Bad Schwartau in alten Ansichten

Bad Schwartau in alten Ansichten

Auteur
:   Uwe Bremse
Gemeente
:   Bad Schwartau
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3499-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Schwartau in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Die Stadt Bad Schwartau liegt ca. 60 km nordöstlich von Hamburg und 6 km nördlich der Hansestadt Lübeck an der Bundesautobahn Hamburg-OldenburgIHolstein sowie ca. 15 km von der Lübecker Bucht entfernt. Die Stadt befindet sich in dem von der jüngsten Eiszeit gebildeten ostholsteinischen Hügelland, das leicht wellige Oberflächenformenhat.

Der Name Schwartau leitet sich vermutlich aus dem Slawischen von 'die Schlängelnde' ab, die den Unterlauf mit seinen Mäandern kennzeichnete. Seit 1935/36 ist die Schwartau stark reguliert und eingedämmt.

Der Name Schwartau wurde zum ersten Male im Zusammenhang mit einer an der Schwartau gelegenen Wassermühle, die bis zum Jahre 1842 betrieben wurde, erwähnt. Neben dem Mühlenbetrieb entwickelte sich ab 1258 ein Siechenviertel mit Siechenhaus und -kapelle, die Georgskapelle. Die Lübecker verfrachteten die in Lübeck nicht geduldeten Leprakranken in das Siechenhaus vor der Stadt. Während das Siechenhaus um 1840 verfiel, hat sich die im Jahre 1508 neu errichtete Georgskapelle bis heute im Siedlungsbild erhalten und wird, nachdem sie Siechenkapelle, Pferdestall, Armenhaus und Vorratsraum war, wieder als Gebetshaus benutzt.

Älter als die erste Erwähnung Schwartaus ist die seit 1934 zur Stadt Bad Schwartau gehörige Rensefelder Kirche, die zu der selbständigen politischen Gemeinde Rensefeld gehörte. Die Rensefelder Kirche wird bereits um 1177 zum

ersten Mal erwähnt und gilt als die Nachfolgerin der von den Slawen in Alt-Lübeck zerstörten Kirche.

Auf dem im Jahre 1280 von Bischof Burkhard gegründeten Landgut Kaltenhof im Osten des heutigen Stadtgebiets entwickelte sich bald ein Verwaltungssitz mit überregionaler Funktion. Später entstand daraus das Amt Kaltenhof, das ab 1640 seinen Sitz in Schwartau hatte, bzw. ab 1842 das Amt Schwartau, von dem aus auch die heutigen Nachbargemeinden verwaltet wurden. Daneben blieb das Landgut Kaltenhof bestehen. Erst mit dem Niedergang des Landguts wurden die Ländereien um 1847 aufgesiedelt und der bis dahin kaum entwickelte Ort Schwartau erhielt nun bessere Entwicklungsmöglichkeiten östlich des Marktplatzes. Weitere Entwicklungsimpulse erhielt die Fleckengemeinde durch die einsetzende Industrialisierung und den Anschluß an die Eisenbahnlinie Lübeck-Eutin (1873), Lübeck-Neustadt sowie Lübeck-Travemünde (1882).

Ein richtiger Aufschwung erfolgte aber erst nach der Erbohrung der 3,5 %igen Solequelle (1895) mit einem besonders hohen Jodgehalt. Die Entwicklung von der Sommerfrische zum Kurbad und 'Jodsole-u, Moorheilbad des Nordens' war vorgezeichnet. Im Jahre 1901 wurde von Anton Baumann das 'Elisabeth-Sool- und Moorbad' eröffnet und im Jahre 1903 folgte die Errichtung des 'Friedrich-AugustBads'. Die rege Tätigkeit am Ort führte schon im Jahre 1908 zur Eröffnung eines stattlichen Kurhauses. Die Bau-

tätigkeit nahm zu, besonders in Cleverbrück, wo die neue Villenkolonie zwischen der Ringstraße und der Hauptstraße sich entwickelte. Wegen der Erweiterung der Schwartauer Werke, anfänglich 'Chemische Fabrik', wurde das Kurhaus im Jahre 1936 wieder abgerissen.

Am 1. Juli 1912 erhielt die Fleckengemeinde Schwartau von der oldenburgischen Regierung die Stadtrechte verliehen; und ein Jahr später erfolgte die Anerkennung als 'Bad' durch den damaligen Bäderverein. Der Ort Schwartau hatte 1910 3335 Einwohner. Der Erste Weltkrieg und die folgende Inflationszeit ließen die Entwicklung verlangsamen. Durch das 'Vereinfachungsgesetz des Freistaates Oldenburg für den Landesteil Lübeck' vom 8. September 1933 wurde die Nachbargemeinde Rensefeld mit Cleverbrück und Groß Parin nach Bad Schwartau eingegliedert. Im Jahre 1933 hatte die Stadt vor der Eingemeindung 4226 Einwohner, während im Jahre 19398033 Einwohner gezählt wurden. Einen weiteren Bevölkerungsanstieg erhielt die Stadt Bad Schwartau durch die Flüchtlinge aus dem Osten als Folge des Zweiten Weltkriegs. Der Einwohnerstand am 13. September 1950 betrug 15 604! Eine rege Siedlungstätigkeit war die Folge. Seit 1970 wird in Bad Schwartau ein neues Kurzentrum erfolgreich entwickelt, eine neue Verkehrsführung unter Umgehung des Stadtzentrums am Markt geschaffen und ein neues Einkaufszentrum mit Fußgängerzone unter Einbeziehung des Marktplatzes gestaltet.

Das Jodsole- und Moorheilbad Stadt Bad Schwartau ist im Jahre 1986 eine Stadtrandgemeinde I. Ordnung am Großstadtrand der Hansestadt Lübeck. Das Kurbad wird von etwa 19 500 Einwohnern mit Erstwohnsitz als ihr Wohnort betrachtet. Die Stadt ist die größte Stadt im Kreis Ostholstein und damit größer als die Kreisstadt Eutin.

Quellen:

Harders, Georg: Die Bismarcksäule auf dem Pariner Berg, Bad Schwartau 1984.

Steen, Max: Die Hausgrundstücke und ihre Bewohner im alten Schwartau, 1644-1900, Bad Schwartau, Selbstverlag, 1971.

Steen, Max: Bad Schwartau - Aus Vorzeit und Gegenwart, Lübeck 1973.

So mennigeener söcht un söcht

Un findt nich in de Welt torecht,

Bliffi fremd, wo he ok geiht un steiht. Em fehlt wat un he hett keen Freud Dat makt, he hett nich Schwartau sehn:

Dat Water, Wischen, Busch un Böhm, Hest du keen Heimat, kumm hierherHier warst gesund - du wünscht nix mehr.

Schwartau. Partie an der Aue.

1. Der kleine Fluß Schwartau, der in den Diekseemoränen bei Eutin entspringt und nach Süden das südostholsteinische Hügelland entwässert, gab der Stadt Bad Schwartau den Namen. 'Szwartowe' ist wendischen Ursprungs und bedeutet 'die Schlängelnde'. Vor ihrem Einfluß in die Trave bei Alt-Lübeek bildete die Schwartau weite Mäander. Seit der Flußbegradigung in den dreißiger Jahren ist die Schwartau kanalisiert. Die Au fließt, von Norden kommend, vorbei an den Ortsteilen Groß Parin, Rensefeld (Bild), Schwartau, Marienholm und Kaltenhof. Nur die Ortschaft Cleverbrück wird von der Schwartau nicht berührt,

<Bad 8chroortou - ÇRonlzou-'J=1.llee und 90rlie om %orkl

2. Das Zentrum des Fleckens Schwartau war der Marktplatz. An den Ecken des Platzes gehen die Straßen in alle Himmelsrichtungen ab, z. B. die Rantzau-Allee (heute Rensefelder Straße), die in die damalige Nachbargemeinde führte. Das Haus links zeigt das 'Manufactor-Geschäft' von Karl Quitzau, in dem sich heute die Stadtbibliothek befindet. Davor steht das Ehepaar Quitzau. Rechts daneben befindet sich das Rathaus. Das heutige Rathaus steht am selben Standort. Vor den Häusern im Hintergrund führt nach links die Schulstraße in Richtung Rensefeld. Die großen Linden fehlen heute sowohl in der Rensefelder Straße als auch am heutigen Marktplatz.

Schwartau

.1arktplatz.

3. Der Marktplatz von 1906 zeigt noch die ursprüngliche Gestaltung. Rabatten im symmetrischen Muster schmücken das Ortszentrum der sich von der 'Sommerfrische' zum Kurbad allmählich entwikkeinden Gemeinde Schwartau, die offiziell als 'Flecken' ausgewiesen wird. Die Kulisse der den Marktplatz umgebenden Lindenallee läßt die Gebäude auf der Ostseite des Platzes fast verschwinden. In dem großen Gebäude betreibt Paul Heuer als Nachfolger 'Jürgens Hotel'. Der Nixenbrunnen ist noch nicht errichtet, und die Straßenbahnendstation ist ebenfalls noch nicht vorhanden.

4. Das Wohnhaus des Amtmannes. Das Gebäude aus der Zeit um die Jahrhundertwende zeigt das Wohnhaus des Amtmannes des früheren Amtes Schwartau/zu dem nicht nur die Gemeinde Schwartau, sondern auch die Gemeinden Rensefeld, Ratekau-Ost und Ratekau- West und Obernwohlde gehörten. Das Haus befand sich an der Nordseite des Schwartauer Marktplatzes. Heute steht an diesem Standort das Amtsgericht. Der Weißstorch auf dem linken Schornstein des Wohnhauses weist auf die Feuchtwiesen im Schwartautal hin. Im Garten steht die Familie des Amtmannes. Rechts erkennt man das alte Amtshaus mit einem Detail des Daches.

5. Die Ansicht der Ostseite des Marktplatzes zeigt deutliche Veränderungen. Auf dem Platz steht der 1912 errichtete Nixenbrunnen des Schwartauer Künstlers Paul Peterich. Das 'Hotel Lübecker Hof hat sich durch den Ausbau der Veranda vergrößert. Der Marktplatz ist zur Straßenbahnendhaltestelle geworden. An dieser steht auch ein kleiner Marktpavillon. Hinter dem Straßenbahnwagen befindet sich das 'Hotel Germania' von Friedrich Ramm.

6. Nachdem das alte Amtshaus abgerissen worden war, wurde an der Stelle ein neues prachtvolles Gebäude errichtet, das großherzogliehe Amtsgericht für das Fürstentum Lübeck, zu dem Schwartau auch gehörte. Es ist das dominierende Gebäude, welches seit 1980 unter Denkmalschutz steht. Im Vordergrund steht der Nixenbrunnen 'Spiel der Wellen' des Schwartauer Bildhauers Prof. Paul Peterich. Dieser Brunnen wurde von Peterich entworfen und der jungen Stadt Bad Schwartau geschenkt. Bis zum Jahre 1943 zierte er den Schwartauer Marktplatz. Dann wurde er nach Hamburg geschafft und in den letzten Kriegsjahren eingeschmolzen. Ob er nach der geplanten Marktplatzneugestaltung wiedererstehen wird?

SchwaI'tau bei Lübeck

Eröffnung der elektr. Straßenbahn Lübern-Schwartau am 29. März 1912 Ànkunft des ersten Vaaens in Schwar/au ::'achm. 43/. UhI'

7. Lübeck war vom Flecken Schwartau bis zum 29. März 1912 für den einfachen Bürger nur mit privaten und teuren Kutschen zu erreichen. Deshalb gingen die meisten Einwohner nach Lübeck zu Fuß. Dann aber kam das große Ereignis, als am Nachmittag des 29. März 1912 um 15.45 Uhr der erste Wagen in Schwartau einrollte. Viele Neugierige kamen zu diesem für Schwartau bedeutsamen Ereignis und begrüßten die im Festschmuck einlaufende Bahn. Die Haltestelle befand sich an der Ostseite des Marktplatzes. Die Linie 12 sollte für Jahrzehnte die schnelle und billige Verbindung mit der Hansestadt Lübeck bleiben. Schon kurz nach der Eröffnung der Straßenbahn riefen die Schaffner, nach Schwartau einfahrend: 'Endstation - Bad Schwartau - Markt!', obwohl der Ort die Anerkennung als 'Bad' noch nicht hatte.

::>chwartal:.. HolC~ Gcr marua

8. Die alte Ansicht zeigt die Ostseite des Schwartauer Marktplatzes von Süden. Stolz zeigt sich das 'Hotel Germania' mit seinem Turm im Fahnenschmuck. Dahinter befindet sich das Eisenwarengeschäft von Ernst Blöcker. Die Schienen der Straßenbahn sind noch nicht verlegt. Pflastersteine bilden noch die Straßenbefestigung der damaligen Hauptgeschäftsstraße.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek