Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 3

Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Axel Christoph Kronenberg
Gemeente
:   Bad Gandersheim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6708-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Die beiden bisher erschienenen Bände dieser Reihe mit Ansichten über das alte Gandersheim haben ihre Leser gefunden und sind vergriffen. Daher ist es mir eine Freude und ein Anliegen, den dritten Band vorlegen zu können. Möge auch er zeigen, welchen Reiz die alte Stadt hatte und bis heute bewahrt hat. Ich danke allen Gandersheimern, die mir geholfen haben, neue Bilder zu entdecken und mir zur Verfügung zu stellen.

Das im [ahre 852 durch das sächsische Grafenpaar Ludolf und Oda - Stammeltern des mächtigen ottonischen Kaisergeschlechtes - gegründete spätere Reichsstift Gandersheim beeinflusste und förderte die Entwicklung der Stadt Gandersheim. Spätestens seit 1229 war Gandersheim Stadt und besaß einen Markt und eine Mauer mit drei Stadttoren und schon 1329 konnten sich die Bürger der Stadt von der Herrschaft der Äbtissin freikaufen. Eine stetige fruchtbare Entwicklung der Stadt konnte - wenn auch immer im Schatten des Reichsstiftes - erfolgen. Der Reichtum vieler Bürger - es waren meistens die Kaufleute - ist noch heute an vielen gut erhaltenen Fachwerkgebäuden zu erkennen. Die Auflösung des Stiftes Gandersheim im [ahre 1810 war für die Stadt ein einschneidender Vorgang, entfiel doch damit auch die Lebensgrundlage zahlreicher Bürger, die ihren Lebensunterhalt durch die Abtei verdient hatten.

Mit der Schaffung des Kreisgerichtes im [ahre 1823, und der Kreisdirektion Gandersheim im [ahre 1833, entstanden staatliche Behörden, die weitere Dienststellen nachzogen und der

Bevölkerung der Stadt eine neue Lebens- und Erwerbsgrundlage gaben. Dazu kam im Iahre 1856 der Anschluss an die Eisenbahnlinie Holzminden-Braunschweig und damit an das übrige Eisenbahnnetz in Deutschland, was zur Ansiedlung von Industriebetrieben und neuen Arbeitsmöglichkeiten führte. Im [ahre 1889, in den 'Grûnderjahreri' nach der Reichsgründung, bauten wohlhabend gewordene Bürger ihre Villen an der Hildesheimer Straße und drängten über die alten Stadtgrenzen hinaus, Schulen entstanden.

Die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges erreichten auch Gandersheim - es fielen 1 15 Gandersheimer - und führten durch die Umwälzungen und Inflation zu Armut und politischen Unruhen. Zur Erinnerung an die Opfer errichtete die Stadt 1925 für die Gefallenen das würdige Ehrenmal, an dem nach dem Zweiten Weltkrieg noch 340 Namen hinzugefügt werden mussten.

Im Iahre 1924 gelang es einem Konsortium die Idee der Gründung eines Heil- und Solebades erfolgreich wieder aufzunehmen, so dass Anfang 1925 der Kur- und Badebetrieb beginnen konnte. Bereits im [ahre 1932 erhielt die Stadt das Recht, sich Bad Gandersheim zu nennen. Wenn auch der Zweite Weltkrieg die weitere Entwicklung als Heilbad verzögerte, in den 1960er und 1970er [ahren entstand der heutige Kurbetrieb mit dem Bau der großzügigen Kur- und Badeinrichtungen, die das heutige Bild der Stadt Bad Gandersheim prägen und ihr die wichtigste Existenzgrundlage geben. Der Wandel der Stadt nach

dem Ersten und Zweiten Weltkrieg hin zum modernen Kurbad wird in den Fotos dieser [ahre sichtbar. Das Kurhaus entstand 1964 vor dem hochaufragenden Viadukt der ehemaligen Bahnlinie, es wurde 1983 völlig umgebaut. 1970 wurde als Ersatz für das bisherige Kurbad Roswitha ein modernes Kurmittelhaus erbaut, dem 1973 die Kurklinik am Habichtsfang, 1974 das Roswitha-Sanatorium und andere Kureinrichtungen folgten, bis 1997 mit der Klinik am See ein bisheriger Abschluss erreicht wurde. Das malerisch gelegene Waldsole-Schwimmbad wurde, nun gespeist aus der 1975 neu erbohrten ergiebigen Ludolfsquelle, 1976 um das Hallenbad erweitert und modernisiert. 1961 entstand der Neubau des Krankenhauses auf der Dämmheide am Clusberg.

In neuerer Zeit wirkte sich die Auflösung des Landkreises Gandersheim am 31. Juli 1977, der seit 1833 bestanden hatte, durch den Fortfall vieler Behörden und den Fortzug zahlreicher Bediensteter einschneidend auf die Stadt aus. Diese wurde bei der kommunalen Neuordnung um 15 Dörfer erweitert.

Durch die Eingemeindung stieg die Einwohnerzahl von 7 000 auf 12000.

Die seit 1959 vor dem Westwerk der Stiftskirche stattfindenden Freilichtspiele 'Gandersheimer Domfestspiele' wirkten sich bis heute zunehmend erfolgreich auf die Stadtentwicklung aus, da in den Sommermonaten täglich bis zu 1 000 Besucher die modernen Tribünen füllten. Leichte und anspruchvolle Theaterstücke machten in den mehr als vierzig [ahren ihres Bestehens die Domfestspiele zu einem Anziehungspunkt und Begriff in der deutschen Theaterlandschaft. Ranghohe Besucher, dabei fast alle Bundespräsidenten, bestätigten durch ihr Erscheinen, dass Bad Gandersheim seine Anziehungskraft als mittelalterliche Fach-

werkstadt mit großer Geschichte bewahren konnte. Um den Blick der Öffentlichkeit noch mehr aufBad Gandersheim zu lenken, zeichnet die Stadt jährlich seit 1973 eine deutschsprachige Dichterin mit dem Roswitha-Literaturpreis und mit dem Roswitha-Ring die beste Schauspielerin der Domfestspiele aus.

Axel Christoph Kronenberg.

1. Wappen der Stadt und Siegel des Reichstiftes Gandersheim

Die Entstehung des Gandersheimer Stadtwappens geht auf eine Urkunde aus dem [ahre 1335 zurück, an der das Siegel einen mittelalterlichen Helm zeigt. Ursprung der Darstellung ist das Wappen der Ritter von Gandersheim, deren Helmzier zwei gebogene Büffelhörner, reich mit Pfauenfedern geschmückt, sind. Unter zwei herabhängenden Bändern, mit denen der Helm an den Brustpanzer gebunden wurde, ziert eine Lilie das Wappen. Diese symbolisiert die Äbtissin des Reichsstiftes Gandersheim. Das Wappen ziert heute die Stadtfahne auf kaiserlich gold -schwarzem Tuch.

Das Siegel des Reichsstiftes aus dem 13. Jahrhundert war bis zur Auflösung des Stiftes im [ahre 1810 im Gebrauch. Es zeigt in der Mitte Johannes den Täufer mit den beiden heiligen Päpsten lnnocentius undAnastasius, die der Stiftskirche ihren Namen gaben und deren Gebeine in der Krypta beigesetzt sind. Die Umschrift des Siegels lautet: + SIGILLVM ECCLESIE GANDERSEMENSIS + (Niedersächsisches Staatsarchiv Wolfenbüttel).

2. Roswitha von Gandersheim

Die Abbildung zeigt die erste deutsche Dichterin Roswitha von Gandersheim als Stiftsdame im Stift Gandersheim. In fantasievoller Gestaltung nach einem Kupferstich in Leuckfelds 'Antiquitates Gandersheimenses' von 1709 wird hier versucht die unbekannte Abstammung 'Hroswithas' zu ergründen: 'H' für Helena und 'roswith ' für Rossow (nach einem bekannten Adelsgeschlecht) . Falsch ist die Beschriftung, denn Roswitha war keine Nonne und lebte auch nicht im Benediktinerinnenstift, sondern im weltlichen Reichsstift. Der bekannte Fotograf und Chronist Johannes Nissen fertigte die Aufnahme als Postkarte im [ahre 1932 an.

6anClersheim

Bahn-Viadukt mit Berglandschaft

3. Die neue Bahnlinie nach Hildesheim

Das Viadukt für die neue eingleisige Eisenbahnverbindung über Lamspringe nach Hildesheim wurde im [ahre 1900 aus hiesigem Kalkstein erbaut. Die Eisenbahnlinie wurde am 1. Oktober 1902 eröffnet. Nach 73 [ahren wurde der Personenverkehr 1975 eingestellt. Der Güterverkehr wurde 1991 völlig eingestellt und die Strecke zurückgebaut. Seit 1997 führt der 12 km lange Skulpturenweg auf der ehemaligen Eisenbahntrasse 'von Kloster zu Kloster' vorbei an Kunstwerken moderner Bildhauer nach Lamspringe und bietet Spaziergängern, Fahrradfahrern und Inline-Skatern vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Aufnahme 1905.

4. Bad Gandersheim aus der Vogelschau

Die Tuschezeichnung von Ernst Eichhorn aus Goslar wurde als Postkarte anlässlich des 60. Geburtstages (3. bis S. Juni 1938) der 'Deutschen Oberschule für Jungen' gedruckt. In der Mitte ist auf dem unbewaldeten Kleinen Osterberg die Kasernenanlage der Reichsmotorsportschule des nationalsozialistischen Kraftfahrkorps zu sehen, die 1937 erbaut wurde. Hinter der eingleisigen Bahnlinie Bad Gandersheim-Lamspringe mit den beiden Viadukten von 1900 sind der 1934 von Arbeitslosen angelegte Osterbergsee und das Schwimmbad zu sehen.

s. Die Altstadt

Das Foto zeigt aus südwestlicher Richtung die Altstadt mit der Stiftskirche im Zentrum. Dahinter ist der Abteibezirk des ehemaligen Damenstiftes zu erkennen. Die 1953 neu erbaute katholische Kirche Mariae Himmelfahrt ist, noch ohne den 1962 angebauten Turm, hinter den Stiftskirchentürmen zu sehen. Oben links steht der Rohbau des 1961 fertiggestellten evangelischen Krankenhauses an der Dämmheide am Clusberg nahe der Stadt. Die Türme der Stiftskirche zeigen auf die gedrungenen Gebäude der ehemaligen Burg der braunschweigischen Herzöge, dem heutigen Amtsgericht am Plangarten. Aufnahme um 1961.

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Rm markt

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6. Eckhaus Markt - Burgstraße

Das 1830 erbaute hohe Fachwerkhaus Markt Nr. 5 (Bildmitte), hier noch ohne die späteren Schaufenster, war das Geburtshaus des Kirchenliederdichters, Theologen und Leiters der FrankeschenAnstalten in Halle, [ohann Anastasius Freylinghausen (1670-1739), dessen Vater Dietrich Bürgermeister und Tuchhändler in Gandersheim war. Ab 1882 gehörte das Haus dem KaufmannAugust Harbort (1859-1932), der hier seine 'Kurz-, Weiß-, Woll-, Posamentier- und Tapisseriewaaren-Handlung' hatte. Aufnahme 1910.

7. Haus des Musikdirektors Heinrich Brennecke

Der Gandersheimer Musikdirektor Heinrich Wilhelm Brennecke (1848-192 1) war mit der Tochter des Vorbesitzers Musikdirektor Christian Pick verheiratet. Ihr Sohn Dr. Hermann Brennecke (1875-1946) war Direktor des Geheimen Staatsarchivs in Berlin. Das Foto zeigt die Familie Brennecke; links mit Krücken den Stadtkämmerer Friedrich Eysholdt, sowie Freunde der Familie. Die Kaffeetafel steht im Garten des Hauses Brennecke, Steinweg 18. Links ist das Frauenhaus zum Heiligen Geist arn Steinweg zu sehen. Aufnahme 1910.

8. Villa Prahmann

Im Iahre 1913 erbaute sich der Gandersheimer Kreismauermeister Leopold Prahmann (1862-1948) in der Reihe mit den vier früher erbauten Villen eine großzügige Villa in der Hildesheimer Straße 2. Er baute in der Zeit von 1900 bis 1902 die beiden Viadukte über die Gande und über die Straße nach Altgandersheim für die Eisenbahnlinie Gandersheim über Lamspringe nach Hildesheim. Zuvor hatte sein Vater Kreismauermeister Friedrich Prahmann (1828-1912) im [ahre 1889 das Nachbarhaus Nr. 3 gebaut. Das Haus Nr. 2 war der letzte repräsentative Bau an der Hildesheimer Straße vor dem Ersten Weltkrieg. Aufnahme 1920.

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