Bad Langensalza in alten Ansichten

Bad Langensalza in alten Ansichten

Auteur
:   Karin Henning
Gemeente
:  
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6590-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Langensalza in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Einleitung

Unter der Bezeichnung Straßen und Plätze einer alten Stadt möchte ich Ihnen an Hand alter Postkarten aus der Zeit von 1900 bis 1950 Bad Langensalza vorstellen. Bad Langensalza liegt in Thüringen im grünen Herzen von Deutschland. Erstmalig ist der Ort im Breviarium sancti Lulli, ein Hersfelder Güterverzeichnis, zwischen 77 5 und 786 als Salzaha erwähnt. Im ältesten Gebäude der Stadt, Schloß Dryburg, wurde 1 1 70 Hermann von Salza geboren. Er war ein Hochmeister des Deutsc hen Ritterordens. Nach der Belagerung des Schlosses Dryburg durch den Kaiser Otto IV. erhält der Ort 1 2 1 2 das Stadtrecht.

Im Mittelalter entwickelt sich die Stadt zu einem Handelsplatz. Es führen durch die Stadt die Straßen von Nürnberg nach Magdeburg und die Straße von Frankfurt nach Leipzig. 1346 wurde die Stadt in die Auseinandersetzung zwischen Herrn von Salza und Friedrich der Ernsthafte hineingezogen. Die Stadt wird durch Brandfeile fast vollständig zerstört. 1356 schließen sich die drei Stadtteile Altstadt, Neustadt und Jacobistadt zusammen und umgeben sich von 1374 bis 1380 mit einer neuen Stadtmauer. Von dieser Stadtmauer sind noch siebzehn Stadtmauertürme und ein Torturm erhalten.

In den folgenden [ahrhunderten wird die Stadt immer wieder durch Pest, Seuchen, Feuerbrünste, Unwetter und Kriege heimgesucht. Mit der Erbteilung der Wettiner fiel Salza 1485 an die albertinische Linie. Die Stadt wird Amtssitz des chursächsischen

Amtes Langensalza. Im Bauernkrieg 1524/25 schlossen sich die städtischen Handwerker den Bauern an. Nach Unterdrückung des Aufruhrs wurden auf dem Markt 41 Teilnehmer hingerichtet.

Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Stadt schwer zu leiden durch die Pappenheimer Plünderung 1631. Eine Feuerbrunst am 13. Februar 171 1 legte einen großen Teil der Stadt in Schutt und Asche. 1000 Gebäude wurden ein Opfer der Flammen, darunter 294 Wohnungen. Bei diesem Brand brannte das Rathaus bis auf den Turm nieder. Seit 1704 ist in Langensalza eine Garnison. Mit dem Tode Herzogs [ohann Adolf von Sachsen- Weißenfels fiel 1746 Langensalza an Chursachsen zurück. Langensalza wurde Witwensitz der Herzogin Friederike von Sachsen -Weißenfels. An die Herzogin erinnert heute das Friederikenschlößchen, das sie hier erbauen ließ. Im Siebenjährigen Krieg hatte die Stadt unter den kriegerischen Auseinandersetzungen zu leiden. Das Langensalzaer Wochenblatt, die erste Zeitung in der Stadt, wurde 1759 gegründet. 1811 wurden bei Regulierungsarbeiten an der Unstrut die Schwefelquellen entdeckt. Diese Quellen werden bis heute durch heilsuchende Patienten genutzt. Seit 1812 wird jährlich aus Anlaß der Entdeckung der Schwefelquellen das Brunnenfest in der Stadt gefeiert.

Durch den Frieden von Tilsit 1815 kam Langensalza nach den napoleonischen Befreiungskriegen an Preußen. Aus dem chur-

sächsischen Amt wurde das preußische Landratsamt Langensalza. Mit der Gründung des Gewerbevereins 1845 begann für die Stadt der wirtschaftliche Aufschwung, die Industrialisierung breitete sich in der Stadt aus. Am 27. Juni 1866 kam es vor den Toren der Stadt zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen dem Königreich Hannover und Preußen. Der König Georg V. von Hannover kapitulierte in Langensalza. Heute erinnern noch am Jüdenhügel die Denkmale an dieses Ereignis.

Um die Jahrhundertwende verbesserten sich die Lebensumstände der Bürger der Stadt mit der Verbesserung der Infrastruktur durch Bahnbau, Kasernenbau, Schulbauten, Schlachthausbau, Kreishausbau, Wasserleitungs- und Entwässerungsleitung und dem Straßen- und Wegebau. 1913 hatte die Stadt die erste hauswirtschaftliche pflichtberufsschule für Mädchen in ganz Preußen eingerichtet. Diese Entwicklung wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrochen. Ein Kriegsgefangenenlager bestand in der Zeit 1914-191 8 in der Nähe des Merxlebener Bahnhofs. Die Novemberrevolution und der KappPutsch brachten Unruhen in die Stadt. Die Geldinflation 1923 verschlechterte die Finanzlage der Stadt Langensalza und seiner Bürger. Die Stadt gab Notgeld heraus. Ein neu eingerichtetes Schwefelbad sollte 1928 die wirtschaftliche Lage der Stadt verbessern. Es wurde 1944 durch den Magistrat der Stadt verkauft.

Die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges sind noch heute von dem Luftangriff am 24. April 1944 zu sehen. In Langensalza ging der Krieg mit der Besetzung der Stadt durch amerikanische Streitkräfte am 5. April 1945 zu Ende. NachAbzug der Amerikaner erfolgte die Besetzung am 3. Juli 1945 durch sowjetische Truppen. Das Leben der Bevölkerung regelte sich durch SMADBefehle. 1950 wurde der Kreis Langensalza aufgelöst und mit der Gebietsreform 1952 wieder gebildet. 1956, anläßlich der 600-Jahrfeier der Vereinigung der Stadtteile erhielt die Stadt die Bezeichnung Bad verliehen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mir die Möglichkeit gaben dieses Buch zu schreiben. Mein besonderer Dank gilt den ABM-Mitarbeitern des Stadtarchivs Bad Langensalza für ihre Unterstützung bei der Bewältigung der täglichen Arbeitsaufgaben

Am wilden Graben

1 Die Straße ist die Verbindung zwischen dem Hospitalplatz und der Iiidengasse. Der Name der Straße kommt von dem

Wasserlaufhinter den Häusern. An dieser Straße liegen zwei Gebäude, die die Geschichte der Stadt mitbestimmt haben.

Das Gebäude Am wilden Graben Nr. 28 wurde 1734

erbaut. 'Die Henne' kaufte 19 1 8 die Stadtgemeinde vom Rittergutsbesitzer Karl für 40 000 Mark. In dem Gebäude wurden das Stadtbauamt, das Fürsorgeamt und die Polizeiverwaltung

untergebracht, jedoch nach wenigen Iahren erfolgte

1 92 1 die Einrichtung einer Landwirtschaftlichen Schule.

2 Das älteste Wohngebäude der Stadt, Schloß Dryburg, hat ebenfalls ein Zugang zu dieser Straße. In der Schloßmauer befinden sich eingemauerte Blieden

(Steinkugeln ), die auf eine Belagerung des Schlosses von 12 1 2 durch Kaiser Otto IV hinweisen. In dem Schloß erblickte Hermann von Salza das Licht der

Welt. Die letzte Herzogin von Sachsen- Weißenfels Friederike hatte hier ihren Witwensitz. Ein Brand von 1899 zerstörte den größten Teil des Schlosses. Es

wurde teilweise abgerissen und die Steine wurden zum Kasernenbau verwendet.

senros Dryburg, Langensalza

3 Im Iahre 1927 kaufte die Stadt das Gebäude. Es wurde 1949 eine Stadtbibliothek darin eingerichtet. Die Reitbahn wurde zu einem Kino ausgebaut. Das Schloß wurde fürVerwaltungs- und zu Wohnungszwecken genutzt. Auf dem Bild ist das Torhaus vom Schloß abgebildet. Durch das Torhaus kommt man in die Innenstadt zur Marktstraße. Links neben dem Torhaus ist das alte Kornschutthaus zu erkennen. Es wurde zwischen 1946 und 1949 umgebaut und die städtische Feuerwache eingerichtet. In der Feuerwache waren die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr der Stadt untergebracht. Die Hallen wurden für die Löschfahrzeuge genutzt.

Auf dem Gottesacker

4 Der Name wird auf die Einrichtung des Gottesacker von 1552 zurückgeführt. Der Gottesacker war ein alter Friedhof. Die Gottesackerkirche wurde von 1734 bis 1739 gebaut.Auf dem Friedhofsgelände erinnert nur noch ein Denkmal von 1866 an den Ehrenfriedhof für die in den Kriegen Gefallenen der Stadt Langensalza. Die Holzgasse führt vom Gottesacker in die Stadt. Sie hat ihren Namen nach dem Weg, der zum Stadtforst zurThiemsburg führt. Die Stadtbewohner brachten ihr Holz über die Holzgasse zum Holzmarkt vor dem Schulberg.

Bahnhofstraße

5 Die Bahnhofstraße wurde mit der Eröffnung der Bahnstrecke GothaLeinefelde 1870 angelegt. Das Bahnhofsgebäude hat

eine Übereinstimmung in der Bauausführung mit den verschiedenen Bahnstationen in den thüringer Städten. An einem Mittelbau schließen sich niedrige Seitenflügel an. Der Bahn-

hofliegt an einem erhöhten Standort, so daß man einen großen Teil der Stadt überblicken kann. Seit 1897 gibt es auch eine Zugverbindung in Richtung Erfurt. Auf dem Bahn-

hofsgelände wurde ein separater Bahnsteig für die 1913 eröffnete Kleinbahn Langensalza -Kirchheilingen errichtet.

Eançensatza. Bahnhof.

6 Die Straße ist mit gärtnerischen Anlagen gestaltet worden. Sie führt vom Bahnhofhin zurn Iahr markterTor in Richtung Steinweg. Auf beiden Seiten der Straße wurden Kasta-

nienbäume gepflanzt und später durch Rotdornbäume ersetzt. Rechts und links der Treppe zum Bahnhofsgebäude wurden Grünanlagen mit Ruheplätzen geschaffen. An der

?

Ecke zwischen Bahnhofstraße und Rathenaustraße wurde der Volkspark angelegt. Der Volkspark wurde in Geschwister-Schall-Park umbenannt. 1946 wurde das Ehrenmal für die Opfer

des Faschismus mit der Inschrift 'Den Toten zu Ehren, den Lebenden zur Pflicht' errichtet.

7 In dieser Straße befindet sich das 1900 erbaute Kreishaus. An diesem Gebäude fallen besonders die Fenster über den Eingang auf. In diesen Fenstern sieht man die Wappen der

drei Städte des Kreises und die Wappen der im Kreis ansässigen adligen Geschlechter. Die Städte des Kreises sind Bad Tennstedt, Langensalza und Thamsbrück. Die Wappen der an-

sässigen Adelsgeschlechter Berlepsch, Goldacker, Hopfgarten, Marschall, Schierbrandt, Tottieben und Platen. Der Landrat GrafPlaten hatte in dem Gebäude seine Wohnung.

In dem Gebäude war die Verwaltung des Kreises untergebracht. Die Kreissparkasse belegte im Gebäude Räume bis zum Neubau 1939 am Wilhelmsplatz.

Bei der Marktkirche

8 Die Straße hat ihren

N amen nach der Kirche

St. Bonifacii, im Sprachgebrauch als Marktkirche be-

zeichnet. Sie liegt im Zentrum der Stadt. Zur Straße führen folgende Wege, die Erfurter Straße, die ]üdengasse, die Bonifaciusgasse und die Marktstraße. Bei

einem Blick auf die Postkarte erkennt man die Geschäftshäuser der Bäckerei Rutsch, der Commerz- und Privatbank AG, und die Gasthöfe 'Zur goldenen

Kugel' und 'Zur Sonne'. Die Straßenverengung zwischen der Straße Bei der Marktkirche und der Marktstraße wird als Leinenecke bezeichnet.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek