Bad Oeynhausen in alten Ansichten Band 2

Bad Oeynhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Gerhard Lietz und Hilda Lietz
Gemeente
:   Bad Oeynhausen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5377-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Oeynhausen in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Der Anfang war die Gründung der Königlichen Saline Neusalzwerk in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, nachdem dort auf der Wiese eines Bauern eine Solequelle zutage getreten war. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurden dann noch weitere Solequellen erbohrt. Von diesem kleinen Industrieort erzählen nur noch der Kokturkanal und ein paar Straßennamen. Ein neuer Abschnitt begann, als der Berghauptmann Freiherr von Oeynhausen bei einer Bohrung von 1830 bis 1845 auf eine Thermalsolequelle stieß. Nun wurde aus der Siedlung nach und nach ein Bad, dem zu Ehren des Freiherrn dessen Namen verliehen wurde. Am 1. Januar 1860 wurde Bad Oeynhausen eine Stadt mit 1 273 Einwohnern in 117 Häusern. Das staatlich verwaltete Bad mit seinem Kurbezirk liegt seitdem in der städtischen Gemeinde. In dieser Stadt spielen seit ihrer Entstehung Hotels, Sanatorien, Gaststätten eine weit größere Rolle als anderswo.

Doch entwickelte die Stadt auch ein Eigenleben: Industrien, Gewerbe, Handel.

Einen schmerzlichen Abschnitt in der Geschichte der Stadt bedeuten die Jahre 1945-1954, als die Stadt Hauptquartier der Britischen Rheinarmee wurde und in ihrem Kern von etwa 7 000 Einwohnern geräumt werden mußte. Dabei ging unter vielem anderem auch wertvolles Bildmaterial verloren. Ein Stacheldrahtzaun umgab diesen Teil der Stadt.

Stark erweitert hat sich das Stadtgebiet durch die Gebietsneuordnung im Jahre 1972. Damals wurden die sehr

alten Gemeinden Rehme (erstmals erwähnt 753), Babbenhausen (997), Dehme (1088), Eidinghausen (1033), Wulferdingsen (1033), Werste (1233), Volmerdingsen (1224), Bergkirchen (800?) und Lohe mit der Stadt Bad Oeynhausen zusammengeschlossen. Die neue Großgemeinde hat eine Fläche von 64,90 qkm, vorher waren es 7,31 qkm. Sie blickt jetzt auch auf mehr als 1000 Jahre Geschichte zurück. Neben den Einrichtungen des Staatsbades umfaßt der Kur- und Badebetrieb ein hervorragendes medizinisches Umfeld im allgemein versorgenden Bereich, ein Herzzentrum als Universitätsklinik, über 20 Kur- und Spezialkliniken und ein 'Zentrum Technologietransfer Biomedizin' als Kooperationsmodell zwischen universitärer Grundlagenforschung, medizinischen Einrichtungen und der Industrie.

Die Hauptbranchen des verarbeitenden Gewerbes sind Kunststoffverarbeitung, Maschinenbau, Möbelherstellung, Software-Entwicklung und Druckereierzeugnisse.

Aus der Geschichte der neuen Großgemeinde soll dieser Bildband erzählen, Er soll keine historische Fotodokumentation, er soll kein wissenschaftliches Werk sein. Der Bildband will auch keine 'schönen' Fotos zeigen. Er will eine Zusammenstellung von Bildern sein, die bei den Älteren Erinnerungen wachruft und die bei den später Geborenen und den später Hinzugezogenen ein Bild von Zustanden und Ereignissen vermittelt und auch ein wenig von der Atmosphäre der Zeit von 1880 bis 1930. Deutlich wird dabei die- Veränderung des Stadtbildes

und das Verschwinden einer recht großen Anzahl alter Gebäude.

Schwierig war die Datierung der Bilder. In manchen Fällen mag sie nicht zufriedenstellend gelungen sein, manchmal war sie nicht möglich. Folgender Schlüssel wurde angewandt. Beispiel: 1900 = genaue Datierung, um 1900 = Unsicherheitsfaktor ungefähr fünf Jahre, etwa 1900 = Unsicherheitsfaktor ungefähr zehn Jahre.

Soweit es möglich war, wurde der Name des Fotografen oder der Firma angegeben. Die beiden Alben, die mir Herr Dipl.-Ing. Gerhard Schulze zur Verfügung stellte, waren der beruhigende Grundstock meiner Fotosarnmlung beim Beginn meiner Arbeit. Mein Dank gilt sodann Herrn Gerhard Bartling, dem Verwalter des Stadtarchivs, Herrn Stadtheimatpfleger Dr. Johannes Henke, Herrn Dr. Rainer Wehse, dem Betreuer des Marchenmuseums, sowie den folgenden Oeynhausenerinnen und Oeynhausenern: Ralf Blase, Ilse und Bernd Bolte, Hermann Borchers, Juliane Breitenkamp, Martha Brinkmeier, Horst Brönstrup, Dieter Conrady, Helene Hartsieker, Franziska Juhnke, Hartrnut Jungmann, Hans Kahre, Irmgard Kerker, Lotti König, Rainer Kregel, Rudolf Krüger, Dr. Emst-Adolf Lehmann, Hildegard Nagel, Heinrich Müller, Ingelore Peters, Emmy Platt, Wilhelm Reinke, Gisela Reitmeier, Hans Rusch, Rule Scherer, Klaus Schumacher, Hans-Joachim Söllinger, Christfried Stieghorst, Abbo Uphoff, Gerhard Vahle, Marie-Luise Vorderwülbeke.

Literatur:

Paul Baehr, Chronik von Bad Oeynhausen, 1860-1909.

Dr. Gerhard Lietz, Chronik der Stadt Bad Oeynhausen, 1910-1972.

Schriftenreihe der Volkshochschule Nr. 1: Dr. ErnstAdolf Lehmann, Kurbetrieb und Kurgäste in Bad Oeynhausenseit 1840.

Dr. Gerhard Lietz, Der Raum Neusalzwerk/Bad Oeynhausen im Rahmen der brandenburgisch-preußischen Geschichte.

Heinrich Greiwe, Amt Rehme (Broschüre).

Wilhelm Wellpott, Aus der Geschichte Eidinghausens undseiner Umgebung, 1928.

1 200Jahre Rehme, 1953.

Kirche an Weser und Werre. 150 Jahre Kirchenkreis Vlotho, 1986.

An der Weserpforte, 1927-1929, 1930-1934.

Beiträge zur Heimatkunde der Städte Löhne und Bad Oeynhausen. Heft 10: Hans Kahre, Harren-Hofin Werste. Heft 11: Dr. Gerhard Seib, Die evangelische Kirche zu Bergkirchen.

Heft 13/14: Hans Kahre, Sielwehr und Sielbrücke an der Werre (1753-1991).

130Jahre Bad Oexen (Festschrift 1988). lOOJahre Wittekindshof(Festschrift 1987). Karl Paetow, Die schönsten Wesersagen, o.J. Bernhard Uhle, Die Wallückebahn, 1991.

Eekhard Müller, Die vorläufige Stillegung der Wallükkebahn, 1976.

1. Carl August Ludwig Freiherr von Oeynhausen wurde am 4. Februar 1795 auf der Grevenburg geboren. Er studierte das Bergfach und wurde 1829 Oberbergrat. Auf sein Betreiben begann man 1830 auf dem Grundstück Nr. 16 des Colon Meyer in der Bauerschaft Melbergen nach Steinsalz zu. bohren. Während der rund 15jährigen schwierigen Bohrarbeiten erfand Oeynhausen wichtige technische Verbesserungen. Als man auf eine warme Salzquelle stieß, erreichte er es, daß diese Quelle als Heilquelle genutzt wurde. 1847 wurde durch Kabinettsordre das Solbad bei Rehme als gemeinnützige staatliche Anstalt anerkannt. König Friedrich Wilhelm IV. gab 1848 der Heilstätte den Namen 'Oeynhausen'. Als Berghauptmann starb Freiherr von Oeynhausen am 1. Februar 1865. Seine Büste (1895) steht vor dem Mittelbau des Badehauses I. (Foto: ohne Jahr.)

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2. Das Badehaus wurde 1885 eröffnet und war mit 39 Badezellen ausgestattet. Der mattrötliche Bau im Stil der italienischen Renaissance mit seiner hohen Mittelkuppel und turmartigen Mansarden ist sicherlich, wie Paul Baehr schreibt, eine der größten Zierden des Bades. Der schöne, reich verzierte Kuppelbau der Wartehalle ist besonders sehenswert. Heute heißt das Haus Badehaus II. Der Vorplatz ist umgestaltet worden. (Foto: um 1895.)

Freitag, den 8. Juli 1898.

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é Pau! Baehr, ~ ~ ~

Im Königl. Bade Oeynhau eu ist nach zweijähriger rastloser Arb it eine neue Thermalquelle von vorzüalicher Besohaffenheit in einer 'I'iefe von 624 )letern erbohrt worden .

3. Im Jahre 1896 wurde unmittelbar am Westkorso gegenüber der Einmündung der Weststraße die Bohrung IV des Staatsbades angesetzt. Sie erreichte eine Tiefe von 684 m. 1898 wurde die Arbeit abgeschlossen. Die eisen- und kohlensäurehaltige 3,5%ige Thermalsole hatte eine Temperatur von 29,8 Grad. 'Mit Allerhöchster Genehmigung' erhielt die Quelle den Namen Kaiser-Wilhe1m-Sole. (Karte: G. Iberhoff's Verlag, Bad Oeynhausen.)

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4. Die Sole für die Gradierwerke wurde aus den Brunnen hochgepumpt und auf sehr langen Gestängen in Holzrohren durch Saugwerke auf die Gradierwerke befördert. Die Brunnen- und Gradierungspumpen wurden ursprünglich durch ein Wasserrad, seit 1813 durch zwei Wasserräder betrieben. Das Wasser wurde im Kokturkanal in die Kokturmühle geführt und lief danach in die Werre ab. In der Bretterbude vorn fing man seit 1851 das sprudelnde Wasser beim Durchlauf auf. Das war das bescheidene Wellenbad. Die Kokturmühle stand nördlich der Mindener Straße, etwa da, wo sich heute die Firma Hilgenböker befindet. (Foto: 1898.)

5. Der Bülow-Brunnen wurde 1806 abgeteuft. Er erhielt 1810 während der Französischen Besatzungszeit den Namen König-Napoleon-Brunnen nach dem Bruder Napoleons, Jeröme, dem König von Westfalen. 1813 wurde er nach dem damaligen preußischen Finanzminister, dem Grafen von Bülow, umbenannt. Der Brunnen lieferte aus dem 79 m tiefen Bohrloch eine 9%ige kalte eisen- und kohlensäurehaltige Sole. Sie diente in erster Linie zur Salzgewinnung. Ihr Wasser wurde über eine Leitung, die man hier sieht, zu den Gradierwerken gepumpt. (Foto: Poststempel1.8.1899.)

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%erJ ~e'ynberusen. ~ o"irektion: G. KRUG. ~

Regelmässige Spieltage: Sonntag, Montag, Mittwoch und Freitag.

Beziun der Vor teilungen: Abends 7'/_ Uhr.

Zur Aufführung gelangen die besseceo vVerke der Bühnenlitte1"8lur:- in'1. Rahmen des Schauspiels, Lustspiels, der Spieloper und Operette, so v vie alle erfolg.

reichen Novitäten der Saison.

Pre i 'e der P) ä t z e: X ummer, perr itz oder Rollstuhlplatz ~Ik. UW; Parterre ~Ik. 1.-. Du t z end k a r ten für nummer, Sperr itz - gültig für alle -V orsteliungen -

12 'Wek ~Ik. 15.-, 6 'tiick "Ik. 7.50.

Billetvorverkauf und Umtausch der Dutzendkarten täglich an der Theaterkasse in der Wandelbahn von 9-12 und 31/2-61/2 Uhr, sowie an der Abendkasse im Kurtheater .

6. Wir sehen in den schönen Kursaal des alten Kurhauses, das 1851 fertiggestellt worden war. Es stand südwestlich der Stelle, wo sich heute das Kurtheater befindet. Im Jahre 1910 brannte es ab. Gustav Krug war von 1900 bis 1923 ein erfolgreicher Theaterdirektor. Er vergrößerte das Ensemble von 17 auf 44. Das Theater war eine Sommerbühne. Während der Wintermonate wohnte Krug in Freiberg in Sachsen, wo er Direktor des Stadtheaters war. (Foto: I & C Meyer, Bad Oeynhausen, etwa 1900.)

7. Das Gradierhaus war nach einem Plan des Geheimen Finanzrats Struve angelegt worden. Es war '400 Fuß lang, 40 breit und hat unten drei Dornwände , die 31 112 Fuß hoch sind' (Baehr: Chronik). Es war also etwa 130 m lang, 13 m breit, 10 m hoch. Solch eine riesige Wand bot einem Sturm schon eine gewaltige Angriffsfläche. (Foto 1903.)

BAD OEYN HAUSEN. Schafherde im Kurpark ,

8. Solch ein idyllisches Bild läßt uns nachdenken, wie sehr sich die Welt seit 1905 verändert hat. Der Kurpark ist seitdem mehrfach umgestaltet worden. Im Hintergrund erblickt man die Freytag-Halle, die 1895/ 96 von der Familie Freytag gestiftet worden war. Oberbergrat Freytag war von 1875-1894 Königlicher Salinen- und Bade-Verwaltungs-Direktor. (Foto: Louis Gläser, Leipzig, 1905.)

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