Bad Freienwalde an der Oder in alten Ansichten

Bad Freienwalde an der Oder in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Bad Freienwalde an der Oder
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2654-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Freienwalde an der Oder in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Bad Freienwaldef Oder ist heute eine Kreisstadt im Bezirk Frankfurtj'Oder der DDR mit dem Kreis Königsberg/Neumark links der Oder und fünf weiteren Kreisen. Nach über fünfhundert Jahren endete der Kreis Oberbarnim im Regierungsbezirk Potsdam. Zu Freienwalde gehörten die Städte Biesenthal, Straußberg, Werneuchen, Wriezen, 83 Landgemeinden, 1 Gutsbezirk (1928). Freienwalde liegt am Westrand des Oderbruchs und zählte 1967 11 900 Einwohner. Die Stadt hat heutzutage Ziegeleien, ein Sägewerk und eine Braunkohlengrube, die nach 1945 wieder in Gang gesetzt wurde. Die Stadt liegt 53 Kilometer nord-östlich von Berlin sowie an der Bahn BerlinEberswalde- Wriezen.

Seit 1683 ist Freienwalde Badeort mit eisenhaltigen Quellen, seit 1365 bekannt, sowie Eisenrnoorbädern. Südlich liegt der Gesundbrunnen in einem rings von bewaldeten Anhöhen umschlossenen Tal mit zehn Quellen, deren wichtigste Königsbrunnen und Küchenquelle sind. Der Gesundbrunnen wurde von dem Chemiker und Alchimisten des Großen Kurfürsten Gottfried Kunkeloberhalb des Brunnenbaches entdeckt. Der Große Kurfürst, der die Quelle einige Male aufsuchte, ließ das erste Brunnenhaus errichten. Seit 1816 gab es das Achils'sche Bad, später 'Alexandrinenbad' (nach der preußischen Königstochter),

ein Eisensäuerling, das später von Dr. Falkenthal übernommen wurde (danach Landwirtschaftsschule). Unter Friedrich Wilhelm IL nahm das Bad seinen eigentlichen Aufschwung. Sein Sohn Friedrich Wilhelm Hl. beauftragte nach des Vaters Tod Oberbaurat David Gilly 1798, für seine Mutter Friederike Luise ein Schloß zu erbauen. Es entstand ein Sommersitz in englischem Gartenstil mit Hecken, Meierei, Einsledeleien, Scheunen, Pavillon ('Teehäuschen') und so weiter. So besitzt Freienwalde zwei Anziehungspunkte: Bad und Schloß. Dieses hatte eine besonders wechselvolle Geschichte: Witwensitz einer Königin, Zufluchtsort der Oranier und Todesort Elisa Ratziwills. Viel Menschenleid in den 130 Jahren. Danach kam Vergessenheit und Verfall von Schloß und Park, bis es Walt er Rathenau 1910 erwarb und er bis 1920 hier wohnte; Zuflucht und Todesort seiner Mutter Mathilde hernach wurde es in eine Stiftung überführt, sodaß das Schloß der Allgemeinheit zur Verfügung stand.

Es ist nicht möglich, auf zwei Seiten die Geschichte der Stadt zu bringen; die alten Bilder sollen sprechen. Einige Details bringen wir in den Bildtexten. Freienwalde ist eine Gründung aus der Frühzeit der Kolonisation durch die Askanier, die eine Burganlage bei dem nahen Falkenberg besaßen, während Tornow

und Kietz alte Wendensiedlungen sind. Zwischen beiden Ortschaften legten Siedler flämischer Abstarnmung ein Gemeinwesen an im Zuge der Wasserstraße (jetzt Marktstraße), 1459 als oppidum (Stadt) in der Matrikel des Bistums Brandenburg aufgeführt. An dieser Wasserstraße wurden das Rathaus, ein Kaufhaus und die Kirche angelegt, deren Turm auf Verteidigungsm öglichkeit hin weist,

Am 13. Juli 1316 wird Vrienwolde urkundlich erwähnt. Noch 1772 bestand das Kietzer Tor, das 1801 abgerissen wurde. 1695 wurde die Georgenkirche erbaut. Es bestand ein Übergang über die Oder durch eine Fähre, wie Bürgermeister Prenzlow in seinen 'Annales' 1700 schreibt. Die Verbindung Stadr-Oder bildete ein Damm.

Noch vor Bürgermeister Linsingen wird Freienwalde als 'stilles Landstädtchen' bezeichnet und werden drei Industrien genannt (Ziegeleien und Kalkbrennerei). Das Bad spielte keine große Rolle, da die Bahn noch fehlte. Unter dem tüchtigen, tatkräftigen Linsingen begann die Aufwärtsentwicklung. So wurde unter anderem 1866 die Bahn Eberswalde-FreienwaldeWriezen gebaut, die Schule zum Vollgymnasium erweitert, 1875 ein neues Gebäude für die Mittelschule und Höhere Töchterschule, später Lyzeum, 1871 das Neue Krankenhaus und 1879 das Amtsgericht errich-

tet. Es entstanden zwei neue Dampfziegeleien, Ziegelei, Alaunwerk, Glassandfabrik (1904 eingestellt), Schamottefabrik, Filiale einer Brikettfabrik und 1870 ein Grubenbetrieb (1904 eingestellt). 1878 wurde das Kurhotel städtisch.

Freienwalde besaß drei Kirchen. Es wurde zum Pensionopolis für Ruheständler und auch Wohnsitz von Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern. Wir können hier nur die Namen Devrient, Häcke1, Victor Blüthgen sowie Walter Rathenau aufführen. Freienwalde wurde beliebter Sommeraufenthalt der Großstädter. 'Die Bahn ließ Sonntags Extrazüge los. Die Rückfahrkarte Il. Klasse ab Berlin kostete 2.50 Mark.'(!) Wir schließen mit Friedrich Fontane (aus:

Auf meiner Väter Spuren, Kreiskalender 1938): 'Sie künden uns die Nähe einer beliebten und viel besuchten Sommerfrische. An sanft ansteigenden Berglehnen zeigen sich die ersten Villen, wir fahren durch das in köstlichen Baumschmuck prangende, sich mählich erweitemde Brunnental, wir sind in Freienwalde.'

Mit den nun folgenden alten Ansichten versuchen wir Ihnen einen Hauch der Schönheit dieses märkischen Badeortes zu vermitteln.

1. Das Luftbild der Stadt Bad Freienwalde(Oder bringt uns einen ersten Überblick über die Stadt. Es entstand in Richtung Bahnhof, den wir rechts von der oberen Kreuzung sehen. Die obere wagerechte Linie zeigt die Eisenbahnstrecke - links von Falkenberg kommend. Die zweite wagerechte Linie ist der Kanal. Über der Bahnlinie sieht man die alte Oder mit (links) einem Schleppkahn. Bildmitte erkennen wir den viereckigen Turm der Nikolaikirche und weiter zum Betrachter hin das Gymnasium.

2. Ein weiteres Junkers-Luftbild von E. Battré, Buch- und Papierhandlung, Bad Freienwalde, zeigt uns links die Wilhelmstraße in Richtung Kurhaus. Im Hintergrund erkennen wir ein Stück von der Promenade zum Brunnen hin. Rechts am Waldrand steht eine kleine Kapelle, die sich im Privatbesitz befand. Das alte Haus mit dem Turm war Pension Hoche.

3. Die 'Original-Gaslicht-Photographie' zeigt uns aus der Luft das Kurhaus mit den Kuranlagen sowie das Moorbad. Solbad wurde Freienwalde leider nicht, obwohl bei Gut Wendtshof eine starke Salzquelle erbohrt wurde.

Freienw.alde

Totalansicht

4. Hier genießen wir den Bliek auf Freienwalde vom Weinberg aus und sehen außer dem Wahrzeichen der Stadt, der Nikolaikirche, die Bauten der Bürgerschule und der Höheren Mädchenschule, die später Lyzeum wurde.

5. Vom Aussichtsturm aus schauen wir in Richtung Melcherstraße und Hagenstraße, während sich am Bildrand Bad Freienwaldes Oberförsterei befand. Links erkennen wir den Turm der Nikolaikirche.

6. Die kolorierte alte Totalansicht zeigt uns zur Linken die Freienwalder Chamottefabrik. Im Hintergrund führt der Weg den Wanderer nach Schiffrnühle, Weidendamm genannt. Hinter Schiffmühle lagen Neu-Tornow und Gabow, wo der Autor von Eberswalde aus Mitbegründer der Segelfliegerei wurde, die an den dortigen Hängen betrieben wurde. Von Freienwalde ist uns Herr Kritzler noch in Erinnerung ...

Bad ~reienUJalde a. O.

7. Die Ansicht von etwa 1910, verlegt von Chr. Flörner, Freienwalde an der Oder, zeigt uns erneut die kleine Kapelle, rechts, die sich in Privatbesitz befand. Links erkennen wir die Wilhelmstraße in Richtung Kurhaus.

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8. Noch einmal werfen wir einen Bliek auf Bad Freienwalde auf dieser Karte von 1911, die R. Geier, Freienwalde, verlegt hat. In der Mitte das Kriegerdenkmal, das als Aussichtsturm die Stadt überragt. Wir kommen bei unseren Bildern noch darauf zurück.

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