Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 2

Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Heinz Lindlahr
Gemeente
:   Bad Neuenahr-Ahrweiler
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6230-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Seit Erscheinen des Bandes 'Bad Neuenahr-Ahrweiler in alten Ansichten' sind zwölf Iahre vergangen. In dieser Zeit sind mehrere Veröffentlichungen in der Reihe 'Beiträge zur Stadtgeschichte' erschienen. Diese behandeln in der Regel ein bestimmtes Sachthema, einen besonderen Zeitraum und zumeist einen einzelnen Stadtteil. Im Rahmen der Tausendjahrfeiern von Beul-St. Willibrord, Wadenheim und Ramersbach sowie der Elfhundertjahrfeier von Ahrweiler sind weitere Publikationen in Wort und Bildern erfolgt. Daher scheint es vermessen zu sein, einen weiteren Band folgen zu lassen. Da der erste Band [edoch als erste kleine Geschichtsdarstellung der Gesamtstadt bei den Bürgern der Stadt, insbesondere auch den neu zugezogenen, als kleine Information über ihre neue Heimat, als auch bei denjentgen, die schon lange ihren Heimatort verlassen haben, großen Anklang gefunden hat, so dürfte auch der neue Band mit alten Ansichten aus Bad Neuenahr-Ahrweiler aufInteresse stoßen. Hierin bestärkt hat mich auch das Drängen von Freunden und die wohlwollende Mitarbeit von Mitbürgern und Vereinen bei der Beschaffung des Bildmaterials und weiterer Informationen. Der Wandel im überkommenen Stadtbild vollzieht sich laufend weiter. Seit dem Erscheinen des ersten Bandes sind weitere Gebäude abgerissen, wesentlich erweitert und verandert worden.

Dieser Band ist als Ergänzung des früheren Bandes zu verstehen. Deshalb wird aufbereits darin beschriebene Zustände nicht mehr eingegangen.

Mit Weitbliek und Wagemut haben einzelne Persönlichkeiten große Hotels, Kliniken oder sonstige Unternehmungen vor der Iahrhundertwcnde oder kurz danach geschaffen. Auch die Winzergenossenschaften in den kleineren Stadtteilen sind hierzu zu zählen. Großartige Bauten aus der Gründerzeit erinnern hieran, auch wenn einige hiervon inzwischen abgerissen worden sind. Neben einemAnflug von Nostalgie sollten sie uns aber auch bewußt machen, daß heutige Veränderungen des Stadtbildes nur möglich sind, wenn Mitbürger mit gleichem unternehmerischem Wagemut diese angehen und ausführen. Daß derartige Neubauten nicht mehr im Stil der Gründerzeit, sondern nach heutigen Gesichtspunkten und in derzeit gebräuchlichen Baustilen ausgeführt werden, wird hinzunehmen sein, wenn es auch manchem manchmal schwerfällt,

Eine beherrschende Rolle im gesellschaftlichen Leben spielten seit dem 19. [ahrhundert bis heute in der Stadt und ihren Stadtteilen die Vereine. Deshalb wurden diese im vorliegenden Band

besonders berücksichtigt. Aus den Vereinschroniken konnten wertvolle Hinweise über das Zusammenleben in damaliger Zeit gewonnen werden. Es kommt bei den insbesondere älteren Fotos der Vereine weniger darauf an, die einzelnen Mitglieder zu kennen, als vielmehr die Wurzeln einer Gemeinschaft zu erkennen, die heute noch fortbesteht und das Gesellschaftsleben prägt.

Anstelle von Beschreibungen eines Bildes habe ich in verschiedenen Fällen ein damals bestehendes Reglement oder Schriftsteller wie Ernst Weyden, Ph. Wirtgen und Dr. [ulius Wegeler, die damals unsere Gegend und die Ahr überhaupt erstmals beschrieben haben, zu Wort kommen lassen. So soll an diese erinnert werden. Ihre Betrachtung der Heimat möge die Leser dieses Buches veranlassen, sich einmal mit deren Schriften zu befassen. Letztlich waren sie die ersten Werbeträger für unsere Heimat.

All denen, die durch ihre Hilfsbereitschaft - seien es Hinweise, Auskünfte oder Bildmaterial- zur Zusammenstellung dieses Bandes geholfen haben, möchte ich herzlich danken. Alle namentlich zu nennen, ist aus räumlichen Gründen nicht möglich. Stellvertretend für alle möchte ich jedoch Herrn Norbert

Becker nennen, der mich in besonderer Weise unterstützt hat. Dieses Buch möge den Alteingesessenen eine Erinnerung an die 'gute alte Zeit' sein und neu Hinzugezogenen ein Kennenlernen des Vergangenen ihrer neuen Heimat erleichtern, ohne den Blick auf die Gegenwart und die Zukunft zu trüben.

Bad Neuenahr -Ahrweiler, im Februar 1996 Heinz Lindlahr

1 F. Seebold, Hof-Restaurateur, benutzte am 20.April 1902 einen Briefbogen mit der Zeichnung des Kurhotels einschließlich des erst 1904/05 fertiggestellten Ostbaus. Das Kurhotel umfaßte damals 200 Zimmer und Salons. Auf das elektrische Licht wurde besonders hingewiesen. Die große RestauratiensTerrasse ist noch offen, aber überdacht. Ein Personenaufzug ist vorhanden. TelefonNummer ist 44.Als Bankverbindung ist angegeben:

Bank-Agentur von Koch, Lauteren & Co in Frankfurt/M., da offensichtlich die hiesigen Banken und Sparkassen zur Finanzierung derart großer Bauvorhaben nicht in der Lage waren. Die Erlaubnis, die

Bezeichnung 'Hof-Restaurateur' führen zu dürfen, ist offensichtlich von Seiner Kóniglichen Hoheit dem Landgrafen Alexander Friedrich von Hessen erteilt worden. Sein Wappen ist im Brief-

bogen geführt. Das hier abgedruckte Bild entspricht der Zeichnung. Die Hotelvorfahrt mit der pferdedroschke erfolgte von der heutigen FelixRütten-Straße her.

2 Nach ihrem Reglement gestattete die Actiengesellschaft zur Gründung des Bades Neuenahr dem Publikurn 'alljährlich während den Bade-Saison-Monaten die Benutzung ihrer Park- und Gartenanlagen, Bade- und Trinkanstalten, sowie ihrer sonstigen Unterhaltungseinrichtungen nur unter den Bedingungen des Reglements aus März 1874'. Für die Kurkarte Nr. 1223 - gültig während der Saison des [ahres

1 874 - zahlte Herr Albert Barber drei Taler zehn Silbergroschen sechs Pfennige. Der Preis umfaßte 'Irinkberechtigung und Kurmusik. Die Kurkarte war am Brunnen zur

Notierung der Nummer und auf Verlangen auch dem Aufsichtsbeamten vorzulegen.

3 Die Bedingungen des Reglements aus März 1874 bestirnmten unter anderem: 'Die Benutzung einer der vorstehend angeführtenAnlagen, Anstalten oder Einrichtungen ist nur gestattet nach Lösung einer Cur- oder einer Erlaubniskarte oder mit speziell erteilter Erlaubnis des Direkters. Es behält sich die Gesellschaft vor, die in § 4 angesetzten Karten-Preise eventuell zu erhöhen sowie neben denselben bei Festlichkeiten in ihren Garten- oder Parkanlagen oder in ihren Gasthofs-Sälen noch ein besonderes Eintrittsgeld zu erheben, Kinder unter 14 [ahren und blödsinnige Personen dürfen nur in Begleitung für sie verantwortlicher erwachsener Personen in

den Curgarten und in die Bäder.'

4 In den Benutzungsbedingungen heißt es weiter: 'Im Curgarten, in den Badehäusern und in den "Recreationssäälen" werden Hunde nicht geduldet. Auf dem Eigentum der Actien - Bade-Gesellschaft dürfen die Fremden Mineralwasser nur durch das vom Direktor dazu angestellte Personal empfangen, sowie Molken oder Milch nur von einer durch den Direktor dazu ermächtigten Person. Es ist verboten, in den Anlagen Blumen, "Oculirreiser", Zweige u.s.w. abzupflücken oder abzuschneiden, Bäume zu besteigen, in den Wasserbecken vor dem Musik-Pavillen zu fischen, sowie die Ruhe und Sicherheit des dieAnlagen benutzenden Publikums in

denselben zu stören oder zu gefahrden.'

Die letztgenannten Vorschriften gewährten sicherlich den Erholungsuchenden die nótige Ruhe im Heilbad.

5 Max Maier war Mitbegründer des 'Club der Köche Rhein-Ahr «v: gegründet 1920. Er war 1892 in St. Mang im Allgäu geboren. Eine Kochlehre absolvierte er im Hotel Post in St. Anton am Arlberg. Es folgten Gesellenjahre in Thüringen, in der Schweiz, in Spanien und in England. Um die Geheimnisse der orientalischen Küche kennenzulernen, arbeitete er auch in Kairo in verschiedenen Hotels. Bad Neuenahr und dasAhrtallernte er erstmals im November 1918 auf einem Militärtransport von derWestfront kommend kennen. Es wurde bald seine zweite Heimat. Er wurde Chefkoch im Kurhotel und heiratete Elisabeth Fuhrmann.

Er leistete Pionierarbeit auf dem Gebiet der Diätküche. Zu seiner Erinnerung wird alljährlich der Max-Maier-Pokal für die auszubildenden Köche im dritten Lehrjahr in einem Wettbewerb verliehen. Das

Bild zeigt ihn 1925 inmitten der Küchenbrigade.

6 Vier Iahre nach der Quellenweihe des Bades Neuenahr, nämlich am 2. Juni 1862, gründeten siebzehn Bürger der damaligen Ortsteile Beul, Wadenheim und Hemmessen den 'Männerchor zu Neuenahr'. Bei der Pahnenweihe an Pfingsten 1863 fand ein Sällgerwettstreit mit vierzehn auswärtigen Vereinen statt, Von Anfang des Bestehens an war der Verein stets bereit, bei kirchlichen Festen oder Veranstaltungen zu wohltätigen Zwecken rnitzuwirken. DerVerein wirkte mit bei der Eröffnung der Ahrtalbahn 1880, der Einweihung des Denkmals des Georg Kreuzberg im Kurgarten 1883 und bei der Grundsteinlegung zum Krankenhaus Maria

Hilf 1883. Vierstimmiger Gesang wurde bis 1897 in der katholischen Kirche aufgeführt, da bis dahin ein Kirchenchor nicht vcrhanden war. Das Bild zeigt den Männerchor im Iahr 1907.

7 Die Werbekarte des 'Hotel Goldner Pflug' zeigt oben links eine Ansicht der Ecke Jesuitenstraße/Hauptstraße mit der im [ahr 1903 abgerissenen Josefskirche in Wadenheim. Auf der Gesamtansicht von Neuenahr sind die St.Willibord-Kirche in Beul, die evangelische Kirche und die Josefskirche zu erkennen. Besitzer des Hotels 'Goldener Pflug' des Jean Broicher war im [ahr 1911 H. Becher aus Altenahr, Hotel Caspari. Die Karte wurde als Nota verwendet. Auf der Rückseite ist zu lesen: 'Neuenahr, den 26. Oktober (ohne Iahreszahl). NOTA für den Gesang-Verein Männer Chor Neuenahr: Geliefert 1 Fäßchen Bier 36 Liter a Liter 20 Pfg. = 7,20 Mark.

Summe 7 Mark 20 Pfennige.' Die Rechnung wurde für richtig befunden. Es folgt die Unterschrift: Hilberath,

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Neuenahr

25 Ha u p t t ra c 25

- uane am Babnhof.e und li:lIrgarte-n gelegen.

Aeltestes Hotel-Restaurant am Platze.

Gute billige Pension.

Streng kurgemässe I<;üebe, reine Weine, vorzüg1iehes Lagerbier.

Gartenanlagen mit grossem Saal tür Gesellschaften.

8 Eigentümer des Hotels und Pension 'Zum Weinstock' war Ferdinand Paffenholz. Er warb für sein in der Rheinstraße gelegenes Haus mit der Nähe des Bahnhofes und der Kuranlagen. Es waren dreißig der Neuzeit (1911) entsprechend eingerichtete Zimmer von 5.50 Mark an bei voller Pension vorhanden. Die Küche war streng kurgemäß. Die Reinheit des Weines wurde bei den Rotweinen eigenen Wachstums angepriesen. Versand von Rotwein erfolgte in Flaschen und Gebinden. Von 1905 bis 1967 war das Hotel 'Zum Weinstock' Probelokal des Bad Neuenahrer Männerchor e.v. Ein allzeit herzliches Verhältnis kennzeichnete die Beziehungen der Familie paf-

fenholz zum Männerchor. Hier war der Mànnerchor 'zu Hause' bis das Hotel 1967 abgerissen wurde. Heute steht dort ein moderner Wohnund Geschäftsbau.

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