Bad Ems in alten Ansichten

Bad Ems in alten Ansichten

Auteur
:   Stadtarchiv Bad Ems
Gemeente
:   Bad Ems
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1547-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Ems in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Ein international so bekarmter Kurort, wie Bad Ems es in seiner hundertjährigen Glanzzeit war, spiegelt sich in seinen Abbildungen (Zeichnungen, Stichen, Ansichtskarten). Von den Karten, welche die Emser Kurgäste in alle Welt schickten und damit auf die Schönheit des Lahntales und des Bades hinwiesen, ist eine stattliche Sammlung erhalten; ein Teil von ihnen soll hier gezeigt werden.

Heute ist Bad Ems die Kreisstadt des Rhein-LahnKreises in Rheinland-Pfalz und Mittelpunkt einer Verbandsgemeinde, die außer dem Bad noch acht Dörfer umfaßt.

Die Emser Geschichte ist alt: erste Funde führen bis in die Bronze- und Hallstattzeit, im Laufe der J ahrhunderte vor und nach Christi Geburt lösten sich Kelten, Römer und Germanen im unteren Lahntal ab und hinterließen ihre Spuren im Boden. Der römische Limes kreuzte die Lahn bei einer alten Furt an der heutigen Bahnhofsbrücke, und es gab zwei Kastelle: ein größeres in der Marktstraße (die Martinskirche liegt über dem Fahnenheiligtum) und ein kleineres unmittelbar bei der Limesüberquerung der Lahn.

Die Siedlung 'Aumenzu' (880) hatte zwei Anziehungspunkte in ihren Bodenschätzen: Silber, Blei und Zink im Erzgangzug im sogenannten Dorf und die Thermalquellen 2 Km östlich davon im Quellensattel, dem Kurvierte1. Daß die Römer am Blößkopf', einem Berg im Emsbachtal, abgebaut haben, ist durch Funde bewiesen. Zwei Urkunden Kaiser Barbarossas, eine von 1158, die andere von 1172, erwähnen Silbergrube und Thermen. Um die Gruben entwickelte sich Dorf Ems, um die Quellen das Bad.

Im Anfang des 11. Jahrhunderts war die fränkische

'Villa Oumeze' im Besitz des St. Kastorstiftes in Koblenz. Da aber geistliche Herren keine Straf- und Blutgerichtsbarkeit ausüben durften, brauchten sie Anwälte, 'Vögte' vor Gericht. Als solche traten im 12. Jahrhundert die Grafen von Nassau auf, und sie machten sich bald zu Landesherren, die einen großen Teil der Rechte des Stiftes an sich brachten. Im 15. Jahrhundert kamen durch Heirats- und Teilungsverträge die Landgrafen von Hessen in den halben Besitz der 'Vogtei Ems', und so blieben die Herrschaftsverhältnisse bis in napoleonische Zeit. 1803 wurde das Kastorstift säkularisiert und der hessische Besitz auf die Linie Nassau-Usingen übertragen. 1806 wurde das Herzogtum Nassau gegründet und bekam im Wiener Kongreß 1815 seine endgültige Ausdehnung. 1866, im österreichisch-preußischen Kriege, wurde Nassau preußisch, und nach 1945 kam das Gebiet zu Rheinland-Pfalz.

Nach dieser summarischen Übersicht über die Geschichte von Bad Ems kommen wir zu seiner sogenannten Glanzzeit, die hundert Jahre gedauert hat, von 1815 bis 1914. Die herzogliche Regierung tat etwas für ihre Bäder, und gleichzeitig nahm die aus sehr bescheidenen Anfängen entstandene Spielbank in den dreißiger Jahren einen bedeutenden Aufschwung, nachdem Frankreich 1839 seine Spielbanken geschlossen hatte und die französischen Bankpächter (mit erheblichem Kapital) die Leitung der Rheinischen Banken übernahmen. Nach Ende der napoleonischen Kriege normalisierten sich die Verhältnisse in Europa wieder, verbesserte Verkehrsmöglichkeiten erleichterten das Reisen, und die Romantik, ein Kind deutscher Dichtung, Malerei und

Musik, eroberte den Kontinent und setzte ganz neue Akzente bezüglich landschaftlicher Schönheit. Der Rhein und seine Seitentäler wurden beliebte Reiseziele vor allem der Engländer, und aus den 'schauerlichen und gefährlichen Felsenklippen' bei Ems wurde 'grün umbuschte Wildnis'.

Ems dehnte sich aus, soweit das enge Tal es erlaubte. Bequeme Promenadenwege wurden angelegt, 1839/40 der neue Kursaal, ein Glanzbau seiner Zeit, gebaut, und damit war der Rahmen für ein blühendes Badeleben gegeben. Ausländische Theatergruppen wurden von den Spielbankpächtern verpflichtet (J acq ues Offenbach führte mit den Bouffes Parisiens von 1858 bis 1870 in Bad Ems kleine Operetten auf, die zum Teil direkt für die Emser Bühne komponiert waren), und große Künstlernamen standen auf den Programmen: Franz Liszt, Jenny Lind, Clara Schumann, Henriette Sontag und andere. Die ab 1858 erbaute Lahneisenbahn löste die Postkutsche ab, und die Besucherzahlen schnellten in die Höhe.

1867 kam König Wilhelm I. von Preußen zum ersten Mal als Landesherr zur Kur, und nach 1871 wiederholte er als Deutscher Kaiser diese Kuren bis zu seinem Tode. Der europäische Hochadel kam in den Badeort, die Namen von Fürsten, hohen Militärs, Gelehrten und Künstlern stehen in den Kurlisten, und glänzende Toiletten wurden im Kursaal zur Schau getragen. Aber die Besucher kamen nicht nur des Glanzes, sondern auch der Güte der Quellen und Ärzte wegen. Der russische Dichter Dostojewskij, kein bemittelter Mann, der sein ganzes Leben mit Schulden zu kämpfen hatte, kam in den Jahren 1874/79 viermal je 4000 km von Petersburg nach Bad

Ems, und er schwor auf die Heilkraft der Quellen, die ihm Linderung in seinem schweren Leiden gaben. Im Juli 1870 spielte sich im Emser Kurgarten die schicksalhafte Begegnung zwischen König Wilhelm I. und dem französischen Botschafter Benedetti ab, die als 'Emser Depesche' bekannt geworden ist. Damals ging der Name des Bades auch in die große Politik ein. Aber noch ein Wort zum Emser Bergbau, der weniger bekannt ist. Durch schwere Brände im 17. und 18. Jahrhundert sind mit den Kirchenbüchern auch die meisten Urkunden über den Bergbau vernichtet worden. Daß im 14. und 15. Jahrhundert eine Blütezeit gewesen ist, wissen wir nur aus einem viel späteren Bericht. Seine beste Zeit hatte der Bergbau im 19. Jahrhundert, als die Gewerkschaft Remy, Hoffmann und Co. alle Gruben aufgekauft hatte und sie fast einhundert Jahre ausbeutete. 1871 ging sie in der Gesellschaft des Emser Blei- und Silberwerkes auf, und 1909 ging diese Gesellschaft in die Stolberger Zink AG über. Schon im ersten Drittel unseres J ahrhunderts stellte sich heraus, daß durch zu tiefe Schürfung die Quellen geschädigt worden waren, was zu erheblichen Konflikten führte.

Sein Ende fand der Emser Bergbau 1945, als durch Stromausfall beim Einrücken der Amerikaner die Pumpen nicht mehr arbeiteten. Die Bergleute retteten sich über die Notleitern, und nach zwei Tagen standen alle Gruben unter Wasser. Der Bergbau war erledigt, aber nach ungefähr zehn bis zwölf Jahren sprudelten die Quellen wieder in alter Ergiebigkeit.

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1. Bad Ems liegt 12 Km südöstlich von Koblenz. Kurz davor mündet die Lahn bei Lahnstein in den Rhein. Die Karte (1900) zeigt die Totalansicht der Stadt lahnabwärts. Man sieht, daß die Berge im Westen zurücktreten und Raum für eine Siedlung geben.

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2. Das Stadtwappen zeigt den heiligen Martin als Ritter auf einem Rappen, wie er dem hinter dem Pferd kauernden Bettler die Hälfte seines Mantels reicht. 1908 wurde das Wappen heraldisch genauer geändert: der Heilige sitzt auf einem Schimmel, und der Bettler hoekt auf der linken Seite des Pferdes. Das Foto zeigt die Ansicht lahnaufwärts.

3. Die zur Sechshundertjahrfeier der Stadtrechtsverleihung herausgegebene Karte zeigt Abbildungen einer Badeschrift des 17. Jahrhunderts. Oben baden Gäste beiderlei Geschlechts in großen Becken, unten sehen wir die hessischen und nassauischen Kurhäuser des 17. Jahrhunderts.

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4. Die Karte ist in den siebziger Jahren nach einem Stich der zwanziger Jahre herausgegeben worden. Im Vordergrund sehen wir die Schiffsbrücke (1822). Sie konnte ausgefahren werden. Vorher gab es nur eine Fähre. Links erscheint ein Teil des alten Fährhauses, rechts unterhalb des Kurhauses das alte, kleine Kursaalgebäude.

5. Die Panoramabilder zeigen die idyllische landschaftliche Lage. Die sagenumwobene Bäderley (Ley = Schiefer), in deren kleinen Auswaschungshöhlen der Sage nach die 'Hanselrnännchen' nach Erz gruben, zeigt sich mit dem Kriegerdenkmal, der Mooshütte und dem Concordiaturm. Die Aussicht von diesen auf Waldwegen zu erreichenden Punkten ist prachtvoll.

6. Die Lahnstraße, die lahnaufwärts in südöstlicher Richtung am Flusse entlang führt, war um 1900 mit einer breiten Allee bestanden, die später des Verkehrs wegen zu einer einreihigen Baumreihe reduziert wurde. Rechts sieht man eine auf Fässern ruhende Flußbadeanstalt .

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7. Die festungsartigen und ziemlich wahllos nebeneinanderstehenden Kurhäuser des 17. Jahrhunderts (Karte 3) waren nach 1715 sehr viel einheitlicher geworden. Hier sehen wir das östliche, früher nassauische Kurhaus mit dem charakteristischen Ostflügel und die Kur- oder Gitterbrücke.

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Bad Ems König. Kurhaus.

8. Hier fällt der Bliek auf die westlichen, früher hessischen Kurhäuser mit dem Lahnbau links.

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