Bad Schwartau damals und heute

Bad Schwartau damals und heute

Auteur
:   Uwe Bremse
Gemeente
:   Bad Schwartau
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4849-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Schwartau damals und heute'

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EINLEITUNG

Schon in meinen beiden Büchern 'Bad Schwartau in alten Ansichten' (1986) und 'Bad Schwartau in Großmutters Zeit' (1989) sind alte Bilder von Bad Schwartau veröffentlicht worden. Der vorliegende Bildband 'Bad Schwartau damals und heute' geht etwas anders vor. Es will nicht nur das alte Bad Schwartau zeigen, sondern auch die Gegenwart. Dieses Buch präsentiert auf der linken Seite die alte Ansicht von Bad Schwartau; und auf der gegenüberstehenden Seite kann man sehen, wie die selbe Stelle, möglichst vom gleichen Standort aufgenommen, heute aussieht. Durch den historisch-geographischen Vergleich wird besonders deutlich gezeigt, wie auch eine Stadt sich entwickelt. Häuser, Straßen und Plätze erfahren in ihrer eigenen Geschichte einen Gestalts- und FunktionswandeI. Der Baustil und die Baumaterialien ändern sich im Laufe von Jahrzehnten und geben den einzelnen Gebäuden ein neues Aussehen. Aus Wohnhäusern werden Geschäftshäuser, Hauptstraßen verlieren durch neue Stadtplanungs- und Verkehrskonzepte an Bedeutung; und wo vorher Sumpf bzw. Moorgelände war, rollt heute der Verkehr.

Bad Schwartau zeigt diese Veränderungen besonders deutlich. Fast an allen Standorten der Stadt wurde in den letzten Jahrzehnten gearbeitet und die Bausubstanz erneuert. Dächer, Fenster, Anbauten, Fassaden, Zierwerk und Türen haben sich verändert. Das war nicht immer von Vorteil für die Wirkung auf unsere eigene Geschmacksentwicklung und für die ästhetische Wirkung der Gebäude ganz allgemein. Was wir Bürger so einfach hinnehmen bzw. am Eigentum selber an Veränderung in die Wege leiten, sieht die Denkmalpflege oft mit großem Erschrecken: Das liebevolle Detail verschwindet, das schützenswerte Haus wird im Stil unserer Zeit verschandelt.

Durch den Vergleich der Motive in 'Bad Schwartau damals und heute' werden die Veränderungcn augenfällig. Dabei

spielen nicht unbedingt zeitlich große Abstände eine Rolle. Wenn viele Jahrzehnte zwischen den fotografischen Aufnahmen liegen, ist ein Wandel leicht vorstellbar. In Bad Schwartau hat sich aber nicht nur im Laufe von mehreren Jahrzehnten viel geändert. Das sprunghafte Anwachsen der Bevölkerung von 8 033 Einwohnern im Jahre 1939 auf 15 604 im Jahre 1950, bedingt durch die Aufnahme der Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs, machte einen Gestaltswandel der Stadt zwingend erforderlich und einsichtig. Die Verlegung des Kurzentrums, ein neues Verkehrskonzept und die Entwicklung eines neuen Geschäftszentrums lassen weitere Veränderung am Stadtbild deutlich werden. Diese umfangreiche Veränderung unserer Stadt wird aber nicht uneingeschränkt akzeptiert. Sie wird auch kritisch gesehen, zum Teil mit Wehmut hingenommen oder gar abgelehnt. Dabei fällt es jungen Menschen leichter, sich mit der gewandelten Stadt zu identifizieren. Alte Menschen sind, was die Umwandlung besonders des Stadtzentrums betrifft, erschüttert. Aber für beide Bevölkerungsgruppen sollen die Veränderungen positive Auswirkungen haben. Das Wohnen und Versorgen, das Leben und Arbeiten sowie das Erholen und Kommunizieren sollen für alle Bürger in der Stadt Bad Schwartau besser werden.

Der vorliegende Bildband soll ein wenig anregen, sich mit der Stadtgeschichte zu beschäftigen. Er kann auch Anregungen für Denkmalspflege und Stadtplanung bieten. Wichtig ist für den Leser und den bewußten Einwohner, daß er seine Stadt mit Spaß und Liebe erobert und ein bißchen Heimatbewußtsein entwickelt, um in seiner Stadt gerne zu wohnen.

Bad Schwartau, im Dezember 1989

Uwe Bremse

1. Das Schmuckstück des Schwartauer Marktplatzes war seit 1912 der ehemalige Marktbrunnen. Dieser war eine Arbeit des Schwartauer Künstlers Paul Peterich, der als anerkannter Bildhauer seine Werke in Europa zwischen Schleswig und Florenz stehen hat. Der Brunnen zeigt im Jugendstil 'Das Spiel der Wellen'. In Harmonie verbinden sich Poseidons Sohn Triton mit der Meeresnymphe Nereide vor ihrer Entführung in die Unterwasserwelt.

Im Hintergrund links erkerint man das Amtsgericht. Heute ziert ein anderer - einern Kurbad nicht angernessener - Brunnen den Marktplatz. Aber die Marktplatzgestaltung ist in Vorbereitung. Ob der Brunnen in der Art der Petericharbeit wiederkehren wird? Der Gerneinnützige Bürgerverein favorisiert dieses Vorhaben, ebenso breite Teile der Bevölkerung.

Amtsgericht.

Sruss aus $chwarfau.

2. Das Amtsgericht in Bad Schwartau befindet sich an der Nordseite des Marktplatzes. Vor 1909/10 standen hier drei kleinere Gebäude: das Wohnhaus des Amtmannes, das Amtshaus und ein kleines Gebäude, das als Gefängnis diente, 'Krumrnlands Knast' genannt, nach dem Aufseher Krummland. Die alte Aufnahme aus dem Verlag von W. Langbehn, Schwartau, ist in der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende entstanden. Die alten Linden, die früher den Markt umgaben, sind wie die Gebäude verschwunden. Das noch in der Kaiserzeit errichtete Amtsgericht im Neu-Renaissance-Stil steht seit 1980 unter Denkmalschutz. Die letzten großen Linden am Markt sind im Jahre 1987 dem Straßenbau gewichen. Sie bildeten die einzige Allee im Kreis Ostholstein, die unter Naturdenkmalschutz stand.

3. Das Krüppelwalmdachhaus Markt 2 kann von der Geibelstraße aus genauer betrachtet werden. Man erkennt das ursprüngliche Fachwerkhaus. Die Aufteilung der Gefache und die Fenster des Hauses strahlen einen Hauch von Gemütlichkeit der sogenannten guten alten Zeit aus. Gleichzeitig öffnet sich zum mit Linden umstandenen Marktplatz der Bliek. Ganz anders zeigt sich heute dem Betrachter die Ansicht. Das überhohe Traufenhaus mit kahlen und glatten Flächen, riesigen Fenstern und ohne Vorgarten steht direkt an der Straße. Der Bliek zum Markt zeigt auch hier deutlich die Veränderung, die durch den Verlust der alten Linden besonders deutlich wird.

4. Das Gebäude Markt 2 war seit dem Jahre 1904 im Eigentum des blinden Korbmachers Johann Friedrich August Draguhn. Er betrieb neben der Korbmacherei auch einen Verkauf von Angelgeräten im kleinen Vorbau links im Bild. Das lange Haus hatte einen breiten zweizeiligen Zwerchgiebel. Alle Fenster waren als Sprossenfenster gestaltet. Nach dem Krieg wurde das Gebäude aufgestockt und in ein Traufenhaus umgewandelt. Dabei verschwanden der Zwerchgiebel und die Sprossenfenster. Durch diesen Umbau verlor das Haus ein gehöriges Maß an Gemütlichkeit. Es erfüllt den Zweck eines Geschäfts- und Wohnhauses.

5. Nachdem die Stadt Bad Schwartau im Jahre 1912 an das Lübecker Straßenbahnnetz angeschlossen worden war, konnte man vom Markt aus bequem nach Lübeck fahren bzw. wieder heimkehren. Gegenüber der Endstation befand sich das HotelRestaurant 'Lübecker Hof. Das Gebäude wurde im Jahre 1829 von Gastwirt Christian Friedrich Geertz errichtet, der hier, wie seine Nachfolger, auch eine Gastwirtschaft betrieb. Später wurde die Straßenbahnhaltestelle in die Rensefelder Straße verlegt. Im Jahre 1979 wurde das Hotel abgerissen und das Gebäude der Kreissparkasse mit roten Klinkern im modernen Stil errichtet. Heute fahren zwischen Lübeck und Bad Schwartau als öffentliche Verkehrsmittel nur noch Busse an Stelle der Straßenbahn Linie 12.

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