Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 2

Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl Günter Werber
Gemeente
:   Bad Honnef am Rhein
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6625-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Nachdem es hinausgedrungen ist weit über die Grenzen unseres deutschen Vaterlandes, daß Mutter Natur in so reichem Maße, ja man darf kühn behaupten in geradezu verschwenderischerWeise Honnef ausstattete, zählt unser Kur-und Badeort Bewohner fast aller Herren Länder zu seinen Gästen, und fürstliche Personen schenken Honnef die Ehre, dort Kuraufenthalt zu nehmen.

Dies war die Sprache derWerbung damals, der Zeit, die unsere kleine Sammlung von Bilddokumenten illustriert. Schon früh schmückte sich Honnef mit dem Ehrentitel 'Bad'. Bereits im Iahre 1856 hatte der ArztTheodor Hupertz in einer Untersuchung der Honnefer Luft diese als besonders heilkräftig bezeichnet und sie für Lungenkranke empfohlen. 31 Iahre später wurde der Grundstein für die Lungenheilstätte Hohenhonnef gelegt, die dem Ort zu einer frühen - wenn auch umstrittenen - Berühmtheit verhalf In Rhöndorf richtete der Arzt Dr. Euteneuer die Heilanstalt 'Matienbad' ein, ein Sanatorium für Kuren nach Kneippscher Methode. Das Gelände wurde in einen kleinen Kurpark umgestaltet. 'Bad Rhöndorf'?Viel hätte nicht gefehlt, und der Ortsteil hätte dem Hauptort den Rang abgelaufen. Und der 'Luftkurort Selhof' ? Auf Ansichtskarten gab es ihn.

Die Einheimischen kehrten sich daran wenig. Sie gingen ihrer althergebrachten Tätigkeit nach. Die 'Zugezogenen' in ihren Landhäusern: Fabrikanten und Professoren, Generäle und Geheimräte lebten an der Peripherie des örtlichen Geschehens, genossen die klimatischen Vorzüge, verzehrten ihre Pension, gingen auf]agd, luden einander ein und blieben unter sich. Einige von ihnen schufen sich das darf nicht verschwiegen werden - durch großzügige Stiftungen einen Ehrenplatz in der Ortsgeschichte. Nur durch die 'Kurliste' , die während der Saison regelmäßig erschien, erfuhr die Öffentlichkeit, wer wo abgestiegen war. Eine Ausnahme war der Besuch der Königin von Schweden. Hier kam Bewegung in die Stadt, und die Zahl der 'Hoflieferanten' nahm von Iahr zu Iahr zu.

Wenn auch der Wandel von dörflichen zu mehr und mehr von städtischen Vorbildern geprägten Lebensformen spürbar wurde, schienen die alten Ordnungen noch festgefügt.Weinbau, Ackerbau und Handwerk waren das Fundament. Weltliche und kirchliche Feste - die Grenzen dazwischen waren oft fließend - gaben dem Alltagsleben Farbe. Es war die große Zeit derVereine: der Kameradschaftliche Kriegerverein, die Turnvereine Germania und Borussia, der Gesangverein Rhenania. Der Bürgermeister lud zu Kaiser-Geburtstags-Feiern ein, vornehmlich ins Hotel

Webel, dem Hotel des 'Deutschen Offiziers-Vereins' . Ein Ritt mit dem Esel zur Löwenburg kostete (einfach) 1,75 Mk. Das Adreßbuch verzeichnete zwei 'Bockhalterinnen' , einen 'Stierhalter' und drei 'Sachverständige in Reblausangelegenheiten', denen halbamtliche Funktionen oblagen.

Der Hang zum Frohsinn war ererbt, angelegt von der Natur und begünstigt von der Landschaft. Sie schienen angesteckt von der ewigen Beweglichkeit des Stromes, an dessen Ufer sie wohnten, vermochten zu jubeln, als ziehe das Himmelan der Berge, die sich rundum türmten, ihre Herzen mit hinauf zur Höhe, konnten aber auch so versonnen und beschaulich werden, als lege sich die Stille des Tales auf ihr Gemüt. Ihr Wesen bildete eine Stiege, auf der alle Lebensäußerungen auf und ab wandelten. Heimisch und natürlich aber fühlten sie sich im Frohsinn, und diese glückliche Eigenschaft wurde genährt durch den Wein, den sie bauten und tranken.

Mit solch liebevollen Worten, charakterisiert Franzjosef Schneider, der Honnefer Heimatdichter, seine Landsleute. Die Zahl derer, die auf der Schattenseite Platz nehmen mußten, war freilich nicht gering. Die häufige Berufsbezeichnung 'Tagelöhner' in den Adreßbüchern jener Iahre belegen dies: Kleinbauern mit kärglichem Grundbesitz, Winzer, denen der Ertrag ihrerWeinberge keinen ausreichenden Unterhalt bot. Da traf es sich günstig, daß die

Zahl der Baulustigen zunahm und die neue Aristokratie der Gründerjahre Bauhilfsarbeiter benötigte.

Die' gute alte Zeit' ist es also nicht, an die das kleine Buch erinnern soll. Die gab es nie, sowenig wie Honnef'Rheinlands Paradies' war. Trotzdem fällt es schwer, nostalgische Empfindungen beim Betrachten der Bilder ganz auszuschließen. Sie spiegeln eine 'Endzeit', welcher der Erste Weltkrieg den Garaus machte. Was danach kam, die Zeit, in der nichts mehr so war wie vorher, die Zeit ständiger Rückschläge und erst langsamen Neubeginns, das ist nicht mehr unserThema.

1 Rheinlands Paradies.

Das so betitelte Gedicht von Karl Röhrig (1 866192 7), eine vielstrophige, gereimte Liebeserklärung an Honnef, ging nach seiner Entstehung, aufunzähligen Postkarten abgedruckt, in alle Welt. Es hätte so etwas wie eine lokale Nationalhymne werden können, zumal es im Iahre 1902 auch noch vertont wurde (von Gottfried Stang, dem Organisten der katholischen Pfarrkirche). Karl Röhrig war von 1895 bis 1905 pfarrer der evangelischen Gemeinde, ein bemerkenswerter Mann, in dessen Amtsperiode der Bau der Kirche fiel (1 900) . Später wurde er mit seiner

Frau Hedwig van Dryander, der Tochter des preußischen Oberhofpredigers, nach Potsdam berufen. Seine rheinische Heimat er stammte aus dem Hunsrück - hat er auch später noch in zahlreichen Gedichten besungen.

2 Das Foto auf dieser Seite wurde von der im Iahre 1911 erbauten Brücke zur Insel Grafenwerth aufge-

nommen. Man sieht jenseits der Eisenbahnlinie die Häuser der unteren Girardet-Allee und der Luisen-

straße. Im Hintergrund die noch ganz von Weinbergen bedeckten, unbebauten Hänge.

3 Ein Blick vom 'Olligsberg' in Selhof (dem Standort des heutigen Katholisch-Sozialen Instituts). Im Vordergrund eine

Gruppe von kleinen Häusern, die sich bis zum ohbach erstreckten und deren letztes am Ende der Bachstraße an der Holzbrücke

über den Bach erst im Iahre 1999 abgerissen wurde.

4 Dieses Foto wurde im Iahre 1911 vom ersten Stock der Villa Trappen (Hauptstraße 101) aus aufgenommen. Es zeigt die

Kreuzweidenstraße mit den Häusern 53-63. Durch die Weinberghänge, überragt von der Heilstätte Hohenhonnef, verlaufen

heute die Straßen In der Eichas, Dr.-Fritz-Lohmüller-Straße, Im Malerwinkel.

5 Jetzt ein Blick von Osten nach Westen, von den Weinbergen ins Tal: hier vom Schillingsberg auf die

südliche Reichenberger Straße (links die Häuser 46-52).

HONNEF, TOTAL.

6 Die Reichenberger Straße vom Reichenberger Kopf aus in Richtung Südwesten. Am Bildrand links die in den fünfziger Iahren

Bad Honnef

abgerissene Villa des Weinhändlers Emil Mayer (später: de Greiff), rechts Haus Nr. 26. Auf dem unbebauten Gelände dahinter ver-

laufen heute die Straßen Rheingoldweg, Im Gier und Gartenstraße.

7 Hier noch einmal die Reichenberger Straße mit den Häusern Nr. 11 und 16.

8 Die obere Selhofer Straße und der noch ganz mit Weinbergen bedeckte Hardtberg mit dem Hard-

ter Häuschen, ursprünglich ein Aussichtstürmchen, das zum Landhaus der Familie Rosenbaum/König (am

unteren Bildrand) gehörte und zu dem ein gerader Weg hinaufführte.

;ßod ;Jponnetr a. Rh.

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