Bad Oeynhausen in alten Ansichten Band 1

Bad Oeynhausen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Gerhard Lietz
Gemeente
:   Bad Oeynhausen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0102-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Oeynhausen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Bad Oeynhausen ist eine junge Stadt. Der Anfang war die Gründung der Königlichen Saline Neusalzwerk in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, nachdem dort auf der Wiese eines Bauern eine Solequelle zutage getreten war. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurden dann noch weitere Solequellen erbohrt. Von diesern kleinen Industrieort erzählen nur noch der Kokturkanal und ein paar Straßennamen. Ein neuer Abschnitt begann, als der Berghauptmann Freiherr von Oeynhausen bei einer Bohrung von 1830 bis 1845 auf eine Thermalsolequelle stieß. Nun wurde aus der Siedlung nach und nach ein Bad, dem zu Ehren des Freiherrn dessen Namen verliehen wurde. Am 1. Januar 1860 wurde Bad Oeynhausen eine Stadt mit 1 273 Einwohnern in 117 Häusern. Im Jahre 1972 waren es 15 760 Einwohner. Das staatlich verwaltete Bad mit seinem Kurbezirk liegt seitdem in der städtischen Gemeinde. In dieser Stadt spielten seit ihrer Entstehung Hotels, Sanatorien, Gaststätten eine weit größere Rolle als anderswo.

1970 waren 1 000 Beschäftigte in Arbeitsstätten des Beherbergungsgewerbes tätig, 600 in Sanatorien, Krankenhäusern und im Staatsbad. Doch entwickelte die Stadt auch ein Eigenleben, das vom Bade unabhängig ist. In der Eisen und Stahl verarbeitenden Industrie waren 1970 2 997 Beschäftigte tätig, das sind 26,3% der in Bad Oeynhausen Beschäftigten; im Holz-, Papier- und Druckgewerbe 908, das sind 9,7%; und im Handel I 966 Beschäftigte, das sind 17,2%. Dieses Miteinander, Ineinander und Nebeneinander wird auch in dieser Sammlung von Aufnahmen deutlich. Einen schmerzlichen Abschnitt in der Geschichte der Stadt bedeuten die Jahre 1945-1954, als die Stadt Hauptquartier der Britischen Rheinarmee wurde und in ihrem Kern von etwa 7 000 Einwohnern geräumt werden mußte. Dabei ging unter vielem anderen auch wertvolles Bildmaterial verloren. Ein Stacheldrahtzaun umgab diesen Teil der Stadt.

Aus der Geschichte von Bad Oeynhausen soll dieser Bildband erzählen, Er soll keine historische Fotodokumentation, er soll kein wissenschaftliches Werk sein. Der Bildband will auch keine 'schöneri' Fotos zeigen und auch nicht die oft fotografierten repräsentativen Baulichkeiten von Bad Oeynhausen. Er will vielmehr eine Zusammenstellung von Lichtbildern sein, die bei den Alteren Erinnerungen wachruft und die den später Geborenen und den später Hinzugezogenen ein Bild von dem alten Oeynhausen vermittelt - von Zuständen, Ereignissen und auch ein wenig von der Atmosphäre der Zeit von etwa 1880 bis 1930. Beim Betrachten des Buches wird dem Leser die schnelle Veränderung des Stadtbildes deutlich werden und das Verschwinden einer recht großen Anzahl alter Gebäude im städtischen Bereich und im Bereich des Staatsbades, von denen einige erhaltenswert gewesen wären. Ihren Verlust bedauern viele Oeynhausener. Schon 1961 stammten in der Stadt nur noch 3,3% der Häuser aus der Zeit vor 1870, 14,3% aus den Jahren von 1870-1900,23,1% aus der Zeit von 1901-1918. Inzwischen sind es noch weniger geworden. Die Sammlung ist unvermeidlich zufällig. Die Jagd nach den Aufnahmen ähnelte manchmal einer Detektivarbeit. Nicht immer wurde sie von Erfolg gekrönt.

Einen großen Teil der Fotos verdanke ich Herrn Hubert Krone, der das Bildarchiv der Stadt angelegt hat. Freundlich und verständnisvoll hat mich Herr Stadtheimatpfleger Gerhard Bartling beraten. Hinweise, Informationen oder Bildmaterial bekam ich von den folgenden Oeynhausenerinnen und Oeynhausenern: Heinrieh Drewes, Karl-Heinz Hahne, Hildegard Herber, Hans-Georg Irmer, Erdmann von der Chevallerie, Rudi Langer, Heinz Luther, Friedrich Meyer, Dr. Otto Helmut Mixius, Heinrich Mülke, Franz Niemeyer, Hildegard Nommensen, Hans Priester, Hans Rusch, Sigrid Schildmeyer, Dr. Helmut Schumacher, Dr. Otto Strempel, Erna Strunk, Paul Timmerberg und Hermann Voltmann.

Schwierig war die Datierung der Bilder. In manchen Fällen mag sie nicht zufriedenstellend gelungen sein, manchmal war sie nicht möglich. Folgender Schlüssel wurde angewandt. Beispiel: 1900 = genaue Datierung, um 1900 = Unsicherheitsfaktor ungefähr fünf Jahre, etwa 1900 = Unsicherheitsfaktor ungefähr zehn Jahre. Soweit es möglich war, wurde der Name des Fotografen oder der Firma angegeben.

Literatur: Paul Baehr, Chronik von Bad Oeynhausen, 1860-1909. Dr. Gerhard Lietz, Chronik der Stadt Bad Oeynhausen, 1910-1972.

1. Um 1745 trat auf einer Wiese im Gebiet der späteren Stadt Bad Oeynhausen eine Solequelle zutage. Auf Veranlassung Friedrichs des Großen wurde daraufhin die Königliche Saline Neusalzwerk angelegt. Im Laufe der Jahre wurden noch zahlreiche weitere Bohrungen nach Solequellen vorgenommen. Zwischen 1751 und 1760 wurden die meisten Gebäude der Saline errichtet. Das Bild zeigt die Saline mit einem der Gradierwerke, den Siedehäusern und den Büros und Wohnungen der Angestellten, Vorn rechts sieht man die Mindener, vom links die Eidinghausener Straße. Die Gradierwerke zogen sich nach Westen bis zum heutigen Freibad hin. Der Betrieb der Saline wurde 1928 eingestellt. Die Anlagen wurden zwischen 1932 und 1940 niedergelegt oder gesprengt. Foto: 1913.

2. Am westlichen Rande des Stadions, das 1936 auf dem Gelände der ehemaligen Saline eingerichtet wurde, stand bis 1964 dieses mit einem Türmchen geschmückte behäbige Haus. Es diente teils als Wohnhaus, teils enthielt es Umkleide- und Aufbewahrungsräume für Sportgeräte. Nur wenige werden gewußt haben, daß dieses Haus noch ein Überrest von Neusalzwerk war. Ursprünglich war es ein Wohnhaus für die Beamten der Salinenverwaltung. Später war es die Dienstwohnung des Bade- und Salinendirekters. 1891 zog der Badedirektor dann in den 'Wilhelmshof', das Wohnhaus des im Süden der Kurparks gelegenen Wefelschen Kolonats. 1909 wurde westlich davon ein neues Dienstwohnhaus erbaut; es ist das heutige Sanatorium im Kurpark. Foto: etwa 1910.

3. Die älteste Gaststätte von Bad Oeynhausen war der 1752 mit der Saline zusammen erbaute Krug an der Werrebrücke, Eidinghausener Straße 12, der von Friedrich dem Großen privilegiert wurde. Das Haus hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Besitzer. 1847 erwarb es Justus Vogeler, dann folgten dessen Sohn Eduard, später Wilhelm Griese, dann Heinrich Paulsmeyer, der in dem Taschenbuch für Besucher von Bad Oeynhausen von 1904 seine Restauration und den großen Garten empfiehlt und besonders auf seine beliebten Angelplätze aufmerksam macht. Später kam das Grundstück in den Besitz von Robert Küster, der auch hauswirtschaftliche und landwirtschaftliche Artikel verkaufte. Inzwischen sind die Häuser völlig umgebaut. Foto: etwa 1914.

4. Das Wasserrad der Kokturmühle wurde durch das Wasser des Kunstkanals (Kokturkanals) bewegt, der 1753 angelegt wurde. Sie hatte die Aufgabe, die Pumpen der Solebrunnen zu betreiben und die Sole auf die Gradierwerke zu pumpen. Bei voller Arbeitsleistung wurden durch die Mühle 37 Pumpen und 7 240 Fuß Gestänge in Bewegung gesetzt, Auf dem Bild sehen wir entlang der vorderen Brücke die Holzrohre, in denen die Sole zur Mühle geleitet wurde. Unterhalb der Mühle fließt das Wasser des Kokturkanals zur Werre im Hintergrund ab. Die Mühle mahlte auch Getreide für die umliegenden Dörfer. Sie stand nördlich der Mindener Straße. Heute befindet sich dort die Firma Hilgenböker. Im Jahre 1926 brannte die Mühle ab. Foto: um 1900.

5. Im Jahre 1753 wurde die Werre durch das Sielwehr gestaut, und ein Teil ihres Wassers wurde durch den Kokturkanal zur Kokturmühle geleitet. Der Kanal sollte die Mühle unabhängig von dem Wasserstand der Werre immer mit genügend Wasser versorgen. Das war zur Betreibung der Saline wichtig. Das Wehr war ein Nadelwehr, das heißt, es bestand aus zahlreichen, dicht nebeneinander stehenden rechteckigen Bohlen, die als Verschluß dienten. Über das Wehr lief eine primitive hölzerne Fußgängerbrücke nach Werste. Dieses Wehr und die Brücke standen bis 1902. Aufnahme: Reinicke & Rubin, Magdeburg, vor 1902.

6. Im Jahre 1902 wurde das alte Nadelwehr renoviert, und die Holzbrücke wurde durch eine Hängebrücke ersetzt, Auch diese Brücke war eine Fußgängerbrücke. Gleichzeitig mit der Eröffnung des neuen Kurhauses im Jahre 1908 wurde am Nadelwehr das neue Sielrestaurant eröffnet. Ihm war auch die Konzerthalle des alten Kurhauses angegliedert, die man dorthin versetzt hatte. Von seiner Veranda hatte man eine herrliche Aussicht auf das Wiehengebirge und die Porta Westfalica. Die Hängebrücke wurde 1955 abgebrochen. Die neue Sielbrücke wurde 1957 fertig gestellt. Zugleich wurde anstelle des alten Nadelwehrs ein modernes Walzenstauwehr errichtet. Foto: um 1920.

7. Im heutigen Wohnkern der Stadt sind nur noch wenige Spuren der ursprünglichen bäuerlichen Besiedlung übriggeblieben. Bis heute erhalten ist das 1834 erweiterte malerische Fachwerkhaus des Mülke-Hofes, früher Bretthauer, versteckt hinter den Häusern der Ravensberger Straße und der Steinstraße. Die Geschichte der Hofstelle lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Schon im Ravensberger Urbar von 1556 (einem Kataster der Grafschaft Ravensberg) wird ein Halbspänner Johan Bretheuwer genannt, der auf der Steinbrede, dem Gebiet der heutigen Steinstraße, Äcker hatte. Während der Besatzungszeit diente das Gebäude als Stall für die Pferde der britischen Offiziere. Seit 1956 wird der Hof nicht mehr landwirtschaftlich genutzt.

8. Im Jahre 1847 eröffnete Justus Vogeler das weit über die Grenzen unserer Stadt bekannte Hotel Vogeler, Herforder Straße 78. Stallungen für achtundzwanzig Pferde waren vorhanden. 1896 übernahm das Hotel Fritz Herber, der es 1907 erweiterte und bis 1921 führte, Jetzt hieß das Haus Herbers Kurhotel. Ihm folgten seine Söhne Justus und Fritz. Das Hotel hatte einhundert Zimmer und Appartements, und zu den Fünfuhrtees und Reunion spielte ein eigenes erstklassiges Künstlerorchester. Sehenswert waren die Wandgemälde von Timmenthal und Koken im Speisesaal: die Christenverfolgung durch Witte Kind, dessen Taufe in Gegenwart Karls des Großen, die Sage von der Wittekindsquelle und ein Panorama der Porta Westfalica. 1979 wurde das Haus abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein sogenanntes City Center. Foto: um 1925.

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