Bad Dürrenberg in alten Ansichten

Bad Dürrenberg in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Weissmann
Gemeente
:   Bad Dürrenberg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5501-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Dürrenberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Bad Dürrenberg mit seinen Ortsteilen hat eine schon über tausend Jahre alte Geschichte. Die zweitürmige Kirche, die in der Nähe der jetzigen evangelischen Kirche im Ortsteil Keuschberg stand, wird erstmals 1012 urkundlich erwähnt. Diese Kirche soll noch auf Heinrich I. zurückgehen, der 933 hier die Schlacht gegen die Ungarn gewonnen hat. Viele Hinweise gibt es, daß dieser Kampf hier stattgefunden haben könnte , auch wenn noch andere Orte dieses Recht für sich in Anspruch nehmen und 'Riade', in alten Schriften als Kampfplatz genannt, bisher nicht gefunden wurde. Jedenfalls haben wir Bad Dürrenberger 1933 die Tausendjahrfeier der Ungarnschlacht festlich begangen.

Bis zur Entdeckung der Solequelle 1763 durch den Kurfürstlichen Bergrat Johann Gottfried Borlach, einem bekarmten Salinisten seiner Zeit, gab es in Dürrenberg und den umliegenden Orten weder ein Gewerke noch eine nennenswerte Manufaktur, die imstande gewesen wäre, eine größere Anzahl von Menschen zu ernähren. Es wurden hauptsächlich Landwirtschaft und etwas Fischfang in der Saale betrieben. Nach Aufzeichnungen im Kirchenbuch hatte z.B. 1589 Keuschberg 21, Balditz 13, Porbitz 14 und Lennewitz 15 Höfe aufzuweisen. (Die genannten Orte sind heute alle Ortsteile von Bad Dürrenberg.) Im Dreißigjährigen Krieg wurden diese und andere Orte der Umgebung sehr von Seuchen und Feuersbrünsten heimgesucht und von Soldaten zerstört. Nach den Kirchenbüchern waren aber bis 1712 die meisten Schäden behoben und die Höfe wieder aufgebaut.

Zu einem größeren Hof mit ca. 60 Morgen Land gehörte eine am Persebach gelegene Mühle, die aus dem 15. oder 16. Jahrhundert stammte. Dieses Grundstück besaß ein eignes Brauhaus 'nebst Schank- und Gastungsgerechtigkeit'.

Eines der ältesten Gebäude Dürrenbergs war das ehernalige Gasthaus 'Zur Sonne'. Infolge seiner günstigen Lage an

der Kalteneiser Straße , einer ehemaligen wichtigen Verbindung zwischen Halle, Merseburg und Zeitz, war das Gasthaus bis 1905 eine wichtige Rast- und Übernachtungsstätte für Handwerker und Fuhrleute.

Im Dorf Dürrenberg gab es ein Rittergut. das lange Zeit im Besitz der Familie Wolffersdorf war. Das Herrenhaus dieses Rittergutes kaufte Borlach, als er den Schacht zur Erschließung der Solequelle abteufen ließ. Es wurde dann später das Salzamt.

Die Geschichte Dürrenbergs war seit Entdeckung der Solequelle engstens mit dem Salzwerk verbunden. Dürrenberg gehörte vor 250 Jahren zu Kursachsen, die Residenz war Dresden. Dort war Borlachs Vater als Hofmechanikus beschäftigt. Dadurch hatte der junge Johann Gottfried Zugang zum Hof. Nach der Schulzeit studierte er sechs Jahre lang in Berlin, kam dann wieder nach Dresden zurück und unternahm mehrere Bildungsreisen in das Ausland. Kurfürst Friedrich August (August der Starke) beauftragte ihn 1718 mit der Reform der Polnischen Steinsalzbergwerke in Wieliczka und Bochnia. Borlach enttäuschte seinen Auftraggeber nicht. Er schaffte es, daß die bis dahin für 140 000 Reichstaler verpachteten Bergwerke nach einem Jahr einen Gewinn von 350 000 Reichstaler erbrachten. Dieser Erfolg verhalf ihm dazu, daß er den Auftrag bekam, auch in Artern und Kösen die Salinen zu erneuern und ertragsfähiger zu gestalten. Auch das gelang Borlach.

Um Kursachsen in der Salzversorgung unabhängig zu machen, mußte aber noch mehr Salz produziert werden. So begann Borlach in Dürrenberg mit Bodenuntersuchungen, legte Probeschächte an und begann am 3. Mai 1744 mit der Abteufung des Schachtes, aus dem noch heute die Sole fließt. Nach neunzehnjähriger Arbeit am 15. September 1763, durchbrach die Sole in einer Tiefe von 223 Metern die noch

vorhandene Decke und füllte in zweieinhalb Stunden den Schacht. Unter Borlachs Leitung wurde umgehend der Kunstturrn, (heute Borlachturrn), gebaut und wurden das I. Gradierwerk und das erste Siedehaus errichtet und bald auch das begehrte Salz gesotten. Aus Freude über seinen Erfolg gab Borlach 50 Zentner Salz an die armen Leute kostenlos ab. Borlach starb 1768, er erlebte den großen Aufschwung der Dürrenberger Saline nicht mehr.

In den folgenden Jahren vergrößerte sich die Saline, weitere Gradierwerke wurden gebaut, der Witzlebenturm entstand, die Salzproduktion stieg stark an. Bis zum Ende des Jahres 1963 wurde in der Bad Dürrenberger Saline Salz produziert. Auch der Kurbetrieb, der nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen wurde, wurde Ende 1965 wieder eingestellt. Die Solequelle aber läuft auch heute noch mit gleicher Stärke und mit gleichem Salzgehalt wie vor 230 Jahren. Die Sole wird z.Zt. in das Leuna-Werk geleitet und dort zur Produktion benötigt.

In den ersten acht Jahrzehnten nach der Entdeckung der Quelle wurde die Sole nur zur Salzproduktion genutzt. Ab 1846, dem Gründungsjahr des Solbades Dürrenberg, entwickelte sich langsam der Bade- und Kurbetrieb.

Es wurde ein Badehaus gebaut, das nach und nach vergrößert und verbessert wurde. 1894 wurden Kinderbadewannen aufgestellt, drei Jahre später war die Kinderbadehalle fertig. Das Kurhaus entstand 1893, Villen wurden gebaut, um die Gradierwerke wurden Wege und Parkanlagen angelegt. Dürrenberg entwickelte sich zum Badeort. 1913 wurden in Dürrenberg immerhin 6 000 Kurgäste gezählt.

Durch den Ersten Weltkrieg und die Nachkriegszeit ließ der Kurbetrieb stark nach. Aber 1928 waren es doch wieder 4 500 Personen, die in Dürrenberg zur Kur weilten. Die Parkanlagen wurden ständig verschönert, und viele Kinder weilten in den Kinderheimen Dürrenbergs zur Kur.

1927 begarm der Bau der Großsiedlung am Bahnhof. Viele Menschen zogen nach Bad Dürrenberg und fanden in den Leuna-Werken Arbeit. 1935 erhielt der Ort die offizielle Bezeichnung 'Bad', nachdem die Reichsbahn bereits 1926, die Post seit 1930 den Ortsnamen 'Bad Dürrcnberg' gebrauchten. Am 6. Januar 1947 wurde Bad Dürrenberg das Stadtrecht verliehen. 1962 begann der Bau der neuen Siedlung mit etwa 1 500 Wohnungen mit den entsprechenden Nachfolgeeinrichtungen. 1966 wurde das Freibad am Golfhaus eröffnet.

Doch der Kurbetrieb konnte in den vergangenen Jahrzehnten leider nicht wieder aufgenommen werden. Im Gcgenteil, die zum Kurbetrieb benötigten Gebäude und Anlagen wurden nicht so gepflegt und instand gehalten wie es nötig gewesen wäre. Erst durch die Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 vollzog sich auch in dieser Hinsicht ein Wandel. Ein Stück des I. Gradierwerkes wurde schon völlig erneuert, am Borlachturm und im Museum wurden die schon längst dringenden Reparaturen durchgeführt, Wege und Straßenverhältnisse wurden an verschiedenen Stellen verbessert. Durch Umbau des Fernheizwerkes am Bahnhof, durch das viele der Wohnungen Bad Dürrenbergs ferngeheizt werden, wurde der Ascheausstoß stark verringert und die Luftverhältnisse besserten sich.

So ist Bad Dürrenberg sehr bemüht, den Ort wieder als Kurort anziehend zu machen und das Wörtchen 'Bad' zu rechtfertigen.

Gerhard Weißmann

1. Die Luftaufnahme aus den zwanziger Jahren zeigt rechts im Vordergrund die Leipziger Straße, links die evangelische Kirche und im Hintergrund das Gradierwerk, das durch seine Weiträumigkeit das Ortsbild bestimmt. Links sehen wir das 111. Gradierwerk, dann das Zwischenstück (Einbau), in der Mitte das I. und rechts das 11. Gradierwerk. Rechts oben ist die Saale erkennbar, die Eisenbahnbrücke und die Brücke für Fußgänger und Fahrzeugverkehr. Die Gradierwerke umschließen den Kurpark mit dem Musikpavillon.

2. Der Bergrat Johann Gottfried Borlach, der Vater der Kursächsischen Salinen, entdeckte nach einer Bauzeit von 19 Jahren in einer Tiefe von 223 Metern im Jahre 1763 die Solequelle. Unmittelbar darauf ließ er den Kunstturm, heute Borlachturm, das I. Gradierwerk und Siedeanlagen errichten. Vom ersten gesottenen Salz ließ er aus Freude und Dankbarkeit 50 Zentner Salz an die Bevölkerung verteilen.

3. Da die Sole nur einen Salzgehalt von ca. 10% aufweist, wäre zum Eindampfen zuviel Heizmaterial nötig gewesen. Deshalb wurde die Sole auf die Gradierwerke gepumpt, sie tropfte an den Gradierwänden herab, dabei verdunstete Wasser, das Salz aber bleibt in Lösung, der Salzgehalt der Sole erhöht sich. Außerdem wird die Sole gereinigt. Es setzen sich an den Schwarzdornwänden Verunreinigungen und schwerlösliche Salze ab. Es bildet sich Dornstein.

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4. Die Sole lagerte dann bis zu einem Vierteljahr in Erdreservoiren (Sammelbehältern) bevor sie in der Saline versotten wurde. Die Reservoire befanden sich zwischen dem I. und V. Gradierwerk. Hier Bliek vom Westen auf das V. Gradierwerk. Dieses V. Gradierwerk wurde Anfang der sechziger Jahre abgerissen, als die neue Siedlung gebaut wurde. Auf der Ostseite des V. Gradierwerkes führte die Kohleneisenbahn entlang.

5. Diese Aufnahme des Solereservoires ist von Osten her entstanden. Im Hintergrund links das 1. Gradierwerk, dahinter die Spitze des Borlachturmes, rechts ist das II. Gradierwerk zu sehen. Die Schornsteine daneben gehörten zur Saline. Dieses Bild läßt gut die ehemalige Größe der Erdreservoire erkennen.

6. Die Sole wurde von den Reservoiren in die Siedepfannen der Saline geleitet. Beheizt wurde früher mit Holz, das zum Teil auf der Saale angeflößt wurde, dann mit Braunkohle aus dem Tollwitzer Schacht bis 1935. Der Wasserdampf zog durch den hölzernen Brodemfang ab, die Feuerungsabgase durch die hohen Schornsteine.

Solbad Dürrenberg

7. Bliek vom Borlachplatz auf das Gradierwerk mit Durchfahrt. Zum Brunnenfest 1992 wurde zu Ehren der Partnerstadt Bad Dürrenbergs, der Stadt Meile, die Durchfahrt 'Meiler Tor' genannt.

8. Die Gradierwerke, die erst nur zur Konzentration und Reinigung der Sole dienten, wurden dann auch für den Kurbetrieb genutzt. 1846 ist das Gründungsjahr des Solbades Dürrenberg. Es wurde anfangs hauptsächlich in verdünnter Sole gebadet. Erst ab 1870 wurden dann auch die Gradierwerke für Heilungszwecke genutzt. Bei Spaziergängen an den Gradierwerken wurde die salzhaltige Luft inhaliert.

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