Bad Sassendorf in alten Ansichten

Bad Sassendorf in alten Ansichten

Auteur
:   Ernst H. Wulfert
Gemeente
:   Bad Sassendorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1024-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Sassendorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Schon in grauer Vorzeit haben an den Abhängen der Rosenau (im späteren Sassendorf) Menschen gelebt. Vor einigen Jahren wurden Siedlungsspuren und Scherben von Tongefäßen der Bandkeramiker gefunden, aus einer Zeit, die etwa viertausend Jahre zurückliegt.

Um das Jahr 700 fielen von Norden her über die Lippe die Sachsen in die Hellwegebene ein, die damals noch dem fränkischen Kulturkreis angehörte, und setzten sich dort fest. In dieser Zeit wird in fränkischer Umgebung die Siedlung Sassendorf, Sachsendorf, entstanden sein. Auch in der Folgezeit haftet der Name der neuen sächsischen Siedlung an und ist geblieben bis auf den heutigen Tag.

Am großen Hellweg gelegen, besaß Sassendorf bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1169/1179 Salzwerke. An diesen waren von früh an die Mitglieder einer Genossenschaft freier Bauern (von Sassendorf, van La, van Bockurn, van Gembeke, Huler, van Weslarn), der Buren oder Salzburen von Sassendorf (burgenses in Sassendorpe) siedeberechtigt. Die Rechtsverhältnisse regelte ein im 14. Jahrhundert aufgezeichnetes 'Altes Recht'. Die Genossenschaft nannte sich später offiziell 'Kollegium der Salzbeerbten' von Sassendorf.

Die erste Ursache der Ansiedlung war nicht der Reichtum an Salzquellen. Älter als die Salzgewinnung ist der Ackerbau auf dem fruchtbaren Bördeboden. Die Überlieferung nennt als älteste Hofstätten die Höfe SchulzeSassendorf, Schulze-Lohöfer ('zum Loy'), Rosenögger und die Höfe der früher bedeutenden Siedlung Gembeke mit den Höfen Rumker und Teigeler.

Der Salzgewinnung dienten in älterer Zeit fünf Salzbrunnen, die in fast fünfzig Salzhäusern kleine, eiserne Siedepfannen mit Holzbefeuerung speisten. Seit etwa 1600 wurden die Salzwasser durch ein Gradierwerk geleitet, und 1872 wurde das erste Bade- und Kurhaus gebaut. Die staatliche Anerkennung 'Bad' folgte 1906. Die Salzbeerbten übertrugen 1934 die Anlagen einer neuen Firma 'Saline und Solbad Sassendorf' . Diese hat die Salzgewinnung 1952 eingestellt und das Bad 1958 an die öffentliche Hand weitergegeben.

Sassendorf ist durch das Salzwerk und den im 19. Jahrhundert aufgekommenen Badebetrieb in seiner sozialen Struktur anders gelagert als die übrigen Bördedörfer. Gleichwohl hat der Ort unter den verschiedenen Kriegsdrangsalen leiden müssen wie alle anderen Dörfer auch.

Die Kirche von Sassendorf unterstand, nach einer Urkunde des Erzbischofs Heinrich von Virneburg, ursprünglich der Lohner Kirche als ihrer Mutterkirche. 1313 wird den Sassendorfern erlaubt, Taufkapelle, Friedhof und Schule anzulegen. Damit ist Sassendorf die einzige Pfarrgemeinde der Soester Börde, über deren Anfänge urkundlich berichtet wird. In der Reformationszeit ist die Kapelle selbständige Pfarrkirche geworden. Das weltliche Patronat der Salzbeerbten über die Kirche wurde 190 I abgelöst. Im Kirchensiegel von Sassendorf stehen zwei Gestalten, wohl Simon und Judas Thaddaeus. Das Kirchengebäude wurde etwa 1420 als zweijochige Hallenkirche gebaut und trägt als Gewölbeschlußstein den achtspitzigen Sälzerstern. Zur sehenswerten Ausstattung gehört der gotische Taufstein von 1313 und die Wandmalerei des 15. Jahrhunderts.

Wie die übrigen Dörfer war auch Sassendorf Teil des alten Soestgaus und der Stadt Soest unterstellt, die ihre Oberhoheit im Ort über Kirchen-, Schul-, Kommunal- und Steuerangelegenheiten bis 1809 ausübte. Diese unbeschränkte städtische Herrschaft wurde mit dem Zusammenbruch Preußens durch Napoleon aufgehoben. Sassendorf wurde dem Kanton Soest und

dem Bürgermeisteramt Lohne zugeteilt und blieb bis auf den heutigen Tag beim 1816 neuerrichteten Regierungsbezirk Arnsberg und dem 1817 gebildeten Kreis Soest.

Mit Beginn der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts erhielt der Kurort ein ganz neues Gesicht: Die Sanierung gab Sassendorf anderes Gepräge; Kurmittelhaus, Sanatorien, Thermalsolebad, Fußgängerbereich, Bürgerhaus, Gemeindeverwaltungszentrum und die Anerkennung als Moorbad stellen Bad Sassendorf gleichrangig in die Reihe der Heilbäder.

Für das Bildmaterial danke ich den Sassendorfern; ganz besonders aber meiner Frau; sie half mir unermüdlich.

Ernst H. Wulfert.

So will ich nun hiermit dieses Buch beschließen. Und hätte ich's gut gemacht, das wollte ich gerne. Ist's aber gering, so habe ich doch getan, soviel ich vermochte.

(2. Makk. 15,38 f.)

1. Die Luftaufnahme von etwa 1930 zeigt Bad Sassendorf inmitten der fruchtbaren Bördelandschaft. Es scheint, als würden sich die Häuser der Sassendorfer um die Kirche und den Sälzerplatz scharen. Der Kurort, gelegen im wasserreichen Tal der Rosenau, war lange Zeit für die Besiedlung ungeeignet. Freie Sassendorfer Bauerngeschlechter, wie die van Sassendorf, van La, Huler, van Bockurn, van Gembecke, begannen von ihren Außenhöfen um 1231, wahrscheinlich auch schon früher, sich in einer Sälzerschaft zusammenzuschließen und die Salzgewinnung zu betreiben.

2. Mit diesem hübschen Kombinations-Kartengruß werden drei Motive gezeigt: links oben die Teilansicht der Saline Sassendorf mit dem Sälzerplatz, Salzhütten und 'Läuteturm'. Der nächste Bildausschnitt zeigt ein Gradierwerk, Maschinenhaus, das Ehrenmal von 1881 und die 'Badeanstalt'. Auf der unteren Bildeinblendung wird die Kinderheilanstalt, eine Gründung des Vereins für Innere Mission in der Grafschaft Mark, gezeigt, Das massive Hauptgebäude im Hintergrund wurde als Madehenheim 1883 gebaut. 1908 folgte die Errichtung des Knabenheims, Das Sälzerkollegium erlaubte der Kinderheilanstalt, einen eigenen Solebrunnen zu bohren,

3. Viele Jahrhunderte war Sassendorfs Sälzerplatz pulsierendes Wirtschaftszentrum. Er bildete ein ungleichmäßiges Rechteck, das mit elf Pfannen entlang des Bachs und der Bismarckstraße noch nach 1900 vierzig Mitarbeitern Einkommen sicherte. Die kleine Gruppe der Mitarbeiter auf dem Bild war wohl dankbar für die Abwechslung im täglichen Einerlei. Hier rauchten auch Tag für Tag die Schornsteine, und aus den großen hölzernen, viereckigen Kaminen stiegen die weißen Schwaden verkochten Wassers aus den Pfannen auf. Auf der Kurgartenseite des Platzes stand der 'Läutnant', dessen helle Glocke Arbeitsbeginn und -ende, auch die Pausen, verkündete. Die Glocke wurde mit außergewöhnlicher Pünktlichkeit geläutet.

4. Die Aufnahme (1930) gibt das Innenleben einer Salzhütte in Sassendorf wieder und zeigt mit Salz beladene kleine Wagen. Auf der linken Seite des Bildes wird gerade mit einern Reehen das frisch gewonnene Salz aus der Pfanne gezogen. Das Arbeitssoll der Salzsieder war umfangreich. Neben der Kohlenversorgung mußten sie die Pfannen heizen, das Salz mit dem Holzschieber in Bewegung halten, fertig gekochtes Salz zum Bunker bringen, die Weidenkörbe pflegen und dann noch beim Einsacken helfen. Es war schwere körperliche Arbeit. Der Sälzerplatz hatte zur Bismarckstraße hin, über die Zweigbahn, Gleisanschluß an das Hauptnetz der Reichsbahn.

5. Auch hier blickt man noch einmal in eine Salzhütte und sieht, wie das weiße, feste Salz mit einem Pickel losgeschlagen und für den Transport vorbereitet wird, Es heißt schon 1581: Das namhafte Dorf Sassendorf gibt eine solche Menge trefflich guten Salzes, daß nicht allein Soest, sondern auch andere weit urnherliegende Örter nach Notdurft damit gespeist werden. So schlossen im Sassendorfer Salzhandelszentrum Kaufleute aus Soest, der Börde, dem Sauerland, dem Rheinland und den Niederlanden Verträge über Salzlieferungen ab.

6. Vom Lebensmittelgeschäft Unkel aus hatte man noch vor einigen Jahrzehnten Blickrichtung auf diese romantische Szenerie. Auf der linken Seite des Bildes ist die inzwischen abgebrochene Salzpfanne zu sehen. Ein schmaler Fußweg führte zu einer kleinen Brücke, die den Weg freigab zur Gastwirtschaft Lohöfer, in der die Hüttenknechte ihr 'Schöppken' zu holen pflegten. Im Hintergrund ragt der Schornstein des Kesselhauses empor. Dahinter sieht man das Gradierwerk im ehernaligen 'Kleinen Kurgarten'. Wie hat sich das Bild gewandelt! Das linke Gebäude wurde durch einen Parkplatz ersetzt, und der Schuppen rechts mußte einer Terrasse weichen, die mittlerweile durch einen Saalanbau abgelöst wurde.

7. Diese Aufnahme vermittelt einen Ausschnitt vom Lauf der Rosenau. Zu beiden Seiten des Bachs sind Lohöfers Garten, das Steinröttken, ein Sälzerschuppen und im Hintergrund die ehemalige Schule zu sehen. Die Bachübergänge, wie dieser hier, waren ursprünglich einfach und durftig. Während Fuhrwerke verhältnismäßig leicht durch das Bachbett fahren konnten, mußten die Fußgänger auf ein paar im Wasser liegenden Steinen oder auch auf einem 'Schernm' hinüberturnen, um trockene Schuhe und Kleider zu behalten.

8. Von der Brücke Kaiserstraße aus sah man ehedem diesen anmutigen Ausschnitt einer Fachwerkwascherei (zum Kurbetrieb gehörig) mit vorgebauter Brücke. Die Abwässer der Wäscherei flossen in den Bach. Im Mauerwerk rechts ist eine Treppe eingebaut, die zum Bach führt; dort wuschen die Salzknechte die Weidenkörbe. Die Rosenau starrt heute etwa an dieser Stelle auf einen 'modernen' farbigen, überdachten Brückengang, der Rosenausanatorium und Kurrnittelhaus verbindet. Das Sanatorium zeigt heute, wie wohl es sich auf dem ehemaligen Sälzerplatz fühlt, und das Kurrnittelhaus liegt fest verankert im Gelände des 'Kleinen Kurparks'.

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