Bad Iburg in alten Ansichten

Bad Iburg in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Köhne
Gemeente
:   Bad Iburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5109-2
Pagina's
:   64
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Iburg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

GELEITWORT

Die Stadt Bad Iburg ist erfreut darüber, daß der Verlag Europäische Bibliothek das verlegerische Wagnis übernimmt, 'Bad Iburg in alten Ansichten' vorzustellen. Damit wird einem vielfach geäußerten Wunsch entsprochen, die oft nur wenigen Zeitgenossen bekannten Bilder einem größeren Kreis vorzustellen. Durch das Buch wird nicht nur den in Bad Iburg aufgewachsenen Mitbürgern Gelegenheit gegeben, Erinnerungen aufzufrischen. Gerade die Mitbürger, die erst in den letzten Jahren Bad Iburg zur Heimat erwählten, können hier in prägnanter Weise die Entwicklung unserer Stadt kennenlernen. Deshalb wünschen wir dem Buch eine große Verbreitung. I ~ A.

1~L( 4J1~

H. Tovar W. Blanke

Bürgermeister stellvertretend Stadtdirektor

VORWORT DES HERAUSGEBERS

Das Bildmaterial ist größtenteils der Sammlung Schräder und der Postkartensammlung Kniekenberg entnommen. Beide Sammler haben nur ausnahrnsweise Hinweise auf den Fotografen gegeben, jedoch zeigen Vergleiche (so Osnabrücker Tageblatt vom 15. August 1931), daß diese Aufnahmen vielfach von A. und R. Hankers, aber auch von Lichtenberg und Rennert geschaffen wurden. Auf Erläuterungen haben beide Sammler durchweg verzichtet, so daß es erforderlich war, Bad Iburger Mitbürger um Mithilfe zu bitten. Wertvolle Hinweise haben Frau Hildegard Kassen und die Herren Hermann Böggemann und Hermann Tovar gegeben. Dafür soll an dieser Stelle herzlich gedankt werden. Ebenso habe ich für die Unterstützung bei der Korrektur Frau Gerda Hamberg und beim Schreiben der Texte Frau Evelyn Schwake zu danken.

IBURG 1870-1930

Die Unruhe der Gründerzeit erfaßte erst spät den Flecken Iburg. Das Leben verlief in vorgezeichneten Bahnen. Die große Welt lag in weiter Ferne.

Erst abends um acht Uhr traf die Postkutsche aus Osnabrück ein. Noch am gleichen Abend mußte Postverwalter Bülthoff Briefe und Zeitungen verteilen lassen. Nachwächter Stoppe zündete um halb zehn die Straßenlampen an. Nur in den Jahren 1883-1885 verzichtete man auf diesen Dienst. Aus Sparsamkeit blieben die nächtlichen Straßen unbeleuchtet. Oft nicht einmal dreitausend Mark konnte der Magistrat in dieser Zeit jährlich für die Fleckensgemeinschaft ausgeben. So wurde um das Jahresgehalt von hundertfünfzig Mark, das der Schneider Wilhelm Tellkamp für das Amt des Magistrat- und Polizeidieners erhielt, hart gerungen. Sogar die Reparatur des Brandhorns, das Nachtwächter Tellkamp zu bedienen hatte, wurde im Magistrat beraten.

Gelegentlich rückte das Militär zur Einquartierung in _ den Flecken Iburg ein. Im August 1882 kam das Westfälische Artillerieregiment NI. 7. Der Flecken leistete Fourage für die Pferde des Regiments. In

anderen Jahren waren Soldaten für täglich sechsundfünfzig Pfennig aus der Fleckenskasse einzuquartieren. Alljährlich kam die Aushebungs- und Musterungskommission. Ein Feldwebel und vier Soldaten waren dann aus der Fleckenskasse zu verpflegen.

Sorgen bereitete die Schwarzwildplage. 1885 forderte man die Meute des Königlichen Hofjagdamtes an. Oberförster Hugo leitete die Jagden. Doch nur zahlungsfähige Schützen durften sich am J agdvergnügen beteiligen; denn dreißig Mark waren für jeden verunglückten Hund in die Hofkasse zu zahlen. 1888 wiederholte man die Treibjagden. Fünf Treiber wollte man nur stellen, wenn Glane und Mäscher sich ebenfalls beteiligten.

In dem Jahr, in dem Gottlieb Dairnler und Wilhelm Maybach in Stuttgart ihre Motorenversuchswerkstatt gründen, berieten Iburgs Stadtväter zum ersten Male die Eisenbahnfrage. Die Drahtseilereien breiteten sich aus, verlangten Anschluß an ein modernes Verkehrsnetz. Der weitsichtige Landrat Tilemann, der sich damals noch Amtshauptmann nannte, förderte zielstrebig diese Entwicklung. Die Beratung von 1883 war nur kurz. Erst zehn Jahre später konnte mit den

vorbereitenden Arbeiten begonnen werden. Vermessungskosten mußten aufgebracht, Aktien gezeichnet und Bürgschaften übernommen werden. 1901 fuhr der erste Zug in den Iburger Bahnhof ein.

Neben der Eisenbahnfrage beschäftigte seit 1889 die Einrichtung einer landwirtschaftlichen Winterschule die Fleckenskollegien. In jenem Jahr trat der landwirtschaftliche Kreisverein, der unter dem Vorsitz von B. Hartmann aus Hilter stand, mit dieser Bitte an den Flecken heran. 1897 konnte der Schulbetrieb aufgenommen werden. Schon 1898 entschloß man sich, ein eigenes Schulgebäude zu errichten. Für das Amt des Direktors gewann man Dr. Paul Juretschke. Im Jahre 1893 wurde eine gewerbliche Berufsschule eingerichtet. An zwei Tagen der Woche und auch nur in den Wintermonaten unterrichteten die Lehrer Rüter und Feldmann für einen Stundenlohn von einer Mark und fünfzig Pfennig die Lehrlinge. Nicht immer förderte man den technischen Fortschritt. Noch 1901 lehnte es die Fleckensvertretung ab, sich an einer Fernsprecheinrichtung zu beteiligen. 1904 regte Landrat von Schmeling an, für den Flecken eine Wasserleitung zu bauen, doch 1906 lehnte eine Bür-

gerversammlung das Projekt ab. Erst 1925 wurde der Bau der Wasserleitung realisiert. 1928 entschloß man sich, für das Magistratsgeschäftszimmer eine Schreibmaschine zu kaufen.

Der technische Fortschritt hatte es in Iburg schwer. Lange Debatten gab es 1909 und 1910 um eine elektrische Straßenbeleuchtung. Noch hielt man sie für unnötig. Das änderte sich einige Jahre später. 1911 beantragte der Lohgerber J osef Stapenhorst eine Elektrizitätswerk-Konzession. Sie wurde ihm gewährt. Elektrische Lampen erleuchteten die Straßen. Die Ölfunzeln wurden auf den Dachboden gepackt. Der Nutzen von Fremdenverkehr und Kurbetrieb wurde früh erkannt. Am 21. Mai 1887 gründeten Iburger Bürger im Gersemann'schen Hotel einen Verschönerungsverein. Bürgermeister Pohlmann wurde Vorsitzender. Zum Vorstand gehörten Amtsgerichtsrat Kramer, Rentier Huisking, Rentmeister Strubel, Zimmermeister Niemeyer, Förster Fechtmann und Sekretär Bohmann. Sogar auswärtige Mitglieder schlossen sich dem Verein an: Kerksieg (Berlin), Schräder (Telgte), Ledeboer (Enschede), Honchet (Dresden) und Haßlacher (London).

Wege wurden ausgebessert, Bänke und Schilder beschafft. 1898 konnte schließlich mit einer großzügigen Spende der Geschwister Sudtfeld aus Bielefeld der Bau eines Aussichtsturmes auf dem Dörenberg in Angriff genommen werden.

Schon vor der Jahrhundertwende wurden in und um Iburg zehn Gasthäuser betrieben. Logierhäuser waren das Hotel Gersemann, das Forsthaus Freudenthal und der Gasthof Stapenhorst sowie Kassen mit einem Privatlogis. Verdeckte Kegelbahnen betrieben die Gasthöfe Bitter, Haverkamp und Schürmeyer in Glane; offene Kegelbahnen das Hotel Gersemann und die Restauration Rott, Säle die Gasthäuser Tovar, Stapenhorst und Eyrnann. Fast alle Gaststätten boten die Möglichkeit zum Billardspiel. Neben der Konditorei Timpe betrieben Eichholz, Wedekämper, Steinkühler, Schulte, Bruns und Peters eine Bäckerei.

Mit dem Ersten Weltkrieg hinterließen die Zeitläufe kräftige Narben im Leben der kleinen Stadt. Noch im November 1912 feierte man das fünfundzwanzigste Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms. Schon im August 1914 wurde für Iburg und Mäscher ein Kriegshilfsverein gebildet. Überschüsse aus früheren Jahren

stellte man für verwundete Krieger zur Verfügung. In den Sitzungen wurden 'Hurras' für den Kaiser ausgebracht, später mußte für Lebensmittel gesorgt werden. Im September 1919 wurde Küster Wiemann beauftragt, den Bahnhof zur Heimkehr der Kriegsgefangenen auszuschmücken. Die Unruhe der Zeit erforderte die Bildung einer Bürgerwehr. 1921 wurde bereits ein Kriegerdenkmal errichtet. Die Inflation zog ins Land. Im Oktober 1923 erhielt Bürgermeister H. Stapenhorst ein Gehalt von 100 Milliarden Mark, im November waren es 150 Milliarden und im Dezember bereits eine Billion Mark.

Im März 1925 mußte ein neuer Reichspräsident gewählt werden, und im Juni 1926 kam es zum Volksentscheid über die Enteignung des Fürstenvermögens. Am 1. Oktober 1927 wurde Reichspräsident Hindenburg achtzig Jahre alt. Iburg veranstaltete einen Fackelzug, der von einem Festausschuß (Suerbaum, Gründler, Beermann, Wiemann) vorbereitet wurde. Im Juni 1929 verhandelten unter dem Vorsitz von Landrat Ludwig Herold der Gemeindeausschuß Mäscher und der Magistrat Iburg über einen Gemeindezusammenschluß.

1. Iburg ist Kreisstadt und liegt im südlichsten Teile der Provinz Hannover. Mit Recht wird das idyllische Bergstädtchen Iburg als das landschaftliche Kleinod des Teutoburger Waldes bezeichnet. Mit diesem einleitenden Text wurde im ersten Ortsprospekt in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg Iburg den Fremden vorgestellt. Hier heißt es weiter:

Eingebettet in die von dunklen Tannenwaldungen und grünen Buchenhallen bestandenen Höhenzüge des Osnings, vereinigt es mit einer ausgesucht herrlichen Lage eine denkwiirdige Vergangenheit und geschichtlich wie architektonisch bedeutende Bauten. Levin Schiicking nannte es, bezaubert von soviel köstlicher Schönheit, den schönsten Punkt auf unseren Wanderungen duren diesen Teil Westfalens.

2. Am Abhange des Burgberges, auf dessen Höhe Burg und Kloster liegen, entstand nach und nach der Flecken Iburg. Zur Zeit Bennos 11. im 11. Jahrhundert existierte der Flecken noch nicht. Erst im 13. Jahrhundert sprechen die Urkunden von der Ortschaft Iburg, die kirchlich zunächst noch zur Pfarre Glane gehörte. Im Jahre 1255 erfolgte die kirchliche Abtrennung von Glane. 1359 verlieh Bischof Johann Hoet der Ortschaft städtische Privilegien. Von nun an führte der Flecken - wenn auch im Schatten der Burg - sein Eigenleben.

3. Die mächtige Schloßanlage mit der Rennbahn. Im Vordergrund links die von 1750 bis 1755 von Johann Conrad Sch1aun geschaffene Klosteranlage. 1669 beschreibt Abt Maurus Rost die Lage des Klosters: Es ligt das Cloister auf dem Berg Iburg, wo vor Zeiten des Wedekindi Castel Iburg gewesen, und hat versus orientem das Flecken Iburg, versus meridiem et occidentem das fiirstliche Residents Haus, versus septentrionem den Döhrenberg, wie das filrstliche Haus erwachsen, vide Annales Monasterii.

SChLOSS JBURG.

4. Das Iburger Schloß, das hier in einer winterlichen Landschaft gezeigt wird, beherbergte neben dem heute noch ansässigen Amtsgericht das 1932 aufgelöste Landratsamt Iburg. Schon im alten Fürstentum Osnabrück hatte das Amt Iburg unter Leitung eines Drosten im Schloß seinen Sitz. Zu königlich hannoverschen Zeiten leitete ein Amtshauptmann die Verwaltung des Kreises Iburg, bis unter preußischer Hoheit ein königlicher Landrat irn Schloß residierte. Erster Landrat war Geheimrat Tilemann, der zunächst noch den Titel Amtshauptmann führte. Sein Nachfolger wurde Dr. von Schmeling (1904 bis 1907), der sein Amt an Regierungsrat von Breitenbuch abgab. 1918 übernahm Landrat Wehr bis zum Jahre 1924 die Amtsgeschäfte des Landrats. Letzter Landrat des Kreises Iburg wurde Ludwig Herold.

5. Bliek durch die Ulmenpforte auf den Burgfried - im Volksmund Bennoturm genannt. Der Ulmenhof ist noch in zwei Binnenhöfe geteilt. An Stelle der Mauer stand früher die 'Mittelgalerie' . Durch die Ulmenpforte führte der Kirchweg der Einwohner der früheren Gemeinde Mäscher. Stauden und Buschwerk bewuchsen das Mauerwerk.

6. Zwei mächtige Ulmen - auch Rüstern genannt - geben dem früher zweigeteilten Binnenhof den Namen. Noch heute handelt es sich um die wohl schönsten Bäume dieser Art im Osnabrücker Land. Deshalb wurden die Bäume schon früh unter Naturschutz gestellt. Die alljährliche Blütenfülle beweist, daß die uralten Ulmen kerngesund sind.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek