnlich diejenigen tun, die diesen Ort besuchen. '

Der englische Reisende konnte damals beim besten Willen nicht ahnen, zu welch bedeutungsvollem Ort der von ihm besuchte Strand in der Badegeschichte Deutschlands werden würde. Wenn Sie die Fluten der erfrischenden Ostsee genießen, möchte Sie dieses Büchlein an die glanzvollen und geschichtsträchtigen Seiten seiner Tradition erinnern und die Kunde darüber ins Land tragen. Denn Bad Doberan-Heiligendamm steht auch zur Zeit seines großen Jubiläums an der Schwelle eines neuen Kapitels seiner zukünftigen Entwieklung. Nach dem Willen seiner Bewohner und der großen Tradition folgend, soll es wieder ein Badeort werden, der unter Einbezug moderner medizinischer und wirtschaftlicher Bedingungen auch in der Zukunft die von seinem geistigen Gründer Professor Vogel geforderten kurativen Aufgaben erfüllt.

Mögen die künftigen Bade- und Kurgäste Heiligendamms in einer modernen, gediegenen Atmosphäre ihre Gesundheit pflegen und dabei das Flair der Vergangenheit eines großen Seebades spüren. Das allerdings setzt denkmalpflegerische Sensibilität voraus, wie es kaum auf ein anderes Seebad an der Ostsee zutrifft.

Denn: Heiligendamm ist einmalig!

1. Das Münster zu Doberan gilt als eines der schönsten Bauwerke der norddeutschen Backsteingotik. Die Zisterziensermönche errichteten dieses wunderschöne Bauwerk zwischen 1294 und 1368 und verliehen damit Doberan einen unverwechselbaren kulturhistorischen Anziehungspunkt.

2. Das Münster in Doberen wurde auch als Grablege vieler Mitglieder des Fürstenhauses von Mecklenburg-Schwerin bevorzugt. Hier das Doppelgrabrnal für Albrecht lIl. von Schweden und Richardis von Schwerin.

3. Nach der Reformation erlebte Doberan seine zweite Blüte und wurde durch diese beiden Persönlichkeiten eingeleitet. Auf Vorschlag von Prof. Dr. Samuel Gottlieb Vogel (rechts) - Medizinprofessor in Rostock - gründete Herzog Friedrich-Franz I. (links) von Mecklenburg-Schwerin 1793 das erste deutsche Seebad.

4. Mit der Gründung desSeebades hatte der Herzog nicht nur die Gesundheit seiner Untertanen im Auge, auch 'marktwirtschaftliche' Überlegungen spielten eine Rolle. So veranlaßte der Herzog bereits 1794 die Einrichtung einer Spielbank. Für eine gewissenhafte Buchhaltung sorgte stets die jeweilige Badeintendantur .

5. Bilddokumente vom ersten deutschen Seebad besonders aus derersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verdanken wir August Achilles. Einen Eindruck von der Kurpromenade am Kamp in Doberan vermittelt dieser Stich.

6. Der 10. August war in der Saison ein besonderer Festtag in Doberan. Nach der Napoleonischen Besetzung kehrte Herzog Friedrich-Franz 1. aus dem Asyl zurück und kam am 10. August erstmals wieder nach Doberan. Zum 'Bauerntanz' auf dem Kamp entstand dieses Bild.

7. Wie die Feierlichkeiten am Strand von Heiligendamm begangen wurden, ist in diesem zeitgenössischen Dokument festgehalten. Ganz offensichtlich scheute man weder Kosten noch Mühe, um dem erlauchten Publikum standesgemäße Unterhaltung zu bieten.

8. Das Bild ist etwa in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden. In dieser Zeit wohnte man in Doberan und fuhr oder ritt zum Baden und zur Promenade an den 'Damm'.

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