Bad Schmiedeberg in alten Ansichten

Bad Schmiedeberg in alten Ansichten

Auteur
:   Ing. Felix Saul
Gemeente
:   Bad Schmiedeberg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5452-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Schmiedeberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Bad Schmiedeberg in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts: eine Stadt im Aufbruch. Es war nicht der erste, aber ein bedeutungsvoller, und er prägte das Antlitz unserer Stadt bis heute.

Die Geschichte von Bad Schmiedeberg beginnt Mitte des 12. Jahrhunderts. Nach dem Wendenkreuzzug der deutschen Fürsten läßt der Askanier Albrecht der Bär das Land der Nordmark neu besiedeln. Flämische Kolonisten gründen das Dorf Smedeberg (Smed - vermutlich der Name des Kolonistenführers) .

Der Chronist Helmholdt schreibt: 'Es kamen starke Männer aus dem Westen, die allerlei Werkzeuge und Erfahrungen mitbrachten.' Wie immer dieser Satz heute erscheinen mag, für die Geburtsstunde, das Jahr läßt der Chronist offen, steht dieser Satz ohne Makel. In einer nicht nachweisbaren Quelle wird der Name erstmalig 1206 erwähnt. Das älteste Stadtbuch von Wittenberg berichtet 1332 von einem Rathaus in Smedeberg und einem darin tagenden Rat. Das gleiche Buch benennt Smedeberg 1350 als Stadt.

Den ersten Aufbruch brennen die Hussiten 1429 nieder. Das erste Rathaus, die romanische Wehrkirche, Häuser und Werkstätten sowie Ställe und Scheunen versinken in Schutt und Asche. Ein neuer Anfang, ein neuer Aufbruch, wird vom damaligen Landesherrn Friedrich dem Sanftmütigen unterstützt. Auf der Rückreise von Leipzig, nach seiner Hochzeit mit der Margarethe von Österreich, besuchte er mit seiner jungen Gemahlin die Stadt und schenkte ihr zur Erleichterung des Wiederaufbaus ein Stück Wald, die heutige Vorderheide.

Die nächsten zweihundert Jahre bringen eine Blütezeit für die Kommune. Trotz Steuerlasten, Kriegsopfer, Pest und kleinerer Stadtbrände, Mißernten und Teuerungen, die immer wieder Rückschläge bringen, erstarken Handwerk, Gewerbe und Bürgertum. Zeugen jener Zeit stehen noch heute (evangelische Stadtkirche 1453/54, Au-Tor 1490, Rathaus 1570). Nicht zuletzt die Zugehörigkeit zum kursächsi-

schen Städteausschuß belegt die wirtschaftliche Stärke. Doch der Dreißigjährige Krieg beendet jäh alle Pläne und Hoffnungen. 1637 fallen schwedische Truppen unter General Banner in die Stadt ein. Neben der Mehrzahl der Bürgerhäuser brennt auch das Rathaus teilweise aus. Zum großen Unglück verbrennen dabei sämtliche Akten und Dokumente. Es dauerte einige Jahre, ehe sich unsere Stadt von der Zerstörung erholt hatte. 1648 wurde das Rathaus notdürftig repariert.

Die Stadtkirche wird am 3. Advent 1681 eingeweiht. Ende des 17. Jahrhunderts wird Schmiedeberg Garnisonsstadt. Sächsische Kavalleristen beziehen in der Stadt Quartier. Die Garnison bringt Geld in die Stadt, denn 'Bett und Brot' müssen vom Wehrsold bezahlt werden. Die einquartierten Truppen wechseln im Laufe der Jahre. Eine bedeutende Einquartierung ist im Jahre 1732 mit dem Stab und der 1. und 2. Schwadron des Regimentes v . Arnstädt gegeben.

In der Zeit der Befreiungskriege ziehen Anfang Oktober des Jahres 1813 viele Truppen durch die Stadt. Fast 40 000 Franzosen, geschlagen von der preußischen Armee am Elbknie von Wartenburg, schleppen sich in Richtung Leipzig. Sie plündern in allen Häusern und nehmen alles Eßbare mit, was sie finden. Wenige Tage vor der großen Völkerschlacht rasten russische Kosaken auf dem Marktplatz und werden mit Brot und Branntwein bewirtet.

Die Völkerschlacht bei Leipzig und der folgende Wiener Konkreß verändern die politischen Verhältnisse. Ein großer Teil Sachsens fällt nun an Preußen und wird preußische Provinz. In Schmiedeberg findet die Huldigungsfeier für den neuen Landeshcrren am 3. August 1815 statt. Die Holztafel mit dem preußischen Adler am Au-Tor erinnert an diesen Tag.

Wieder ein neuer Aufbruch. Nicht nur preußische Maße und Gewichte, die eingeführt werden, sind ungewohnt, auch die preußische Staatsräson hält ihren Einzug. Daß nicht alle die neue Staatsform bejubelten, zeigt ein Schriftstück aus der

Turmkugel des Au-Tores aus dem Jahre 1823. Der Verfasser ist unbekannt, aber es heißt darin: 'Genius der Geschichte, enthülle du einst die Gründe, die diese schmerzvolle Trennung rechtfertigen sollen, mir geziemt es zu schweigen, aber ich habe damals den Jammer biederer Untertanen gehört und den Schmerz eines treuen Volkes gesehen.' Aus war es mit der sächsischen Gemütlichkeit.

Für Handwerk und Gewerbe aber eine willkommene Entwicklung. Verstärkten doch die Preußen die Garnison. Mehr Grenadiere bringen höhere Einnahmen. Bald aber versiegt die Geldquelle. Nach dem deutsch-französischen Krieg und der Kaiserproklamation entstehen in den großen Städten die ersten wilhelminischen Kasernen, in deren Folge die Garnisonen auf dem Lande aufgelöst werden. Im Januar verlassen die letzten 'Schmiedeberger Dragoner' unsere Stadt.

Da das Gewerbe am stärksten betroffen ist, geht der erneute Aufbruch vom Gewerbeverein aus. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wird nun das Moor die neue Einnahmequelle. Im Lazarett der Garnison wird schon im April 1878 das 'Städtische Moorbad' eingerichtet. Von nun an wächst der Ort zur Kurstadt heran. Zunächst aufbauend auf dem Vorhandenen, setzt. nach dem Anschluß an die Bahnlinie 1895 mit Beginn des neuen Jahrhunderts eine stürmische Entwicklung ein.

Neben den Villen im heutigen Kurviertel wird 1908 eine zentrale Trinkwasserversorgung errichtet (Wasserturm). Das Jugendstilkurhaus entsteht in der Zeit von 1905 bis 1908. Der Kaiser-Wilhelm-Turm auf der Schönen Aussicht wird 1910 gebaut. 1900 erhalten die öffentlichen Gebäude wie Rathaus und Badeanlagen, Post usw. elektrisches Licht. 1899 wird mit der Fertigstellung des Kurmittelhauses eine bedeutende Kapazitätserweiterung erreicht. Das Bad Schmiedeberger Eisenmoorbad wird bekannt in Deutschland.

Anläßlich großer Volksfeste, wie dem 'Margarethenfest' mit großem historischem Festumzug, oder dem jährlich

stattfindenden Schützenfest zu Pfingsten, werden tausende Besucher begrüßt. In beiden Weltkriegen werden die Kureinrichtungen zum Teil als Lazarett hergerichtet (Kaiserbad). Im Frühjahr 1945 nahmen die großen Pensionen und Hotels eine Vielzahl von Flüchtlingen aus dem Osten auf. In Bürgerhäusern und Bauerwirtschaften auf dem Lande konnten in den letzten Kriegstagen kaum alle untergebracht werden. Etwa 1 200 Menschen finden in Bad Schmiedeberg eine neue Heimat. Für sie und für die Stadt Bad Schrniedeberg bedeutet dies wieder ein neuer Aufbruch.

Die jüngste Geschichte soll nicht Thema dieses Buches sein. Die folgenden Bilder erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das können sie auch gar nicht, da ihr Umfang begrenzt ist. Dieses Buch soll den jüngeren Bad Schmiedebergern ihre Wurzeln zeigen, den älteren die Erinnerung an schwere aber auch schöne Zeiten erleichtern und den Kurpatienten und Besuchern Wissenswertes und Unterhaltsames vermitteln. 'Bad Schmiedeberg in alten Ansichten' soll eine Anregung sein, Vorhandenes zu bewahren und in alter Schönheit erstehen zu lassen. Es soll uns an das Erbe unserer Vätererinnern.

Das Flair einer alten deutschen Kurstadt in der Verbindung von Tradition und Fortschritt zu neuem Leben zu erwecken, ist unsere künftige Aufgabe. Der Leser ist eingeladen zu einem Spaziergang durch Bad Schmiedeberg, in die Zeit der ersten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts. Der Verfasser bedankt sich bei allen, die mitgeholfen haben, daß dieses Buch erscheinen kann. Zu ihnen gehören sowohl Einwohner von Bad Schmiedeberg als auch ehemalige Bürger unserer Stadt, die in allen Bundesländern unseres nun vereinten Deutschlands und draußen in der Welt leben. Gespräche mit ihnen machten es mir möglich, vieles über die Geschichte unserer Stadt zu erfahren.

1. Eine Aufnahme aus der Luft nach Nordosten. Ende der Zwanzigerjahre. Der Marktplatz hat noch keine Baumumrandung. Die Nord-Ost-Ecke am Markt ist noch geschlossen bebaut. So steht auch das in Nr. 13 beschriebene Haus Markt 10, hier mit Dach und Seitengiebel zu sehen. Vor der Kirche steht das als 'Kaffeemühle' bekannte ehemalige Rudowsche Haus. Am linken Bildrand ist der Verlauf des als Ratsgraben bezeichneten Gartenwegs gut zu erkennen. Dieser Weg kennzeichnet in etwa den Verlauf der ehemaligen westlichen Stadtmauer. In der Mitte des oberen Bildrandes ist an der Straße nach Pretzsch schemenhaft eine Windmühle erkennbar.

2. Eine interessante Aufnahme aus dem Jahre 1934. Im Mittelpunkt der Marktplatz mit den angepflanzten Rot- und Weißdornbäumen und einem achteckigen Podest vor dem Kriegerdenkmal. Das Marktkaffee von Arthur Wendt hat Tische und Stühle auf dem Platz aufgestellt. Am linken unteren Bildrand erkennt man noch das Vorderhaus Markt 6, das einzige Haus mit der Giebelseite zum Marktplatz. Vor Einzug des 'Arbeitsdienstes' in die hinteren, heute noch stehenden Gebäude wurde es abgerissen. Oben rechts wird gerade das Haus in der heutigen Gärtnerstraße am Eingang zum Ratsgraben erbaut.

3. 'Bliek auf Bad Schmiedeberg' vom Katzenberg: eine Aufnahme des damals bekarmten Fotografen Steinborn aus dem Jahre 1938. Das Atelier befand sich in der Leipziger Straße, vis-à-vis der Kirche. Nahezu vierzig Jahre lang war Herr Steinborn als Fotograf mit seinem Geschäft ansässsig. Viele Stadtansichten sind noch von ihm erhalten.

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4. Die Stadtsilhouette, gesehen vom Südosten her, etwa vom Großkorgauer Berg, während ein Zeppelin die Stadt überfliegt.

Bad SCHMIEDEBERG (Bezirk Halle)

Rathaus mit Krieger-Denkmal

5. Das erste Rathaus der Stadt, 1332 im ältesten Stadtbuch von Wittenberg erwähnt, brannten die Hussiten 1429 nieder. Ein neues Rathaus wurde im Jahre 1570 vom Magistrat in Besitz genommen. Im Dreißigjährigen Krieg brannte der Renaissancebau im Inneren völlig aus. 1648 wurde er notdürftig hergerichtet. Sein jetziges Aussehen erhielt es 1664. Diese Jahreszahl trägt die kleine Glocke im Rathaustürmehen. Links vom Rathaus wurde zur Zeit der Garnison 1785 die Hauptwaehe gebaut. Naeh der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1882 wurde das seit 1878 leerstehende Gebäude als Feuerwehrdepot umfunktioniert. An der Ostseite des Gebäudes wurde am 22. August 1922 eine Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden der FFw Bad Sehmiedeberg eingeweiht.

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6. Vor dem Rathaus standen einst drei Kastanienbäume. Der mittlere wurde gefällt, um den Diensträumen mehr Licht zu geben und die Fassade nicht vollständig zu verdecken. An die Zerstörung des Rathauses im Dreißigjährigen Krieg erinnert ein Spruch am Westgiebel. '1637 - Durch Krieg des Friedens Feind ward in Die Asch verwand mein erstgeziertes Werk durch schwedisch Schwerdt und Brand. Bei goldener Friedenszeit hilf Gott dem weisen Rat, der aus dem Aschenhauf 1648 mich renovieret hat.' Darunter die Jahreszahlen 1912 und 1963. Das Jahr 1992 wurde nun als ein weiteres Jahr umfangreicher Restaurierung angefügt, Mitten auf dem Marktplatz steht das Kriegerdenkmal aus dem Jahre 1883. Es trägt im Mittelteil die Namen der gefallenen Schmiedeberger aus den preußisch-deutschen Kriegen.

BAD SCHMIEDE8ERG, Be z , Halle

Markt

7. Eine Ansicht des Marktplatzes von Osten her vor 1925. Die Bäume um den Platz herum waren noch nicht angepflanzt. Links das damalige Hotel 'Zur goldenen Sonne', im Besitz von Emil Naumann. Rechts vor dem Kriegerdenkmal die Schlachterei und das Wurstwarengeschäft von Kar! Richter. Rechts daneben das ehemalige 'Biersachs-Hotel' am Markt Nr. 2. In der Mitte, schon zur Wittenberger Straße gehörig, das Kolonialwarengeschäft von Richard WinkIer, damals in der Wilhe1mstraße. Bemerkenswert für die damalige Zeit ist die erste öffentliche Straßenbeleuchtung auf dem Marktplatz, bzw. in Bad Schmiedeberg überhaupt. 1899 erhielten die öffentlichen Gebäude wie das Rathaus, das Kurhaus und die Badeanlagen, das Kaiserbad und die königliche Post elektrisches Licht.

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8. Der Betrachter schaut hier in Richtung Südwest auf den Marktplatz. Rechts das Hotel 'Goldene Sonne', links daneben die Bäckerei und Conditorei von Arthur Wendt, weiter das Frisörgeschäft von Hermann Richter. Als letztes dieser Geschäftshäuser das Hotel 'Malsch', später die Spedition von Hermann Krause.

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