Bad Segeberg in alten Ansichten

Bad Segeberg in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Kasch
Gemeente
:   Bad Segeberg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3378-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Segeberg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Das alte Segeberg, seit 1924 Bad Segeberg, war eine anmutig am Kalkberg und den Seen gelegene betriebsame Stadt mit etwa viereinhalbtausend Einwohnern, Mittelpunkt eines ausgedehnten ländlichen Einzugsgebiets. Von dort her wurden Handel und Wandel in der Stadt, auch das gesellschaftliche Leben, mitgeprägt. Aus der Reihe mancher gleichgroßer Städte fand sich Segeberg herausgehoben durch den Kalkberg, das Lehrerseminar, die Kreisverwaltung und das Solbad. Es war begünstigt durch die Lage in der Mitte des Großstadtdreiecks Hamburg-Lübeck-Kiel.

In der Zeit von 1880 bis 1930, aus der fast alle Ansichten in diesern Buch stammen, war der Charakter der Ackerbürgerstadt noch augenfällig; der Jahreslauf der Landwirtschaft spiegelte sich im Straßenbild. Das vielseitige Gewerbe deckte einen weit größeren Teil des Bedarfs als heutzutage mit eigenen Erzeugnissen:

Fahrzeuge, landwirtschaftliches Gerät, Tuche, Möbel, Kleidung, Schuhe, Seile, Seife, Bier, Zigarren, ja ganze

Betriebseinrichtungen wurden, jedenfalls in der Anfangszeit, am Orte hergestellt. Im Leben der Bürger spielten Nachbarschaft und Selbsthilfe in Gilden, Vereinen und Genossenschaften eine wichtige Rolle. Sie bewaltigten manche Aufgaben, die heute wie selbstverständlich der öffentlichen Hand zufallen. So wurden 1880 eine freiwillige Rentenversicherung als Altersvorsorge und ein Unterstützungsverein der Lehrer begründet.

Auch Information und Unterhaltung wurden auf lokaler Ebene bestritten. Für die große Mehrzahl der Einwohner war das 'Segeberger Kreis- und Wochenblatt", so hieß damals die Segeberger Zeitung, die einzige Möglichkeit zu erfahren, was sich in der Welt zutrug. Es erschien 1880 zweimal wöchentlich im Umfang von vier Seiten, ohne Bilder. Theateraufführungen und Konzerte waren Ereignisse von allgemeinern Interesse; sie wurden in der Zeitung ausführlich besprochen. Eine große Rolle spielten im Leben

der Bürger auch die von Gilden und Vereinen regelmäßig veranstalteten Feste. Wer die Ansichten betrachtet, wird beeindruckt sein von der Beschaulichkeit, in der sich das Leben in jener Zeit offenbar vollzog und möchte wohl mit den Menschen plaudern, die anscheinend alle Zeit hatten. Wer etwas tiefer blickt, muß indes bald erkennen, daß die 'gute alte Zeit' durchaus ihre Schattenseite hatte, vor allem für die große Zahl der Minderbemittelten. Selbst die durch Dienstboten vor lastiger Plackerei bewahrten Angehörigen der besser gestellten Kreise mußten manche Unbequemlichkeiten auf sich nehmen, die uns garnicht behagen würden.

In der Stadt vollzogen sich weitgehende Veränderungeh. 1884 gründete Heinrich Wickel das Solbad. 1911 wurde die Kleinbahn nach Kiel in Betrieb genommen, 1916 die nach Lübeck. 1913 wurden die Kalkberghöhlen entdeckt, die dem Fremdenverkehr großen Aufschwung gaben. Fernsprecher, Wasserversorgung,

Stromversorgung und Ausbau des Schulwesens waren Marksteine auf dem Weg in die moderne Zeit.

So ist ein tiefgreifender Wandel im Laufe der fünf Jahrzehnte unübersehbar. Am Ende der Periode bahnen sich weitere große Veränderungen an. Der Siegeszug des Kraftwagens beginnt und zwingt zur ersten umfassenden Planung für den künftigen Ausbau der Stadt, die sich bis dahin organisch um den ruittelalterlichen Kern entwickelte.

Der Verfasser weiß sich denen verpflichtet, die das Material über die Vergangenheit erschlossen und bearbeiteten, vor allem Oberstudiendirektor im Ruhestand Siemonsen, Dr. Hagel, dem leider zu früh verstorbenen Johann Schwettscher und Verbandsdirektor im Ruhestand Lüthje. Eine Quelle von größtem Wert waren die alten Jahrgänge der Segeberger Zeitung. Dank sei allen gesagt, die halfen, die Bilder zusammenzutragen.

I. Dem einundneunzig Metern hohen Kalkberg in der Mitte der unteren Bildhälfte verdankt die Stadt ihre Entstehung. 1134ließ Kaiser Lothar lIl. dort eine Burg und zu ihren Füßen ein Kloster und eine Kirche errichten. Viele Jahrhunderte hindurch, bis 1931, wurde am 'Kalkberg' Gips gebrochen. In dem dadurch entstandenen Steinbruch wurde 1934/1936 ein achttausend Personen fassendes Freilichttheater geschaffen, in dem seit 1952 die Karl-May-Spiele stattfinden. Rechts im Bilde schwingt sich die Lübecker Straße um den Berg, nach oben links verläuft die Hamburger Straße. In die rechte obere Bildecke ragt ein Zipfel des Großen Segeberger Sees mit dem alten Kurhaus hinein.

2. Wir blieken von der Kirchstraße auf den noch kahlen Gipfel des Kalkberges. Die Fassaden der Häuser auf der rechten Straßenseite sind bis auf die in die Erdgeschosse gebroehenen Schaufenster noch fast unverändert. Nur das helle Haus am rechten Bildrand, das frühere Hotel 'Stadt Lübeck', das bald nach dem Ersten Weltkrieg abbrannte, fehlt. Das langgestreckte Haus am linken Bildrand ist die 1884 abgebrochene alte Propstei. Als letzter residierte dort Propst Springer, dessen Grabmal auf dem Friedhof an der Nordwand der Kirche steht.

Solbad Segeberg

Kirchstraße und Kalkberg

3. Auch die Grabstätte der Familie Schnack von der Herrenmühle bei Schwissel am rechten Bildrand hat, wie sich versteht, ursprünglich innerhalb des Friedhofs gelegen. Doch da von ihrer Erhaltung nach einem Testament von 1770 der Bestand eines bedeutenden Legats für die Marienkirche abhing, blieb sie erhalten, als 1833 die Kirchengemeinde einen sechs Meter breiten Streifen des Friedhofs für die Anlegung eines Fuß.weges an die Stadt abtrat. Zu dem Legat gehörten neben einer Geldsumme die beiden schönen Leuchter, die noch heute die Vierung und das Mittelschiff der Kirche zieren.

4. Die Pumpe neben dem Kandelaber auf dem Marktplatz war Teil der öffentlichen Wasserversorgung der Stadt. Diese bestand früher nur aus einer Anzahl von Pumpen, die die Stadt angelegt hatte und für deren Benutzung genaue Vorschriften erlassen waren. Nach dem Neubau des Rathauses, 1828, genoß die Frau Bürgermeisterin das Vorrecht, durch eine kupferne Leitung das Wasser aus dem Sod der Pumpe beim Rathaus in die im Keller des Hauses belegene Küche zu pumpen - oder pumpen zu lassen. Angesichts des Wasserbedarfs unserer heutigen Motorspritzen fällt es schwer sich vorzustellen, daß die Straßenpumpen große Bedeutung für die Brandbekämpfung hatten.

5. Die Marienkirche hatte bis zur Restaurierung 1957/1959 einen vom Westportal auf den Altar führenden Mittelgang. Durch die vorhergehende Restaurierung 1863/1864 ist sie vor dem Abbruch bewahrt worden. Im Äußeren wurde mit Sorgfalt der Charakter der romanischen Basilika wiederhergestellt, ebenso die früher abgebrochenen Querarme. Im Innern blieb bis zur letzten Restaurierung der angeschüttete Erdboden liegen. Diese Anschüttung und die wegen des Mittelgangs bis an die Säulen gestellten Bänke beeinträchtigten die architektonische Schönheit des Bauwerks, eines der Hauptwerke aus den Anfängen der Ziegelbaukunst in unserem Lande.

6. Mit dem Hause Kirchstraße 2 am linken Bildrand begarm der Flecken Gieschenhagen, der erst 1820 mit der Stadt Segeberg zusammengeschlossen wurde. Zwischen diesem Haus und dem östlich angrenzenden Haus Lübecker Straße 1 verlief der Abfluß des Kleinen Segeberger Sees, der Schiedgraben, das heißt Scheidegraben. Der vor einigen Jahren verrohrte Graben bildete seit alters her die Grenze zwischen der Stadt und dem Nachbarort. In der Ladentür rechts der Korbmacher Heitmann, ein Tausendkünstler und Helfer in der Not für alle, die etwas Kompliziertes zu reparieren hatten, ebenso ein erfindungsreicher Helfer beim Kindervogelschießen.

7. Das Bild der Lübecker Straße aus der Zeit um 1912 mit Pumpe, grob gepflastertem und unregelmäßig verlegtem Bürgersteig und dem vom Verfall bedrohten Hause am linken Bildrand zeigt uns, daß die Idylle der 'guten alten Zeit' durchaus ihre Schattenseite hatte. Die Erhaltung des Hauses links, jetzt städtisches Museum, ist Bürgermeister Rudolph Jacoby zu danken, der 1949, als er von dem schon beschlossenen Abbruch erfuhr, das Haus für die Stadt kaufte. Das Haus vor dem Rathaus mußte Anfang der fünfziger Jahre wegen Baufälligkeit gesperrt werden und verfiel dem Abbruch.

8. Die zur Fahrbahn abfallende Vorstraße der Lübecker Straße gehört den Anliegern. Früher nutzten sie die Fläche auch, wie die Wagen vor dem Grundstück des Stellmachers Tödt und das dort lagernde Material zeigen. Die Vorstraßen hatten jedoch auch nach altem Recht in gewissem Umfang öffentlichen Charakter. Sie unterlagen im Hinblick auf Anlegung und Unterhaltung den Weisungen der städtischen Gremien. Am rechten Bildrand steht das Haus des Malers Bunge noch in seiner alten Gestalt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek