Bad Laer in alten Ansichten Band 1

Bad Laer in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Prof. Dr. H. Hiltermann
Gemeente
:   Bad Laer
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4988-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Laer in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

In dem altsächsischen Gau Suderbergi ist Bad Laer früher auch Lodre, Lathere oder Steenloar genannt eine der ältesten Siedlungen. Funde von mesolithischen Geräten und Waffen beweisen, daß das Gebiet nordwestlich der Solquelle, die Bauerschaft Westerwiede, mindestens vor la 000 Jahren besiedelt war. Eine im Staatsarchiv Münster aufbewahrte Schenkungsurkunde von dem Frankenkaiser Ludwig 11. nennt im Jahre 851 schon neun Höfe von Lodre. Der aus dem 11. Jahrhundert stammende Kirchturm, ein Wehrturm, ist heute noch erhalten.

Es handelt sich um ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Die Bauerschaften Hardensetten, Müschen, Remsede, Westerwiede und Winkelsetten umgeben das Kirchdorf mit seinem Thieplatz und seiner alten Taufkirche, zu der ursprünglich auch die Ortschaften Glanathorpe (Glandorf) und Glana (Glane) gehörten. Die in Springmeyers Kolk natürlich zu Tage tretende kohlensäurereiche Sole hat seit der letzten Eiszeit, wo hier eine arktische Tundra nachgewiesen wurde, eine linsenförmige Felsplatte abgesetzt von etwa 1,4 x 0,9 km Größe. Diese Sinterkalke, die im Zentrum des Ortes fünf Meter mächtig sind, waren im Mirtelalter ein wichtiger Baustein, der weit über Laer

hinaus Verwendung fand. Im Jahre 1580 hat der Erbkötter Pelster Siedesalz gewonnen. Aber die Salzgewinnung wurde aufgegeben, da man keine Neuerschließung der allmählich aussüßenden Kolkquelle vornahm.

Viel später, 1836, eröffnete der Vollerbe Springmeyer einen Badebetrieb. Sein Herrenhaus baute er zum Kurhaus um; zusätzliche Badegäste brachte er im Ort unter. In seinem 1875 eröffneten Badehaus versorgte er bis zu einhundert Badegäste unter Betreuung des Arztes Dr. Schürmeyer. Im Jahre 1969 übernahm die Gemeinde die Quellrechte und das Badehaas. Eine 1973 abgeteufte Bohrung erbrachte reichliche Zuflüsse einer Sole mit 7 % Salzgehalt. Dieser Fund ermöglichte den Bau eines modernen Kurmittelhauses, was der über la 000 angestiegenen jährlichen Besucherzahl gerecht wird.

Trotzdem hat sich, insbesondere in den Bauerschaften, der ländliche Charakter des Bades erhalten. Auch konnte der Ortskern - abgesehen von wenigen Neubauten - sein historisches Bild bewahren. Er bildet mit seinern Thie und den ansprechenden Fachwerkbauten einen Hauptanziehungspunkt der Besucher. Den besten Überblick über die Landschaft erhält man

von dem nahen Blomberg, an dessen Südwest- und Westhang in den letzten Jahren neue Ortsteile entstanden sind. Bad Laer liegt in einem klimatisch günstigem Ubergangsgebiet zwischen einem kontinentalen und maritimen Klima, wobei die maritimen Einflüsse stark überwiegen. Die besondere Pflanzenwelt der lichten Buchenwälder des 'Blumenberges' beweist das ausgeglichene Klima. Aber auch das noch verhältnismäßig ursprünglich gebliebene Gebiet im Westen der Ortschaft, die sogenannte Laerer Heide oder Loh, hat seine Reize. Das aus eiszeitlichen Ablagerungen aufgebaute Hügelgebiet diente schon um die J ahrhundertwende der Sand- und Kiesgewinnung. Heute ist es reich an großen Baggerseen.

Viele der in diesem Buch erstmalig veröffentlichten Bilder stammen van Wilhelm Heimsath (1851-1930), Kaufmann und Heimatkundler in Laer, der in seinem Textilgeschäft am Paulbrink auch selbst verlegte Ansichtspostkarten anbot; diese Bilder wurden entgegenkommenderweise von der Familie Wilhelm Heimsath am Thie zur Verfügung gestellt. Weitere Bildunterlagen stammen aus den Nachlässen des langjährigen Laerer Samtbürgermeisters Anton Richard

(1862-1936) und des Seminaroberlehrers Heinrich Hiltermann (1877-1955).

Nachfolgend genannte Schriften geben die Möglichkeit, sich über Einzelfragen zu informieren. Weitere Hinweise finden sich in den Schriftenverzeichnissen der genarmten Publikationen.

H.l. Behr: Der Landkreis Osnabrück. Osnabrück 1971.

H. Hiltermann: Kleiner Führer durch Solbad Laer T.W. Suderberger Hefte NI. 1, Bad Laer 1975.

H. Hiltermann: Ein vergessener mittelalterlicher Baustein. Heirnat-Jahrbuch vom Heimatbund Osnabrücker Land, Seite 54-59, Quakenbrück 1976.

B. Holtmann: Die Geschichte der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Laer, Festschrift zur Hundertjahrfeier der Kirche, Laer 1974.

H. Niebaum: Die Mundart von Laer (Ldkr. Osnabrück) - Schrift. Komm. Mundart & Namensforschg. Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Bd. 22, Köln 1974.

1. Der Schuppen von Schowe, 'Düwelsteene' genannt. Die in Westerwiede in der 'Hölle' gefundenen Findlinge, Hünengräber und Kulturreste des steinzeitlichen Menschen weisen auf eine alte Besiedlung hin. Sie gaben zur Entstehung von Volkssagen Anlaß. (F. Weitkamp: Von unserer Väter Art und Sinnen. Schöningh, Osnabrück 1935. - Außerdem noch W. Ottendorf-Sirnrock: Vom Hylligen Born zum Lilienbad. Deutscher Bäderverband, Bonn 1974.) Der im Kurpark von Bad Laer liegende große Findling mit der Teufelshand soll an diese Sagen erinnern.

2. Dieser Kotten gehörte um die J ahrhundertwende zu den ältesten Fachwerkhäusern des Südkreises Osnabrück. Das Zweiständerhaus mit seinem tief herabgezogenen Strohdach lag in der Häusergruppe 'auf'm Knappe', südwestlich der 1898 an der Straße Laer-Füchtorf erbauten Schule in Hardensetten. Nach einer Notiz von Wilhelm Heimsath sollen die Ständer noch aus dem Jahre 1174 stammen. Die Traufenseiten waren sehr niedrig. Der Kotten war bewohnt von Abkömmlingen der Familien Knappmeyer und später auch Dunker.

3. Im Winkelsettener Bärenbruch lag die 'Puddelburg' , eine in das 15. Jahrhundert zurückgehende Kate. Sie ist umrankt von Gruselgeschichten. Bis zu dem 1959 erfolgten Abbruch wohnte darin der Puddelhennik mit seiner Frau Druta und seinen Kindern Wilm, Sättken und Clemens. Der schwerfällige Wilm Meyer und Sättken führten nach deren Eltern Tod ihr bescheidenes, sorgloses Leben weiter. Bis auf die Erzählung 'Die Unkemänner' in dem Füchtorfer Heimatbuch von B. Riese (1957, Seite 214-220) scheinen diese Geschichten kaum über Laer hinaus bekannt zu sein.

4. So sah 1906 der Thie aus. Damals bildete er zusammen mit dem Paulbrink einen großen Platz, in der Fachsprache als Doppelrundling bezeichnet. Die 1898 bezogene Knabenschule und die Häuser Niehaus bis Westing begrenzten den Platz nach Osten. Im Norden ist das Fachwerk von dem heutigen Hotel Storck zu erkennen. In südwestlicher Richtung folgen die Sattlerei Bühren und Cohrs Schuppen. Die mit einem Gitter von Schmiedeeisen umgebene Pius-Eiche liegt in der Mitte - des heute abgetrennten Thieplatzes. Nähere Angaben finden sich in dem 'Kleinen Führer durch Solbad Laer'.

5. Die Vogtei aus den Jahren 1583-1710. Das Bild zeigt das auf einem Steinsockel aufgesetzte Fachwerk in seiner vollen Breite kurz nach der Jahrhundertwende. Der Besitzer gehörte zu den Kirchhöfern, da das Haus ein Teil der alten Kirchenfestung war. Zu dem Brunnen des nahen Paulbrinks führte ein niedriger Stollen. Zuletzt war hier ein Gasthaus mit vielen kleinen Kammern und einer Schankdiele und gehörte Hendrik Hiltermann, 'Schinkenhinnerk' genannt. Im Jahre 1954 mußte es dem Neubau der Raiffeisenbank weichen.

6. Das Deelentor zum Haus des Kirchhöfers Hendrik Hiltermann am Paulbrink (sehe Bild 5). Das kunstvoll gegliederte Oberlicht ist zu beachten. Darüber bildet ein riesiger Giebelbalken aus Eichenholz die Vorkragung. Die tief herabgezogenen Knaggen sind auf Bild 5 kaum zu erkennen; da alles durch aufgespritzen Kalk uniformiert war.

7. Der Paulbrink im Jahre 1912. Der Fotograf stand vor der Knabenschule am Thieplatz. Beide Plätze bildeten ursprünglich einen einheitlichen Doppelrundling, wie das Bild 4 noch erkennen läßt. Die auf diesem Foto sichtbaren Häuser sind von links nach rechts:

Sattlerei Bühren, Hotel Hiltermann (genannt Brümrner, heute Storck), Heirnsath-Hundorf', Bierbaurn, Hiltermann ('Schinkenhinnerk') und Gasthof Niehaus. Vor Bühren steht die 1902 gepflanzte Leo-Eiche, Vorn führt die Schwester vom 'Schinkenhinnerk', Bettken genannt, ihren Ponywagen.

8. Diese beiden ältesten Bauten des Paulbrinks (Paolbrink = Pfahlbrink) waren noch vor fünfundzwanzig Jahren erhalten: Die alte Vogtei, zuletzt von Hiltermanns 'Bettken' bewalmt, und das Gildehaus. Bezüglich des erstgenannten Hauses wird auf die Bilder 5 und 6 verwiesen. Das Gildehaus hat noch im 18. Jahrhundert eine große Rolle gespielt. Sein Besitzer genoß Steuerfreiheit. Am Tage des Send (geistliches Gericht) hatte er Pferde und Wagen des Archidiakons unterzubringen. 1828 war in dem Hause das Tabaklager von Niehaus.

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