Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 2

Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Anne-Katrin Race
Gemeente
:   Bad Gandersheim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5615-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Im Jahre 1981 erschien der erste Band 'Bad Gandersheim in alten Ansichten'. Der Verfasser, Dr. Kurt Kronenberg, seit Jahrzehnten als Heimatforscher und Chronist der Stadt Bad Gandersheim tätig, verstarb 1987. Um die Heimatgeschichte zu bewahren und weiter zu erforschen, tat sich 1991 eine Gruppe von geschichtsinteressierten Gandersheimern unter der Leitung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Heimatmuseums, Anne-Katrin Race, zur Geschichtswerkstatt Bad Gandersheim zusammen. Der vorliegende Bildband ist ein Ergebnis dieses Arbeitskreises.

Gandersheim war zwischen 1880 und 1930 eine typische 'Beamtenstadt' . Das Kanonissenstift, dessen Kirche und Abteigebäude noch heute das Bild der Innenstadt prägen, wurde 1810 aufgelöst. Die meist aus adeligen Häusern stammenden Stiftsdamen, Kanoniker und Bediensteten verließen Gandersheim, der Stiftsbezirk wurde neuen, weltlichen Zwecken zugeführt. Nur die Stiftskirche selbst blieb Hauptkirche der Stadt - wie sie es schon seit der Reformation war.

1833 wurde Gandersheim Kreisstadt. Der Zuzug von Beamten der verschiedenen Behörden veränderte die soziale Zusammensetzung der Gandersheimer Bevölkerung und das gesellschaftliche Leben in der Stadt. Die 'Liedertafel Concordia', schon 1833 gegründet, war der erste von zahlreichen Vereinen, die im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden. Mit kulturellen Veranstaltungen aller Art, Lieder- und Theaterabenden, Festumzügen und Sportveranstaltungen prägten sie die Atmosphäre der Stadt. Gleichzeitig gaben die zum Teil gut verdienenden Kreisbeamten mit ihren Familien Handel und Gewerbe in Gandersheim neue Impulse.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nach dem Anschluß Gandersheims an das Eisenbahnnetz im Jahre 1856,

hielt auch die Industrialisierung in der Stadt Einzug. Besonders nach der Reichsgründung 1871 entstanden Industriebetriebe wie eine Zuckerfabrik, eine Molkerei, eine Zigarrenfabrik und eine Konservenfabrik. 1878 gründete der praktische Arzt Dr. Adolf Leonhardi mit dem 'Herzog-Ludolfsbad' die erste neuzeitliche Kureinrichtung in Gandersheim. Es sollte jedoch noch einige Jahrzehnte dauern, bis sich Gandersheim nach Unterbrechungen durch finanzielle Probleme und durch den Ersten Weltkrieg dauerhaft als Kurbad etablieren konnte. 1925 wurde das neue Solbad 'Roswitha' eröffnet, seit 1932 durfte sich die Stadt offiziell 'Bad Gandersheim' nennen. Diese Zeit des Wandels in Gandersheim wird auch in alten Fotografien sichtbar. Die Fototechnik wurde im Jahre 1837 erfunden. In den ersten Jahrzehnten konnten aufgrund der langen Belichtungszeiten nur unbewegte Objekte festgehalten werden. Seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Portraitfotografie. Die Technik war jedoch noch für lange Zeit aufwendig und teuer, so daß Fotos nur zu besonderen Ereignissen angefertigt wurden. Neben Ortsansichten überwiegen daher Fotos von Familienereignissen wie Hochzeiten und Konfirmationen.

Die ersten Fotografen arbeiteten seit etwa 1880 in Gandersheim, vorher entstanden nur vereinzelt Aufnahmen von durchreisenden Fotografen aus größeren Städten. Die meisten Aufnahmen in diesem Band stammen von Johannes Nissen, der 1906 aus Schleswig-Holstein nach Gandersheim kam und in der Moritzstraße Nr. 4 sein Atelier einrichtete. Noch heute befindet sich dort ein Fotogeschäft unter dem Firmennamen FotoPuhlmann. Nissen betreute von 1932 bis 1966 das Gandersheimer Heimatmuseum und hinterließ dort einen großen Teil seines fotografischen Werkes.

Bei den Fotografien Nissens finden sich auch zahlreiche Aufnahmen von festlichen Ereignissen in der Stadt, besonders hervorzuheben ist hier die 'Roswitha-Feier' 1926 zum Andenken an die erste deutsche Dichterin. Sie lebte im 10. Jahrhundert im Stift Gandersheim. Viele Fotografien wurden als Postkarten verlegt, ab etwa 1920 entstanden auch Aufnahmen von den Dörfern um Gandersheim, die nach der Gemeindereform 1974 Ortsteile der Stadt Bad Gandersheim wurden. Die Ansichten aus den Dörfern, aber auch andere Motive, wendeten sich vor allem an Sommergäste. Von Jahr zu Jahr kamen mehr in die Umgebung von Gandersheim und wurden zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Stadt.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es kaum Zeugnisse vom Alltagsleben der Menschen in Gandersheim. Daher wurde versucht, diese wenigen seltenen Dokumente in den zweiten Band 'Bad Gandersheim in alten Ansichten' aufzunehmen. Sie zeigen die Arbeit in Gandersheimer Betrieben oder alltägliche Szenen in den Straßen der Stadt. Bad Gandersheim in alten Ansichten - das sind auch Fotos von Vereinen und Einzelpersonen, die in der Zeit zwischen 1880 und 1930 eine wichtige Rolle in der Stadt gespielt haben. Es sind Fotos von merkwürdigen und kuriosen Ereignissen, die Abwechslung in den Alltag einer Kleinstadt brachten, wie der Besuch eines sportlichen Herrn, der auf einer Reise mit einem Schrank um die ganze Welt auch nach Gandersheim kam (Ne. 55). Fotodokumente von der Ausrufung der Weimarer Republik und von Demonstrationen gegen die Besetzung des Ruhrgebiets (Ne. 72 und 73) zeigen die Einbettung Gandersheims in die Zeitgeschichte. Und schließlich wurden auch einige Ansichten von den umliegenden Dörfern in diesen Band aufgenommen, denn sie gehören heute zum Stadtgebiet.

Die 'alten Ansichten' dieses Bildbandes stammen hauptsächlich aus dem Archiv des Museums der Stadt Bad Gandersheim. Sie sind dort eine der wichtigsten Quellen für die Erforschung und Dokumentation der Stadtgeschichte. Bei Maßnahmen zur Altstadtsanierung sind sie gerade heute ein wichtiges Hilfsmittel. Die Neugestaltung im Bereich der historischen Kernstadt ab 1987 wurde maßgeblich von der Auswertung alter Fotografien beeinflußt, die vom Museum zur Verfügung gestellt wurden.

Nur bei wenigen Aufnahmen kann das genaue Entstehungsjahr angegeben werden. Daher überwiegen Angaben wie 'um 1910', was bedeutet, das Foto kann einige Jahre früher oder später aufgenommen worden sein.

Die Geschichtswerkstatt Bad Gandersheim dankt allen Bürgern der Stadt und ehemaligen Gandersheimern für die aus ihrem Privatbesitz zur Reproduktion und Veröffentlichung überlassenen Fotografien. Unser Dank geht auch an alle, die uns mit wertvollen Informationen geholfen haben, alte Aufnahmen zu identifizieren und auszuwerten. Der vorliegende Band möchte dazu beitragen, daß solches Wissen über die Vergangenheit unserer Stadt nicht verloren geht und auch für die jüngere Generation, Neubürger und Gäste Bad Gandersheims erhalten bleibt.

Der persönliche Dank der Autorin gilt den Teilnehmern der Geschichtswerkstatt Bad Gandersheim, Lothar Brühl, Rudolf Hillebrecht, Rudolf Jendraszek, Marie Elisabeth Kainmüller, Hanna Lange, Heinz-Friedel Laue und Günter Müller, die an der Zusammenstellung des vorliegenden Bandes mitgewirkt haben.

Bad Gandersheim, im April 1993

Anne-Katrin Race

1. Bliek vom Wiek weg auf Gandersheim. Durch das dichte sommerliche Laub von Kastanienbäumen am Wiekweg überblickt man von Nordwesten aus die Stadt Gandersheim. In den im Vordergrund sichtbaren Gandeniederungen liegt heute das 1950eingeweihte Sportstadion, das den Namen des früheren Bürgermeisters und Stadtdirektors Rudolf Cahn von Seelen (1904-1992) trägt. Dahinter fließt die Gande, die Gärten der Häuser am Steinweg und an der Baderstraße reichen bis an das Flußufer heran. Im Mittelpunkt des Fotos sieht man die Türme der Stiftskirche- weithin sichtbares Wahrzeichen von Gandersheim. Rechts daneben überragt der Turm des Rathauses mit dem Wächterstübchen die Stadt. Aufnahme um 1900.

2. Gandersheim von Nordosten. Vom Kleinen Osterberg aus blickt man über die Gandewiesen auf die östliche Stadt. Im Vordergrund ist die Bismarckeiche zu sehen, die Gandersheimer Bürger imJahre 1895 zum 80. Geburtstag des deutschen Staatsmanns pflanzten und mit einem eisernen Gitter umgeben ließen. Es wurde vor einigen Jahren mutwillig zerstört; die Eiche ist inzwischen zu stattlicher Größe herangewachsen. Unten an der Gande steht die Lohmühle, die der Schuhmacherinnung gehörte und die Gerber mit dem nötigen Wasser aus dem Mühlengraben versorgte. Links führt zwischen Gärten ein noch unbefestigter Weg den Hügel hinauf, die heutige Roswithastraße. Zwischen Bismarckeiche und Lohmühle wurde irn Jahre 1900 die Trasse der Eisenbahn in Richtung Bodenburg angelegt. Das Foto zeigt den Zustand noch vor Beginn der Bauarbeiten. Aufnahme um 1897.

3. Der Wilhelmsplatz (heute Stlftsfreiheit). Die Ansichtskarte, geschrieben im Jahre 1903, zeigt die Stiftsfreiheit zu einer Zeit, als sie noch nach dem letzten regierenden Herzog von Braunschweig benannt war. Die Kastanienbäume wurden im Zweiten Weltkrieg abgeholzt und später wieder neu gepflanzt. Vor der Entwicklung des Autoverkehrs war die Stiftsfreiheit ein ruhiger Mittelpunkt der Stadt. Links ist das Gebäude des Druck- und Verlagshauses C.F. Hertel, Herausgeber des Gandersheimer Kreisblattes, zu sehen. Auf dem freien Platz vor dem Haus steht eine Wetterstation, die Justizrat Stegemann der Stadt Gandersheim im Jahre 1884 stiftete. Sie befindet sich heute, 1984 restauriert, vor der Wilhelmsburg. Die Stiftsfreiheit war Anfang dieses Jahrhunderts Ort zahlreicher festlicher Ereignisse, wie viele Fotos in diesem Band zeigen. Aufnahme um 1902.

4. Im Barfüßerkloster. Südlich der Stiftsfreiheit lagen im frühen Mittelalter die Höfe (Kurien) der Ritter von Gandersheim, die der Äbtissin des Stiftes dienten. Der Grund und Boden gehörten dem Stift. Dennoch ließ Herzog Wilhelm von Braunschweig im Jahre 1490 im westlichen Teil des Kurienkomplexes ein Sommerschloß, die Wilhelmsburg, bauen. Rechts im Bild ist die Grenze zu diesem Grundstück zu sehen. Auf der linken Seite der Straße 'Barfüßerkloster' wurde 1501 ein Franziskanerkloster errichtet. Die Mönche wurden wegen ihrer einfachen Kleidung im Volksmund 'Barfüßer' genannt und gaben so dem Straßenzug seinen Namen. Im Jahre 1569 hob Herzog Julius von Braunschweig das Kloster auf und brachte dort das von ihm gegründete 'Paedagogium illustre' unter, die Vorstufe einer geplanten Universität. 1574 wurde die Schule nach Helmstedt verlegt. Aufnahme um 1910.

5. Hinter der Wilhelmsburg. Nahe der Wilhelmsburg im Barfüßerkloster betrieb der Kaufmann Hans Lochte aus Alfeld Anfang dieses Jahrhunderts eine Likörfabrik und setzte damit die Arbeit seines Schwiegervaters August Schütte (1835-1894) fort. Schütte war Stadtrat, Abgeordneter des Braunschweigischen Landtages und später des Reichstages. Die Aufnahme zeigt als fünfte Person von links den Firmeninhaber Lochte selbst, links neben ihm seine Frau Elfriede, geborene Schütte. Daneben sind mehrere Angestellte der Likörfabrik zu sehen. Nach Lochtes Tod 1918 wurde der Betrieb von Oskar Stange weitergeführt. Die im Hintergrund sichtbare Wilhelmsburg wurde von August Zaps im Jahre 1895 errichtet und ist ein Nachbau des herzoglichen Sommerschlosses. Aufnahme um 1915.

6. Südgiebel der Abtei mit dem Elisabethbrunnen. Über den noch ungepflasterten östlichen Teil der Stiftsfreiheit blickt man auf den Renaissanceflügel der Gandersheimer Abtei, der 1599 nach einem Brand im Jahre 1597 unter der Äbtissin Anna Erika von Waldeck neu erbaut wurde. Die geschwungenen Prunkgiebel nach italienischem Vorbild, sogenannte 'Welsche Giebel', und die beiden Ausluchten sind typisch für den damals vorherrschenden Baustil der Weser-Renaissance. Der Elisabethbrunnen stand ursprünglich im Abteihofund wurde erst 1878 vor den Südgiebel der Abtei verlegt. Er ist ein Werk des Bildhauers Johann Caspar Käse (1700-1756) und wurde 1748 vom Gandersheimer Oberhofmeister Joharm Anton Kroll von Freyen der damaligen Äbtissin Elisabeth Ernestine Antonie gestiftet. Sie ist in der Brunnenfigur als heilige Elisabeth, WohItäterin der Armen, dargestellt. Aufnahme um 1900.

7. Der Abteihof als Wirtschaftshof der Domäne. Im Jahre 1806 wurde Gandersheim von den Franzosen besetzt und in das Königreich Westphalen eingegliedert. Nach dem Tode der letzten Äbtissin, Auguste Dorothee von Braunschweig, im Jahre 1810 wurde das Stift Gandersheim aufgelöst, seine Besitzungen gingen in die Hand des Staates über. Die Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Abtei bildeten nun bis 1934 die Domäne Gandersheim. Die Fotografie zeigt im Hintergrund die Hofseite des Renaissancef1ügels der Abtei, dem anzusehen ist, daß die Jahre der aufwendigen Hofhaltung im Stift Gandersheim fast ein Jahrhundert zurückliegen. Die Pferderniste in der Mitte des Hofes, landwirtschaftliches Gerät und Wagen zeugen von der neuen Funktion des Stiftsbezirks nach der Säkularisierung. Aufnahme um 1900.

8. Die Gandersheimer Stiftskirche. Die Stiftskirche ist noch heute das augenfälligste Zeugnis der Geschichte Gandersheims, die ein Jahrtausend lang durch das hier ansässige Reichsstift geprägt war. Der erste Bau der Stiftskirche wurde am Allerheiligentag 881 geweiht, die heutige Kirche stammt vorwiegend aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Spätere Veränderungen waren vor allem der Anbau der gotischen Seitenkapellen und der Abriß des 'Paradieses', eines hallenartigen Vorbaus an der westlichen Turmfassade , im Jahre 1838. Links im Bild ist die frühere Stiftskurie zu erkennen, die - wie das im Hintergrund zwischen Kurie und Stiftskirche sichtbare alte Kalkhaus des Stiftes - im Jahre 1958 abgerissen wurde. Aufnahme J.H. Erich, um 1890.

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