Bad Schwartau in Großmutters Zeit

Bad Schwartau in Großmutters Zeit

Auteur
:   Uwe Bremse
Gemeente
:   Bad Schwartau
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4737-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Schwartau in Großmutters Zeit'

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EINLEITUNG

Die Geschichte einer Stadt ist nicht nur die Geschichte einer städtischen Siedlung mit ihren Veränderungen im Siedlungsund Stadtbild. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Geschichte. Er gestaltet, verwaltet, arbeitet und feiert. In erster Linie gilt sein Tun der Daseinsvorsorge, um seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Dafür arbeitet man. Im alten Bad Schwartau in GroBmutters Zeit arbeitete man z.B. als Bürstenmacher bei den Goldbohms, als Zigarrenmacher bei Sebelefsky oder als Gastwirt wie Hugo Witt. Mehr Leute waren in den 1899 gegründeten Schwartauer Werken bzw. im alten Kurhaus bzw. im ElisabethBad beschäftigt.

In höheren Positionen war man Bürgermeister wie Herr Dr. Gleininger oder Herr Rein bzw. Provinzialkassenleiter wie Herr Hattenbach. Oder man betrieb eine Anwaltspraxis wie DL Busch oder ein Saatzuchtunternehmen wie Rudolf Carsten. Oft wurden die handwerklichen Tätigkeiten von Drechsler Ernst Peterich bewundert bzw. die künstlerischen Fähigkeiten eines Paul Peterich, der den früheren Marktbrunnen 'Spiel der Wellen' gestaltete, der von 1912 bis 1943 den Marktplatz vor dem Amtsgericht schmückte.

Eine besondere Stellung im Wirtschaftsleben und damit für die arbeitende Bevölkerung hatten die schon erwähnten Schwartauer Werke, die sich sehr schnell ausdehnten. Dieses gilt auch heutenoch.

Aber auch die verschiedenen Betriebe des Kurwesens erlangten im Laufe der Jahre erheblich Bedeutung, sei es z.B. das Friedrich-August-Bad im Töpferberg, das Elisabeth-Bad des Anton Baumann oder das Kurhaus in der heutigen Anton-BaumannStraBe. Alle diese Betriebe sind heute aus dem Stadtbild und Wirtschaftsleben verschwunden. In diesen Betrieben wurde gearbeitet, um zu leben. Aber neben dem Erwerbsleben standen auch Spiel und Sport, Schule und Kirche als Ausgleich und Sinnerweiterung. Überall trafen sich Gleichgesinnte, um über den Erwerb des Lebensunterhalts hinaus etwas zu tun für sich oder das Gemeinwesen. Man traf sich zu fröhlichem Wettstreit, um

sich selbst und anderen Freude zu bereiten, im Männersportverein, beim Ringreiten, beim Konfirmandenunterricht in der Kirchengemeinde, beim Kurkinderfestumzug oder in den Schulen. Natürlich auch in den alten bekarmten Lokalen, z.B. wie der L'Hombre Club im Hotel Germania bei Gastwirt Ramm oder Ferdinand Schöppich.

Besondere Verdienste um das WoW der Bevölkerungverdienen die drei Feuerwehren von Schwartau, Rensefeld und GroB Parin, die aufeine fast l00jährige Geschichte zurückblicken können. Heute wissen nur noch wenige, daB es in Bad Schwartau in GroBmutters Zeit und davor auch Mühlen gab. Einige Straßenund Ortsnamen deuten noch darauf hin. Am Mühlenteich in Klein-Mühlen befand sich bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eine Wassermühle. Heute befindet sich hier eine modeme Wohnanlage. Auf dem Windberg stand eine Windmühle. Ein solcher Wirtschaftsbetrieb existierte auch auf dem Pariner Berg in der Nähe des Bismarckturms. Auch in diesen Mühlenbetrieben wurde gearbeitet und die Bevölkerung versorgt.

Für Bad Schwartau ist besonders hervorzuheben, daß sich vor 1934 auf dem Gebiet der heutigen Stadt zwei selbständige politische Gemeinden befanden: die Solbadstadt Bad Schwartau, das Jodbad des Nordens, und die Landgemeinde Rensefeld mit Cleverbrück und GroB Parin. Während die Gemeinde Rensefeld in der Mühlenstraße von Dorfvorsteher Utesch verwaltet wurde, befand sich das am 1. Juli 1912 zu Stadt erhobene Schwartau mit seiner Verwaltung im Rathaus Markt 15. Die junge Stadt wurde am 31. Mai 1913 durch offizielle Anerkennung durch den damaligen Bäderverein zum Kurbad erhoben und durfte sich von nun an Bad Schwartau nennen.

Beide Gemeinden waren sozial und politisch sehr unterschiedlich strukturiert. Während das Arbeiter- und Bauerndorf Rensefeld politisch überwiegend links eingestellt war, handelte es sich in der Stadt Bad Schwartau um eine konservativ-bürgerliche Gemeinde, die besonders im Dritten Reich betont rechts ausgerichtet war. Dieses zeigt sich auch auf alten Fotos, wo man

häufiger auf Schwartauer Aufnahmen aus den dreißiger Jahren das Hakenkreuz sehen kann.

Einig war man sich aber über alle politischen Gegensätze hinweg in der Ausgestaltung der über Schwartaus Grenzen hinaus bekannten Kurkinderfeste, die man in demjungen Kurbad ganz besonders liebevoll gestaltete und der Öffentlichkeit präsentierte. Man feierte zusammen und bemühte sich, den Zuschauenden ein buntes Bild zu liefern. An diesen Umzügen beteiligten sich Privatpersonen, Handwerker, Kaufleute, Vereine und Verbände.

Neben den Alteingesessenen Schwartauern wie den Steinfelds, Stammers, Boys, Hardt und Höppners zogen immer wieder neue Bürger in unsere Stadt - entweder nach Bad Schwartau oder nach Rensefeld, z.B. die Pingels aus Krywitz, die Engels aus Wismar , die Cordts aus Bad Oldesloe oder die Körtings von Heilshoop/Stormarn um die Jahrhundertwende. Auch der Begründer des Schwartauer Kurwesens ist ein Zugewanderter. Anton Baumann kam aus Württemberg. Sie alle trugen nicht nur dazu bei, daß der Ort bevölkerungsmäßig wuchs. Sie brachten vor allem Kenntnisse, Fähigkeiten und Begabungen mit, um den Ort zu entwickeln, mitzugestalten und der Allgemeinheit zu dienen.

Trotzdem gab es in den beiden politischen Gemeinden nicht genug Arbeit. Viele Bewohner mußten nach Lübeck gehen bzw. mit dem Fahrrad oder dem Pferdewagen fahren. Die Verhältnisse besserten sich erst, als Bad Schwartau an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Vom Eutiner Bahnhof konnte man ab 1873 günstig nach Lübeck und in Richtung Eutin fahren; und von 1882 war vom Bahnhof Waldhalle die Fahrt nach Lübeck und in Richtung Travemünde möglich. Wesentlich besser wurden die Verkehrsverhältnisse im Jahre 1912 mit dem Anschluß der Stadt an das Straßenbahnnetz der Hansestadt Lübeck. Jetzt war es leichter möglich, in die Innenstadt Lübecks bzw. in den Hafen zu gelangen, um eine Arbeit zu finden bzw. ihr nachzugehen oder einzukaufen.

Das vorliegende Buch will in Bildern und kurzen Erläuterungen das Leben, Arbeiten und Feiern im alten Schwartau in Großmutters Zeit veranschaulichen. Es will bei den Altbürgern Erinnerungen wachrufen und bei den Neubürgern unserer Stadt Verbundenheit mit den Menschen und ein wenig Heimatgefühl entwickeln helfen, um die Gegenwart aus der Vergangenheit zu begreifen. Daß um 1933 ein Einschnitt gemacht wird, ist eine Frage des Umfangs und der Verlagsvorgabe . In diesem Jahr beginnt nicht nur ein neues nationales Kapitel der Geschichte, sondern es beginnt auch für die Stadt Bad Schwartau ein neues geschichtliches Kapitel. Das aber kann vielleicht einmal an einer anderen Stelle bewältigt werden.

Der Verfasser möchte mit diesem Büchlein Freude machen und Erinnerungen wecken. Bei den Alt-Schwartauern wird das leichter der Fall sein, da sie hierin 'Großmutters Zeit' gelebt haben und viele sich in diesen Bildern wiederentdecken können. Den Neu-Schwartauern will das Buch zeigen, wie man im alten Schwartau gelebt hat, um dieses und jenes in der neuen Heimatstadt besser zu verstehen. Und der jungen Generation zeigt dieser kleine Bildband auf, daß es eine Entwicklung in der Lebensgestaltung eines Wohnortes gibt und damit eine Verbindung zwischen 'Großmutters Zeit' und heute.

Uwe Bremse

Quellen:

Bremse, Uwe: Bad Schwartau in alten Ansichten, Zaltbommel 1986.

Bremse, Uwe: Bad Schwartau - Das Jodesole- und Moorheilbad des Nordens, Lübeck 1987.

Steen, Max: Bad Schwartau - Aus Vorzeit und Gegenwart, Lübeck 1973.

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Cruss aus Schwariau

1. Der Schwartauer Marktplatz war nicht nur das Zentrum der Fleckengemeinde Schwartau, sondern auch das der jungen Solbadstadt. Schon in der Sommerfrische Schwartau im vorigen Jahrhundert war dieser Platz wegen seiner herrlichen Linden von der Bevölkerung und den Erholungssuchenden aus Lübeck sehr geschätzt. Die Karte trägt den Poststempel vom 28. Oktober 1901. Man blickt über den Markt mit den spielenden Kindern auf das Wohnhaus des Amtmannes (links) und das Amtshaus. Heute steht an diesem Standort das 1909/10 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Amtsgericht.

2. Der blinde Korbflechter Johann Friedrich August Draguhn wurde am 26. August 1863 in der Flekkengemeinde Schwartau geboren. Da sein Augenlicht nur sehr schwach war, kam er nach seiner Schulzeit in eine Kieier Blindenanstalt, um Korbmacher zu lernen. Nach einer kurzen Gesellenzeit in Apenrade kehrte er nach Schwartau zurück, um am Markt sein Unternehmen zu gründen, das er 65 Jahre betrieb! Das Firmenjubiläum wurde am 1. Januar 1951 gefeiert. Die Aufnahme zeigt den Korbmacher mit seinem ausdrucksvollen Bart vor seiner Werkstatt mit seinen Arbeitsgeräten und einem Werkstück. Das Foto von ca. 1905 zeigt neben dem Korbmacher auch dessen Frau.

3. Die drei Herren vor dem berühmten Schwartauer Brunnen 'Spiel der Wellen' von Paul Peterich posieren gerne auf dem Schwartauer Marktplatz. Ganz rechts steht der Drucker Hans Bremer. In der Mitte steht Herr Peglow, während der Herr links unbekannt ist. Alle drei gehörten der Graphischen Liedertafel in Lübeck an. Im Hintergrund erkennt man die ehemalige Lindenallee vor dem heute unter Denkmalschutz stehenden Amtsgericht. Die Aufnahme entstand ungefähr im Jahre 1935.

4. Im Hotel Germania trafen sich die Mitglieder des im Jahre 1905 gegründeten Kartenclubs, L'Hombre Club genannt, der hier seine regelmäßigen Sitzungen abhielt. Zu diesem Kreis gehörten der Kurhausmitbegründer Thiel, Gastwirt Ramm vom Hotel Germania, der Bankdirektor des Sparund Vorschußvereins Karl Fick, der Präsident des Clubs, der ehemalige Weinhändler und Rentier Weber, und der Versicherungsagent Theodor Faasch. Der L'Hombre Club war sehr vornehm, denn seine Mitglieder hatten einen eigenen Spieltisch, einen eigenen kostbaren Vitrinenschrank, eigene Hausschuhe, eigene Töpfe und Gläser - und einen Hang zum Teuren. Die Aufnahme des L'Hombre Clubs stammt vom 19. Januar 1907.

5. Auf einem Ausflug nach Hamburg ließ sich Käthe Wiggert aus der Auguststraße mit ihrer Tochter Betty fotografieren. Die Aufnahme entstand im Jahre 1916 in einem Atelier auf der Reeperbahn. Eine malerische Kulisse stellt den Hintergrund dar. Man beachte die Mode zur Zeit des Ersten Weltkriegs!

6. Herr Rechtsanwalt und Notar Böhmcker, nach dem der von der Bahnhofstraße abzweigende Böhmckerweg benannt worden ist, feierte am 31. Oktober 1928 sein 30jähriges Anwaltsjubiläum im Hotel Germania. Im Kreis seiner Stammtischfreunde sitzt er in der vorderen Reihe als dritter von rechts. Stehend erkennt man von links: Gastwirtin Mariechen Ramm, Bankdirektor Ernst Masch, Rektor Hermann Jäger, Kaufmann Emil Faasch, Kapitän Lassen, Major Müller, Rechtsanwalt und Notar Behrmann, Polizei-Hauptmann Koch, Oberamtsrichter de Beer und Kaufmann Dr. phil. Ernst Fuhrtmann. In der vorderen Reihe sitzen in der selben Reihenfolge: Gastwirtschaft Friedrich Ramm, Postmeister Simon Schütt, Arzt Dr. med. Fuhrtmann, Rechtsanwalt und Notar Böhmcker, Versicherungskaufmann Theodor Faasch und Rektor Johannes Sach.

7. Hans Busch wurde am 7. Juli 1908 im Flecken Schwartau geboren. Er studierte Rechtswissenschaften, erlangte in der juristischen Fakultät den Doktorgrad und ließ sich in Bad Schwartau als Anwalt nieder. Hier betrieb er in der Eutiner Straße 13 eine Anwaltspraxis. Er starb am 9. Februar 1983. Die Aufnahme zeigt den jungen Studenten etwa im Jahre 1928.

8. August Kuckuck war Schmied aus Wulfsdorf. Nach dem Niedergang der Firma Lychenheim, bei der er arbeitete, wurde er Hausmeister beim 'Millionär' Weber in der Bahnhofstraße 7. Die Aufnahme entstand kurz nach der Jahrhundertwende in Schwartauer Fotoatelier von J. Harländer im Promenadenweg.

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