Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 1

Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Joseph Matthias Ohlert
Gemeente
:   Bad Münstereifel
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5517-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Stadt Bad Münstereifel verdankt ihre Entwicklung zum kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum in der Nordeifel im Mittelalter der Abtei Prüm. Diese errichtete um das Jahr 830 an der Kreuzung zweier ehemaliger römischer Nebenstraßen in dem seit der Römerzeit besiedelt en und bereits von einer Burg geschützten Tal ihr Tochterkloster 'Neurnünster' . Das 'neue Kloster' wurde 844 durch die Übertragung der Gebeine des Martyrerehepaares Chrysanthus und Daria von Rom zum Wallfahrtsort. 898 wurde ihm das Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen. So konnte sich im Laufe von drei Jahrhunderten im Schatten des Klosters die Stadt Münstereifel entwickeln. Nach manchem Streit zwischen der Abtei Prüm, dem Erzstift Köln und anderen Herrschaften gelangte die Stadt in die Abhängigkeit der Grafen und späteren Herzöge von Jülich. Diese erbauten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Westabhang des Radberges ihre Landesburg und befestigten die Stadt. Sie wurde zur dritten Hauptstadt des Herzogtums und damit zum Verwaltungsmittelpunkt. Im 14. Jahrhundert blühten die Herstellung und der Handel mit Tuch und Leder auf. Der Austausch von Waren vielerlei Art ließ die Märkte zu großer Bedeutung für die Stadt und das Umland werden. Seuchen, Überschwemmungen und die anhaltenden Kriege waren im 17. Jahrhundert die Ursachen der wirtschaftlichen Rückentwicklung. Gleichzeitig setzte nach den Wirren der Reformationszeit die katholische Erneuerung ein. Sie erwählte Münstereifel zu ihrem Stützpunkt in der Nordeife1. Kapuziner, Jesuiten und Karmelitessen ließen sich in der Stadt nieder und belebten sie mit ihrer Spiritualität.

Tiefgreifende Änderungen erfuhr Münstereifel infolge

der Umwälzungen nach der Französischen Revolution und der Einverleibung in die Französische Republik. Zünfte und Kloster wurden aufgelöst. Die Stadt verlor ihre übergeordneten Behörden und wurde zur Mairie im Kanton Rheinbach. Die Kriegszüge des 18. Jahrhunderts hatten die Straßen, durch die die Stadt mit den Wirtschaftszentren am Rhein, in Flandern und Brabant verbunden war, verwüstet. Die Bürgerschaft verharrte in den überkommenen Ordnungen und fand nicht den Anschluß an die Umwandlungen der neuen Zeit. Die Tuchherstellung, die einem Großteil der Bürgerschaft ihren Lebensunterhalt gegeben hatte , wanderte ab. Die schwierigen Verhältnisse vermochte auch der preußische Staat nach 1815 nicht zu ändern. 1816/1817 litt die Bevölkerung unter einer großen Hungersnot. 1818 kam zu diesem Elend eine verheerende Überschwemmung. Einigen Aufschwung brachte die 1841 fertig gestellte Provinzialstraße von Köln nach Trier über Münstereife1.

Als Schulstadt konnte Münstereifel seinen Ruf beibehalten. Das ehemalige Jesuitenkolleg, nunmehr königliches Gymnasium, erhielt 1831 den Rang eines Gymnasiums erster Klasse. Die beiden von Schwestern geleiteten Mädchenschulen wurden 1828 zu einer leistungsfähigen Anstalt vereinigt. Ihr wurde bald ein Lehrerinnenseminar angegliedert. Durch den Kulturkampf wurde diese Schule 1879 geschlossen, das Lehrerinnenseminar in städtische Trägerschaft überführt. Auch das Gymnasium war durch die Schließung des 1856 gegründeten Erzbischöflichen Knabenkonvikts gefährdet, da die Schülerzahl zurückging.

Zu Beginn der zweiten Hälfte des vorigen J ahrhunderts scheiterten die Versuche der wirtschaft-

lichen Belebung besonders am Fehlen einer Eisenbahnverbindung. Alle Bemühungen, die Bahnstrecke von Köln nach Trier über Münstereifel zu führen, scheiterten. Das Aufblühen des Bleibergbaus bei Mechernich war wohl der Hauptgrund dafür. Wenn auch das Gerbergewerbe, die Bierbrauereien und die Viehmärkte zu einiger Belebung führten, gelang der Sprung in das industrielle Zeitalter nicht. Viele Einwohner wanderten aus oder mußten weite Wege zu ihren Arbeitsstätten zurücklegen.

Der heutige Reichtum Bad Münstereifels an historischen Bauten verdankt es der konservativen Gesinnung, aber auch der Notlage der Bürgerschaft. 1862 wollte der Rat den Abbruch der Stadtbefestigung beschließen. Aber ein ländlicher Vertreter soll durch seine Bemerkung: 'Wenn ihr die Mauern abreißt, seid ihr nur noch ein Dorf!' seine Ratskollegen an diesem Plan gehindert haben. Zwischen 1861 und 1878 wurden unter großen Opfern die Stiftskirche, die Jesuitenkirche und auch die vier Stadttore wiederhergestellt.

Der im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts einsetzende Fremdenverkehr weckte in Münstereifel neue Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Belebung. 1881 wurde der Verschönerungsverein gegründet, der sich 1890 dem Eifelverein anschloß. Ihm verdankt der Fremdenverkehr Münstereifels wichtige Impulse. Tatkräftig setzte er sich ein, wenn es um die Erhaltung der Stadtmauern, alter Bürgerhäuser, die Erstellung von Wanderwegen, Ruhebänken und Grünanlagen ging. 1890 endlich wurde die Stadt an das Reichsbahnnetz angeschlossen: eine Stichstrecke verbindet seitdem Münstereifel mit dem Bahnknotenpunkt Euskirchen. Rege war die Bautätigkeit der Gemeinde:

Bürgermeisteram t, Schlachthof, Elektrizitätswerk, Krankenhaus, Knabenschule, Wasserleitung und Kanalnetz wurden gebaut. Das 1879 in städtische Trägerschaft überführte Lehrerinnenseminar wurde nach einem Brand wiederaufgebaut. Das Erzbistum Köln errichtete von 1895 bis 1899 vor dem Orchheim er Tor nach Überwindung des Kulturkampfes das Collegium Josephinum, ein Knabeninternat für die auswärtigen Schüler des Gymnasiums. Hierdurch wurde dessen Weiterbestehen sichergestellt. Als Syrnbol der Wiedergeburt gilt der 1904 erfolgte Rückkauf des alten Rathauses; die Wiederherstellung erfolgte aber erst 1929.

Während des Ersten Weltkrieges und in den ersten Jahren danach stockte die hoffnungsvolle Entwieklung. 1926 begann mit der Einführung der Wasserkur nach Pfarrer Kneipp in Münstereifel ein neuer Stern zu glänzen. Durch Privatinitiative wurde der Badehof als erste Kneippeinrichtung erbaut. 1928 konnte der Grundstein des Kneipp-Kurhauses gelegt werden. Münstereifel wurde der erste Kneipp-Kurort in Westdeutschland.

Das vorliegende Büchlein möchte Münstereifel in der Zeit seines erneuten Aufblühens zwischen 1880 und 1930 zeigen. Manches haben die Bomben des Zweiten Weltkrieges zerstört. Am Zustandekommen dieses Bändchens haben viele Bürger und das Stadtarchiv mitgewirkt. Besonders sei der Nachlaß des altbekarmten Heimatforschers Toni Hürten erwähnt. Allen, die auf ihre Weise geholfen haben, möchte der Verfasser herzlich danken.

1. Um 1898 liegt Münstereifel eingebettet in das enge Tal der Erft. Es ist umschlossen von den Ruinen der 1689 zerstörten Stadtbefestigung. Über diese ist es kaum hinausgewachsen. Vom Quecken aus öffnet sich der Bliek zu den im Südwesten sich erstreekenden Höhen des Nöthener Berges und des Hähnchens. Fast bis zum Horizont breiten sich Felder und Wiesen aus. Rund um die Stadt sind teils in Terrassen Gärten mit Obstbäumen angelegt. Am linken Bildrand erkennt man den Neubau des Erzbischöflichen Konviktes von 1896. Im Vordergrund thront die mächtige Burg der Herzöge von Jülich über der Stadt.

2. Aus den Gärten des Hennesweges am Abhang des Nöthener Berges schweift (1891) der Bliek über die verschneite Stadt gen Nordosten. Am Horizont erheben sich der Wingertsberg und der Giersberg. Ihm vorgelagert erstreckt sich der Quecken mit dem ludenfriedhof. Links ist das Heisterbacher Tor ohne Bedachung zu erkennen. Auch das Werther Tor trägt kein Dach. Es fifll1890 einem Brand zum Opfer.

3. Erst im Jahre 1890 erhielt Münstereife! Anschluß an das Reichbahnnetz. Der aus diesem Jahr stammende Bahnhof am Ende der Stichstrecke Euskirchen-Münstereifel ist im Geschmack der wilhelminischen Zeit mit allerlei Zierrat versehen und in Fachwerkbauweise errichtet. Neben dem gerade eingefahrenen Zug wird im Hintergrund der machtige Wasserturm sichtbar. Rechts vom Hauptgebäude befinden sich die Toiletten. Am linken Bildrand steht der Lokomotivschuppen. (Winter 1890/1891.)

4. Um 1890 war die Wiederherstellung der Stiftskirche aus dem 12. Jahrhundert zum Abschluß gelangt. Am Glockenturm und dem südöstlichen Flankenturm hangt noch der mittelalterliche Verputz. Der nordwestliche Flankenturm, der 1872 einstürzte, und das Emporengebäude über der Vorhalle sind neu errichtet. Vor der Kirche hat der Verschönerungsverein eine Baumgruppe gepflanzt. Vor dieser stehen der Steuerinspektor Schmitz, 'Controlleur' genannt, mit seinem Söhnchen und andere Personen. Unter ihnen erkennt man an ihren Mützen einige Schüler des königlichen Gymnasiums.

5. Das Foto wurde vom Marienheim zur Burg hin über die Kapuzinergasse aufgenommen. Rechts das verputzte Fachwerkgebäude wurde um 1910 als Waisenhaus benutzt.

6. Der Wachtmeister Kastenholz geht seinen Mitbürgern beim Schneeräumen 1912 mit gutem Beispeil voran, Auf dem Gartengrundstück der Familie Kastenholz, links im Bild, stand bis 1808 die Johanneskirche. Durch das Tor im Hintergrund gelangt man zur Burg.

7. Links: An sommerlichen Tagen kann sich um 1920 in der verträumten Unnau der Jagdhund des Kaufmanns Vitus Bollenrath sonnen. Auf den Dachfirsten der beiden Häuser in der Bildmitte stehen schmiedeeiserne Wetterfahnen. Dem hohen Giebelhaus ist ein überdachter Kellereingang vorgelagert. Das Wohnhaus rechts davon wurde Weihnachten 1944 zerstört. Beide bildeten einen rechten Winkel, 'de Hött ' genannt.

Rechts: Dem Betrachter öffnet sich ein Ausschnitt aus der Werther Straße. Die beiden Ziegelsteingebäude aus der Gründerzeit um 1880 passen nicht so recht zu den geduckten, teils übergekragten Fachwerkhäuschen. Noch stört der bald einsetzende Kraftfahrzeugverkehr nicht die Beschaulichkeit und das Schwätzchen der Nachbarinnen über die Straße hinweg.

Münstereifel

8. Friedlich fließt die Erft in ihren Windungen durch die Stadt. Von der Brücke der Fibergasse schaut man zum Heisterbacher Tor und den rückwärtigen Giebeln der Häuser an der Heisterbacher Straße. Die Kinder stehen auf dem Damm des Baches, der aus der Stadtmühle in der linken Bildmitte heraustritt (um 1905).

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