Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 1

Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinz Lindlahr
Gemeente
:   Bad Neuenahr-Ahrweiler
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2922-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

'Mineralheilbad im Rotweintal' wird Bad NeuenahrAhrweiler seit der Zusammenlegung der beiden Städte Bad Neuenahr, dem weltbekannten Heilbad, und Ahrweiler, der mittelalterlichen Rotweinstadt, im Jahre 1969 genannt. Beiden wurden weitere 11 Orte zugeteilt. Kann die aus 13 Stadtteilen bestehende Kreisstadt noch nicht mehr als 15 Jahre Geschichte aufzeigen, so ist die der ehemals selbständigen Städte und Gemeinden um so bunter.

Bad Neuenahr war ursprünglich der Name der im Jahre 1372 zerstörten Burg und der ihr unterstehenden Grafschaft. Hierzu gehörten auch Beul, Wadenheim und Hemmessen. Nach der Entdeckung und Nutzung der Heilquellen erhielten sie den gemeinsamen Namen Neuenahr im Jahre 1875. Der Zusatz 'Bad' kam 1927 hinzu. Erst 1951 erhielt Bad Neuenahr die Stadtrechte.

Ahrweiler nennt 893 als den Ursprung der ersten Siedlung. Der Kölner Erzbischof Konrad von AreHochstaden verlieh Ahrweiler 1248 die Stadtrechte. Als eine der vier Hauptstädte Kölns erhielt es die Stadtmauer mit ihren Toren und Türmen. Mehrfach von Feinden belagert und zerstört stand es von 1794

bis 1814 unter französischer Herrschaft. Anschließend kam es zu Preußen. Der Weinbau wird hier seit mehr als 1000 Jahren gepflegt.

Eh lingen, das seit 853 im Besitz des St.-Cassius-Stiftes war, hatte schon 1162 eine Mühle.

Green gehörte zur Herrschaft Landskron und wird erstmals 1151 erwähnt. Hier war früher eine Wasserburg mit Mühle. Nußbäume bildeten den Grundstock für die Ölgewinnung.

Gimmigen, das 1252 vom Grafen von Neuenahr an Gerhard Burggraf zu Landskron verpfändet wurde, fand 853 erstmals Erwähnung. Später war es wie Kirchdaun gemeinschaftlicher Besitz der Grafschaft Neuenahr und der Herrschaft Landskron.

In Kirchdaun war die Abtei Klosterrath bereits im 12. Jahrhundert begütert. Im 14. Jahrhundert erfuhr die schon 1131 erwähnte Kirche eine Erweiterung. Lohrsdorf hatte bereits am Anfang des 13. Jahrhunderts eine Kapelle. Die jetzige, die kurioserweise Eigentum der Stadt ist, stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Heppingen gehörte je zur Hälfte zu Heimersheim und Wadenheim und wurde 1284 erstmals genannt. Der

Heppinger Brunnen, der schon 1588 erwähnt wurde, gab den Namen für Heinrich Linden's Ahrroman 'Die Hexenquelle' .

Heimersheim geht auf das Jahr 893 zurück. Im 13. Jahrhundert erhielt der Ort eine Befestigung. Die romanisch-gotische Kirche hat ihren Anfang gleichfalls irn 13. Jahrhundert.

Bachem liegt zwischen Bad Neuenahr und Ahrweiler und war lange Zeit Streitgegenstand zwischen Jülich und Kurköln. Der Sage nach war hier der Eingang zum Himmel, zu dem St. Petrus einstrnals nach einern ausgedehnten Dämmerschoppen in seinem Stammlokal in Walporzheim den Schlüssel verloren hatte. Walporzheim wird 893 erstmals erwähnt. Der Neubau einer bereits 1660 genarmten Josefskapelle erfolgte 1770 mit einer Erweiterung 1924.

Ramersbach fand erst 1974 Aufnahme in die Stadt. Als Grenzort des Reichsbannes ist es bereits 992 aufgeführt.

MarienthaI war, um 1137 gegründet, ältestes Kloster des Ahrtals. Das Kloster wurde mehrfach von Feinden zerstört und schließlich 1811 aufgehoben.

Eine erschöpfende Geschichtsdarstellung über die

Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler kann diese Zusammenstellung alter Ansichten und Fotos aus der Zeit von 1880 bis 1930 nicht sein. Die Aufnahmen sollen den Jüngeren und den Neubürgern Eindrücke aus einer vergangenen aber weniger betriebsamen Zeit verrnitteln, in der Veränderungen weniger schnell als heute erfolgten. Für die ältere Generation werden Erinnerungen wach: 'Ach ja, so war es einmal', Der Band soll aber auch Anregung sein, sich mit der Vielfalt der Geschichte der Stadt, über die schon viel geschrieben worden ist, zu beschäftigen.

Leider war es nicht möglich, aus allen Stadtteilen Ansichten um die Jahrhundertwende zu erhalten. Allen, die durch Hinweise, Auskünfte, Fotos oder Postkarten zur Zusammenstellung dieser Bilddokumentation beigetragen haben, sei herzlich gedankt. Das Buch möge aber auch Ansporn sein, Heutiges zu bewahren: Was heute gegenwärtig vor uns steht, das gehört morgen der Vergangenheit an.

Unsere Nachkommen werden immer weniger von der Vergangenheit unserer Heirnatstadt erfahren, wenn wir ihnen nicht etwas Bleibendes in die Hand geben, wodurch sie ihre Heimat kennen und lieben lernen.

1. Wadenheim, Beul und Hemmessen waren drei unbedeutende, ärmliche Eifeldörfchen, deren Erwerbstätigkeit sich nur auf Weinbau und geringfügigen Ackerbau beschränkte. Noch 1847 mußte der Gemeinderat bei der königlichen Regierung einen Vorschuß von Getreide erbitten, damit den Einwohnern Mehl zum Brotbacken gegeben werden konnte. Ebenso wurde ein Vorschuß an Geld gezahlt, damit Saatkartoffeln gekauft werden konnten. 1851 waren die Einwohner wegen der Armut nicht imstande, Wagen mit Hemmvorrichtungen, wie dies von der Regierung gefordert worden war, anzuschaffen. Das Bild von 1907, das ein Anwesen in der Mittelstraße zeigt, gibt diese Verhältnisse noch eindrucksvoll wieder. Das Haus wurde um 1936 abgerissen.

2. Dieses Bauernhaus, von dem diese Bleistiftzeichnung erhalten ist, stand im Hemmessen. Das Haus Georg Giffels wurde 1865 erbaut und 1958 abgerissen. An seiner Stelle ist heute die Glasmalerei Prenner. Die Zeichnung datiert von 1890. Auf ihr ist die Idylle des kleinen Bauernhauses festgehalten:

Links steht der große Leiterwagen. Mit dem zweirädrigen Karren rechts wurden Wasser- und Jauchefässer transportiert. Der Misthaufen im Hof zeigte früher oft die wirtschaftliche Lage des Bauern an. Je größer der Misthaufen war, umso günstiger war es um den Bauern bestellt.

Apolllnarls-Brunnen, flaschenlager.

3. In einer kleinen Nische unterhalb des terrassenförmigen Weinberges am Kesselberg stand seit Jahrhunderten eine Statue des heiligen Apollinaris, des Schutzherrn des Weines. Trotzdem gedieh der Wein nicht. Der Kaufmann Georg Kreuzberg aus Ahrweiler ging der Sache auf den Grund und untersuchte die Reben bis an die Wurzeln. Er fand den Boden mit Kohlendioxyd durchsetzt. Durch den Geologen Professor Bischoff in Bonn ermuntert begann er 1851 zu graben und entdeckte hierdurch den Apollinarisbrunnen. 1852 begann er die Brunnenanlagen zu errichten. Vor den Gebäuden auf der rechten Seite, die sämtlich nicht mehr stehen, verläuft die Bundesstraße 266. Im linken Gebäude ist ein Teil der Verwaltung untergebracht.

4. Durch die Erbohrung der Apollinarisquelle ermutigt und sich alter Berichte über das angebliche Vorhandensein von warmen Quellen im Banne des Dörfchens Beul erinnernd, kaufte Georg Kreuzberg dort Grundstücke an und machte Bohrversuche und fand in den Jahren 1853·1856 fünf Quellen zwischen 27,5 und 37,5 Wärmegraden. Die Verwertung der Quellen wurde schließlich der 'Aktiengesellschaft zur Gründung des Bades Neuenahr im Ahrthale' übertragen. Im Jahre 1861 erbohrte diese den 'großen Sprudel', der Neuenahrs Hauptquelle wurde. Der Willibrordussprudel - im Hintergrund wurde 1906 erbohrt, Der Pavillion ist nicht mehr vorhanden. Neben dem Sprudel steht jetzt die Willibrordussäule aus dem Jahre 1784.

Gruss aus Bad Neuenahr.

Partie im Kurpark und Wandelbahn.

5. Die Aktiengesellschaft hatte mit dem Arzt Dr. Praessar einen langwierigen und hartnäckigen Konkurrenzkampf zu bestehen. Dieser hatte zehn Meter neben dem 'Großen Sprudel' 1864 den 'Mariensprudel' zu Tage springen lassen. Von diesem Wasserkrieg singt Josef Steinbach: So ging es eine Weüe fort, bald sprudelts hier, bald sprudelts dort. Tief unten rauften sich die Geister, und oben zankten sich die Meister. Und baut' der eine sich Kanäte, nahm schnell der andre Stein und Pfähle und stopft' den Abfluß wieder zu und dachte: Freund, nun sprudle du! Erst als die Aktiengesellschaft den Besitz Dr. Praessars aufkaufte, nahm die Entwicklung des Bades ungestörten Fortgang. Hinter der Wandelhalle im Kurpark ist das Haus 'Mariensprudel' zu sehen.

VlN1ai '" lichtd~ck Y. Knackstedt '" Näther, iiamburg 63'

6. Zwischen den Dörfern Beul und Wadenheim befand sich vor dem Jahre 1852 eine, von drei Armen der Ahr durchflossene, niedere, etwa 300 Meter breite unfruchtbare, teils sumpfige Kiesfläche. Unter Leitung des königlichen Strombaudirektors Geheimrat Nobiling wurde der Ahr zwischen Ahrweiler und Heimersheim ein einziges wohleingedämmtes Bett angewiesen, wodurch etwa zehn Hektar Land gewonnen wurden. Hierauf wurden der Kurpark angelegt und die ersten Bauten des Kurhotels errichtet. Links sehen wir das im Schweizerstile zur Ausführung gebrachte erste Badehaus. Daneben steht der Ost- und Mitteltrakt des 1859 im englisch-mittelalterlichen Stile erbauten Kurhotels.

7. Aufgabe der Aktiengesellschaft war es, die erbohrten und noch zu erbohrenden Quellen für den öffentlichen und medizinischen Gebrauch nutzbar zu machen und zu diesem Zweck Mineralbäder und Trinkanstalten anzulegen. Hierzu gehörte es auch Gast- und Rekreationshäuser zu errichten, Promenaden, Brücken und Gartenanlagen auszuführen. Die ersten Bauten bestanden aus einer in zierlicher Holzkonstruktion errichteten Trinkhalle und dem im Schweizerstile erbauten Badehaus. Anstelle der Holzkonstruktion entstand alsbald eine bestens ausgerichtete Trink- und Wandelhalle aus Eisenteilen. In der reichverzierten Trinkhalle gaben mit weißen Schürzen gekleidete und mit Häubchen versehene Frauen Gläser mit Heilwasser aus, Das Trinken war wichtiger Bestandteil der damaligen Kur.

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8. Späteren Bedürfnissen entsprechend wurde 1862 ein zweites Badehaus gebaut und 1870 unter der Leitung des Direktors August Lenné, das Kurhotel erweitert, Diesen Erweitemngsbau sehen wir von der Kurgartenstraße her. Der spätere Westbau fehlt noch. Im Anschluß an den Mittelbau finden wir den 1904/05 erbauten Ostbau, in dem sich heute das Kursanatorium befindet. In dem Turm sind Hochbehälter untergebracht zur gleichmäßigen Wasserdruckreguliemng. Das Gebäude im Hintergrund beherbergt heute die Verwaltung der Spielbank.

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