Bad Nenndorf in alten Ansichten

Bad Nenndorf in alten Ansichten

Auteur
:   Herbert Hirlinger
Gemeente
:   Bad Nenndorf
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2921-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Nenndorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Im Land Niedersachsen, unweit von Hannover, liegt am Nordabhang des Deisters das bekannte Rheumaheilbad Bad Nenndorf. Das Alter Nenndorfs läßt sich nicht genau belegen, doch geht aus alten Urkunden hervor, daß Nenndorf als Nyanthorpe um die Jahrtausendwende entstanden ist. Der Name wechselte im Laufe der Jahre um 1216 in Enthorpe, 1236 Nenthorpe, 1306 in Nendorp, 1374 in Groten Nendorpe. Schließlich wurde daraus Groß-Nenndorf, mit dem wir es in der Zeit von etwa 1880 bis 1930 zu tun haben. Etwas weiter südlich war um 1500 die kleine Siedlung Lütteken Nendorp entstanden, aus der Klein-Nenndorf wurde. Dazwischen entstand vor fast 200 Jahren der frühere Gutsbezirk des Bades. 1928 wurde dieser aufgelöst und mit den Dörfern Groß- und Klein-Nenndorf zu einer Gemeinde unter dem Namen Bad Nenndorf vereinigt.

Bereits um 1135 wurde die erste Kirche gebaut, die dem heiligen Godehard geweiht wurde. Die Bewohner

waren Bauern, ihre Wiesen, Äcker und Felder waren außerordentlich ertragreich.

Die heilkräftigen Schwefelquellen, die zu den stärksten in Europa gehören, entsprangen seit Menschengedenken inmitten des Ortes GroßenNendorf und bildeten einen Morast, den die Bewohner seines üblen Geruches wegen 'Teuffelsdreck' nannten. Schon der Naturforscher und Arzt Georg Agricola aus Meißen beschrieb 1546 in einer seiner lateinischen Schriften die Quellen. Über 200 Jahre später machten der aus dem schaumburgischen Sachsenhagen stammende Doktor der Medizin und Philosophie, Arthur Conrad Ernsting und der Berliner Arzt und Botaniker Ernst Ludwig Heim durch Veröffentlichungen erneut auf die Bedeutung der Quellen aufmerksam. Schließlich erweckten die chemisehen Untersuchungen und Gutachten des Rintelner Professors DI. Ludwig Philipp Schröter das Interesse des damaligen Landgrafen Friedrichs Il. von Hessen.

Auf seine Initiative hin wurden die Quellen erst einmal gefaßt und mit einer Pumpe versehen. Noch zehn Jahre mußten verfließen, ehe der Sohn Friedrichs, der Landgraf Wilhelm IX., beschloß, hier ein Bad zu gründen.

Er ordnete am 14. Mai 1787 die Errichtung des ersten Badehauses an und kaufte die Quellengrundstücke von mehreren Brinksitzern in unmittelbarer Nähe der Quellen. Auf diesen entstanden in rascher Folge in den nächsten Jahren die Bade- und Logierhäuser, Brunnen- und Musiktempel, Galerie, Arkade, Marstall, Kursaal, Schlößchen und so weiter. Von den Gebäuden aus der Gründerzeit sind nur noch einige vorhanden. Die meisten aber sind abgerissen und neu erbaut worden, einige sind abgebrannt, andere verändert worden. Um 1880 hatte Bad Nenndorf etwa 975 Einwohner, um 1930 etwa 2350.

Dieser neue Band aus der Reihe 'In alten Ansichten'

enthält 77 alte Ansichtskarten und Fotos aus der Privatsammlung des Verfassers. Er umfaßt die Zeit des Kaiserreichs bis zum Ende der sogenannten 'golden twenties'. Sie werden den Älteren ein Schmunzeln und eine Erinnerung an ihre Jugendzeit abverlangen, den Jüngeren werden sie einen Eindruck vermitteln, wie ihr Heimatort vor 50-100 Jahren ausgesehen hat. Auch der Besucher und Kurgast des schönen kleinen Badeortes wird sicherlich Gefallen an dem Band finden und der Freund und Sammler alter Ansichten findet wiederum einen weiteren Band aus dem Deutschland zu 'Großvaters Zeiten'.

Ich wünsche dem Leser und Betrachter ein besinnliches und freudiges Vergnügen.

Herbert Hirlinger Buchhändler

1. Das Wahrzeichen von Bad Nenndorf, der Brunnentempel, wo die heilsame Schwefelquelle seit undenklichen Zeiten entspringt. Der hessïsche Landgraf Friedrich Il. ließ die offen zutage tretende Quelle 1777 fassen, sein Sohn, Landgraf Wilhelm IX., begründete hier zehn Jahre später das Bad. In der Kursaison vom 1. Mai bis 30. September wurde hier ab morgens 6 Uhr das Quellwasser von zwei Trachtenfrauen ausgeschenkt. Der hier abgebildete Brunnentempel wurde 1842 aus Sandstein erbaut. Heute ist der Ausschank in die Wandelhalle verlegt.

2. Die Luftaufnahme zeigt den inneren Kern des Badebezirks. Im mittleren Teil ist deutlich das Viereek der mit Linden bepflanzten 'Esplanade' zu erkennen. Um diese herum entstanden in den Gründerjahren 1787 bis 1806 die Bade- und Logierhäuser 'sowie die Anlagen. Im oberen Teil der Aufnahme geht es in die sanft ansteigende Landschaft des Galenberges über. Unterhalb der Badeanlagen entstand das Kurviertel mit seinen Pensionen, Villen und Wohnhäusern. Zuvor bestand das ganze Gebiet aus Äckern, Wiesen und Feldern.

3. Diese Aufnahme veranschaulicht deutlich die vom Landgrafen Wilhelm IX. selbst entworfene Anlage der Badeeinrichtungen. Das Viereek der Esplanade wird oben begrenzt vom Kurhaus mit dahinter liegendem Speise- und Gesellschaftssaal. Links oberhalb davon liegt das Schlößchen. Ganz links sieht man das Marstallgebäude mit dem Glockentürmchen, dahinter die Wagenremise. Nach unten gegenüber dem Marstall sieht man das Haus Kassel mit den anschließenden Gesellschaftsräumen. Links wird die Esplanade von der Arkade mit der angrenzenden Wandelhalle begrenzt. Gegenüber auf der rechten Seite erblickt man das abgebrannte Galeriegebäude. Rechts oberhalb davon sieht man das Landgrafenhaus, Den Abschluß unten bildet im Halboval das Große Badehaus.

~ 110,

4, Diese im Stil der Zeit (um 1890) gedruckte Ansichtspostkarte ließ nur einen kurzen Gruß auf der Vorderseite zu, da die Rückseite über die ganze Fläche hinweg nur die Anschrift aufweisen durfte. Das Badehaus wurde 1789 an der tiefsten Stelle des Esplanade-Geländes erbaut. Ursprünglich bestand es aus zwei gleichgroßen Gebäuden mit dazwischen liegendem Fahrtor, Im Parterre lagen die Badezimmer. Diese enthielten ein steinernes oder porzellanenes geräumiges Bassin, fünf Stufen tief in den Boden eingelassen, sie waren gut möbliert und mit einem Kamin ausgestattet. In den oberen Etagen befanden sich die Gästezimmer. Der Mittelbau, der die beiden im Halboval stehenden Fliigel miteinander verband, wurde erst 1791 eingebaut.

5. Der Mittelbau des Badehauses wurde im Parterre mit einer geräumigen Empfangshalle ausgestattet. Ursprünglich bestand das Badehaus nur aus dem Parterre mit den Badezellen und der ersten Etage für die Kurgäste, Erst 1862 wurde das zweite Stockwerk aufgesetzt. Der langgestreckte, 288 Fuß lange Bau enthielt nun 30 Wohnzimmer und 12 Karnmem.

6. Im Jahre 1807 wurde Nenndorf mit Kurhessen, zu welchem es damals gehörte, dem von Napoleon neugegründeten Königreich Westphalen einverleibt. Jérême, der jüngste Bruder Napoleons, wurde König. Als solcher besuchte .er im August 1808 Bad Nenndorf, ordnete aber schon vorher den Bau eines großen Bassinbades für sich als südwestlichen Flügel an das Badehaus an, Er liebte es, in großer Gesellschaft zu baden. Man sieht hier links den angebauten Flügel. Das gesamte Badehaus wurde 1904 abgerissen.

7. Das Große Badehaus, auch Großes Schwefelbadehaus genannt, wurde nach Abriß des alten Badehauses sofort an gleicher Stelle und auch wieder im Halboval erbaut. Schon im November 1904 war die feierliche Grundsteinlegung und bereits im Juni 1905 wurde das Erdgeschoß, in dem sich 52 Badezimmer mit 52 Wannen befanden, eröffnet. Es wurde mit einem provisorischen Dach gedeckt. 1906, nach Fertigstellung der oberen Stockwerke, fand am 22. Juni die festliche Einweihung des im Rokokostil erbauten Großen Badehauses statt. Es enthielt nun außer den Badezimmern ein gesondertes Gasbadehaus, Schwefelgas-Inhalationsräume, 30 Logierzimmer, einen Kaffeesaai und mehrere Küchen. Heute dient es als 'Staatliches Sanatorium Esplanade'.

Trinkhalle und Grosses Badehaus ~~,.~ .?.. :

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Kg!. Bad Nenndorf bei Hannover

8. Diese reizvolle Karte aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts zeigt die Esplanade im östlichen Teil mit dem Großen Badehaus. Hier traf man sich zum Brunnentrinken, hier knüpfte man Bekanntschaften an, hier lustwandelte man mit dem Glas in der Hand auf und ab. Der Brunnentempel beziehungsweise die Trinkhalle war Mittelpunkt des Kurlebens und hier stellte man sich gern dem Fotografen, wie das auch das Titelfoto auf dem Buchumschlag zeigt. Rechts vorn führt die Treppe zur früheren Arkade.

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