Bad Salzuflen in alten Ansichten

Bad Salzuflen in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Pölert
Gemeente
:   Bad Salzuflen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2622-9
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Salzuflen in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Die heutige Stadt Bad Salzuflen mit rund vierundfünfzigtausend Einwohnern ist am 1. Januar 1969 durch reforrnerische Maßnahmen entstanden. Ihr Gebiet umfaßt zwei ehemalige Stadt- und zehn Dorfgemeinden. Es ist wohl verständlich, daß dieses Buch mit dem Titel 'Bad Salzuf1en in alten Ansichten' nicht nur Bilder aus der früheren Stadt Salzuf1en, sondern zum Teil auch aus den der neuen Stadt angeschlossenen Ortsteilen, das heißt ehemals selbständigen Gemeinden, enthält. Weiter erscheint es aus eben diesern Grunde erforderlich, dem Betrachter dieses Buches in Kurzform die Geschichte der alten Stadt Salzuf1en und die des damaligen Amtes Schötmar darzustellen.

Der Verwaltungsbezirk des Amtes Schötmar war im wesentlichen identisch mit den Gebieten der früheren Stadt Schötmar und den zehn Dorfgemeinden, die heute der neu gebildeten Stadt Bad Salzuf1en angehören. Wenn der Name 'Bad Salzuf1en' auch für das neue Gebiet bestimmend wurde, dann ist dies wohl auf die durch die Größenordnung und auf die durch den Namen des seit langen Jahren hier befindlichen 'Staatsbades Salzuflen' erlangte Bedeutung der ehernaligen Stadt Bad Salzuf1en zurückzuführen, Das höhere Alter, die größere Bedeutung als altes Verwaltungszentrum hatte Schötmar, dem Salzuf1en sogar noch bis zur Reformationszeit kirchlich als Filiaigemeinde unterstellt war. Hätte nicht die Salzquelle bestanden, die schon in sehr alter Zeit das kostbare Mineral geliefert und hohe geistliche und weltliche Würdentrager angelockt hat, wäre nicht Salzuf1en, sondern Schötmar vor fünfhundert Jahren zu der führenden Bedeutung einer Stadt gelangt. So aber wurde Salzuflen, das mit der Hahold'sehen Grafschaft im Jahre 1011 der Kirche zu Paderborn geschenkt war, als Lieferant des kostbaren und unentbehr-

lichen Salzes von dem Bischof an die Grafschaft Schwalenberg verschenkt und kam 1226 bei der Teilung an Sternberg. Von der alten Burg am Rande des Extertales schickte der Graf von Sternberg einen Vertrauensmann ('judex') nach Salzuf1en, um hier in seinem Auftrage Recht zu sprechen und die Gefälle einzuziehen. Als die Herren von Sternberg 1400 ausstarben, kam Salzuf1en zunächst pfandweise und später (1586) endgültig unter die Herrschaft Lippe. Mit den Stadtprivilegien hatte es jedoch 1488 schon die wirtschaftliche, rechtliche und militärische Freiheit erlangt, die ihm weitgehende Unabhängigkeit vom Landesherrn verschafften. Erst die beiden Kriege im 17. und 18. Jahrhundert, sowie ein furchtbarer Brand 1762 haben den Wohlstand der Stadt so weitgehend zunichte gemacht, daß sie 1766 ihr Salzwerk an das Land verkaufen mußte. Der Betrieb der Saline ging nun auf das Land über, ebenso wie der 1818 daraus emporgeblühte Badebetrieb von Anfang an ein landesherrliches Unternehmen war.

Ganz anders hat sich die Entwicklung Schötmars - seit 1921 mit Stadtrechten versehen - und der umliegenden Dörfer vollzogen. Mit der Eroberung des Sachsenlandes durch die Franken waren die ehemaligen Markgenossenschaften germanischen Gepräges kaiserliches Eigentum geworden. Sie wurden anfangs den Bischöfen zur Verwaltung übergeben; diese übertrugen aber bald die weltlichen Verwaltungsangelegenheiten den Grafen, welche schließlich die Landesherren wurden. In der Gegend um Schötmar galten als Grundbesitzer hauptsächlich das 777 ins Leben gerufene Bistum Paderborn (Bexten, Heerse, Hündersen, Vinnen) und das 822 gegründete Benediktinerkloster Corvey (Iggenhausen, Ahmsen, Heipke). Schötmar war das kirchliche und juristische Verwaltungs-

zentrum über das ausgedehnte Kirchspiel, das sogar über den Umfang des heutigen Stadtgebietes hinausging. Schötrnar, das den Heiligen Kilian als Kirchenpatron verehrte, ist vor 836 gegründet worden und war - neben Detmold - die älteste Urpfarrei in Lippe. Auch eins der sechs Femegerichte, die dem Landesherrn unterstanden, befand sich in Schötmar; seine Lage wird 1318 genannt 'in villa scottemere sub tilia juxta cimeterium'. Der Freistuhl befand sich also 'im Dorfe Schötmar unter der Linde nahe beim Friedhof". Der Freigraf sprach im Freien unter der Gerichtslinde Recht; zur Vollziehung von Todesurteilen stand der Galgen gleich daneben. Vor dem Femegericht in Schötrnar erwarb Simon I. zur Lippe 1318 einen Hof zu 'Grawestorp' mit den zugehörigen Kotten. Grastrup scheint also eine der ältesten Bauerschaften im Amt Schötmar gewesen zu sein. Wie gering die Besiedelung im Schötrnar'schen Bereich noch 1789 war, zeigt Hofmarschall von Donop in seiner Beschreibung der Fürstlich Lippischen Lande. Die größte Zahl von einhunderteinundzwanzig 'Wohnhöfen' hatte damals Nieder- und Oberwüsten, dann erst folgten das Dorf Schötmar mit sechsundsechzig, Werl-AspeKnetterheide mit vierundvierzig, Heerserheide mit dreiundvierzig, Retzen-Papenhausen-Grastrup-Hölsen mit siebenunddreißig, Ehrsen-Breden mit sechsunddreißig, Wülfer-Bcxten mit dreiundzwanzig und Lockhausen-Vinnen ebenfalls mit dreiundzwanzig Wohnstätten. In dem gleichen Bereich nennt Donop als Eigengüter des Landesherrn das Salzwerk in Uf1en (seit 1766), die Dornänen in Heerse und Bexten, sowie den herrschaftlichen Krug in Schötmar; als landtagsfähige Adelshöfe nennt er die Rittergüter Schötmar (von Donop), Ahmsen (von Exterde), Papenhausen (von Wendt), Steinbeck (von Wrede), Hovedissen (von Borries) und Sylbach (von

Donop).

Alle Dorfschaften im Amte Schö trnar unterstanden dem Amtsgemeinderat. Die Amtsgeschäfte führte der Amtmann. Er lud zu den Sitzungen auch alle Bauherrschaftsvorsteher ein. Zu einer kommunalen Selbstverwaltung wurde der erste Schritt 1841 getan, als die Dorfgemeinden das Recht erhielten, selbst Ortssatzungen aufzustellen und in allen Dorfangelegenheiten zu beraten; stimmberechtigt waren allerdings nur die Besitzer von Haus- und Hofstatten. Erst das am 1. April 1928 vom ehemaligen Land Lippe erlassene Gemeindeverfassungsgesetz schenkte den Dorfbewohnern die volle Selbständigkeit; die Amtsgemeinden waren damit erloschen.

Viele einschneidende Neuerungen haben zwar nicht die grundsätzliche Struktur, wohl aber das äußere Bild unserer Heimat gewandelt. Mit dem Bau von Hoffmann's Stärkefabriken im Jahre 1850 begarm die Industrialisierung im hiesigen Raum, die sich stetig weiter entwickelte. Das Straßennetz wurde ausgebaut, Salzuf1en und Schötmar wurden im Jahre 1880 durch die Strecke Herford-DetrnoldAltenbeken dem Eisenbahnnetz angeschlossen, eine idyllische Kleinbahn von Herford nach Vlotho, die auch Salzuflen berührte, fuhr von 1902 bis 1962 durch das malerische Tal der Salze, in den ersten zweiunddreißig Jahren mit Dampfbetrieb.' Die Bilder in diesem Einband sollen Erinnerungen lebendig erhalten an Menschen, Statten und Begebenheiten aus der Zeit etwa um fünfundzwanzig Jahre vor und nach der J ahrhundertwende in dem Gebiet der alten Stadt Salzuflen und des damaligen Amtes Schötmar. Einbezogen worden ist dabei das Staatsbad Salzuf1en mit einer Reihe von älteren Bildern aus der Zeit der ersten Parkanlagen, der Spielplätze, des Aa1fangs und des schmalen Gondelteiches am Lietholz.

1. Als ein Vorgänger des Motorsports kann der Radfahrsport betrachtet werden. In Salzuflen gab es seit 1897 den Radfahrerverein 'Pfeil', aus dessen Statuten hervorgeht, daß er durch Veranstaltungen von Saal- und Tourenfahrten der Förderung des Radfahrersportes dienen wolle. Die Führung des Vereins lag beim Fahrwart, dessen Anordnungen ungesäumt Folge zu leisten war. Im Bilde eine Korsofahrt von 1898, hier vor dem Rathause, wobei auch weibliche Radlerinnen zu erkennen sind.

r-

Bad Salzuflen

Eingang zum Kurpark und Bade-Verwaltung

2. Links das Wohnhaus des Kurarztes Dr. Reinhold Meyer aus Bückeburg, erbaut im Jahre 1900, das 1913 vom Lande aufgekauft und als 'Fürstlich Lippische Badeverwaltung' eingerichtet wurde. Das Gebäude der Kurverwaltung ist in den vierziger Jahren aufgestockt worden. Rechts ist das Endstück des zweiten Gradierwerkes von 1845 zu sehen.

3. Der bekannte Springbrunnen am Kurparkeingang. Links das vom Architekten Günther im Jahre 1876 erbaute Doppelhaus 'Am Schliepsteiner Tore', rechts der Gasthof Düsterwald. Der angebaute Saal diente seit 1878 dem Turn- und Sportverein von Salzuflen als erste Turnhalle, war seit 1898 Vereinslokal für den Gesangverein 'Frohsinn' und später auch Kino-Lokal,

BAD $ALZUFLEcN

4. An dieser Stelle hat früher das Schliepsteiner Tor die Straße gesperrt. Es war das letzte Stadttor, das verschwinden mußte, als die Straßen für den zunehmenden Verkehr zu eng wurden. Als es 1825 abgebrochen war, bauten sich die Bürger neben der Straße ein Türrnchen, das sie nach 'dern alten Tore benannten. Hier wurde auch die Uhr wieder angebracht, und in dem Laternen-Aufsatz hing nun wieder das Glöckchen, das früher um 21 Uhr den Toresschluß angekündigt hatte.

,Marktplatz.

Gruss aus Bad Salzujlen,

Terlac 'Yon Beinrieh Ueker:c::um.n, Sa1J:1LA.u.

5. Der alte Marktplatz von Salzuflen im Jahre 1902. Links die massiven Steinbauten Nummer 8 (1564-1833 Barkhausen) und Nummer 9 (erbaut 1533 durch Baumeister Jobst Giesenbier). Rechts das Rathaus von 1530. In der Mitte des Bildes die Schlachterei Hanke, wo bis zu dem Brande von 1897 ein Fachwerkhaus stand. Hier hatten unter anderem gewohnt der Kaufmann Conrad Antze, der Richter und Baumeister von Beckingen, der Ratsherr Jobst Schröder und der Weißgerber Tellmann.

6. Die Steege war früher ein schmaler Fußweg entlang der Salze, der 1900 gegen den Fluß abgegittert wurde. Als 1912-1913 die Salze überdeckt wurde, hieß die nun entstandene Straße in ihrer ganzen Breite die 'Steege', rechts die Geschäftshäuser Carl Fornfeld und Dr. Hohmeyer; links die Schlachterei Kutschera und die Städ tische Sparkasse.

7. Der Katzenturm ist der letzte noch erhaltene von den drei in die Stadtmauer eingebauten Wehrtürmen (1447-1472). Er diente mit seinen fünf Schießscharten zur Verteidigung der Stadt und war gleichzeitig Arrestlokal für den Stadtrichter. Die 'dunkle Kammer' war zu ebener Erde, die mit Lichtschächten versehene Zelle lag darüber und war für gelindere Straftäter bestirnmt,

3russ a.s Bad Salzujlen,

Terl.., TOD. lieinrieb Ueekertllun, S&l~utleu.

8. Die frühere Realschule, die schon in dem Gebäude 'Rote Schule' auf dem Hallenbrink einhundertzweiunddreißig Schüler betreut hatte, bekam am 24. Oktober 1899 ihr neues Heim in diesem Gebäude an der Hermannstraße, das nach den Plänen der Architekten Schubert Herford, und Seiff Salzuflen, gebaut war und 136000 Mark gekostet hatte. Im Jahre 1937 wurde diese Schule Vollanstalt, das heißt von diesem Zeitpunkt an konnten die Schüler das Abitur im eigenen Hause zuerkannt bekommen. Das Gymnasium wurde lange Jahre geführt unter der Bezeichnung 'Städt. math. nat. Gymnasium'; aufgrund der neueren schulischen Entwicklung erhielt die Schule den Namen 'Städt. Gymnasium Hermannstraße'.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek