Bad Liebenzell in alten Ansichten

Bad Liebenzell in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Schiek
Gemeente
:   Bad Liebenzell
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4763-7
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Liebenzell in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Bad Liebenzell hat als traditionsreiches Heilbad einen klangvollen Namen. Das wahrscheinlich sicherste Geburtsdatum der Stadt ist wohl aus den schriftlichen Unterlagen des Jahres 1091 nachzuweisen, als Hugo von Ostelsheim dem Kloster Hirsau eine Hube Land zu 'Chele' geschenkt hat. Diese 'Chele' kann zu Recht als das spätere 'Zell' (Liebenzell) bezeichnet werden. Bad Liebenzell kann daher im Jahre 1991 - wie bereits vom Gemeinderat der Stadt beschlossen - in festlicher Weise die 9OO-Jahrfeier begehen. In der Sindelfinger Chronik taucht der Name der Stadt unter Bezugnahme auf die Verehelichung des Herzogs Welf VI. (etwa 1130) mit Uta, der Tochter des Pfalzgrafen Gottfried von Calw wieder auf. Dieser Auffassung wird im neuen Geschichtsbild 'Bad Liebenzell' , das Karl Greiner verfaßt hat, widersprochen. Er meint, daß bei der Übereignung der Zelle mit Zubehör an Uta nicht die Calwer, sondern die Ebersteiner Grafen Grundherren dieser 'Örtlichkeit' , also Liebenzells waren. Ungeklärt ist auch die Namensgebung. Glaubte man ursprünglich, daß der Name 'Lieben' von der heiligen Lioba abgeleitet sei, die allerdings nie in unserer Gegend weilte, geht man heute davon aus, daß die Bestimmung des Namens nicht nachzuweisen ist. Der Name Liebenzell wurde dann erstmals in einer Urkunde des Klosters Maulbronn im Jahre 1250 erwähnt, als auf den Zeugen Reinhardus de Liebenzella verwiesen wurde.

Im Jahre 1160 übereignete die Herzogin Uta, Gemahlin von Welf VI., dem Kloster Hirsau 'oppidum Zell' mit dem Patronatsrecht an der inzwischen neu erbauten Pfarrkirche 'Sankt Blasius', der heutigen evangelischen Kirche, zusammen mit anderen Gütern. Es gibt keine sicheren Erkenntnisse darüber, daß in dem damaligen 'oppidum Zell' Nonnen beheimatet waren, die dann in späteren Jahren - etwa um 1160 - nach Kentheim übergesiedelt sind.

Wahrzeichen der Stadt ist die Burg. Sie gehörte zu den Stauferschen Verteidigungsanlagen. Über die Erbauer und das genaue Datum der Erstellung bestehen unterschiedliche Auffassungen. Die Geschichtsforscher gehen aber davon

aus, daß Eberhard IV. (1207-1263), ein Sohn von Eberhard 111. von Erberstein, der Erbauer der Burg gewesen sein muß. Dieser starb 1253, ohne Söhne zu hinterlassen. Entgegen der damaligen Rechtsauffassung wurde der älteste Sohn seiner Tochter Agnes, Graf Simon von Zweibrücken, in die ebersteinische Gemeinschaft aufgenommen und ihm ein Teil der Grafschaft Alterberstein, zu der auch 'oppidum Zell' gehörte, übergeben. Zu den Lehensrittern zählte auch Reinhard von Liebenzell und sein Bruder Ludwig, der in einer Urkunde vom 1. September 1272 von seiner Schuld und Sühne berichtet. Nach dem Verkauf der Burg trat Ludwig in den Deutschen Ritterorden ein und bekleidete von 1294 bis 1300 das Amt des Komturs in Ragnit.

Markgraf Rudolf I. von Baden verschreibt dem Deutschritterorden 1200 Mark Silber an Stelle der dem Orden tauschweise gegebenen Güter zu Pforzheim und Besigheim 'umb den kauf unserer Burg und des guts zu Liebencelle'. Im Jahre 1603 wurde Amt und Burg Liebenzell durch Kauf- und Tauschvertrag am Württemberg verkauft. Vieles spricht dafür, daß auch auf der der Burg gegenüber liegenden Seite des Lengenbachs, also auf dem ehemaligen Klosterbuckel (dem heutigen Missionsberg, seit 1904 auch Sitz der weltweit, segensreich arbeitenden Liebenzeller Mission), eine weitere Burg - deren Erbauer vermutlich die Grafen von Calw waren - gestanden haben muß. Die Markgrafen Bernhard und Rudolf von Baden teilten sich 1384 die Herr-, schaft. 1399 verweist Bernhard seine Gemahlin auf Burg und Stadt Liebenzell und alle Dörfer dieses Amts. Demnach hat sich zwischen 1358 und 1399 aus dem Weiler die Stadt und das Amt entwickelt.

Markgraf Bernhard war es, der in seinen badischen Verleihungsbriefen von 1403 das 'Untere Bad' und im Jahre 1415 das 'neue Wildbad zu Liebenzell' - dem seit 1988 mit großzügiger Hilfe des Landes Baden- Württemberg gänzlich renovierten Thermenhotel. verliehen und damit das Heilbad Liebenzell geschaffen hat. Die Badelisten aus der damaligen Zeit sind ein ergiebiger Fundus und doku-

mentieren, daß Liebenzell zur damaligen Zeit zu den 'führenden oberteutschen Bädern' zählte. In späterer Zeit ging das Badeleben durch die Vernachlässigung des Badebetriebes zurück. Neue Hoffnung auf einen Aufschwung begründete die Nachricht, daB Königin Katharina von Westfalen, Gemahlin von Jérome, einem Bruder Napoleons I., beabsichtigte im Jahre 1808 nach Liebenzell zur Kur zu fahren, was die württembergischen Regierung zu einer teilweisen Erneuerung veranlasste. Erst das 20. Jahrhundert brachte den Anschluß an die alte und große Badetradition mit seinen warmen Quellen, die zwischen 24 und fast 29 Grad Celsius aus dem Urgestein des Schwarzwaldes sprudeln.

Die große Tradition des Mittelalters hat die Verantwortlichen der Stadt in diesem Jahrhundert beflügelt, Bad Liebenzell zu einem beliebten und attraktiven Kurort auszubauen: Kurpark, Kurhaus, Paracelsusbad mit drei Bewegungsbecken, Kurmittelhaus und Sauna 'Pinea' sind dafür eine hervorragender Leistungsbeweis; ebenso der Ausbau des Mineralbrunnens zu einem leistungsfähigen Unternehmen. Über 70% der rund 7000 Einwohner Bad Liebenzells leben vom Kurbetrieb.

Das Dienstleistungsangebot hat durch den mit einer Goldplakette ausgezeichneten Campingpark mit Freibad, dem Ferienpark 'Sönnenhöhe' im Stadtteil Monakam, dem Eisstadion 'Polarion' , der Tennishalle und 16 Tennisplätze innerhalb des Stadtgebiets, 184 km markierte Wanderwege, Loipen, einer Reithalle und ab Sommer 1989 einer 18-LochGolfanlage, eine reichhaltige Ergänzung erfahren.

Für die Stadtväter ist es selbstverständlich, daB die städtische Infrastruktur allen Qualitätsansprüchen eines modernen Gemeinwesens entspricht. Darüber hinaus bietet Bad Liebenzell eine vergleichbar große sozio-kulturelle Vielfalt, die ihresgleichen sucht: Die Burg Liebenzell beheimatet das internationale Forum und ist eine der vier baden-württembergischen Jugendbildungsstätten. Gründer war Magister Doktor honoris causa Gustav Adolf Gedat, der auch die Burg mit Hilfe von über 90 000 Jugend-

lichen aus 120 Nationen wieder aufgebaut hat. Die Liebenzeiler Mission ist in nahezu allen Erdteilen genau so segensreich tätig, wie in den über 400 Gemeinschaften in der Heimat.

Unterlengenhardt wird von vielen Einwohner liebevoll 'Anthroposophen-Dorf genannt, gibt es doch inzwischen neun Institute, die im Sinne der Steinerschen Lehre arbeiten. Die evangelischen Christen gehören zu vier verschiedenen Kirchengemeinden: Bad Liebenzell, das Kirchspiel Beinberg Maisenbach-Zainen und Unterlengenhardt, Monakam und Unterhaugstett und Möttlingen; hier haben die großen pietistischen Pfarrer Barth und Blumhardt gewirkt. Die Stadtteile konnten allesamt in der Zeit von 1971 bis 1974 auf Grund freiwilliger Vereinbarungen in die Stadt Bad Liebenzell eingegliedert werden.

1960 wurde die katholische Kirche der heiligen Lioba geweiht. Die Neuapostolische Kirchengemeinde hat ebenfalls seit den sechziger Jahren ein eigenes Kirchengebäude .

Das vorhandene Gewerbe und die Industrieunternehmen haben sich überwiegend dem Kurbetrieb verschrieben bzw. gehören zu den besonders immissionsarmen Produktionsstätten und haben daher in der Stadt ihren festverankerten Stellenwert. Landschaft, Wasser, Wald und Klima sind die herausragenden Faktoren Bad Liebenzells und damit erste Lebensgrundlagen und Basis der Wirtschaftskraft der Stadt. Es kommt daher nicht von ungefähr, wenn sich alle Verantwortlichen Bad Liebenzells nicht nur um die Erhaltung bemühen, sondern höchste Anstrengungen unternehmen, um weitere Verbesserungen zu erreichen.

Bad Liebenzell ist in seiner Jahrhundert alten Tradition fest verwurzelt, von der Natur reich beschenkt, modern in der Ausgestaltung seiner Einrichtungen, bürger- und kurgastbewuBt und daher eine liebenswerte und liebenswürdige Stadt. Die Grundlage dafür wurde von den 'Altvorderen' geschaffen. Wie Bad Liebenzell damals ausgesehen hat, soll dieses Buch aufzeigen.

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1. Panorama, Gesamt-: und Teilansichten.

Panoramabild der Stadt, aufgenommen etwa um 1900. Das Bild zeigt am linken Rand das 'Untere Bad' aus dem Jahre 1403, das noch unkorrigierte Flußbett der Nagold, den kleinen Stadtkern mit Stadtsee und Kirche und die Burg Liebenzell, die seinerzeit nur als Ruine vorhanden war und erst durch Gustav Adolf Gedat ab 1953 wieder aufgebaut wurde.

2. Von der Pforzheimer Straße schweift der Bliek über die Stadtkirche Sankt Blasius hinauf zum Finkenberg. Nur wenige Häuser stehen am 'Schießrain' direkt oberhalb der Kirche. Deutlich zu sehen ist der 'Beinberger Kirchweg'. Links davon das 'Schlayerschlößchen', das General von Schlayer seiner Tochter erbauen ließ.

3. Auf dem Bild gut zu erkennen sind die sogenannten Burgberganlagen die etwa um 1890 vom damaligen Verschönerungsverein angelegt und gepflegt wurden. Seit 1981 hat diese Aufgabe der Schwarzwaldverein - Ortsgruppe Bad Liebenzell - übernommen. Bad Liebenzell war damals ein kleiner und idyllischer Schwarzwaldkurort.

4. Völlig frei zeigen sich auf dem Klosterbuckel die 'Villa Lioba' und die Schlayerburg. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1902. Bei den Gebäuden im Vordergrund handelt es sich um die Geschäftshäuser in der Wilhelmstraße.

5. Die 'Villa Lioba', ein Bild aus dem Jahre 1903, wurde 1904 zum neuen Sitz des im Jahre 1899 in Hamburg gegründeten deutschen Zweiges der englischen China-Inlandsmission. Seit der Verlegung des Missionswerks nach Bad Liebenzell trägt es den Namen derStadt.

6. Anstelle des heutigen Kurhauses mit allen seinen Einrichtungen war um die Jahrhundertwende ein kleiner Park angelegt, der unmittelbar an das Café Bihler und an die Pension 'Sonne' angrenzte, das in späteren Jahren als Erholungsheim Baden-Baden geführt wurde und seit dem 1. Januar 1938 bis heute als Rathaus dient.

7. Im Logierhaus - Pension 'Sonne' - war damals auch die Post untergebracht. Trotz der bereits vorhandenen Eisenbahnlinie wickelte sich ein Großteil des Personen- und Gütertransports noch mit Pferdekutschen und Fuhrwerken ab.

8. Von den Obstwiesen unterhalb des Finkenbergs hatte man einen freien Bliek über die Stadt und das Nagoldtal zum Olgahain. Seinerzeit konnte man noch nicht ahnen, daß in der Gemeindereform (1971) der Ort Monakam in die Stadt Bad Liebenzell eingegliedert und das Gewann 'Hähren', auf dem Bild oben rechts als freie Fläche mit dem Waldhufen zu sehen, zu einem Ferienpark ausgebaut werden würde.

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