Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Kurt Kronenberg
Gemeente
:   Bad Gandersheim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1382-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

In der Zeit zwischen 1880 und 1930 prägten die Bürger das Bild der Stadt Gandersheim. Bis 1810 hatten die fürstlichen und adligen Damen des Reichsstiftes und ihr Hofstaat das Aussehen der Gebäude und Häuser bestimmt. Nicht nur die Stiftskirche und Abtei hatten den Mittelpunkt gebildet - das tun sie auch heute noch - sondern die vielen Kurien (Höfe) der Stiftsdamen, Stiftsritter und Kanoniker sowie die beiden Klöster, die fast vollständig verschwunden sind.

Ehe das Bürgertum das Aussehen der Stadt bestimmte, vergingen noch einige Jahrzehnte. Die Obrigkeit bevormundete jeden Versuch einer freiheitlichen Gestaltung, was erst durch die Revolution von 1848 geändert wurde. Dazu kam, daß die Bevölkerung sehr arm war. Man lebte damals sehr bescheiden, die Geschäfte hatten nur kleine Schaufenster, die Handwerker arbeiteten in engen Werkstätten, die Fahrstraßen waren schmal und nicht überall gepflastert, es gab noch keine Wasserleitung und nur geringe St raßenbeleuchtung. Fast alle Bürger hielten Vieh und betrieben nebenbei Landwirtschaft, sodaß ihre Häuser große Toreinfahrten hatten.

Erst das Jahr 1871 brachte die Wende. Nun blühten Handel und Gewerbe auf. Industrieunternehmen wur-

den ins Leben gerufen, ein Gymnasium errichtet und das Heilbad gegründet. Die Stadt breitete sich über den alten Stadtkern aus, neue Häuser und Villen entstanden, Hotels und Gastwirtschaften wurden um die Stadt erbaut.

Das gesellige Leben der Bürger entfaltete sich frei. Zu dem lange bestehenden Schützenverein und Nachbarschaften gründete man die Liedertafel 'Concordia', den Männerturnverein und die Militärvereine: Landwehrverband und Artillerieverein. Dazu kamen viele Klubs, die eine rege Vereinstätigkeit entfalteten, auch ein Tennis- und Kegelclub. Zu vielen Festen und Bällen spielte eine große Stadtkapelle auf, die auch Konzerte gab, es wurde Theater gespielt und Umzüge gehalten, man feierte vor allem Sedan- und Kaisersgeburtstag.

Diese große Wende zwischen 1880 und 1930 wird in vielen alten Fotografien sichtbar. Wir können die Veränderung Gandersheims von einer kleinen Ackerbürgerstadt zu einem Gemeinwesen mit beachtlichem Kulturleben und einem viel besuchten Heilbad miterleben.

Im Jahr 1880 betrieb der frühere Glasermeister Wilhelm Mäckler (1842-1897) ein fotografisches Atelier im Hause Moritzstraße 23. Vor ihm waren nur Foto-

grafen aus den umliegenden Großstädten gekommen, um einige Tage Aufnahmen zu machen, meist Porträts; von ihnen sind nur wenige Stadtaufnahmen erhalten. Erst Wilhelm Mäckler fotografierte die Stadt und ihre Straßen, vor allem die Mappe 'Album von Gandersheim' , die er 1895 bei der Kunstanstalt Rosenblatt in Frankfurt am Main drucken ließ. Sie enthält sechzehn Bilder, von denen wir drei wiedergeben. 1883 verlegte Mäckler sein Atelier nach Moritzstraße 25, das 1897 sein Sohn Otto Mäckler (1868-1908) weiterführte, aber schon 1903 an den früheren Bäckermeister Louis Heise (1868-1908) übertrug, der im Haus Markt 5 wohnte. Er siedelte 1904 mit dem Atelier in sein neuerbautes Haus Braunschweiger Straße 19 über.

1906 kam dann der Fotograf Johannes Nissen nach Gandersheim, der die meisten Aufnahmen schuf, die in diesem Buche wiedergegeben sind. Sein großer Verdienst ist es, seine Zeit im Bild festgehalten zu haben, sowohl was Stadtansichten betrifft, als auch Menschen und Ereignisse. Zunächst als Gehilfe bei Louis Heise tätig, errichtete er 1908 ein eigenes Atelier im Hause Moritzstraße 4, das noch heute unter der Firma Photo-Puhlmann besteht. Johannes Nissen stammte aus Guide im Landkreis Flensburg,

lebte sich aber schnell in Gandersheim ein und faßte eine große Liebe zu dieser Stadt, ihren Bauwerken. Kunstdenkmälern und ihrer Geschichte. Er betreute Jahrzehnte hindurch das Heimatmuseum und sammelte hier alles, was die Bürger sonst weggeworfen hätten, darunter viele fotografische Aufnahmen. Die Stadt dankt ihm durch die Verleihung der Ehrenbürgerwürde, auch erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Nissen starb 1972 im Alter von neunzig Jahren.

Von Amateurfotografen ist der Kreisrentmeister Julius Sieburg (1861-1945) zu nennen, der um 1900 Aufnahmen anfertigte. Von ihm veröffentlichen wir drei Bilder.

Nicht bei allen Aufnahmen können wir das genaue Jahr angeben. Die Angabe 'um 1896' bedeutet, daß sie einige Jahre früher oder später entstanden sein kann. Die meisten Aufnahmen befinden sich im Besitz des Verfassers, eine Reihe stammt aus der Sarnmlung des Heimatmuseums.

Ich danke seinem früheren Leiter Erich Sinramm und dem jetzigen Hans Beckmann für ihre freundliche Überlassung zur Veröffentlichung.

1. Bliek auf die Stadt vom Lahberg.

Erst nach 1871 hatte sich die Stadt über die mittelalterlichen Stadtmauern hinaus ausgedehnt. 1872 wurde die Zuckerfabrik (links im Bild) erbaut, 1874 die Molkerei (rechts davon). Von beiden ist heute wenig erhalten; die Schornsteine stehen nicht mehr. Im Hintergrund, unterhalb des Höhenzuges 'Schanze', lag allein das 1876 erbaute Hotel Waldschlößchen oberhalb des nicht sichtbaren Herzog Ludolfsbades von 1878. Über dem Bahnhofsgebäude erblickt man den Schornstein der damals gegründeten Likörfabrik Schütte, auch er wurde abgerissen. Auf dem Osterberg (rechts oben) stehen heute die Zollschule und viele Privathäuser. Aufnahme Nissen um 1910.

2. Bliek auf die Stadt von der Schanze.

Im Vordergrund sehen wir die Hildesheimer Straße, die von rechts kommend zwischen dem unvollendeten Kurhaus und dem Sanatorium Dr. Brunotte hindurchführt. Sie biegt beim ehemaligen Badehotel Schüßler scharf rechts ein und führt dann wieder links an den drei 1889 erbauten Villen vorbei bis zur Stadt. Links zweigt der Lohmühlenweg ab bis zur Lohmühle, wo noch der heute verrohrte Mühlgraben zu sehen ist, der zur Hagenmühle verläuft. Auf der Wiese rechts von der Lohmühle liegt heute das Kurhaus mit dem See. In der Bildmitte sind der Barockbau der Abtei und die Stiftskirche zu sehen, rechts hinten die Molkerei und Zuckerfabrik. Aufnahme Sieburg 1901.

3. Die Moritzstraße (Bliek nach Norden).

Im Mittelalter hieß sie Galgenstraße, weil hier die armen Sünder vom Rathaus zum Galgen geführt wurden. Nach dem Dreißigjährigen Kriege kam der neue Name auf, wofür man den Heiligen der Marktkirche, den Mohr Moritz, wählte. Es war die breiteste Straße der Stadt, an der sich die Häuser viele Geschäfte und Handwerksbetriebe befanden. Schaufenster hatten damals nur wenige Laden, dafür breite Treppen zu den Haustüren. Hinten rechts ragt das Haus des Böttchers Schönhütte, später Dröge hervor, hier zweigt die Reutergasse nach rechts ab. Hinten links liegt das Hotel 'Weißes Roß'. Das abschließende Gebäude gehört schon zum Markt. Aufnahme um 1880.

4. Die Moritzstraße (Bliek nach Süden).

Der Fahrdamm war damals noch nicht so breit wie heute, deshalb störten die breiten, vorspringenden Steinstufen zu den Hauseingängen nicht, die später sämtlich beseitigt wurden. Die linke Straßenseite endete mit dem hohen Haus, das 1904 von dem Schlossermeister Ernst Grimme erbaut worden war. Hier verlief einst der Stadtgraben, was auf dem Bild noch durch den niederen Bau davor zu sehen ist. Er ist heute hochgemauert und ein Teil des davorliegenden Hauses, Auch die daneben sichtbare Toreinfahrt ist nicht mehr vorhanden. Am Bürgersteig links sieht man die Einmündung der Gasse 'Barfüßerkloster', die durch drei Straßenlampen erleuchtet wurde. Im Hintergrund ist die Bahnüberführung sichtbar. Aufnahme Nissen um 1920.

5. Mündung der Alten Gasse in die Moritzstraße.

Das Eckhaus von der Alten Gasse (links) zur Moritzstraße ist ein sehr altes Gebäude von besonderer Größe. Es ist noch in gotischem Stil erbaut, denn der untere Stock war einst bis zum ersten Schwellbalken hochgezogen. Erst später wurde ein Zwischenstock eingezogen und eine Fensterreihe eingebrochen. Am Dach erblickt man die Bodenluke mit dem Aufzug, durch den die landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf den Boden hochgezogen wurden. Zur Zeit der Aufnahme befand sich eine Bäckerei im Hause, 1789 gegründet. Links vorn ist noch der alte Brunnen zu sehen, der die Bewohner der urnliegenden Häuser mit Wasser versorgte. Aufnahme J.H. Erich um 1880.

6. In der Alten Gasse.

Das Haus Alte Gasse 1 besaïs einst eine holzgeschnitzte Haustür aus dem Jahre 1581 mit dem Namen des Erbauers Hans Roleff und dem Handwerkszeichen der Sattlerinnung. Als das Haus von dem Schneidermeister Ernst Köhler erworben und mit dem Nachbarhaus vereinigt wurde, hat man den geschnitzten Holzrahmen belassen und die Tür zu einem Schaufenster urngestaltet, bei einem weiteren Umbau wurde das Kunstwerk dann beseitigt. Wie das Bild zeigt, wohnten damals drei Generationen im Hause, wie das seit dem Mittelalter allgemein üblich war. Aufnahme Nissen um 1910.

7. Die Stiftskirche von Westen.

Die Stiftskirche erfuhr im Laufe ihrer elfhundertjährigen Geschichte nur geringe Veränderungen. Vor 1896 besaß sie noch einen Dachreiter auf dem Glockenhaus zwischen den beiden Türmen. Hier hing die Schlagglocke, die mit der Uhr verbunden war. Sie war damals höher angebracht als heute, nämlich vor dem Mittelfenster des Glockenhauses. Die Bäume vor der Stiftskirche fielen später dem Verkehr zum Opfer. Vorn links sehen wir die beiden schönsten Fachwerkhäuser der Stadt, den 'Bracken' von 1473 und das 1552 von dem Bürgermeister Hermann Helff erbaute Gebäude, das damals noch mit Schiefern verhangt war. Es hat heute sein schönes Aussehen wieder erlangt. Rechts erblickt man das Rathaus, Aufnahme vor 1896.

8. Innenansicht der Stiftskirche nach Osten.

In der Zeit des Barock war 1703 das Innere der Stiftskirche umgestaltet worden. Damit der Bliek weit in den Chorraum schweifen konnte, hatte man den Lettner abgerissen, der erst 1910 wieder errichtet wurde. Auf dem Bilde sehen wir den Eingang zur Krypta zwischen den Treppen, davor den fünffüßigen Altar, darüber ein Pult mit dem gotischen Triumphkreuz. Die Wände waren mit Ornamenten bemalt, der Chorraum blau mit goldenen Sternen. Das Gestühl bestand aus einem Block, sodaß es keinen Mittelgang gab. 1861 hatte man an Stelle der barocken, reich mit Figuren geschmückten Kanzel die schlichte gesetzt, die das Bild zeigt. Sie wurde 1912 mit der heutigen vertauscht. Aufnahme um 1885.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek