Bad Salzungen in alten Ansichten

Bad Salzungen in alten Ansichten

Auteur
:   Hartmut Ruck
Gemeente
:   Bad Salzungen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5342-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Salzungen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Bad Salzungen, zwischen dem Südwestabhang des Thüringer Waldes und dem Nordabhang der vorderen Rhön im Werratal liegend, kann auf über ein Jahrtausend ereignisreicher und überlieferter Geschichte zurückblicken. Obwohl sie keine auffällige Stadt ist, hat Bad Salzungen (die amtliche Bezeichnung 'Bad' trägt die Stadt seit 1923) seinen eigenen Reiz, bestimmt durch den Burgsee, die Anlagen des Kurbades, einige wenige historische Bauten und nicht zuletzt die Landschaft.

Urkundlich wird Bad Salzungen erstmalig im Jahre 775 erwähnt, als der fränkische König Karl dem Kloster Hersfeld den Zehnten der königlichen Villa 'Salsunga' im Gau Thüringen am Flusse Werra schenkt. Diese Urkunde berichtet vom Bestehen von Siedeanlagen zur Salzerzeugung, die die Geschichte der Stadt über Jahrhunderte bestimmen werden. Ein höheres Alter der Siedlung kann mit Sicherheit angenommen werden.

Die Überlieferung des Mittelalters kündet von Besitzwechseln und Schenkungen, wobei im Mittelpunkt Rechte am Salzwerk und an seinen Erträgen stehen. Gleichzeitig entwickelte sich eine aus Einwohnern Salzungens bestebende burgerliche Pfännerschaft als typische mittelalterliche Besitzform der Salinen in Deutschland, die bis 1872 bestand.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts ist die volle Ausbildung der Stadteigenschaften nachweisbar, der Zeitpunkt der Erlangung des Stadtrechtes aber, sichervor 14 Jahrhundert unbekannt.

Ins überregionale geschichtlich interessierende Gesichtsfeld gelangt die Stadt Salzungen während des Bauernkrieges, als im April 1525 der Werrahaufen hessisch-thüringischer Bauern vor der Stadt lagerte. Die im Umfeld der Stadt liegenden Klöster wurden geplündert.

Das Salzwerk sicherte der Stadt Auskommen und Wohlstand. Diese Entwicklung unterbrach der Dreißigjährige Krieg. Insbesondere seit 1634 waren umfangreiche Zerstörungen der Stadt und ihrer Umgegend sowie große Bevölkerungsverluste zu verzeichnen. Kontributionen, Einquartierungskosten und wiederholte Plünderungen verursachten bis dahin nicht gekannte materielle Verluste der Bürgerschaft. 1640 steekten schwedische Abteilungen Salzungen nach Plünderung in Brand. Fast die Hälfte der Stadt wurde in Asche gelegt. Der Wiederaufbau nahm Jahrzehnte in Anspruch.

Salzungen, seit Jahrhunderten unter mehreren Stadtherren, kommt im Rahmen der oftmaligen Teilungen wettinischer Lande 1681 zum Herzogtum Sachsen-Meiningen, dem es bis zur Bildung des Landes Thüringen 1920 angehörte. Verhee-

rende Brände, am 15. April 1706 und besonders am 5. November 1786, führen dazu, daß Salzungen fast vollständig den älteren Fachwerkhäuserbestand verliert. Die Kriege des 18. und 19. Jahrhunderts auf dem Gebiet Deutschlands ziehen die Stadt mehr oder weniger in Mitleidenschaft.

Um 1800 wird die wissenschaftliche Medizin auf den hohen Wert des Solebadens aufmerksam. Die Pfännerschaft gründet wie an anderen Orten Deutschlands ein Solebad, das sich vorteilhaft entwiekelt.

Die soziale Lage, hervorgerufen durch Mißernten sowie Arbeitslosigkeit infolge technischer Veränderungen in der Saline, führt zu einer Auswanderungswelle nach Nordamerika und im März 1848 zu Unruhen in Salzungen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnt eine Zeit von Veränderungen im Stadtbild und Gewerbeleben. 1851 wird das erste Kurhaus eingeweiht. 1858 nimmt die Werra-Eisenbahn den Betrieb auf. Erste Industriebetriebe lassen sich in Salzungen nieder. Im Großen und Ganzen trägt die innere Stadt bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch das Gepräge, das sie nach dem großen Brand von 1786 bekommen hat. Salzungen ist zu dieser Zeit eine Mischung von Gewerbe- und Ackerstadt, Haupterwerbsquelle ist die Saline. Die Entwieklung der Stadt Salzungen bis zum Ersten Weltkrieg

wird gekennzeichnet von einer ersten Stadterweiterung, Verbesserung der hygienischen Verhältnisse und Verkehrsbedingungen sowie Erweiterung der Kuranlagen und Erholungsrnöglichkeiten. Die westlich der Stadt entstehenden Kalibergbaubetriebe beginnen das Gewerbeleben der Region zunehmend zu bestimmen.

Die politischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Deutschland wirken in die Stadt Salzungen hinein und in ihr. Novernberrevolution, Weimarer Republik, Hitlerzeit, Zusarnrnenbruch und Spaltung Deutschlands sowie der gescheiterte Versuch, ein sozialistisches Gesellschaftsmodell durchzusetzen, hinterlassen in Geschichte und Antlitz Bad Salzungens ihre Spuren. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößern sich Bevölkerung und Territorium bedeutend. Bad Salzungen liegt heute wieder in der Mitte des wiedervereinigten Deutschland.

Quellen: 'Heirnatwarte '

Beilage zum Salzunger Tageblatt (1922-1941)

Privatarchive der Autoren

1. Panorama der Stadt um 19ÜO mit Bliek auf die Berge der Vorderrhön. Ein schneller Gruß aus der Stadt Bad Salzungen. Zu dieser Zeit bereits Bade- und Industriestadt war Salzungen eine Kleinstadt mit 4 5ÜO Einwohnern. Der Künstler hat mit Akkuratesse die Einzelmotive und im Mittelpunkt die evangelische Stadtkirche dargestellt. Deutlich als freier Platz hebt sich der Nappenplatz heraus. Den landschaftlichen Reiz betonen der Burgsee und die bewachsenen Ufer der Werra.

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2. Die älteste bekannte Ansicht der Stadt Salzungen geht auf das Jahr 1704 zurück. Christian Juncker (1668-1714) stellt in seinem Werk 'Ehre der gefürsteten Grafschaft Henneberg' in einer für diese Zeit beispielhaften Weise den historischen landeskundlichen Stoff, Stadt und Amt Salzungen betreffend, dar. Die Abbildung der Stadt in diesem Werk zeigt den Mauerring der 1668/69 erneuerten und erweiterten Stadtmauer. Außerhalb der Stadtmauern an der Werra die Gradierhäuser der Saline und die Stapel des werraabwärts nach Salzungen geflößten Brennholzes für die Saline.

3. Eine zweite Ansicht der Stadt von Burgsee aus der Zeit um 1700 zeigt auf dem Seefelsen die 'Schnepfenburg' mit der evangelischen Stadtkirche. Die Namensgebung erfolgte im 17. Jahrhundert, nachdem man bei Abrißarbeiten in einem alten Turmknopf ein altes vom Landesherrn verfaßtes Schriftstück , datiert auf der 'unüberwindlichen Schnepfenburg' gefunden hatte. An der Westseite des heute vorhandenen Hauptgebäudes ist noch ein Steinrelief mit der 'Schnepfe' zu sehen. Die Darstellung aus Rudolphi's 'Gotha diplomatica' (1714) ist bedeutsam, da sie die Burg und die Seeseite der Stadt vor dem katastrophalen Brand von 1786 zeigt.

4. Die Ansicht der Stadt Salzungen aus dem Jahre 1782 zeigt, daß die Stadt nur unwesentlich über den Mauerring hinausgewachsen ist. Die ausgedehnten Gradieranlagen beherrschen das Gesamtbild des Ortes. Die Gradierhäuser ermöglichen eine Anreicherung und Reinigung der Sole. Erstmals 1590 wurde in der Saline Salzungen ein 'Kunsthaus' zur Gradierung erbaut. Im Bild sind die durch die Werra getrennten Anlagen des 'alten' und 'neuen' Werkes (seit I740) zu sehen. Nachdem in Salzungen, dem Beispiel anderer deutscher Salinen folgend, durch angesetzte Tiefbohrungen ausreichend fast gesättigte Sole zur Verfügung stand, konnte nach 1842/43 die aufwendige Gradierung entfallen.

5. Stadt Salzungen um 1830 in der Ansicht vom Mühlberg. Bestimmend in dem Panoramabild sind die Anlagen der Saline, im Vordergrund die Gradieranlagen des neuen Werkes und jenseits der Werra auf der Stadtseite die Anlagen des alten Werkes. Die Berge der Vorderrhön mit dem Pleß. Das Bild wird dem Salzunger Bürger Christian Ludwig Wucke zugeschrieben.

6. Treiben am Burgsee um 1850. Die Stadtansicht entspricht etwa dern Bild 3 und zeigt die nach dem Brand von 1786 wiedererrichteten Gebäude der Stadt. Die Stadtmauer ist verschwunden. Einer ihrer Türme, der 'Hexenturm' , Erinnerung an den 'Hexenwahn', ist rechts sichtbar. Der Burgsee erhöht die Anziehungskraft Bad Salzungens durch seine reizvolle Lage zwischen den Bergen des Thüringer Waldes und der vorderen Rhön. Er hat einen Umfang von 1,15 km, einen Flächeninhalt von 10,33 ha, sein Spiegel liegt etwa 9 Meter über dem Werraspiegel und weist seine größte Tiefe mit 27 Metern unter dem Burgfelsen auf.

7. Ansicht der Stadt Salzungen um das Jahr 1930. 1m Mittelpunkt sind die Anlagen der Saline, erkermbar an den Essen. Rechts davon ist die 1886 eingeweihte Bürgerschule und die seit 1900 verstärkt gewachsene Weststadt. Im Hintergrund neben der evangelischen Stadtkirche ist die 1923 geweihte katholische Kirche St. Andreas in der Stadtansicht zu sehen.

8. Ein Aquarell des Salzunger Malers, Dichters und Sagensammiers Christian Ludwig Wucke zeigt das Leben auf dem Markt der Stadt um 1830. Menschen aller Schichten sind in der für ihre Zeit typischen Kleidung dargestellt. Im Vordergrund der alte Marktbrunnen, der bis 1933 mit seiner Brunnenfigur den Markt zierte, während diagonal links auf dem Markt ein Mann am Pumpbrunnen seinen Eimer füllt. Der Pumpbrunnen wurde nach Bau der Hochdruckwasserleitung 1887 wie alle anderen öffentlichen Brunnen, den Riemesborn ausgeschlossen, entfernt. Die den Marktplatz umschließende Bebauung hat bis zur Gegenwart trotz verschiedener Umbauten viel Charakteristisches erhalten. Links am Bildrand sind Rathaus, anstoßend als Doppelhaus das heutige Café Bein sichtbar. Das Eckhaus zur Michaelisstraße mit dem großen Tor, zu Wuckes Zeiten die 'Bohlschrniede', ist heute das Einkaufshaus Bohl. Die Häuser der rechten Bildhälfte sind durch Umbau verändert, das am Rand sichtbare Gasthaus 'Kroue' heute abgerissen.

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