Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Cloot und Harald Bongart
Gemeente
:   Bad Münstereifel
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5535-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Münstereifel in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Die Besetzung des linken Rheinufers durch das französische Revolutionsheer brachte auch für Münstereifel tiefgreifende Veränderungen. So verlor die Stadt ihren Status als Mithauptstadt des Herzogtums Jülich und ihre jahrhundertealte Stellung als Gerichtsort. An beides erinnert noch heute das Stadtwappen, dessen geteilter Schild oben in Gold den Jülich'schen Löwen als Beleg für die politische Zugehörigkeit und unten in Rot den fünfstrahligen goldenen Stern als Zeichen der Gerichtsbarkeit aufweist. Gliederten die Franzosen einerseits Orte wie Hohn, Kolvenbach und Bergrath, deren Bewohner seit dem Mittelalter 'auswändige Bürger' der Stadt waren, aus dem Stadtgebiet aus, so schufen sie andererseits eine Mairie Münstereifel, der die Gemeinden Arloff, Effelsberg, Houverath, Iversheirn, Mahlberg, Mutscheid, Rupperath und Schönau einverleibt wurden. Die Preußen gliederten diesen Verband nach 1815 in Stadt Münstereifel mit Rodert und Eicherscheid und Amt Münstereifel-Land mit den genarmten Gemeinden. Erst die kommunale Neugliederung von 1969 überwand diese Trennung zugunsten der neuen Stadt, die nunmehr den Namen 'Bad Münstereifel' trägt,

Münstereifel verdankt seinen Namen, der 1339 erstmals in deutscher Sprache belegt ist, sowohl seinem Ursprung als auch seiner geographischen Lage: Um das Jahr 830 gründete der Prümer Abt Markward ein Tochterkloster in der Eifel, das den Namen 'Novum Monasterium', Neues Münster also, erhielt. Durch die Übertragung der Gebeine des Märtyrerehepaares Chrysanthus und Daria von Rom nach Münstereifel im Jahre 844 wurde das neue Kloster Wallfahrtsort. 898 verlieh König Zwentibold von Oberlothringen dem Kloster das Markt-, Münz- und Zollrecht; außerdem war Münstereifel als einer der Oberhöfe der Abtei Prüm eine regionale Sammelstelle für die jährlichen Naturalabgaben und damit auch ein Verwaltungszentrum. Somit sind die drei Säulen, auf denen die weitere Ent-

wicklung des Klosters und der nun entstehenden weltlichen Ansiedlung ruhte, aufgezeigt.

Eine nicht unbedeutende Anzahl der im Münstereifeler Urnland liegenden Ortschaften entstand etwa zeitgleich mit Münstereifel. So können die Orte Arloff, Kirspenich, Gilsdorf, Nöthen, Iversheim, Eicherscheid, Mahlberg, Schönau, Effelsberg und Hospelt 1993 den 1 100. Jahrestag ihrer Nennung im Prümer Güterverzeichnis von 893 feiern, in dem der Name Mutscheid als Flurbezeichnung ebenfalls auftaucht. Diese Orte haben eine unterschiedliche geschichtliche Entwicklung genommen. Mahlberg und Schönau sind schon vor Münstereifel in Jülich'scher Hand, während Nöthen, Eicherscheid, Iversheim und Effelsberg etwa zeitgleich mit Münstereifel in den Besitz der Jülicher Grafen und späteren Herzöge übergingen. Als Verwaltungseinheit schufen die J ülicher das bis 1794 existierende Amt Münstereifel, dem die eben aufgeführten Ortschaften angehörten. Demgegenüber bestand keine Bindung zwischen Münstereifel und Houverath, das zunächst im Besitz des luxemburgischen Grafenhauses von Vianden und später der Grafen von Blankenheim war. Die Gegend um Mutscheid gehörte bis zum Ende des 'ancien regime' dem mit dem Herzogtum Jülich rivalisierenden Erzstift Kurköln. Diese Rivalität wurde in Arloff besonders offenkundig: Durch diesen Ort verlief die Grenze zwischen Kurköln und Jülich.

Bis auf zwei Ausnahmen bildete die Landwirtschaft die Erwerbsgrundlage bis ins 20. Jahrhundert hinein. In der Mutscheid wurde spätestens seit dem 16. Jahrhundert - wenn auch mit Unterbrechungen - der Bleierzbergbau betrieben. Bezeichnenderweise trägt das Konzessionsfeld bei Bad MünstereifelWillerscheid auch heute noch den Namen 'Glücksthal'. Zwischen 1934 und 1941 lebte mit dem Betriebspunkt Klappertshardt der Bergbau zum letzten Male auf. Mit 200 m Tiefe wurde dort der tiefste Stollen des Eifeler Bleibergbaus abgeteuft;

auch die obertägigen Bauten sind noch erhalten.

Münstereifels Entwicklung war weder landwirtschaftlich noch vorindustriell geprägt, hier bildeten Handel und Gewerbe die Schwerpunkte. Nach dem Bau der Burg und der Errichtung der Stadtmauer fördern die Herzöge von Jülich das Wirtschaftsleben Münstereifels. Seit 1469 ist die Stadt als 3. Hauptstadt des Herzogtums Jülich nachweisbar. Es bildeten sich Zünfte der Wollweber, der Schuster und der Schneider und Tuchscherer. Besonders die Wollweberzunft, die seit 1339 ihre Tuche nach dem gleichen Recht wie die Kölner Wollweber herstellen durfte, erlangte Bedeutung im gesamten Rheinland. 1625 förderte sie die Gründung einer höheren Schule durch die Jesuiten durch eine großzügige finanzielle Unterstützung. Noch erfolgreicher als das Gewerbe aber war der Handel. Münstereifeler Kaufleute besuchten mit ihren Waren die großen Messen in Köln, Frankfurt und Flandern. Alleine vier Messen, Jahrmärkte genannt, fanden Jahr für Jahr in Münstereifel statt. Seit 1469 karn ein wöchentlicher Markttag hinzu, der vor allem dem Güteraustausch mit dem Umland diente. Die Münstereifeler Kaufleute stellten den Rat der Stadt, der 1454 seine Ratsverfassung erhielt und dessen Wurzeln im seit 1171 existierenden Schöffenkolleg zu suchen sind. Das 15. Jahrhundert kann durchaus als Münstereifels Blütezeit angesehen werden, wenn auch die Überschwemmung von 1416 und die Pestepidemie von 1451 fürherbe Rückschläge sorgten.

In der attraktiven Stadt siedelten sich neben dem im 12. Jahrhundert in ein Stift umgewandelten ehemaligen Benediktinerkloster nun auch andere Orden an. 1618 kamen die Kapuziner , die von Münstereifel aus ihre gesamte rheinische Ordensprovinz mit Tuehen versorgten. 16591ießen sich die Karmelitessen hier nieder, nachdem die Jesuiten bereits 1625 das St.-MichaelGymnasium gegründet hatten. Für die Bildung der Mädchen sorgte seit 1594 die von Margarethe Linnerij gegründete 'Ge-

seilschaft der Schwestern von St. Salvator'. Mit der Ansiedlung der Orden ging aber auch der Beginn des Niedergangs einher. Münstereifels Steuerkraft sank infolge der zahlreichen Kriege des 17. Jahrhunderts, die die Handelswege unsicher machten und der Stadt immer wieder Einquartierungen fremder Soldaten bescherten. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörten die Franzosen 1689 die Burg. Der Niedergang setzte sich im 18. Jahrhundert fort und erreichte im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt.

Die mangelhafte Verkehrsanbindung behinderte die alten Gewerbe, von denen sich nur die Gerber und die Bierbrauer behaupteten. Die Weichenstellung für die Zukunft erfolgte 1881, als sich der Verschönerungsverein gründete, der den Fremdenverkehr zum Haupterwerbszweig aufbaute. Zu dessen Siegeszug trug nicht zuletzt der 1890 erfolgte Eisenbahnanschluß bei. Während sich um die Jahrhundertwende in Arloff und Iversheim neue Industrien entlang der Eisenbahnlinie ansiedelten, trug das Dampfroß Sommerfrischler nach Münstereifel. Folgerichtig erkor man Münstereifel1926 zur Zentrale der Kneipp'schen Heilmethode in Westdeutschland. 1956 erfolgte die Anerkennung als Kneipp-Heilbad durch den Deutschen Bäderbund und 1967 die Verleihung des Titels 'Bad' durch den Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen.

Schließlich entstand im Zuge der kommunalen Neugliederung 1969 die Großgemeinde Stadt Bad Münstereifel, deren Antlitz vor mehr als sechzig Jahren dieses Buch teilweise widerspiegelt. Die gezeigten alten Ansichten lassen die Zeit vor 1930 noch einmallebendig werden. Heute ist Bad Münstereifel eine moderne Kurstadt mit einem historischen Stadtkern, der gänzlich unter Denkmalschutz steht. Das gesamte Stadtgebiet umfaßt 52 Wohnplätze auf einer Fläche von rund 150 qkm, die zur Hälfte mit Wäldern bewachsen ist. Dem stets willkommenen Gast wird ein reichhaltiges Freizeitangebot offeriert.

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1. Mit viel Phantasie hat sich der Künstler ins 18. Jahrhundert versetzt. Er hat sowohl das landschaftlich ansprechende Vorland als auch die Stadt mit ihren wichtigsten Gebäuden aus einer Art Vogelperspektive dargestellt, so daß der Betrachter nahezu die ganze Stadt überschauen kann.

2.13. Die Panoramakarte dürfte um die Jahrhundertwendc vom Radberg aus aufgenommen worden sein. Das Elektrizitätswerk (Kamin rechts, Inbetriebnahme am 3. Mai 1898) stand bereits, Das Heisterbacher Tor (links hinten) wartet auf ein neues Dach, das 1910 fertiggestellt wurde. Nur das Erfttal, das sich nach Süden verengt und nach Norden öffnet, ist bebaut. Die Hügel, soweit nicht bewaldet, sind

allenfalls gärtnerisch oder landwirtschaftlich genutzt. Die Stadt ist von einer Stadtmauer umgeben, die durch Türme verstärkt ist. Vier Tore öffnen den Weg in die vier Himmelsrichtungen. Deutlich zu erkennen sind die Stiftskirche (Mitte) und der Jesuitenbezirk (links). Die Stadt hatte zu dieser Zeit knapp 2 500 Einwohner.

4. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckt man unter dem das Werther Tor umschließenden Eichenkranz die Signatur 'Fritz von Wille'. Diese macht die Karte zu einer Seltenheit. Fritz von Wille wurde am 21. April 1860 in Weimar geboren. Sein Vater August von WiJle war Hofmaler, seine Mutter Clara von Böttcher eine bekannte Tiermalerin. Einer seiner Taufpaten war der Komponist Franz Liszt. Neunzehnjährig begarm Fritz von Wille sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zu dieser Zeit war die Figurenmalerei sehr geschätzt, die Landschaftsmalerei galt wenig. So entschied auch er sich anfangs für die Figurenmalerei. Das änderte sich während des Studiums. Bei seinen Reisen in den Harz, die Pfalz und nach Italien entdeckte er seine eigentliche Begabung, die Landschaftsmalerei, und spezialisierte sich auf die Eifel. 1900 ließ er sich in Reifferscheid nieder. Vorher war er von Gasthof zu Gasthof gezogen, um die Landschaft, die er malen wollte, besser kennenzulernen. Es ist anzunehmen, daß in der Zeit zwischen 1890 und 1905 die vorliegende Karte entstand. Sie ist bisher der einzige Beleg dafür, daB Fritz von Wille auch Münstereifeler Motive künstlerisch dargestellt hat. 1911 kaufte Fritzvon Wille die Burg Kerpen bei Hillesheim. Dort starb er 1941.

MÜNSTEREIFEL

Entenmarkt und Burgruine.

5. Während die Zeit der Erbauung der Burg, die zuerst 1317 urkundlich erwähnt ist, im Dunkelliegt, ist das Datum ihrer Zerstörung durch die Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. genau belegt: Am 21. April 1689 haben abziehende französische Truppen die Burg gebrandschatzt. Als letzte bedeutende Persönlichkeit residierte Reinald von Jülich-Geldern von 1394 bis 1402 als Herr von Münstereifel auf der Burg, ehe er seinem verstorbenen Bruder Wilhelm als Landesherr nachfolgte. Seither diente die Burg bis zu ihrer Zerstörung nur noch als Verwaltungssitz. ReinaId war ein besonderer Freund und Förderer der Stadt Münstereifel, der er wichtige Marktprivilegien verlieh; die bedeutende Münstereifeler Wollweberzunft verdankt ihm ihre Zunftverfassung.

6. Keinen Schuß Pulver scheint die Stadtbefestigung in dem hier abgebildeten Zustand wert zu sein. In der Tat wurde die Stadtmauer erst um 1350 fertiggestellt, als die Erfindung des Schießpulvers solche Befestigungen überflüssig machte. Dennoch erfüllte die Stadtmauer in Krisenzeiten insofern ihre Funktion, als sie die Münstereifeler Bürger in Sicherheit wiegte.

7. Das Werther Tor ist der jüngste der vier Tortürme. Die Überschwemmung von 1416 machte einen Neubau unumgänglich. Das Tor wird von zwei Flankentürmen, den Jülicher Schalen, eingefaßt. Die Fläche über dem Portal zeigt das Wappen des Herzogtums Jülich und der Stadt. 1903 hatte der Verschönerungsverein diese Wappen über dem Eingangsbogen anbringen lassen. In der Franzosenzeit waren die ursprünglichen Wappen als Hoheitszeichen herausgebrochen worden. Das Werther Tor öffnete dem Handel den Weg nach Köln und den Bürgern den Zugangzu ihren herrlichen Gärten.

8. Das um 1900 erbaute Haus wurde zunächst vom Volksverein für das Katholische Deutschland verwaltet. 1905 wurde es als Schülerherberge eingerichtet. Wie die Chronik des Eifelvereins ausweist, bewährte sich diese Maßnahme. Unter der Jahreszahl1911 schreibt der Chronist: 'Zugunsten der Schülerherberge werden Briefschlußmarken mit der Abbildung des Werther Tores beschafft.' In der Chronik wird unter der Jahreszahl1922 erzählt, daß die Generalversammlung des Eifelvereins im Jugendheim an der Kölner Straße (gemeint ist dieses Haus) stattfand. Aus dem Jahr 1925 wird berichtet, daß sich die Marianische Jünglingskongregation wöchentlich im wiederhergerichteten Vereinslokal in diesem Jugendheim traf, dienstags zu Religionsvorträgen, sonntags zu Unterhaltungsabenden. Am Festtag Peter und Paul des Jahres 1929 fand nach der Generalversammlung ein gemeinsamer Kaffee irn Jugendheim statt. Das Haus wurde zu verschiedenen Zwecken genutzt, als Vereinslokal, als Herberge und als Jugendheim .

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