Bad Säckingen in alten Ansichten

Bad Säckingen in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Ch. Müller
Gemeente
:   Bad Säckingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5706-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Säckingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die bewegte Vergangenheit Bad Säckingens zeichnet sich durch vier Merkmale aus: das folgenreiche Werk des heiligen Fridolin, die Geschichte des Bades, das Schicksal des Trompeters von Säckingen sowie die Dynamik der Industrialisierung. In der heutigen modernen Stadt sind diese Besonderheiten keineswegs vergessen. Im Gegenteil: die Tradition wird kontinuierlich gepflegt. Am deutlichsten läßt sich dies am Fridolinskult erkennen. Für die im alemannischen Raum weitverbreitete Fridolinsverehrung war und ist Bad Säckingen eine Stätte von zentraler Bedeutung. Das älteste und eindrucksvollste Fest in der Stadt ist die Fridolinsfeier, die am Sonntag nach dem 6. März stattfindet. An jenem Tag zieht durch die Straßen der Innenstadt die Fridolinsprozession, ein Brauch, der seit 1347 urkundlich nachgewiesen ist. Die Missionstätigkeit des heiligen Fridolin im 6.17. Jahrhundert bewirkte die Entstehung der ersten Säckinger Kirche und des Klosters, das zu einem bedeutenden Frauenstift aufgestiegen ist. Daraus ergaben sich günstige Voraussetzungen für die Stadtgründung. Das Stift bildete einen politisch-wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region; ansehnlich und räumlich weitverstreut waren seine Besitzungen.

Von den Einnahmen des Stiftes konnte auch die Stadt profitieren. Die bauliche Unterhaltung des Münsters sowie der beiden Rheinbrücken - bis 1830 lag die Altstadt auf einer Insel- wäre ohne stiftische Unterstützung nicht denkbar gewesen. Beide, Stadt und Stift, lebten in jahrhundertelangen Symbiose. Gemeinsam strengten sie sich an, wenn es galt, nach den zahlreichen Kriegen, die die Stadt heirnsuchten, für den Wiederaufbau zu sorgen.

Nach der Aufhebung des Stiftes im Jahre 1806 verfiel die Stadt in eine tiefe Krise. Auf einmal wurde es deutlich, wie das städtische Wirtschaftsleben vom Stift abhängig war. Erst dank der

Industrialisierung, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ansetzte, konnte die Stagnation überwunden werden. Säckingen erwies sich damals als ein vorzüglicher Industriestandort, vor allem für schweizerische Textilunternehmen. Es entstanden mehrere moderne Fabrikbetriebe und somit eine beachtliche Anzahl von Arbeitsplätzen. Arbeitskräfte waren reichlich vorhanden. Die Unternehmen konnten, dank der langen Tradition der Hausindustrie, bereits vorgeschultes Personal übernehmen. Außerordentlich hoch war der Anteil von Kinder- und Frauenarbeit. Noch einmal zeigte sich, wie die Entwicklung in Säckingen die ganze Region beeinflussen sollte. Die neuen Verdienstmöglichkeiten kamen auch den Einwohnern der benachbarten Gemeinden zugute. Problemlos funktionierte die grenzüberschreitcnde Zusammenarbeit. In den Betrieben auf der badischen Seite hatte man auch Eidgenossen beschäftigt. Nicht wenige Schweizer nahmen ihren Wohnsitz in Säckingen. Ihr Anteil an der Säckinger Bevölkerung lag im Jahre 1900 bei knapp 12 Prozent.

Den Fabrikgründungen folgte eine rege Bautätigkeit. Die Stadt vergrößerte sich in einem bisher unbekannten Tempo: von 1850 bis 1900 stieg die Zahl der Einwohner beinahe um das Dreifache. Einerseits entstanden manche prachtvollen Villen, andererseits konnten die Wohnverhältnisse im allgemeinen verbessert werden. Auch das Kulturleben der Stadt erreichte nach 1870 einen Höhepunkt: es war die Blütezeit der Vereine. Großzügige Feste, an denen sich Vereine und Gesellschaften aus ganz Baden beteiligten, waren keine Seltenheit. Die kulturelle Vielfalt jener Epoche widerspiegeln die noch bestehenden Bau- und Kunstwerke. Während des Ersten Weltkrieges und der Jahre danach wurde die Wirtschaft von einer bedrohlichen Krise erfaßt. Trotzdem versuchte man, den Glanz der Vorkriegszeit zu erhalten und die bisherigen Errungenschaften

zu pflegen. Auch derartige Bestrebungen in den zwanziger Jahren lassen sich anhand von Fotografien dokumentieren. Seither hat sich die Wirtschaftsstruktur der Stadt wesentlich verändert. Heute umfaßt der bedeutendste Wirtschaftszweig die Kureinrichtungen und den Fremdenverkehr. Allerdings wußte man bereits im Mittelalter die heilende Wirkung des Säckinger Wassers zu schätzen. Seine Blütezeit erlebte das Bad zu Beginn der Neuzeit. Die zahlreichen Gäste, die die Badestube besuchten, taten dies nicht nur der Gesundheit wegen. Ein Badeaufenthalt bedeutete schon damals Geselligkeit und Unterhaltung. Zum Erliegen kam das Badewesen im Laufe des 17. Jahrhunderts, infolge des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Im 18. und 19. Jahrhundert ist es gelungen, den Badebetrieb zu aktivieren. Dabei hatte man versucht, das Heilwasser wissenschaftlich zu untersuchen. Neue und bisher unbekannte Möglichkeiten entstanden nach der Errichtung des modernen Kurzentrums (1974-1977) und der Erweiterung des traditionsreichen Marienhauses; hinzu kamen neue Kliniken. Als Anerkennung dafür erhielt Säckingen das begehrte Prädikat 'Bad' verliehen (1978).

Einen unvergänglichen Beitrag zur Säckingens Popularität leistete der Dichter Joseph Victorvon Scheffel (1826-1886). Kurz vor Beginn seiner literarischen Karriere ließ er sich für knapp zwei Jahre in Säckingen nieder (1850/51). Am hiesigen Bezirksamt - sein Büro befand sich im ehemaligen Stiftsgebäude (heute Straßenbauamt) - wirkte der promovierte Jurist als Rechtspraktikant. Für die Beamtenkarriere hatte er nicht das geringste Interesse gezeigt. Er wollte Maler werden, aber der Vater hat ihm das Jurastudium aufgezwungen. Den Durchbruch zum Literaten verschaffte sich Scheffel mit dem Versepos 'Der Trompeter von Säckingen. Ein Sang vom Oberrhein'. Dies war sein erfolgreichstes Werk. Erstmals erschien

der 'Trompeter' im Jahre 1854, sechzig Jahre später erreichte er die 300. Auflage und zählte zu den meistgelesenen Büchern in Deutschland. Eine gute Aufnahme fand das Buch im Ausland, nach 1870 begannen verschiedene europäische Verlage den 'Trompeter' zu veröffentlichen. Genauso beliebt wie die Dichtung erwies sich die gleichnamige Oper, komponiert von Victor Ernst Nessier , uraufgeführt 1884 in Leipzig. 1888 wurde sie nur in Norddeutschland mehr als neunhundertmal aufgeführt. Weil das Scheffel'sche Werk dermaßen populär war, stieß es auf Interesse bei den Filmproduzenten. 1918 fanden die Filmaufnahmen in Säckingen statt,

Von den unzähligen Besuchern, die jedes Jahr nach Bad Säkkingen strömen, lassen sich die meisten über Scheffel und den Trompeter informieren. Mühelos sind die Spuren des Dichters zu finden. An das Leben und Wirken des Säckinger Ehrenbürgers erinnern diverse Gebäude, Straßennamen, Denkmäler, Skulpturen, Bilder und Bücher. Schon längst ist der Trompeter zum Werbeträger der Stadt geworden.

Die 76 Fotografien im vorliegenden Band dokumentieren die Zeit zwischen etwa 1880 und 1930. Bei der Zusammenstellung des Bildmaterials konnte man auf die reichhaltigen Bestände des Bad Säckinger Stadtarchivs zurückgreifen. Aber es ging ja auch darum, die Vielfältigkeit jener Epoche anschaulich zu machen. Was für ein Glücksfall, daß es geschichtsbewußte Bürger gibt, die bereit waren, die besten Stücke aus ihren Sammlungen zur Verfügung zu stellen! Sehr dankbar bin ich dafür Frau Hannelore Dockhorn sowie den Herren Adalbert Baumgartner, Kurt Baumgartner, Rudolf Bubeck, Ernst Säuberli, Ernst Weiss, Fritz Witzig und Otto Zeeb. Die professionellen Reproduktionen sind Herrn Marco Schwarz zu verdanken.

1. So sah zu Beginn dieses Jahrhunderts die alte Rheinbrücke aus, die Bad Säckingen mit der Schweizer Gemeinde Stein im Kanton Aargau verbindet. Sie ist die längste (200 m) gedeckte Holzbrücke Europas. Ihre heutige Gestalt erhielt die Brücke vor vierhundert Jahren, sie mußte jedoch, nach den Kriegszerstörungen im 17. und 18. Jahrhundert, mehrmals wiederaufgebaut bzw. repariert werden. Mit der Inbetriebnahme der neuen Rheinbrücke im September 1979 konnte das historische Bauwerk vom Autoverkehr befreit werden. Es steht jetzt den Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung.

2. Säckingen vor etwa achtzig Jahren. Damals lebten in der Stadt über viertausend Menschen. Aber seit 1850 hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Seine Anziehungskraft verdankte damals Säckingen der Industrialiserung. Fabrikarbeit eröffnete der verarmten Landbevölkerung die so begehrten Erwerbsmöglichkeiten. Zahlreiche Dorfbewohner aus der ganzen Region ließen sich in Säkkingen nieder. Trotz fortschreitender Urbanisierung blieb der ländliche Charakter der Stadt noch einige Zeit erhalten.

3. Am Rheinufer um 1930. Im Vordergrund ist der Gallusturm zu sehen. Er wurde nach der Überschwemmung von 1343 als Wellenbrecher und Verteidigungswerk errichtet. An dieser Stelle teilte sich einst der Rhein in zwei Arme. Von 1925 bis 1938 war hierin das erste Säckinger Heimatmuseum untergebracht. Die heutige Innenausstattung des Turmes ist der Narrenzunft zu verdanken.

4. Ein Bliek auf die Industriestadt Säckingen der zwanziger Jahre. Das stattliche Gebäude im Vordergrund wird 'Rheinschloß' genannt. Es steht in der Waldshuter Straße 5-9 (am Busbahnhof) und dient heute als Wohnhaus. Einst befand sich im Rheinschloß eine Produktionsstätte der Gesellschaft für Bandfabrikation AG Basel. Entstanden ist das Unternehmen 1899 durch die Fussion der Firmen F. U. Bally, Söhne (Säckingen], Kern & Sohn (Säckingen) und Von der Mühll und Cie. (Basel). Das Verkaufsbüro war in Basel ansässig, die Exportaufträge übernahm vor allem die deutsche Niederlassung. Um 1918-1920 wurde der Standort Rheinschloß aufgegeben.

5. Das St-Fridolins-Münster, hier auf einer Ansichtskarte von 1906, wurde nach dem Brand von 1334 als gotischer Bau errichtet. Am 21. Dezember 1360 hatte der Konstanzer Bischof Heinrich lIl. von Brandis die neue Kirche geweiht. Seine barocke Ausstattung erhielt das Münster nach den Bränden von 1678 und 1751. Die Fassadengestaltung, wie sie auf dem Bild zu sehen ist, entstand bei der Renovierung von 1858/59 unter der Leitung von Heinrich Hübsch. Bereits zwischen 1911 und 1914 fand die nächste Urngestaltung statt; die Fassade erhielt ihre barocke Form zurück. Weitgehend verändert hatte sich der Münsterplatz. Das 1901 aufgestellte Scheffeldenkmal wurde nach vierzig Jahren seines Bestehens entfernt.

h., Partie b. d. Fridolinkirche

6. Der Münsterplatz während des Landesfeuerwehrfestes 1890. Auf der linken Seite ist das Münsterportal erkennbar. Das Haus in der Mitte besteht nicht mehr. Es gehörte zu jenem Teil des ehemaligen Stiftsgebäudes, das nach 1892 durch einen Neubau (heute Polizeigebäude) ersetzt wurde. Hierin waren einst das Amtsgericht, Notariat und Finanzamt untergebracht. Im Haus auf der rechten Seite des Münsterplatzes. gegenüber vom Polizeigebäude, befand sich bis 1860 der 'Goldene Knopf', Scheffels Stammlokal.

7. Die Fridolinsprozession gilt als der älteste noch heute gepflegte Brauch in Bad Säckingen. Erstmals urkundlich erwähnt wird sie im Jahre 1347. Der 6. März ist der Fridolinstag (Todestag des Heiligen). Am daraufkommenden Sonntag feiert man das Fridolinsfest. Nach dem Festgottesdienst findet die Prozession statt. Hier eine Aufnahme der Feier von 1902; die Prozession zieht gerade am Scheffeldenkmal vorbei. Das 'Säckinger Volksblatt' berichtete damals: 'Ein buntbewegtes Leben herrschte gestern in unserem Städtchen. Der Festtag des hl. Fridolin hatte tausende von Pilgern zum Heiligtum desselben geführt.' Auf diesem Bild ist der silberne Fridolinsschrein, geschaffen 1764 in Augsburg, sichtbar.

8. Das Schloß Schönau, auch Trompeterschloß genannt, mit seiner Umgebung, um 1910. Seine heutige Gestalt erhielt das Bauwerk im 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert hatte man die Freitreppe errichtet sowie die 1958/59 entfernte Glasveranda angebaut. Auf der linken Seite ist im Vordergrund das Schloßparkpavillon erkennbar: 1870 erbaut als Orangerie, später zum Lesesaal umgewandelt, heute Ausstellungspavillon. Mit der jetzigen Fassade wurde das Pavillon während der Renovierung von 1961 versehen. Das Gebäude im Hintergrund links, ein 1859 erbautes Wohnhaus, beherbergte einst das Verkehrsamt. Heute befinden sich hierin das Stadtarchiv sowie die Stadtbücherei.

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