Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 1

Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Karl Günter Werber
Gemeente
:   Bad Honnef am Rhein
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4861-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Eine Reise in ein versunkenes Land

Von Atlantis und Vineta wissen wir, daß es verschollene Länder sind, von denen nur die Namen blieben. Der Betrachter der Bilder dieses kleinen Buches nimmt an der Reise in eine versunkene Welt teil, an der Reise in eine Zeit, die so rasch und unwiederbringlich versunken ist, wie keine andere in der Geschichte, in eine Welt, von der auch nicht mehr blieb, als die Namen. Namen sind Schall und Rauch.

Nur bruchstückhaft wird der Betrachter Vergangenes entdecken, Fragmente, die kaum dazu verhelfen, das Ganze wieder erstehen zu lassen. Die Phantasie mag Brücken schlagen - die Erinnerung hilft nicht mehr weiter, denn keiner von uns Nachgeborenen kann sich noch auf sie berufen. Trotzdem soll der Versuch gemacht werden, ein 'imaginäres Museum' zu schaffen und das alte Honnef, wenn auch nur für die Dauer der Betrachtung der Bilder, zu einem kurzen, optischen Leben zu erwecken.

Die Bilder sind in der Reihenfolge eines Rundganges aneinandergereiht, der am Bahnhof beginnt. Denn dort kam man damals an. Reisende aller Art kamen an, vor allem zahlreiche Kurgäste, vom Ruf des jungen Heilbades angezogen und der Wer-

bewirkung des gerühmten 'alkalisch-muriatischen Säuerlings mit der leicht abführenden Wirkung'; Gäste, die neugierig waren, Honnef kennenzulernen, seine Sehenswürdigkeiten, seine Bewohner und deren Geschichte. Der Betrachter der Bilder soll die Rolle des Besuchers von damals übernehmen, ihn begleiten und mit ihm unsere Stadt durchstreifen, nicht systematisch, sondern improvisatorisch, hier und dort verweilend, das Allgemeine und das Besondere betrachtend, um schließlich eine Ahnung vom Ganzen zu bekommen.

Der Rundgang beginnt auf der Bahnhofstraße und führt auf die Hauptstraße, die sich, dank der Bautätigkeit der Gründerzeit, allmählich von der Dorfstraße zur 'städtischen' Geschäftsstraße zu mausern beginnt. Das Erstaunen des Gastes über die vielen 'Hoflieferanten', kenntlich gemacht durch königlich-schwedische Wappenschilder über den Ladentüren und (an Feiertagen) Flaggen, legt sich bald, als er selber Zeuge des Besuchs der Majestäten wird. Also keine Residenzstadt, nur ein Kurort!

Sein Weg führt ihn - dem Zweck seines Aufenthaltes gemäß - zum Kurhaus, das er zu seinem Standquartier wählen wird. Er schlendert (damals beherrschte man noch die Kunst des Schlen-

derns) über den Markt zur Kirche und um diese herum, vorbei an alten Höfen, Relikten vergangener Herrlichkeit. Der Weg führt über die Hauptstraße weiter - wobei auch Seitenstraßen aufmerksam betrachtet werden - nach Selhof, das sich auf Ansichtskarten stolz 'Luftkurort' nennt und noch ganz dörflich bestimmt ist.

Ein anderer Exkurs führt über Rommersdorf in Selhofs Antipoden, nach Rhöndorf, teils noch Winzerdorf einheimischer Familien, teils schon 'Pensionopolis' wohlhabender, meist aus den nördlich gelegenen Großstädten Zugezogener.

Aber was sind Häuser ohne ihre Bewohner? Der Gast trifft auf Menschen. Nicht nur auf königliche Kurgäste mit ihrem Hofstaat, die in bürgerlichen Landhäusern Urlaub von Regierungsgeschäften machen und doch in der kleinen Stadt Glanz verstreuen. Er begegnet denen, die seit Generationen in Honnef Wurzeln geschlagen haben und den Ort noch immer repräsentieren: Kleinbauern, Winzer, Vertreter bodenständigen Handwerks. Denn noch scheinen die alten Ordnungen festgefügt, der Wandel von patriarchalischen zu mehr und mehr von städtischen Vorbildern geprägten Lebensformen vollzieht sich erst langsam, wenn auch schon spürbar.

Der Besucher erlebt Feste, weltliche und kirchliche (die Grenzen sind meist schwer zu ziehen) und die Lokalitäten, in denen die Festesfreude sich verwirklichen kann: Hotels und Gasthöfe, Häuser vielfältiger Art, einige mehr für Einheimische, andere mehr für Neubürger, viele für alle zusammen.

Der Weg führt auch zu beliebten Ausflugszielen: zur Insel Grafenwerth, dem einzigen Ort, wo die Honnefer wirklich Kontakt mit dem Strom hatten (denn richtig 'am Rhein' lag Honnef nie); nach Hohenhonnef, Reservat einer exklusiven 'geschlossenen Gesellschaft', deren Tagesablauf nach eigenen Gesetzen, im zeitlichen Abseits verlief.

Das Foto der elektrischen Bahn, welches die Folge abschließt, beendet den Rundgang. Hier wurde ein Zeitsprung vollzogen: die Gegenwart kündigt sich an. Die letzte Seite zeigt die Wiedergabe einer Ansichtskarte: ein Panoramablick, der dem Gast noch einmal das Erscheinungsbild des Ganzen vor Augen führt, wie er es im Gedächtnis behalten wird: so hat es ausgesehen! Und dem Betrachter von heute mag es Anlaß zu (gedämpftem) Optimismus sein: so sieht es - 'nehmt alles nur in allem' - noch immer aus!

1. Honnef - wie es einmal war: ein Bliek vom 'Olligsberg' (unterhalb des Katholisch-Sozialen Instituts) über die Dächer der (verschwundenen) 'Olligsmühle', einer Ölmühle, vom Ohbach betrieben. Die Aufnahme ist vor dem Jahre 1912 entstanden, sie zeigt die Pfarrkirche St. Johann Baptist noch ohne Querschiff und Dachreiter. Den Bischofshof (später Handelsschule St. Anno), rechts auf unserem Bild, überragt der markante Turmhelm mit den vier gotisierenden Ecktürrnchen. Links am Bildrand wird die evangelische Kapelle sichtbar, die später, bis zu ihrer Zerstörung, der jüdischen Gemeinde als Synagogediente.

2. An der Abzweigung der Steinstraße von der Bahnhofstraße, am 'Sampig' (= Sandweg, der alte Name für die Bahnhofstraße) befand sich die Brot- und Feinbäckerei des Bertram Brungs, später entstand an der Ecke das Hotel 'Vater Rhein'. Das Fachwerkhaus links gehört zum Gebäudekomplex der 'unteren Mühle' am Ohbach, welcher die Bahnhofstraße an dieser Stelle zu einem EngpaB machte.

3. Der Rhöndorfer Maler und Graphiker Wilhelm Redeligx schuf in den zwanziger Jahren ein hübsches Aquarell der malerischen Gebäudegruppe der 'unteren Mühle' am 'Sampig'. Das Bild befindet sich in Bad Honnefer Privatbesitz.

4. Die mittlere Bahnhofstraße vor dem Ersten Weltkrieg. Die Gebäude auf unserem Bild sind sämtlich abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Heute stehen hier die Häuser Nr. l l-Ió. Das Backsteinhaus am Bildrand links lag an der Einmündung der Luisenstraße, gegenüber dem alten Postamt.

5. Der traditionsreichste Honnefer Verein ist die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft. Der Überlieferung nach geht sie auf das Jahr 1325 zurück. Das Schützenfest wird am ersten Sonntag im September gefeiert. Damals zog der Festzug über die Bahnhofstraße. Für den heutigen Betrachter ist die Häuserkulisse kaum wiederzuerkennen. Das Foto entstand vom ObergeschoB des Eckhauses Bahnhofstraße-Austraße. Ganz rechts der Werkplatz des Grabstein-Bildhauers Kemmerich, im Hintergrund das alte (abgerissene) Postgebäude, errichtet von dem Bauunternehmer Johann Gelsdorf. Das Backsteinhaus links davor fiel längst der Spitzhacke zum Opfer, auch die Häuser rechts wurden durch Neubauten ersetzt.

6. Die Bahnhofstraße an der Abzweigung der Luisenstraße. Die Gärtnerei auf dem Eckgrundstück nahm nachher der (inzwischen wieder abgerissene) Bau des Postamtes ein. Die Häuser oberhalb haben sich, wenn auch stark verändert, erhalten.

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7. Die Bahnhofstraße etwas weiter oberhalb: die Häuser auf der Nordseite der Straße sind noch nicht durch vorgebaute Geschäfte verändert. Ganz links wird die Einfahrt zu Bense's Hotel 'zum Weinstock' (später Wittlers 'Parkhotel') sichtbar. Die Südseite wird durch eine lange Mauer bestimmt, die den dahinterliegenden Park mit einer Villa des 19. Jahrhunderts abgrenzte. Diese Villa beherbergte ab 1949 bis zur Errichtung des Neubaues in Rommersdorf das Altenheim 'Marienhof der Pfarre St. Joharm Baptist. Heute steht hier der Neubau des Postarntes.

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8. Dell's Kurhaus, ein umfangreicher Gebäudekomplex, war einst Besitztum des Kölner Jesuitenkollegs (Lohhof). Der parkartige Garten reichte von der Bahnhofstraße bis zur heutigen Hirsch-Apotheke. Der Hotelier Deli ließ es im Jahre 1904 abreißen. Es lag gegenüber der Einmündung der Schülgenstraße. Heute stehen dort die Häuser Hauptstraße 40 (Buchhandlung Werber) und 38f (Honnefer Volkszeitung) .

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