Bad Sooden-Allendorf in alten Ansichten Band 2

Bad Sooden-Allendorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Manfred Lückert
Gemeente
:   Bad Sooden-Allendorf
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4873-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Sooden-Allendorf in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

VORWORT

Im Jahre 1977 erschien der erste Band mit dem Titel 'Bad Sooden-Allendorf in alten Ansichten', meine erste Buchveröffentlichung überhaupt. Da bekanntlich immer wieder und überall alte Fotografien aus der sogenannten Versenkung geholt werden, Einheimische durch Zufall seltene Bilder finden. war es für mich mehr als eine Selbstverständlichkeit, diese zu sammeln und bei Gelegenheit zu veröffentlichen.

Vor Ihnen, lieber Leser, liegt nun die zweite Fotodokumentation über unsere Stadt. Die ältesten Aufnahmen stammen aus dem Jahre 1883, die jüngste vom Sommer 1942. Erstmals habe ich auch Lithographien verwender, die Vorgänger der normalen Foto-Ansichtskarten bis etwa 1900. Das Angebot an alten Karten wird immer geringer, die Preise steigen dementsprechend. Es ist keine Seltenheit, wenn man heute für eine Litho bis zu dreißig Mark und mehr bezahlen muß!

Es wäre müßig, den so häufig zitierten Begriff der 'guten alten Zeit' hier erneut definieren zu wollen. Liest man in alten Büchern und Zeitungen, stellt man fest, daß scheinbar jede Generation ihre 'gute alte Zeit' hatte.

Außer Zweifel steht, daß hier meist die positiven Jugenderinnerungen eines jeden - die negativen werden leichter vergessen - eine große Rolle spielen. Selbstverständlich hat z.B. die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ihre guten Seiten gehabt, allein schon wegen fehlender Hektik, mehr Geselligkeit, Zusammenhalt, intakterer Umwelt usw. Doch wer wollte bei all unseren Errungenschaften, die uns heute das Leben wesentlich erleichtern, in der damaligen Zeit leben oder sich diese herbeiwünschen? Eine gesunde Mischung ist sicher der beste Weg.

Vor mir liegt ein Bericht vom April 1938 mit der Überschrift: 'Allendorf vor 50 Jahren', verfaßt von einem früheren Lehrling der 'Hirsch-Apotheke', die Zeit um 1888 betreffend (Strippel). Hier einige wenige Auszüge - erstmals veröffentlicht - um Typisches von damals aufzuzeigen: .... Es gab noch keinen Achtstundentag, So etwas hätte man sich überhaupt nicht vorstellen können. Werktags wie sonntags wurde die Apotheke früh um 7 Uhr im Sommer, um 8 Uhr im Winter geöffnet und jahraus-jahrein um 10 Uhr abends geschlossen. Fûr die-

sen langen Tagesdienst ohne richtige Mittagspause entschädigten ein ganzer und ein halber freier Nachmittag in der Woche und jeder zweite Sonn- oder Festtag. (. .. ) Die Allendörfer waren ein lebensfrohes Völkchen. Sie verstanden, Feste zu [eiern. Im Kasino fand sich die erste Gesellschaft, die man anderswo Honoratioren, in Allendorf aber Haute volee nannte, zusammen. Turn-, Gesang- und Kriegervereine sorgten [ûr Geselligkeit der anderen Einwohner. Überall wurden gern Theaterstücke aufgeführt, nicht nur zur Freude und Belustigung der Zuschauer, sondern auch der Spieler. ( ... ) Unter den vielen Schönheiten der Stadt [iel ein etwa 20jähriges, schwarzhaariges, glutäugiges Mädchen mit brauner Gesichtsfarbe ganz besonders auf. Sie rief die Erinnerung wach an den Bau der Bahnstrecke Göttingen-Bebra. Hierbei waren zahlreiche Italiener... (Sie dürfen ruhig schmunzeln!)

Zwei Trunkenbolde mit den merkwürdigen Spitznamen 'Nidnad' und 'Itzeatze' wurden, damit sie der Stadt nicht völlig zur Last fielen, mit Straßenfegen oder Schneeschaufeln beschäftigt. Eines Tages arbeiteten sie vor der

Apotheke oder vielmehr, statt zu arbeiten, erzählten sie sich gruselige, haarsträubende Räubergeschichten. So wollte der eine, als er kûrzlicli um die mitternächtige Stunde den Krug verlassen hatte, auf der Stadtmauer sitzende, wie Kälber große Katzen gesehen haben. Da nahte das Auge des Gesetzes, der Polizeiwachtmeister Velmeden. Er wollte die beiden zu fleißigerer Arbeit antreiben. Darauf antwortete der eine, '[or drizzehn Groschen' leistetensie genug.

Die Auswahl der folgenden Fotos fiel mir nicht leicht, galt es doch, die ehemals selbständigen Örte (bis 1929) Bad SoodenIW erra und AllendorflW erra gleichermaßen zu berücksichtigen und ferner nicht nur reine Ansichten, sondern auch Bilder voller Leben einzubeziehen. Ich hoffe, daß mir dies ein wenig gelungen ist.

Gute Unterhaltung und viel Spaß wünscht

Manfred Lückert

I. Eine der schönsten Lithographien aus Allendorf, entstanden im Jahre 1897. Neben der Holzstoffabrik von Eschstruth und Meder je eine Ansicht aus der Brückenstraße (Bahnhofstraße) und Söderstraße (Kirchstraße , 1899 erfolgten die Umbenennungen). Einer romantischen Werrapartie mit Schiffen und Mondschein folgt das Hotel Beuermann, heute Hotel Werratal. Das linke Fachwerk-Nebengebäude brannte 1902 ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Die letzte Abbildung zeigt das Geschäft von Christian Hartmann (1896 eröffnet) und das Bürgcr'sche Haus, damals noch die Weinhandlung 'Zum Löwen'.

2. Eine Rarität besonderer Art: Eine eigene Karte des Hotel- und Pensionshauses Gold in Sooden. Während des Dritten Reiches war hier die Karl-Weinrich-Schule (Gauleiter in Kassel) untergebracht. Heute dient das Gebäude als 'Haus des Gastes' mit Bücherei und Aufenthaltsräumen. Auf der Karte oben rechts ist der Kurpark (Badepark) mit der Kurhalle (heute neues Kurhaus) und das angrenzende alte Kurhaus abgebildet. Hotelbesitzer Fr. Gold teilt dem Landwirt Hildebrandt in Oberrieden am 15. März 1900 rnit, daß er am nächsten Montag die bestellten Kartoffeln bringen kann.

3. Ein Bliek in die Ackergasse (Ackerstraße) im Sommer 1883, aufgenommen vom Fotografen BickeIl. Im Hintergrund das im Jahre 1849 errichtete Kroeschell'sche Haus. So und ähnlich sah es damals in all unseren Straßen aus: Holz und Reisig zum Feuern vor den Türen, vor den Fenstern hölzerne Gestelle und Bretter für Topfblumen. Das Vieh, fast jeder hatte eine Kuh und eine Ziege, trieb man durch die Hausflure auf die Straße ... das Futter und der Mist nahmen den gleichen Weg. Die meisten Bürger lebten in sehr bescheidenen Verhältnissen, wenn nicht gar in Armut!

4. Die Södergasse - ab 1899 Kirchstraße - in einer Bickell'schen Aufnahme aus dem Jahre 1883. Vorn einer der fünfzehn Brunnen (Zaitenstöcke), die Allendorf an verschiedenen Stellen mit Trinkwasser versorgten. Die Wasserleitung wurde 1896 gebaut, die Brunnen danach entfernt. In der Mitte der Straße ein Abwassergraben, der sich mit anderen 'Bächen' am Faulloch traf, um dort in die Werra geleitet zu werden. Vor dem zweiten Haus von links wird gefärbte Wolle getrocknet, die Färber Ernst dort aufgehängt hat. Über die Abwasserrinnen führten übrigens kleine Holzbrückchen, hier links vom Brunnen zu sehen. Die Familien aus einer gewissen Anzahl von Häusern gehörten je zu einer Brunnengemeinschaft. Zu Pfingsten wurden diese Brunnen geschmückt und man feierte ein kleines Fest.

5. Eine der meistgekauftesten Lithographien von Bad Sooden, vom Geschäft Wilhelm Weidemann etwa ab 1894 vertrieben. Stolz war man damals auf die neue 'Villencolonie' und natürlich auf den noch jungen Kurpark (Badepark ) mit Badehaus. Rechts vom Söder Tor sind die frühere Gartenmauer und ein Dach des letzten Siedehauses zu sehen (1906/07 abgerissen). Auf der Gesarntansicht rechts oben (Weinreihe) sind im Hintergrund noch zwei Gradierwerke abgebildet. Durch beide fuhr die Eisenbahn hindurch.

6. Drei Tage vor der Jahrhundertwende wurde diese Lithographie aus Bad Sooden geschrieben. Links oben das erste Kurmittelhaus von 1881, rechts im Wald die Westerburg. Es folgen das Söder Tor und das seit 1894 bewohnte Schloß Rothestein (Baron von Knoop). Links die Kur- oder Restaurationshalle im Kurpark, der Vorläufer der späteren Konzerthalle (1931). Heute befindet sich dort das neue Kurhausrestaurant. Weiter sind die Kinderheilanstalt (Kinderkurheim Werraland) und die Burg Hanstein als beliebtes Ausflugsziel zu sehen. Die dortige Kirche ist noch ohne die beiden Türme. Diese wurden im Jahre 1913 errichtet.

7. Das Bad war gerade erst sechs Jahre alt! Zu Beginn der Haintorstraße (das Tor zum Hain), einstmals neben dem Söder Tor einzigster Ausgang aus der Saline Sooden, steht der Ausrufer mit der Glocke man schreibt das Jahr 1887. Reehts eine Frau mit Tragekötze, bei dem Mädchen links von der Gans (?) handelt es sich um Frau Lange aus der Langen Reihe, die erst in sehr hohem Alter starb und uns viel aus der alten Zeit berichtete. Der Lattenzaun links grenzt den jungen Badepark ein, in welchem zu jener Zeit im Nordteil - noch Salz gesiedet wurde.

8. Der Turnverein AllendorflWerra hatte für Dienstag, den 2. März 1897, einen großen Karnevalsurnzug durch die Stadt organisiert. Ausgangspunkt und Ort der Feier war Hartmanns FelsenkeIler. Fotograf O. Tellgmann nahm die verschiedenen Gruppen auf. Im Vordergrund die 'Leiter des großen weisen Rathes', vorn links Eduard Wimmei (Druckerei), Im Hintergrund weitere Teilnehmer, lustig gekleider unter anderem als Tyroler Damenkapelle, Italiener-Gruppe , Drehorgelspieler, ein Clown, ein Engländer, John Bull nebst Familie auf Reisen (Englische Touristen), usw.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek